Seagate IronWolf revisited – Günstige und schnelle 6TB NAS HDD

Seagate IronWolf revisited – Günstige und schnelle 6TB NAS HDD

Die Seagate IronWolf NAS-HDDs hatten wir schon einmal im Test. „Damals“ noch die 4TB Version, Nachschub gibt es nun mit der 6TB Version, die wir uns diesmal im direkten NAS-Einsatz angesehen haben. Da Seagate auch eine besondere Optimierung hinsichtlich der Multi-User-Performance verspricht, haben wir uns gerade das noch einmal im Detail angesehen.

Schauen wir uns noch einmal kurz die technischen Daten an:

  • Interface: SATA III 6GB/s
  • Schächte: 1 bis 8 Laufwerksschächte
  • Kapazität: 10 TB, 8 TB, 7 TB, 6 TB, 4 TB, 3 TB, 2 TB, 1 TB
  • NAS-Optimierung: AgileArray™
  • Rotationsschwingungs-Sensoren: 10 TB, 8 TB, 6 TB, 4 TB
  • Wiederherstellungsdienste: Optional
  • Maximale Workload-Rate von 180 TB pro Jahr
  • Garantie: 3 Jahre

Besonderes Augenmerk lag dieses Mal auf der „AgileArray“ getauften NAS-Optimierung, die insbesondere die Performance im Multi-User-Szenario verbessern soll. Da wir viel mit Fotos, Videos und anderen Daten arbeiten ist die Verfügbarkeit dieser natürlich sehr wichtig – auch müssen sie schnell abgerufen werden können um seinen Arbeitstag nicht mit Warten zu verbringen.

Neben der Redaktion greifen auch noch weitere Nutzer auf das NAS zu, sodass wir insgesamt auf etwa 15-20 Nutzer kommen, die regelmäßig darauf zugreifen. Als NAS werkelt bei uns ein Seagate NAS Pro mit zwei Slots, das auf einen 64bit Intel Dual Core mit 1,7Ghz und 2GB RAM setzt. Dazu gibt es zwei Gbit LAN Ports, die wahlweise per Link Aggregation zusammengefasst werden können, oder das System zeitgleich von zwei Subnetzen aus erreichbar macht.

Aber genug zum NAS, die HDDs mussten auch einzeln zeigen was sie können. Um das Netzwerk als Bremse auszuschließen liefen sie für die Messungen am gleichen Testsystem, wie die 4TB Versionen:

  • CPU: Intel Core i7-5820K
  • CPU Kühler: Cooler Master Hyper 412S
  • RAM: 16GB Crucial Ballistix Elite DDR4
  • Mainboard: Gigabyte X99-UD7-WiFi
  • GPU: Gigabyte Nvidia GeForce GTX 970 Gaming G1
  • Netzteil: FSP Aurum Pro 850 Watt Gold
  • Systemlaufwerk: Crucial MX200 1TB SSD
  • Gehäuse: Cooler Master Lab Benchtable

Gegenüber den kleineren Vertretern mit nur 4TB konnte das 6TB Modell noch etwas an Geschwindigkeit zulegen. Je nach Aufgabe kann der Unterschied bis zu 100MB/s betragen, in den meisten Fällen bewegt es sich aber nur im Bereich von etwa 30 bis 50MB/s.

Zum vollständigen Test des kleineren 4TB Modells kommt ihr hier.

HDTune Pro

Hier wird einerseits die Sequenzielle Lese- und Schreibrate über die gesamte Kapazität gemessen, andererseits misst es aber auch die Reaktions- und Zugriffszeiten.

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Die Performance liegt auf einem hohen Niveau für eine herkömmliche HDD. Schreibend liegt sie im Schnitt bei etwa 177MB, lesend ist sie minimal schneller. Die Zugriffszeiten sind mit durchschnittlich 6ms noch einmal deutlich schneller, als beim kleineren 4TB Modell.

ATTO Disk Benchmark

Ein eher klassischer Test. Reine Lese- und Schreibperformance mittels Testdateien. Die Werte sind ordentlich für eine HDD und durchgehend stabil.

Kopierleistung

Die interne Kopierleistung ist ebenfalls ordentlich für eine HDD. Bei dem Testen werden große und kleine Dateien innerhalb des Laufwerks kopiert. Getestet wird dabei eine einzelne große (ISO), viele kleine (Programm) und eine Mischung aus vielen großen und kleinen Dateien (Spiel).

Im Vergleich zum 4TB Modell hat die größere 6TB deutlich an Leistung zugelegt.

Lastverteilung

Die IronWolf NAS HDDs sollen außerdem durch das „AgileArray“ besonders auf Multi-User-Szenarios ausgelegt sein. Wie eingangs erwähnt nutzen wir das NAS, in dem die IronWolf stecken mit bis zu 20 Nutzern Parallel.

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Im Alltag macht sich das insofern bemerkbar, dass man es nicht bemerkt. Auch wenn zum Ende der Woche parallel mehrere Nutzer noch schnell ihre Berichte ablegen, die letzten Bilder bearbeiten und vielleicht auch gerade noch Videos vom NAS abrufen sind keine Einbrüche bemerkbar. Das Verhalten zeigt sich auch in den Benchmarks: Die interne Kopierleistung bei einer Mischung aus vielen kleinen und großen Dateien liegt mit 207MB/s beinahe genauso hoch, wie bei einer einzelnen großen Datei. Die Theoretischen Ergebnisse aus den Benchmarks decken sich also mit der Praxis, in der mittlerweile nicht mehr die Festplatte der limitierende Faktor ist, sondern die Netzwerkanbindung.

Unendlich kann das natürlich nicht skaliert werden. Je nach RAID Konfiguration, Anzahl der Nutzer und Anzahl der Platten erreicht man früher oder später das Limit des Möglichkeiten. In unserem Fall haben wir lediglich einen RAID1 Verbund aus zwei 6TB HDDs aufgebaut, bei dem wir selbst bei vier parallelen Abfragen – in allen Fällen wird zeitgleich geschrieben und gelesen – keine Probleme bekamen. Von der limitierten Bandbreite des Gbit LAN mal abgesehen.

Emissionen

Wo sich Bauteile bewegen entstehen auch Wärme und Geräusche. Je weniger, desto besser. Überraschenderweise liegen die 6TB Modelle hier deutlich über ihren 4TB Kollegen. Bis zu 48°C erreicht das Gehäuse im Betrieb, selbst bei aktiver Kühlung im NAS-Gehäuse. Das sind über 10°C mehr, als die kleinere Version.

Das macht sich auch beim Geräuschpegel bemerkbar, da der Lüfter stärker arbeiten muss. Die Platten selbst geben aber nur das übliche unauffällige Rauschen von sich, in einem Gehäuse mit Entkoppelung und leisem Lüfter steht dem sehr ruhigen Betrieb damit auch nichts entgegen.

Zusammengefasst

Gegenüber der kleineren 4TB Ausführung können die 6TB Modelle noch mal ordentlich an Tempo zulegen. Die interne Kopierleistung verdoppelt sich, was insbesondere bei vielen parallelen Zugriffen praktisch ist – und genau darauf sind die Seagate IronWolf ja auch ausgelegt.

Im Betrieb gab es keine Probleme und gerade hinsichtlich der Leistung gibt es nichts zu meckern. Nicht ganz so optimal ist die recht hohe Wärmeentwicklung der Platten. Fast 50°C sind etwas viel, da braucht es auf jeden Fall ein gut belüftetes Gehäuse.

Mit derzeit rund 200 Euro ist die Seagate IronWolf unter den 6TB NAS-HDDs momentan sogar der günstigste Vertreter, trotz der hervorragenden Performance.

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