Nokia Bloggertreffen Teil II – die Lumia Reihe

Auf dem Nokia-Treffen, von dem ich euch schon über das 808 PureView und Nokias Ambitionen im Bereich Ortungsdienste berichtete, gab es natürlich auch das aktuelle Lumia Lineup inkl. der noch kommenden Modelle zu sehen. Für diejenigen, denen Lumia noch kein Begriff ist: Es sind die aktuellen Windows Phone 7 Smartphones aus dem Hause Nokia. Ich habe mir die einzelnen Modelle natürlich auch einmal genauer angesehen. Fangen wir beim kleinsten und günstigsten Vertreter an, dem Nokia Lumia 610.

Hier wurde, gegenüber den anderen Lumia-Phones, die Hardware noch etwas abgespeckt – also kleinerer Screen, etwas langsamere CPU etc.. Möglich war das durch das Tango-Update von Windows Phone, das die Hardware-Anforderungen etwas gelockert hat.

Die Haptik ist durchaus gelungen. Das Lumia 610 liegt super in der Hand, keine störenden Ecken oder Kanten und es fühlt sich trotz Kunststoff durchaus wertig an. Aber die Haptik war ja schon immer eine, wenn nicht sogar die Paradedisziplin der Finnen. Zur Verarbeitung lässt sich noch kein abschließendes Urteil fällen, da es noch ein Vorseriengerät war. Aber wenn beim endgültigen Gerät noch die kleinen Unregelmäßigkeiten bei den Spaltmaßen zwischen Display und Gehäuse ausgebessert werden gibt es auch daran nichts auszusetzen.

Zu Windows Phone an sich muss ich wohl kaum Worte verlieren, das System dürfte ja jedem ein Begriff sein. Festzuhalten ist aber, dass es trotz der abgespeckten Hardware absolut flüssig lief und keine Ruckler zu merken waren.

Hier noch in Kurzübersicht die technischen Spezifikationen
3,7“ Display (480 x 800 Pixel); 800MHz CPU; 256MB RAM; 5MP CAM; 8GB interner Speicher; UVP: 259 EUR

Weiter geht’s mit dem größeren Bruder, dem Lumia 710.  Das Modell ist ja schon fertig und auch im Handel verfügbar. Die Hauptunterschiede zum 610 sind die stärkere CPU und mehr Speicher.

Optisch ist es ähnlich dem 610, nur dass hier statt Sensortasten echte Hardwaretasten unterhalb des Displays angebracht wurden. Aus das 710 liegt gut in der Hand und hinterlässt dabei einen sehr guten Eindruck. Nur die Hardwaretasten trüben meiner Ansicht nach das Gesamtbild ein bisschen.

Die Verarbeitung lässt ebenfalls keine Wünsche offen. Sofern vorhanden sind alle Spaltmaße gleichmäßig, das Gehäuse gibt kaum nach, selbst wenn man es mal etwas grober anfasst knarzt oder knackt nichts. Ich konnte hier beim besten Willen nichts finden, wofür ich Abzüge in der Verarbeitung geben könnte.

Allerdings muss ich direkten Vergleich sagen, dass ich das Lumia 710 gegenüber dem 610 für das günstigere Modell gehalten hätte – hauptsächlich durch die Hardwaretasten.

Ansonsten läuft auch hier wieder Windows Phone 7 flüssig und laggfrei vor sich hin.

Die technischen Spezifikationen in Kurzform:
3,7“ Display (480 x 800 px); 1,4 GHz CPU; 512 MB RAM; 5 MP CAM; 8 GB interner Speicher; Preis ab ca. 270 Euro

Womit wir jetzt beim neuen Nokia (Flagship?) Lumia 900 wären.

Es fällt sofort auf, dass das Gehäuse in Design und Materialien vom Lumia 800 übernommen wurden – nur größer. Hier ein kleiner Größenvergleich:

Die äußerlichen Unterschiede halten sich daher in Grenzen. Nur an der Oberseite wurde die Micro-USB- und SIM-Abdeckung entfernt. Der USB Anschluss sitzt nun frei auf der Oberseite und die SIM-Karte versteckt sich unter einer eigenen Klappe, die nur mittels Werkzeug (ähnlich dem iPhone) geöffnet werden kann. So etwas finde ich immer etwas schade, aber letztendlich: Wie oft wechselt man schon die SIM-Karte?

Haptisch nimmt es sich ebenfalls nicht viel gegenüber dem Lumia 800 – nur dass es durch die Größe von 4,3“ für kleine Hände etwas unhandlich sein kann. Mir persönlich gefällt ja die Größe vom Lumia 800 besser, aber Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden. Ich hatte keine Probleme das Gerät zu bedienen, auch die Sensortasten unterhalb des Displays konnte ich ohne umgreifen erreichen.

In technischer Hinsicht hat sich natürlich etwas getan. Das Display misst jetzt 4,3“ und der Arbeitsspeicher wurde verdoppelt. LTE wird hierzulande allerdings nicht an Board sein, auch wenn es in den USA damit angeboten wird. Macht derzeit auch noch wenig Sinn, da die Netzabdeckung in Deutschland sowieso noch zu dürftig ist. Dafür ist DC-HSPA+ dabei – ihr könnt also wenn es euer Netz und Vertrag zulässt mit bis zu 42 MBit/s mobil surfen.

Dass WP7 auch hier butterweich läuft überrascht wohl nicht, oder? 😉

Technische Spezifikationen:
4,3“ Display (480 x 800 px); 1,4 GHz CPU; 1 GB RAM; 8 MP Cam; 16 GB interner Speicher; UVP 579 EUR

Eines haben alle 3 Geräte gemeinsam: Die Kamera. Zumindest was die Bildqualität betrifft, auch wenn das 610 und das 710 „nur“ 5 MP haben und das Lumia 900 8 MP, sind die Fotos damit durchaus vergleichbar – und leider auch bei allen drei bei schlechten Lichtverhältnissen gleichermaßen „mäßig“. Der Blitz hilft nur auf kurze Distanz, alles über 2-3 Meter Entfernung ist kaum noch wahrnehmbar.

Zusammengefasst muss ich sagen, dass ich zwar nicht überrascht bin, dass Nokia es weiterhin versteht Handschmeichler mit super Verarbeitung zu bauen, aber wenn man bedenkt in welcher Zeit die Lumia Reihe quasi „aus dem Boden gestampft“ wurde, ist das schon beachtlich.

Der Knackpunkt bleibt also nur bei Windows Phone 7, das ja momentan noch nicht sonderlich beliebt ist. Aber ich denke, dass hier noch ordentlich Potenzial drin steckt. Etwas mehr Personalisierungsmöglichkeiten, mehr Entwickler, die Apps für WP7 programmieren und es wäre für viele eine ernsthafte Alternative zu Android. Ich würde jetzt zwar noch nicht wechseln wollen von Android auf WP, aber stünde ich jetzt vor der Wahl, würde letztlich das OS mit mehr App-Auswahl gewinnen.

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2 Kommentare auf "Nokia Bloggertreffen Teil II – die Lumia Reihe"

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