Test Huawei Honor 7: Mittelklasse-Smartphone mit Top-Ausstattung

Test Huawei Honor 7: Mittelklasse-Smartphone mit Top-Ausstattung

Test Huawei Honor 7
Mit seinem Aluminium-Gehäuse, 5,2 Zoll IPS-Display, flottem Achtkerner und Fingerabdrucksensor scheint das Huawei Honor 7 mit fast doppelt so teuren Android Smartphones mithalten zu können. Wir haben uns angesehen, ob das Mobiltelefon den kostspieligeren Androiden der Mittelklasse wirklich Paroli bieten kann.

Außenansicht

Beim Huawei Honor 7 weiß man beim ersten Kontakt gar nicht so recht, woran man eigentlich ist: Die Gehäuserückwand aus Aluminium macht einen sehr guten Eindruck und auch die Frontseite ist passgenau verarbeitet. Die nicht ganz plan zur Rückwand eingesetzten schmalen Plastikteile oben und unten auf der Rückseite sowie der aufgeklebte Name entlarven dann aber doch, dass das Smartphone nicht in der Oberliga mitspielt. Sensiblere Zeitgenossen könnten sich an dem Schriftzug stören, der sich in der Handinnenfläche nicht besonders angenehm anfühlt. Wer will, kann die Schrift aber entfernen. Mit Abmessungen von 143,2 x 71,9 x 8,5 mm und einem Gewicht von 157 Gramm gehört das Honor 7 nicht zu den Leichtgewichten, liegt aber gut in der Hand.

Die Tasten für Power und Lautstärke sowie der Smart Key zum Schnellstart einer App verfügen über einen ordentlichen Druckpunkt, sodass man bei der Bedienung ein gutes haptisches Feedback bekommt. Die Tasten wackeln nicht, sodass sie ihren Dienst über lange Zeit anstandslos verrichten sollten.

Scharfes Display

Das 5,2 Zoll große IPS-Display war out-of-the-box zu dunkel eingestellt. Die erste Aktion sollte daher sein, in den Einstellungen die Grundhelligkeit auf etwa 80 Prozent hochzuregeln und die Automatik abzustellen. Macht man das nicht, bleibt die Hintergrundbeleuchtung zu düster. Maximal leuchtet sie mit 396 cd/m2, was für den Alltagsgebrauch ausreicht. Lediglich im direkten Sonnenlicht oder bei spot-artigem Lichteinfall ist das etwas wenig, weil dann Reflexionen nicht ausreichend überstrahlt werden. Die Auflösung mit 1920 x 1080 Bildpunkten sorgt bei einer Pixeldichte von 424 ppi für ein scharfes Bild. Der Schwarzwert fällt mit 0,27 cd/m2 sehr gut aus, der Kontrast ist mit 1:1466 recht hoch. Auch bei der Farbdarstellung gibt es kaum etwas zu bemängeln: Die Farben sind etwas übersaturiert, wirken aber nicht unnatürlich. Weniger gut gefallen die Blickwinkel: Bereits bei geringer Neigung in der Horizontalen oder Vertikalen treten Helligkeits- und leichte Farbveränderungen in den Blaubereich auf. Da man das Smartphone in der Hand selten ruhig hält, kann das stören. Das ist schade, denn das Display macht ansonsten einen überaus ordentlichen Eindruck.

Huawei Honor 7 Vorderseite

Das Display des Huawei Honor 7 leuchtet ausreichend hell, die Automatik regelt es aber zu dunkel.

Volle Kraft mit Kirin

Die Prozessor- und Speicherausstattung des Huawei Honor 7 ist mit 64 Bit HiSilicon Kirin 935, Mali-T628 MP4 Grafik und üppigen 3 GB Arbeitsspeicher identisch mit der des von uns getesteten Huawei Ascend Mate S Phablets. Damit ist das Honor 7 für ein Mitteklasse-Smartphone zum kleinen Preis sehr gut ausgestattet. Der Octa-Core-Prozessor besitzt acht A53-Kerne, von denen vier mit maximal 2,2 GHz und vier mit 1,5 GHz Takt arbeiten. Die benötigte Leistung wird je nach Anforderung abgegeben, sodass der Prozessor stromsparend seine Arbeit verrichtet. Zusammen mit der Mittelklassegrafik erledigt der hauseigene SoC von Huawei die meisten Standardaufgaben zügig und lässt auch ein ruckelfreies Spielen von derzeit aktuellen grafikaufwendigen Games zu. Lediglich bei umfangreichen Webseiten geht es beim Rendern langsam und beim Scrollen mitunter etwas ruckelig zu. Das Android Lollipop Betriebssystem in der Version 5.0.2 mit der Huawei Bedienoberfläche EMUI 3.1 lässt sich dagegen flüssig und ohne zu hakeln bedienen.

Wird viel Leistung etwa bei grafiklastigen Spielen abgerufen, geht es auf der Rückseite des Honor 7 mit punktuell 49 °C heiß her, der Großteil der Rückwand erreicht aber nur Temperaturen um etwa 40 °C und wird damit nur etwas mehr als handwarm.

Die Akkulaufzeit des Honor 7 fällt mit fast 11 Stunden Videowiedergabe hoch aus. Der fest verbaute 3100 mAh starke Akku hält erfreulich lange durch. Im bunten Nutzungsmix aus Surfen, Mailen, Chatten, Musik- und Videowiedergabe sind etwa zwei Tage Nutzungsdauer ohne Nachladen möglich. Das Aufladen des Akkus dauert nur rund 2 Stunden. Ein sehr guter Wert. Wie schon das Huawei P8 verfügt auch das Honor 7 über eine Reverse-Charging-Funktion, die das Smartphone in eine Power Bank verwandelt. An den Micro-USB-Anschluss des geladenen Smartphones lassen sich so Akkus anderer USB-Geräte aufladen, sofern man über ein passendes Kabel oder einen passenden Adapter verfügt.

Huawei Honor 7 Rueckseite

Die Rückseite des Huawei Honor 7 wird bei hohem Leistungsabruf sehr warm.

Kamera mit 20 Megapixeln

Der Aufnahmesensor und das gesamte Modul der 20-Megapixel-Kamera fallen etwas größer aus, was sich durch das etwa 1 mm aus dem Gehäuse hervorstehende Objektiv bemerkbar macht.

Huawei Honor 7 Kamera seitlich

Fotos nimmt die Kamera in der Standardeinstellung mit 10 Megapixeln bei einer Auflösung von 4160 x 2336 Bildpunkten auf. Wer in den Genuss von 20-Megapixel-Fotos mit gewaltigen 5152 x 3888 Bildpunkten kommen möchte, muss das in den Kameraoptionen einschalten. Belohnt wird man mit Fotos, die die Lichtsituation und Farben bei der Aufnahme naturgetreu wiedergeben. Die Physik überlisten kann Huawei aber nicht, denn die Kamera ist bei aller Detailschärfe eines 20-Megapixel-Sensors dann doch etwas rauschanfällig. Bei Tageslichtaufnahmen und guten Lichtverhältnissen hält es sich in Grenzen, bei schlechteren Lichtverhältnissen oder Nachtaufnahmen tritt stärkeres Bildrauschen auf. Bei hellen Flächen gehen Details verloren. Für eine Kamera in einem Smartphone dieser Preisklasse ist sie allerdings sehr gut.

Die Frontkamera löst mit 8 Megapixeln auf. Für Selfies ist sie prima geeignet. Huawei hat der Kamera dazu Verschönerungsmodi für das perfekte Selfie spendiert, die hauptsächlich Gesichtsfalten und Hautunreinheiten durch einen Weichzeichner wegbügeln. In die gleiche Kategorie fällt der Aufnahmemodus „Lebensmittel“, der für ansehnliche FoodPorn-Aufnahmen mit der Hauptkamera gut sein soll. Der Sinn hat sich uns nicht erschlossen, denn die Aufnahmen wirken mit dieser Funktion eher verwaschen. Mit der Hauptkamera gelingen Food-Fotos im Normalmodus deutlich leckerer.

Fingerabdrucksensor, Dual-SIM und weitere Ausstattung

Der Fingerabdrucksensor auf der Rückseite des Huawei Honor 7 ist in einem Mittelklassemodell eher eine Ausnahme. Er arbeitet mit hoher Erkennungsleistung und sehr flott durch einfaches Auflegen eines Fingers. Der Sensor ist direkt unter der Kameralinse positioniert, die man beim Entsperren mit dem Finger oft versehentlich trifft und einen Fingerabdruck darauf hinterlässt. Die Linse verschmiert, was auf Fotos dann als Schlieren zu sehen ist, wenn man sie nicht vor dem Fotografieren reinigt. Grundsätzlich ist die Position des Fingerabdrucksensors auf der Rückseite zum Entsperren mit einer Hand sehr gut geeignet. Möchte man das Smartphone dagegen auf dem Tisch liegend entsperren, um beispielsweise eingegangene Nachrichten zu checken, dann kommt man an den Sensor nicht heran und muss umständlich den Entsperr-Code eingeben.

Huawei Honor 7 Fingerabdrucksensor

Der Fingerabdrucksensor sitzt sehr dicht unter der Kameralinse.

Für den schnellen Internetzugang ist das Honor 7 hervorragend ausgerüstet, denn es unterstützt WLAN-ac mit bis zu 6,9 Gbit/s im Download. Flotter Webseiten-Aufbau gelingt auch im mobilen Internet über LTE Cat. 6 mit bis zu 300 Mbit/s. Dabei kann das Honor 7 mit zwei Nano-SIM-Karten umgehen, die in einem einzelnen Slot untergebracht sind. Wer die Dual-SIM-Funktion nutzt, hat jedoch keine Möglichkeit mehr, den 16 GB großen Flash-Speicher mit einer microSD-Karte zu erweitern, denn es handelt sich um einen Kombi-Slot, der entweder eine weitere SIM oder eine Speicherkarte aufnehmen kann. Da von den 16 GB schon vom Start weg kaum mehr als 9 GB frei sind, wird man sich eher für eine Speicherkartenerweiterung entscheiden, muss dann aber auf den Einsatz einer zweiten SIM-Karte verzichten.

Huawei Honor 7 Einschub

Der Slot-Einschub nimmt zwei SIM-Karten oder eine SIM- und eine microSD-Karte auf.

Technische Daten Huawei Honor 7

Betriebssystem Android 5.0.1 Lollipop, EMUI 3.1
Display IPS-LCD, 5,2 Zoll (1920 x 1080, 424 ppi)
Prozessor HiSilicon Kirin 935 (4 x 2,2 GHz, 4 x 1,5 GHz)
Grafik Mali-T628 MP4
Arbeitsspeicher/
Flash-Speicher /
Speichererweiterung
3 GB / 16 GB (9,2 GB frei) / microSD (max. 200 GB)
WLAN IEEE 802.11 a/b/g/n/ac
Datenfunk LTE (300 Mbit/s), HSPA (42,2 Mbit/s)
Nahbereichsfunk Bluetooth 4.1
Frontkamera 8 Megapixel (3264 x 2488)
Hauptkamera 20 Megapixel (5152 x 3888), Full HD (30 fps)
Akku Lithium-Polymer (3100 mAh)
Abmessungen / Gewicht 143,2 x 71,9 x 8,5 mm / 157 g

Fazit

Die Feature-Liste eines Smartphones der Mittelklasse könnte kaum besser ausfallen: schneller Octa-Core-Prozessor, flotte Grafik, üppiger Arbeitsspeicher, schnelles WLAN und mobiles Internet, gute Kameras und ein verlässlich arbeitender Fingerabdrucksensor. All das funktioniert beim Huawei Honor 7 gut oder sogar sehr gut. Besonders der ausdauernde Akku überzeugt für ein Smartphone, das nicht nur schön, sondern auch alltagstauglich sein will. Allein das Display ist im Automatikmodus grundsätzlich zu dunkel und die Blickwinkel sind gering. Mit den meisten teureren Androiden kann das Huawei Honor 7 problemlos mithalten oder ist sogar besser ausgestattet, die Schwächen beim Display leisten sich teurere Modelle der Mittelklasse eher nicht.

Huawei Honor 7 seitlich

Das Huawei Honor 7 ist im Shop von notebooksbilliger.de in den beiden Farbvarianten Fantasy Silver und Mystery Grey erhältlich.

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Als Journalist, Historiker und bekennender Technikfreund beschäftige ich mich seit über 30 Jahren mit Computern und habe die Entwicklung mobiler Technik von Handys und PDAs bis hin zu Smartphones und Tablets von Anfang an kritisch begleitet. Ich vermittele tagtäglich als Journalist und aktiver Blogger auf notebooksbilliger.de, notebookjournal.de, applebrain.de und vivacities.de alles, was den Anwender wirklich interessiert. Du findest mich auf Facebook, Twitter, Google+, LinkedIn und XING.

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2 Kommentare auf "Test Huawei Honor 7: Mittelklasse-Smartphone mit Top-Ausstattung"

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Gast
Marian

Probiert doch mal bitte eine Micro-Sim und eine Nano Sim einzulegen.

Keine Chance, 2 mal Nano Sim.
Der Aufkleber der neu auf der Rückseite zum Schutz aufgeklebt ist, lässt einen vermuten, dass es einmal Micro und einmal Nano ist, jedoch ist bei Micro ein Kreuz (passt nicht) und bei Nano ein Haken.