Sony KDL-55HX755 im Test (Part 1)

Ein Fernseher-Test. Für mich absolutes Neuland, die vielen Funktionen machen es dabei nicht einfacher. Damit es etwas übersichtlicher wird, gibt es in Teil 1 nur die Technischen Fakten. Dem Smart-TV Teil widmen wir uns dann in Teil 2. Fangen wir ganz vorn an mit dem Lieferumfang. Dabei ist nur das Allernötigste: TV, Standfuß, Fernbedienung und Batterien. Ein Handbuch in allen erdenklichen Sprachen war auch noch dabei, das war es dann aber auch schon.

Der Aufbau

Der Aufbau war recht einfach, auch wenn die „Bauanleitung“ für den Standfuß sehr klein und recht knapp ausgefallen ist. Man sollte bei der Größe des Geräts auch unbedingt zu zweit sein. Einmal aufgestellt macht der Fernseher im ersten Moment einen etwas instabilen Eindruck, der allerdings täuscht. Durch Größe und Gewicht schwankt er etwas, damit er umkippt braucht es aber trotzdem einiges – meine Kater haben es zumindest nicht geschafft, ihn umzuwerfen :).

Verarbeitung/Optik

Die Verarbeitung des Gehäuses ist zwar wertig, der Kunststoff mindert das Gefühl allerdings etwas. Hier und da knarzt es auch, z.B. wenn man den TV dreht, ich denke aber das ist einfach der Größe geschuldet. Wirkliche Patzer bei der Verarbeitung konnte ich nicht finden. Es gibt kaum sichtbare Spalten am Gerät, die sichtbaren sind auch sehr gleichmäßig.

Die Front ist mit Hochglanz Klavierlack überzogen. Auch wenn man einen Fernseher nicht ständig anfasst, mir persönlich gefällt es überhaupt nicht. Es wirkt einfach etwas billig – auch wenn dem nicht so ist. Der Standfuß ist ebenfalls komplett mit Klavierlack überzogen und glänzt entsprechend.
Was leider auch direkt negativ auffällt: Das Panel spiegelt. Aber dazu später mehr.

Spiegeln des Panels

Anschlüsse

Kurzum: Jede Menge Anschlüsse. 4x HDMI, 2x USB, Scart, Ethernet, VGA und ein CI+ Slot um nur die wichtigsten zu nennen. Die Anordnung fällt aber negativ auf. Die USB-Anschlüsse sitzen z.B. für meine externe 2,5″ HDD viel zu hoch – evtl. ist aber auch mein Kabel zu kurz. Der Scart-Anschluss sitzt auf der Rückseite – dadurch kann man keine Ultra-Slim Wandhalterung mehr verwenden wenn ein Scartkabel angeschlossen ist. LAN, Tuner, S/PDIF und HDMI 1 sind ebenfalls rückseitig, aber nach unten gerichtet angeordnet. Die restlichen HDMI und USB Ports sind dafür gut zugänglich seitlich angebracht.

Anschlüsse Seitlich

Inbetriebnahme

Die Ersteinrichtung geht erstaunlich schnell. Standort (Land), Anschlussart (Kabel, Sat, DVB-T) und Netzwerkverbindung auswählen und fertig. Auch die HDD für den PVR (Personal Video Recorder) kann direkt eingerichtet werden. Nachteilig an der PVR Funktion ist allerdings, dass nur ein USB-Port dafür verwendet werden kann. Und ist die HDD einmal registriert, akzeptiert der Port nur noch diese HDD – bis man sie am TV abmeldet. Das hat dann allerdings eine Formatierung zur Folge.

Anschlüsse Rückseitig

Das Bild

Nun zum wichtigsten: der Bildqualität. Ich bin weder Profi, noch besitze ich die nötigen Messgeräte um hier irgendwelche genauen Werte auszulesen. Daher hier nur mein subjektiver Eindruck.

Farben und Kontrast wirken lebensecht, nicht künstlich überzeichnet, die Ausleuchtung ist sehr gleichmäßig. Auch die maximale Helligkeit kann überzeugen, wobei man die eher selten wirklich braucht. Der Schwarzwert ist für einen LCD/LED in Ordnung, aber nichts besonderes.

Allerdings ist mir aufgefallen, dass trotz angepriesener 200Hz leichte Unschärfen bei schnellen Kameraschwenks auftreten, was denke ich der Reaktionszeit zuzuschreiben ist.
Das trübt das ansonsten sehr gute Bild etwas.

Für Profis gibt es auch noch jede Menge Einstellmöglichkeiten, um das Panel zu kalibrieren und nach seinem Geschmack einzurichten.

Bei SD-Material (z.B. DVB-T) ist das Bild immer noch gut, auch auf einem kurzen Sichtabstand von ca. 2,5 – 3m. Natürlich erkennt man hier und da, dass es sich um eine geringere als die Native Auflösung handelt. Vereinzelt wirkt das Bild auch mal pixelig, aber das ist eher selten und vom Material bzw. auch der Signalstärke des Senders abhängig.

Spiegelung mit Bildinhalt

Bei DVDs, Aufnahmen in DVD-Qualität etc. macht er eine ähnlich gute Figur.
BluRays und generell 1080p Material machen natürlich am meisten Spaß und liefern ein rundum sehr gutes Bild.

Die Schwächen bis hier hin sind also die üblichen – eben auch bei sehr vielen LED-Fernsehern vorhandenen. Wer damit nicht leben kann müsste daher zwangsläufig auf einen Plasma o.ä. umschwenken.

Was uns jedoch richtig gestört hat war das glänzende Panel. Tagsüber ist es kein Problem – dank Helligkeitssensor. Abends/Nachts lässt sich der Sensor aber schnell aus der Ruhe bringen, sodass die Helligkeit reduziert wird (ist ja dunkel), auch wenn im Raum z.B. eine Stehlampe an ist. Die Lampe spiegelte sich bei uns dann teils so stark, dann man teile des Bildes nicht erkennen konnte. Eventuell lag es an einer falschen Einstellung, aber ich habe keine Möglichkeit gefunden dies zu ändern, außer den Sensor zu deaktivieren. Auf Dauer meiner Meinung nach aber auch keine Lösung.

Ton:

Nun, was soll man da groß sagen? Er ist in Ordnung. Nichts besonderes für einen Fernseher, aber auch nicht schlechter als die anderen. Die Lautsprecher sind unsichtbar auf der Rückseite angebracht, dadurch wird der Ton bei leisen Passagen teilweise etwas deplatziert – als ob er aus dem Nebenraum stammen würde.
Eine ordentliche Anlage würde ich spätestens dann empfehlen, wenn man viel Wert auf BluRays legt.

 Fazit

Bis hier hin bin ich eher gespaltener Meinung. Die Stärken und Schwächen wiegen sich je nach Anwendungsbereich gegenseitig auf. Der lieblos hingeklatschte SCART-Anschluss, Unschärfen bei schnellen Kameraschwenks bzw. Bewegungen, ungenauer Umgebungslichtsensor – alles Dinge die ich bei einem Gerät der Premium-Klasse eigentlich nicht erwarte. Auch der sehr dürftige Lieferumfang hat mir alles andere als gefallen.

Hat man aber erst einmal die Lieblings-BluRay eingeworfen, sind die Schwächen schnell vergessen. Die Bildqualität spricht einfach für sich.

Designtechnisch hat er mir trotz Klavierlack gut gefallen, der schmale Rand um das riesige Panel macht einfach Eindruck – auch wenn es mittlerweile noch schmaler geht.

Softwareseitig muss er jetzt aber punkten, damit er seinem Preis gerecht wird.

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3 Kommentare auf "Sony KDL-55HX755 im Test (Part 1)"

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Gast
Mirko

Leider zeigt mein Sony Fernseher deutliche Schwächen im Dauereinsatz. Die Firmware führt immer wieder zu Problemen, dann lässt sich der Videotext oder sonstige Einblendungen nicht ausblenden. Auch der Bass lässt die Boxen scheppern.

Insgesamt nicht die Qualität die man erwarten würde!!

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Gast
Fabian

Ich habe einen KDL 46EX720BAEP und das ist das beste Gerät was ich bisher in der Hand hatte – meine Meinung…

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