Mein CES 2011 Roundup

Das war sie also, meine erste CES in Las Vegas. Leider bin ich nur eine Person, kann hier also nicht einmal behaupten, ansatzweise alles gesehen zu haben. Hätte ich zwar gerne, ist aber einfach nicht machbar. Es wurden einfach unfassbar viele Geräte gezeigt, von denen ich nicht einmal wusste, was für einen Zweck diese haben. Deswegen habe ich mir überlegt, nicht alles genau anhand von Herstellern aufzuschreiben, sondern einen Überblick zu schaffen, was sich an Technik generell bei mir festgesetzt hat. Bitte beachtet: dies sind meine eigenen Eindrücke. Wer Fotos sehen möchte, der kann sich hier bei fast 13.000 Elementen austoben.

Tablets, Tablets und noch mehr Tablets. Adam von Notion Ink, XOOM von Motorola, G-Slate von LG und und und. Man darf sagen, dass das iPad einen toten Markt wiederbelebt hat. Unzählige Tablets konntet ihr auf der CES und in den einschlägigen Blogs vorfinden, wobei das Spannende eigentlich nicht nur die Tablets sind, sondern auch die verwendete Plattform. Denn die kleinen Tablets haben mittlerweile mehr Dampf als so manch normaler Computer, den ich vor nicht einmal vielen Jahren bedient habe. Auch scheint die Zeit der Single-CPUs vorbei zu sein, in vielen Geräten kommen Dual Core CPUs zum Einsatz und ich behaupte, dass sich dies nicht ändern wird. Anwender, die viel Power wollen, greifen halt zu den Geräten mit zwei Kernen. Warum also Single Core kaufen? Mag als Couch-Tablet sicherlich ausreichen, nicht aber bei anspruchsvollen Anwendungen.

Den gleichen Trend finden wir bei Smartphones vor. HDMI und Dual Core CPUs sind keine Seltenheit mehr. Wir haben kleine Geräte zum Telefonieren in unseren Taschen, die wir alternativ auch an den TV klemmen können, um dort einen Film in FullHD zu schauen oder um mit dem Gerät unterwegs mobil zu arbeiten.

Was, euch ist die Tastatur oder das Display eines Smartphones zu klein, um daran zu arbeiten? Ihr glaubt gar nicht, auf was für findige Ideen die Leute kommen. Ich fand folgendes Zubehör für ein Smartphone ganz interessant: einen kleinen Halter für das Gerät, an das eine Tastatur gekoppelt wurde. Um den Bildschirm zu vergrößern, wurde eine Art Lupe über den Halter des Handys gelegt. Ich hab mir das einmal angeschaut: irre – aber funktional! Alternativ gab es auch noch das Motorola Atrix zu sehen. Ein Handy, welches ihr in eine Dock stellen konntet – um es so mit einem Monitor und einer Tastatur zu koppeln, fast wie ein vollwertiger Rechner. Spinnen wir einmal weiter, wir das in Zukunft aussehen mag: wir haben Geräte mit PC-Leistung in der Tasche, die wir unterwegs überall andocken können um damit zu arbeiten.

Mobiles Computing, bzw. das passende Zubehör wird einen riesigen Aufschwung erleben. Die Geräte werden immer kleiner, immer leistungsstärker, benötigen dann allerdings oftmals Zubehör, wenn man professionell damit arbeiten will. Die CES war auch ein großer Showroom von edlem und nützlichen, bis hin zu billig verarbeiteten und unnützen Zubehör für allerlei Geräte.

Mütze mit eingebautem TV:

So fand man gerade für das iPad Unmengen an Kombinationen um es zu einer Art Netbook zu machen. Bedenkt man, dass man dieses Tastatur auch herumträgt, dann könnte man ja gleich zu einem MacBook Air in Kleinformat greifen 😉

Halten wir fest: immer mehr Leistung und Anwendungsbereiche auf kleinstem Raum. Das gilt nicht nur für die Tablets und Smartphones, sondern auch für Notebooks. Ich behaupte einmal, dass sich jeder Benutzer über mehr Leistung bei weniger Gewicht und Größe freut.

Doch natürlich gibt es nicht nur Tablets und Smartphones mit Android. Auch Microsoft war vertreten und hat verlauten lassen, dass man das Windows auch für Plattformen veröffentlichen wird, die nicht mit x86-Architektur laufen, sondern eben mit der ARM-Technologie. Zur Info: x86 ist unsere „normale“ PC-Plattform, auf der zurzeit auch einige Tablets laufen, die mit Intel Atom-CPU ausgestattet sind. Nachteil: es müssen alle Anwendungen portiert werden, damit sie auf der neuen Plattform laufen. Also könnt ihr nicht einfach eure normale Software nutzen.

Bis es soweit ist, werden sicherlich noch einige Liter Wasser den Rhein hinunter fließen und iOS und Android auch weiter entwickelt. Hier sehe ich einen interessanten Markt.  Auch zu sehen: Slider-Geräte, also Notebooks, die zum Tablet umfunktioniert werden können. Nachteil bisher: es läuft Windows 7 auf den Geräten, eine Mischung, die ich persönlich für problematisch halte.

Kann sicherlich jeder bestätigen, der vielleicht schon einmal einen Windows 7 PC per Touch bedient hat. Trotzdem Lob an einige Hersteller: es wurden Oberflächen präsentiert, damit man auf dem Windows 7-Unterbau besser arbeiten konnte, wenn man sich im Tablet-Modus befand.

Die Zukunft ist nicht nur mobil, sondern auch sozial. Ein weiterer Trend der CES war die Integration von Programmen (also „Apps“) in allerlei Geräte. Gerade im Bereich Multimedia und Heimkino nimmt diese Entwicklung gerade an Fahrt auf. In Geräten vieler Hersteller fast immer dabei: der obligatorische Zugriff auf das Internet nebst Apps für Twitter, Skype, YouTube und und und. Smart TV ist das Schlagwort aller Hersteller-

Bald können wir nicht nur mit unseren TV-Geräten TV schauen, sondern auch unsere Online-Medien ganz easy in groß und im Wohnzimmer konsumieren. Und ich könnte wetten, dass sich dies in den nächsten Jahren durchsetzt. Warum noch den Laptop aufklappen, wenn ich doch während des Tatorts meine eingehenden Tweets lesen kann oder ein Status-Update machen kann?

Hört sich futuristisch an, aber wie wir auch unsere Kommunikation durch soziale Netzwerke ändern, so  ändert sich gerade in der Gruppe der Jüngeren unter uns das Konsumverhalten. Klar wird es die „Nur-TV-Menschen“ auch weiterhin geben. Doch die Masse der „Ich-will-alles-mit-einem-Gerät-und-zur-gleichen-Zeit-Macher“ wächst stetig.

Auch die Art des Konsums ändert sich. Wir werden keinen Blick in TV-Zeitschriften mehr verschwenden, wir konsumieren unsere Medien wo wir wollen, wann wir wollen und auf dem Gerät unserer Wahl. Das Tablet und das Smartphone werden zur Kommunikationszentrale, zur Fernbedienung und zum eigentlichen Medium für Medien aller Art.

Wirklich, gab es alles auf der CES zu sehen. Weiterer Trend, der sich seit der CeBit durch alle Geräte zieht: 3D. 3D ist überall. In TV-Geräten, in Computer-Monitoren und mittlerweile sogar in mobilen TV-Geräten.

3D-Brillen werden immer leichter und werden per Induktion geladen. Einfach auf den dazugehörigen Halter legen und das Laden beginnt. Wobei die Frage ist – werden wir auf lange Sicht noch 3D-Brillen brauchen? Auf der CeBit sah ich persönlich die ersten Versuche, 3D ohne Brille darzustellen und den Herstellern sind mittlerweile bezahlbare Lösungen eingefallen. Schneller, höher und weiter: TV-Geräte werden immer größer und die Technik kleiner. Bildschirminhalte eines Notebooks werden nicht mehr umständlich per Kabel transportiert, sondern drahtlos. Ich habe da einige tolle Präsentationen gesehen und freue mich schon darauf, die Technik mal selber im eigenen Einsatz zu testen.

Was bleibt also hängen? Viele Geräte, die allerdings oft nach dem gleichen Schema arbeiten. Hier wird es für uns als Benutzer wichtig, dass wir auch verschiedene Geräte unterschiedlicher Hersteller miteinander verbinden können. Alles wird kleiner, vernetzter und mobiler. Ich frage mich an dieser Stelle, ob die deutsche CeBit noch mit Überraschungen aufwarten kann.

Sofern ihr die CES 2011 in Medien oder Blogs verfolgt habt: was ist euch am meisten im Gedächnis hängen geblieben?

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6 Antworten auf Mein CES 2011 Roundup

  1. avatar Hannes sagt:

    am meisten hängengeblieben ist mir nur eines: alle geräte können unterm strich das gleiche… tweets, facebook und browsen.. ich frag mich wann die ersten klobrillen mit internetverbindung und facebook app kommen damit man auch aufm klo seinen status updaten kann ~~~ nutzen würdens bestimmt einige …

  2. avatar Ben sagt:

    Ich mag mir gerade das von Hannes angesprochene feature NICHT vorstellen ….

  3. avatar Tim sagt:

    Komischerweise das Xperia Arc von Sony Ericsson…liegt vielleicht daran, das ich SE schon als Handyhersteller abgeschrieben hatte und nicht mehr an ein Comeback glaubte, doch mit dem Teil könnte echt was laufen!

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