Test: Kingston HyperX Predator SSD – PCI Express to the rescue?

Test: Kingston HyperX Predator SSD – PCI Express to the rescue?

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Den Speicher-Spezialisten Kingston dürften die Meisten kennen und sicher haben die Allermeisten auch mindestens schon einmal Arbeitsspeicher aus dem Hause Kingston genutzt – wenn auch unbewusst. Im SSD Bereich konnte man allerdings bisher noch nicht an die Erfolge beim Arbeitsspeicher anknüpfen. Das soll sich mit der aktuellen Generation der Kingston HyperX PCI Express SSDs ändern. Zum Test habe ich daher eine Kingston HyperX Predator M.2 SSD mit 480GB Kapazität erhalten, die nun zeigen muss, ob sich das Upgrade von SATA auf PCIe lohnt.

Fangen wir an bei der Lieferung: Es gibt mehrere Versionen, die von mir getestete kam als blanke M.2 2280 SSD. Dazu gab es eine Acronis True Image HD Lizenz zum Clonen der bisherigen HDD oder SSD auf die Kingston HyperX. Eine Kurzanleitung war ebenfalls dabei. In der zweiten Ausführung liegt noch eine PCIe Riser-Card bei, speziell für diejenigen, die noch keinen M.2 Slot auf Ihrem Mainboard haben. Die Karte hat die halbe PCI Bauhöhe und auch eine Low-Profile-Blende liegt bei, um die Karte auch in kleinen Gehäusen nutzen zu können. Als Anschluss setzt sie auf PCI Express 2.0 x4.

  • Kapazität: 480 GB
  • Schnittstelle: PCI Express 2.0 x4 (AHCI)
  • Formfaktor: M.2 – 2280
  • Lesegeschwindigkeiten: bis zu 1500 Mb/s
  • Schreibgeschwindigkeiten: bis zu 1000 Mb/s

Auch die M.2 SSD selbst setzt auf PCI Express 2.0 x4 und verspricht damit deutlich höhere Datenraten als eine normale SATA SSD. Kingston selbst wirbt mit bis zu 1400MB/s lesend und 1000MB/s schreibend. Ob das stimmt erfahrt Ihr weiter unten im Test.

Einbau und Inbetriebnahme sind schon mal recht einfach: Karte in einen freien M.2 Slot gesteckt, Schraube rein, fertig. Im Anschluss noch das Betriebssystem auf die SSD geklont oder neu installiert und schon kanns losgehen.

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Zur Verarbeitung kann man nicht viel sagen: Es ist halt eine SSD ohne sonstiges Gehäuse, nur ein Typenschild ist auf die Speichermodule und den Chipsatz geklebt.

Zum Test wanderte die Kingston HyperX Predator in ein Acer Predator Gaming Notebook – der Namensvetter von Acer bietet einen PCI Express 3.0 x4 Slot und sollte somit keinesfalls bremsen.

Leistung

Gehen wir also direkt ans Eingemachte, der Leistung. Allzu viele Worte will ich hier gar nicht verlieren, die Messungen sprechen für sich.

Gegenüber SATA SSDs kann die Kingston HyperX Predator die Latte deutlich höher legen: Obwohl sie nicht ganz die angegebene Leseleistung erreicht, verdoppelt sie spielend die Übertragungsraten von SATA SSDs. Das ist nicht zuletzt dem PCI Express Anschluss zu verdanken, der deutlich höhere Datenraten von bis zu 32GB/s ermöglicht – dem gegenüber sieht SATA III mit 6Gbit/s richtig alt aus.

Negativ muss ich allerdings anmerken, dass die Ergebnisse im 4k Bereich eher ernüchternd sind. Hier hat die Kingston kaum einen Vorteil gegenüber der SATA Konkurrenz. Hintergrund ist, dass Kingston noch auf AHCI als Übertragungsprotokoll gesetzt hat, statt dem neueren NVMe Protokoll, das deutlich gesteigerte Übertragungsraten und eine stark verkürzte Latenz mit sich bringt.

Der Vergleich zeigt relativ deutlich, dass die Sequentiellen Schreib- und Leseraten zwar deutlich gestiegen sind, im 4k Bereich kann man sich aber nicht vom Rest absetzen – schreibend liegt die HyperX Predator sogar noch hinter der SATA Konkurrenz.

KingstonVergleich

Im Alltag

Für die Alltagssimulation wurden mehrere große wie auch kleine Dateien auf der SSD kopiert. Bei vielen tausend sehr kleinen Dateien wie z.B. in den Ordnern von Spielen anzufinden, sind die Datenraten naturgemäß deutlich geringer, als bei großen zusammenhängenden Daten. Bei großen Dateien hingegen übertraf sie sogar alle Benchmark-Ergebnisse.

Verglichen mit HDDs, die bei sehr vielen, sehr kleinen Dateien auf wenige KB/s einbrechen, liefert die Kingston hier mit rund 25MB/s gute Werte.

Fazit

Die Geschwindigkeit der Kingston HyperX Predator kann sich durchaus sehen lassen. Sequentiell schreibend und lesend liefert sie locker die doppelte Übertragungsrate von SATA SSDs. Auch im effektiven Einsatz zeigt sie einen Sprung in der Performance gegenüber der SATA Konkurrenz.

Negativ bleibt leider vor allem ein Punkt: Der Preis. Aktuell schlägt die 480GB Version mit über 400 Euro zu Buche. Zum Vergleich: Eine 500GB SATA SSD bekommt man schon für unter 200 Euro. Hier muss jeder für sich abwägen, ob der Geschwindigkeitszuwachs den Aufpreis wert ist.

Empfehlen kann ich die Kingston HyperX Predator aber auf jeden Fall allen, die Wert auf die maximal mögliche Performance legen.

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2 Kommentare auf "Test: Kingston HyperX Predator SSD – PCI Express to the rescue?"

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Gast
Denis

Der Benchmark Vergleich hinkt etwas. Hier wäre es wohl besser gewesen andere M.2 zum Vergleich heranzuziehen. Ebenfalls ist die Anbindung erwähnenswert, denn mit der PCI Express 2.0 x4 Schnittstelle hinkt man den Konkurrenten von Samsung hinterher.