Kleines Kraftpaket: Gigabyte Brix Gaming VR GB-BNI7HG6 Gamescom Edition

      Kleines Kraftpaket: Gigabyte Brix Gaming VR GB-BNI7HG6 Gamescom Edition

      Wer einen außergewöhnlich kompakten Gaming PC sucht, für den könnte der Gigabyte Brix Gaming VR Ultra Compact PC interessant sein. Wieviel Power hat die kleine Kiste?

      Der Gigabyte Brix Gaming VR GB-BNI7HG6 „Gamescom Edition“ Ultra Compact PC will ein leistungsstarker Rechner mit ordentlicher Grafikkarte in einem kompakten und auch noch gutaussehenden Gehäuse sein. Klingt fast zu schön, um wahr zu sein.

      Die kompakten Gehäuse-Abmessungen von gerade einmal 22 x 11 x 11 cm (H x B x T) lassen nicht unbedingt darauf schließen, dass sich im Inneren ausreichend leistungsfähige Komponenten für anspruchsvolle Gamer verstecken. Tatsächlich ist aus Platz(mangel)gründen auch nur eine Notebook-CPU verbaut. Dabei handelt es sich jedoch immerhin um einen Intel Core i7-7700HQ, also einen Kaby Lake Prozessor der 7. Generation der Intel Core-Familie. Leistungsmäßig befindet der sich in etwa auf Augenhöhe mit einer i5-7500 Kaby Lake Desktop-CPU der gehobenen Mittelklasse.

      Hier einige technische Daten des Gigabyte Brix Gaming VR GB-BNI7HG6 (Gamescom Edition)

      • Prozessor: Intel Core i7-7700HQ
      • Arbeitsspeicher: 8 GB SO-DIMM DDR4 RAM (auf bis zu 64 GB RAM erweiterbar)
      • Festplatten:
        • 250 GB SSD SanDisk SD8SN8U-256G-1122 (2 2280)
        • 1 TB HDD Seagate BarraCuda ST1000LM048
      • Grafikkarte: Nvidia GeForce GTX 1060 (6 GB)
      • Netzwerk:
        • WLAN 802.11 ac
        • Gigabit Ethernet LAN
        • Bluetooth 4.2
      • Anschlüsse:
        • 2x Display Port
        • 2x HDMI
        • 1x USB 3.1 (Typ C)
        • 1x USB 3.1 (Typ A)
        • 3x USB 3.0 (Typ A)
        • Kopfhörerbuchse
        • Mikrofonbuchse
      • Abmessungen: 22 x 11 x 11 cm
      • Sonstiges: Kensington-Lock
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      Optik

      Als ich den Gigabyte Brix Gaming VR Rechner aus der Verpackung nahm, war ich aufgrund der kompakten Abmessungen wirklich ein bisschen erstaunt, das Gehäuse hat nur 2,6 Liter Volumen. Ich kannte das System vorher nur vom Bild und hatte mir das Gehäuse doch ein gutes Stück größer vorgestellt. Auf den ersten Blick handelt es sich um einen Quader, der doppelt so hoch wie breit ist. Genaugenommen ist es allerdings kein richtiger Quader, denn drei der vier Kanten sind ganz schmal abgeschrägt, die vierte Kante etwas stärker. An der breiter abgeschrägten Seite finden bis auf die jeweils zwei HDMI- und Mini DisplayPorts alle anderen Anschlüsse Platz. Mehr dazu im entsprechenden Abschnitt weiter unten.

      Auf der Oberseite des kompakten Gigabyte Gamescom Brix VR Gaming PCs sitzt – etwas erhaben – eine weiß beleuchtete „Dachplatte“ mit Gigabyte-Schriftzug, darunter ist das Gehäuse offen. Mittig unter der dem Dach bleibt die Öffnung frei, drumherum verhindert ein orangefarbenes Gitter das Eindringen von grobem Schmutz. An der Unterseite ist der Aufbau mit Öffnung und Gitter im Prinzip identisch, statt einer Dachplatte sitzt dort ein Standfuß. Die Gitter und Öffnungen sorgen dafür, dass kühle Luft leichter eingesogen und die Systemwärme nach oben hin leichter nach draußen gelangen kann. Dies gelingt überraschend gut, das Gehäuse erwärmte sich selbst beim Dauerbetrieb und unter Last nicht besorgniserregend.

      Leistung

      Auch wenn man keine Wunderdinge erwarten sollte, so lässt sich anhand der Benchmarks doch erkennen, dass der Intel Core i7-7700HQ in Verbindung mit der GeForce GTX 1060 ziemlich gut performt. Wenig überraschend kann der Gigabyte Brix VR Gaming zwar nicht mit leistungsstarken Highend-Gaming-PCs mithalten. Allerdings schlägt er sich dann doch recht ordentlich, solange man ihm nicht allzuviel abverlangt. Werfen wir dafür zuerst einen exemplarischen Blick auf die Benchmark-Ergebnisse bei Spielen.

      Crysis 3, For Honor und Rise of the Tomb Raider liefen in Full HD auch mit maximalen Einstellungen schön flüssig. Bei grafisch anspruchsvolleren Spielen wie Ghost Recon Wildlands und The Witcher 3 hielt sich der Brix zwar auch bei maximalen Einstellungen wacker über 30 FPS, aber wer flüssiges Gameplay bevorzugt, ist bei diesen Spielen mit der Detailstufe „hoch“ besser beraten.

      Auch bei 2K Auflösung (2560 x 1440) bleibt man mit dem Gigabyte Brix VR Gaming nicht auf der Strecke. Bis auf The Witcher 3 ließen sich alle Games mit hohen Details vernünftig spielen. Dank Intel Core i7-7700HQ Prozessor und GeForce GTX 1060 Grafikkarte eignet sich der Brix sogar für VR Gaming in Verbindung mit der HTC Vive oder Oculus Rift. 4K Displays werden supported, aber für 4K Gaming ist dieser ultrakompakte PC von der Leistung her nicht wirklich ausgelegt.

      Bei den verschiedenen Standard-Benchmarks von PC Mark und 3D Mark lag der Gigabyte Brix VR Gaming leistungsmäßig fast immer annähernd gleichauf mit dem kürzlich getesteten MSI Nightblade MIB VR7RC. Auch im Vergleich mit dem von uns getesteten HP Omen 880 muss er sich nicht verstecken. Das allein zeigt schon, wie überzeugend das kleine Kraftpaket auftritt.

      Die Performance der SSD ist zwar nicht überragend, man kann sie aber durchaus als gut bezeichnen. Das verbaute Modul aus dem Hause SanDisk besitzt zwar leider nur eine SATA-Anbindung, die bekanntermaßen langsamer ist als die Anbindung via PCIe und NVMe. Dafür liefert sie aber dann doch ordentliche Lese- und Schreiberaten ab. Und wem die Leistung nicht genügt, der kann problemlos eine bessere SSD nachrüsten, denn beide vorhandenen M.2 Schnittstellen unterstützen PCIe (SATA nur eine).

      Ebenfalls erfreulich, dass der kleine PC beim Verrichten seiner Arbeit stets ziemlich leise bleibt. Hersteller Gigabyte gibt die Lautstärke bei Maximalauslastung mit gerade einmal 35 dB an. Tatsächlich ist der Brix selbst im vollen Betrieb nicht lauter als ein kleiner Zimmerventilator, schon bei einem halben Meter Abstand zum Gehäuse hört man ihn kaum noch. Im normalen Betrieb ist er fast ̶u̶̶n̶̶e̶̶r̶̶h̶̶ö̶̶r̶̶t̶ unhörbar leise.

      Anschlüsse

      Dass ein derart kompaktes Gehäuse logischerweise nicht gerade massenhaft viele Anschlüsse haben kann, ist keine Überraschung. Immerhin fünf USB-Ports befinden sich am Brix: 3x USB 3.0 (Typ A), 1x USB 3.1 (Typ A) und 1x USB 3.1 (Typ C). Hinzu kommen 2x HDMI 2.0 und 2x MiniDisplay Port sowie Anschlüsse für Kopfhörer, Mikrofon und Netzwerkkabel. Abschließend befinden sich am Gehäuse noch der Stromanschluss, zwei goldene Antennenbuchsen für die beiliegende WLAN-Antenne und ein Kensington Lock.

      Auf- und Umrüsten

      Auch wenn die exklusiv bei uns im Shop erhältliche Gamescom-Edition des Gigabyte Brix VR Gaming ein bereits vollständig ausgerüsteter Ultra Compact PC ist, so ist dieser auch als Barebone Variante ohne Festplatten und Arbeitsspeicher zu haben. Wer also lieber die „nackte Version“ zu kaufen gedenkt oder die Gamescom Edition eines Tages aufrüsten will, für den ist es natürlich auch durchaus interessant, mal einen Blick ins Innere zu riskieren.

      Das Innenleben des Gigabyte Brix VR Gaming ist erfreulicherweise ziemlich schnell freigelegt! Ihr braucht dafür weder irgendwelches Spezialwerkzeug, noch Pinzette und Lupe. Einfach am Boden die vier Kreuzschrauben lösen, schon lässt sich ein Teil des Gehäuses komplett nach unten aufschieben.

      Die in der Gamescom Edition verbaute 2,5“ Seagate Barracuda 1 TB Festplatte ist schnell gewechselt. Einfach den Einbaurahmen lösen (zwei Kreuzschrauben, siehe Foto), schon kann dieser hervorgezogen und die Festplatte abgesteckt werden.

      Um an den SSD Flash-Speicher und die RAM-Riegel zu kommen, müssen zunächst die beiden Kreuzschrauben an der Trägerplatte von Grafikkarte und Kühlkörper gelöst werden (siehe Foto). Danach lässt sich diese Trägerplatte ganz einfach hochklappen – Vorsicht mit allzu optimistischen Bewegungen, die Platte ist jetzt nicht mehr fest mit dem Gehäuse verbunden, sondern nur noch über die Stromstecker! Ihr könnt die Platte entweder vorsichtig in ihrem offenen Scharnier ruhen lassen oder sachte herausnehmen.

      Sowohl der Flash-Speicher (2280) als auch die RAM-Riegel sind jetzt gut erreichbar. Um den SSD Flash-Speicher zu wechseln, löst ihr einfach die einzelne kleine Schraube am Ende des Speichermoduls, die Selbiges am Platz hält, anschließend springt das Modul ganz leicht nach oben und ihr könnt es herausziehen. Der ebenfalls vorhandene, zweite Slot ist standardmäßig leer, hier könnt ihr ein zusätzliches SSD Modul installieren.

      Ähnlich verhält es sich mit den RAM-Bausteinen. Die Gamescom Edition kommt mit einem einzelnen 8 GB RAM Riegel, ein zweiter Steckplatz ist vorhanden. Maximal zwei 32 GB RAM Bausteine könnt ihr einsetzen und 64 GB RAM sollten auch ausreichen. 😉 Die Speicherriegel werden ganz einfach von schräg oben reingesteckt und anschließend heruntergedrückt, so dass sie einrasten. Achtet nur darauf, dass die Riegel korrekt am Steckplatz ausgerichtet sind. Die kleinen silbernen Klammern an den kurzen Seiten müsst ihr nur ein bisschen auseinanderdrücken, dann springt auch der RAM Riegel ganz leicht hoch.

      Wie sich der Ein- oder Ausbau von HD, SSD und RAM in der Praxis so ungefähr darstellen würde, das könnt ihr in unserem Testvideo sehen, das ich netterweise für euch gemacht habe!

      Fazit

      Gemischte Gefühle beschlichen mich im Vorfeld dieses Tests, denn Gaming PCs im Miniaturformat bestechen traditionell nicht gerade durch ihr gutes Preis-/Leistungsverhältnis. Ja, mit fast 1400 Euro ist auch der Gigabyte Brix VR Gaming als Gamescom Edition kein Schnäppchen. Und ungeachtet des Preises war ich auch im Hinblick auf die reine Leistung des ultrakompakten Rechners etwas skeptisch.

      Mit seinen geringen Abmessungen gefiel mir das kleine Gehäuse dann aber vom Start weg doch sehr viel besser, als ich es vorher vermutet hatte. Dass sich das Auf- bzw. Umrüsten von HDD, SSD und RAM als nicht sonderlich kompliziert herausstellte, ist ebenfalls positiv zu bewerten.

      Und auch meine erwähnte Skepsis hinsichtlich der Performance konnte der Gigabyte Testrechner weitgehend beseitigen, denn der Gigabyte Brix Gaming VR hat ordentliche Testergebnisse geliefert und darf sich deshalb mit Fug und Recht Gaming PC nennen (lassen)!

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