14″ Apple MacBook im Test: Nur für Professionals – um jeden Preis

      14″ Apple MacBook im Test: Nur für Professionals – um jeden Preis

      Mini-LED-Display, M1-Pro, MagSafe, mehr Ports – Apple hat das 14″ MacBook Pro in jeder Hinsicht auf Produktivität getrimmt. Der Preis dafür ist der Verlust einer Stilikone.

      Das gefällt uns

      • Display
      • Tastatur
      • Lautsprecher
      • Trackpad

      Das gefällt uns nicht

      • Design

      Das Design des MacBook Pro ist seit 2015 unverändert. Damals wurden alle Ports gestrichen, die nicht USB-C/Thunderbolt waren. Das MacBook Pro war ab diesem Moment pures Understatement und es würde noch Jahre dauern, bis die Windows-Welt eine vergleichbare Maschine sehen würde.

      Die überarbeitete 14″-Version opfert jene schlichte Eleganz, um einen praktischeren Ansatz zu verfolgen. Mehr Ports, bessere Kühlung, hübscheres Display, ein SD-Kartenleser. Aber war es das wirklich wert, dafür eines der schönsten Notebooks aller Zeiten zu opfern?

      Für unseren Test haben wir uns nicht die von Apple vielbeworbenen 10-Kern-Version des M1 Pro gewählt, sondern die Version eine Nummer kleiner. Mit 8 CPU-Kernen hat diese Mini-LED-Version des MacBook Pro genauso viele Kerne wie das „alte“ MacBook Pro mit M1. Bei Grafik und Neural Engine allerdings deutlich mehr. Hoffen wir mal, dass es das wert war.

      Technische Daten: 14'' Apple MacBook
      Display 14,2″(35,97 cm) Liquid Retina XDR Display (Mini-LED)
      120Hz
      Auflösung 3024 x 1964px (254 ppi)
      Prozessor Apple M1 Pro Chip mit 16‑Core Neural Engine

      • 8‑Core CPU – 14‑Core GPU
      • 10‑Core CPU – 14‑Core GPU
      • 10‑Core CPU – 16‑Core GPU
      • 10‑Core CPU und 24‑Core GPU (M1 Max)
      • 10‑Core CPU und 32‑Core GPU (M1 Max)
      Grafik Integrierter Grafikprozessor
      Arbeitsspeicher 16GB
      32GB (M1 Pro oder M1 Max)
      64GB (M1 Max)
      Festplatte 512 GB, 1 TB, 2 TB, 4 TB oder 8 TB
      Konnektivität WLAN 802.11ax WLAN 6, (802.11a/b/g/n/ac)
      Bluetooth 5.0
      Anschlüsse
      • SDXC Kartenleser
      • HDMI 2.0
      • 3,5 mm Kopfhörer­­anschluss
      • MagSafe 3 Anschluss
      • 3x Thunderbolt 4 (USB‑C) inklusive
        • Aufladen
        • DisplayPort
        • Thunderbolt 4 (bis zu 40 Gbit/s)
        • USB 4 (bis zu 40 Gbit/s)
      Akku Lithium-Polymer-Batterie mit 70 Wattstunden,
      geladen via 67 oder 96W-Charger
      Eingabegeräte
      • 79 (inklusive 12 Funktionstasten) in voller Größe + 4 Pfeiltasten
      • Touch ID
      • Umgebungs­licht­sensor
      • Force Touch Trackpad
      Sound 6‑Laut­sprecher-System mit Tieftönern mit Kräfteausgleich
      Kamera 1080p FaceTime HD Kamera
      Betriebssystem macOS 12 – Monterey
      Abmessungen 1,55 x 31,26 x 22,12 cm
      Gewicht 1,6 kg
      Preis ab 2.249€

      Design ist Geschmackssache

      Okay, ganz ehrlich? Das neue MacBook Pro ist klobiger und frankensteiniger als die Vorgänger. Dieser Unterbau unter dem Chassis sieht aus, als ob jemanden im Nachhinein aufgefallen ist, dass sie noch Platz für die Kühlung brauchen, aber die Gehäuse schon fertig waren und man deshalb einfach etwas drangeklebt hat.

      Allgemein sind die Übergänge an den Seiten kantiger geworden, aber auch nicht genug, dass es dem Design des aktuellen iPhone Lineup entspricht – irgendwie halbgar und einfach nicht sexy. Ich weiß, dass Apple hier eine Hommage ans Powerbook liefern will, aber es ist einfach nicht sexy. Falls das bisher noch nicht 100% klar geworden ist: Ich bin kein Fan des neuen MacBook Pro Designs und ich hätte nie gedacht, dass ich mir mal die Rückkehr von Jony Ive wünschen würde.

      Immerhin lässt sich der Displaydeckel weiterhin mit einer Hand öffnen. Wenn jener aufgeklappt wird, erwacht das Innenleben des MacBook Pro auch direkt zum Leben und das Display erstrahlt im vollen Glanz und gibt die Sicht frei – auf die Aussparung am oberen Rand. Ach ja, da war ja was. Das MacBook Pro hat jetzt eine Notch. Ich glaube, ich brauche einen Drink.

      Ich kann beim Thema Design viel verzeihen, zumindest wenn es einem höheren Zweck dient, bzw. eine neue Funktion ermöglicht, aber diese Notch ist eine visuelle Beleidigung, um eine 1080p-Kamera zu rechtfertigen. Es spielt dabei auch keine Rolle, ob im nächsten Jahr Face ID in die Macs kommt oder nicht. Wenn ich mir jetzt ein neues MacBook Pro kaufe, dann muss ich für die kommenden Jahre mit diesem Ding am Display leben. Nach ein paar Minuten Nutzung blendet mein Gehirn sie zwar aus, aber das ändert nichts daran, dass sie überhaupt nicht da sein sollte.

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      Eingabegeräte sind (größtenteils) perfekt

      Kommen wir zu ein paar guten Neuigkeiten – das Trackpad des 14″ MacBook Pro ist so überragend, wie es immer war. Es ist gigantisch, präzise und einfach ein Traum in der Nutzung. Von der einfachen Gesten-Steuerung bis zu haptischen Feedback funktioniert es einfach perfekt. Die Tatsache, dass es an jeder Stelle gleichmäßig klickt, ist ein Beispiel dafür, wie das MacBook Pro euch nicht im Weg ist, eure Arbeit zu erledigen. Er macht einfach das, was ihr von ihm wollt.

      Die Tastatur ist weiterhin sehr gut und liefert dank präzisem Druckpunkt ein großartiges Feedback, dank dem auch lange Texte sehr einfach von der Hand gehen. Neu ist hingegen die Reihe mit Funktionstasten, welche die Touchbar ersetzen. Ich war kein Fan der Touchbar, aber wirklich nervig war sie auch nicht. Die neuen Funktionstasten haben eine volle Größe, statt halber Höhe, wie bei vielen anderen Notebooks. Das ist anfangs gewöhnungsbedürftig, aber erfüllt seinen Zweck einer schnellen und präzisen Steuerung.

      Da Apple unbedingt zurück zum Design des Powerbooks wollte, gibt es auch schwarzen Untergrund für schwarze Tasten und davon bin ich kein Fan. Der fehlende Kontrast irritiert sehr und so hatte ich anfangs tatsächlich Probleme beim Tippen.

      Die neue 1080p Webcam überzeugt dagegen auf ganzer Linie. Nach Jahren der matschigen 720p Webcams in MacBooks kommt mit dem 14″ MacBook Pro endlich eine sehr gute Webcam für Video-Konferenzen in Apples Notebook-Lineup. Die Software neigt etwas zum „glattziehen“ eures Gesichts, aber trotzdem kann sich das Ergebnis echt sehen lassen und für den nächsten Video-Anruf braucht ihr keine externe Webcam mehr.

      Zum Schluss noch ein paar Wort zu den Mikrofonen – die sind großartig. Apple sagt, dass es die gleichen Studio-Mikrofone wie im großen 16″ MacBook Pro sind. Wirklich Studio-Mikrofone würde ich es nicht nennen, aber einen Videocall zu haben und sehr gut verstanden zu werden, ist eine sehr leichte Aufgabe für die Mikrofone des 14″ MacBook Pro. Bitte tippt dann aber keine Notizen während des Meetings. Das ist sehr laut und störend auf der anderen Seite des Calls.

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      Anschlüsse sind nur auf dem ersten Blick eine Weiterentwicklung

      Das war eines der großen Themen beim 14″ MacBook Pro – endlich wieder mehr Anschlüsse. Statt vier Thunderbolt Ports (bei Intel), bzw. zwei Thunderbolt-Ports (M1) kommt das neue MacBook Pro mit drei Thunderbolt-Anschlüssen, einem HDMI-Port, einem Kartenleser und einem 3,5mm Klinkenanschluss.

      So sehr wie ich mich über den HDMI-Port für einfache Präsentationen freue, ist es doch nur HDMI 2.0. Entsprechend sind 3840 × 2160p bei 60 Hz das Maximum. Damit ist dieser HDMI-Port auch wirklich eher dafür geeignet – Präsentationen. Ein 4K-Gaming-Display mit hoher Bildrate bekommt ihr damit nicht richtig angesprochen. Das ist nicht das Ende der Welt, aber bei einem Notebook, was bis zu 6.700€ kosten kann, fühlt sich das etwas „geizig“ an.

      Die Rückkehr von MagSafe kam tatsächlich überraschend. Als Lade-Anschluss kann es bis zu 96W in das 14″ MacBook Pro pumpen. Das passende Netzteil kostet extra. Ab Werk sind es 67Watt via MagSafe. Also wie beim Vorgänger, der die knapp 70Watt via Typ-C bereitgestellt hat. Im Gegensatz zu MagSafe konnte der Typ-C aber auch andere Geräte laden. Das ist tatsächlich ein großes Problem in meinem Haushalt. Das Ladegerät des M1-MacBook Pro wird für fast alles verwendet. Den Mac, PlayStation Controller, Powerbanks, Headsets, Smartphone meiner Freundin und mehr.

      Jenseits des Komfortverlusts im Alltag funktioniert MagSafe gut. Bleibt ihr (oder eur Haustier) am Ladekabel des MacBook Pro hängen, löst es sich aus der magnetischen Halterung am MacBook Pro. Im besten Fall fliegt es somit nicht vom Tisch. Je ruckartiger die Belastung auf das Kabel erfolgt, umso besser ist es. Zieht ihr langsam am Kabel, kann euer neues MacBook Pro immer noch vom Tisch rutschen. Katzenbesitzer sollten also aufpassen. Zur Not kann das MacBook aber auch über einen der drei Typ-C-Ports geladen werden.

      Ich freue mich tatsächlich am meisten über den 3,5mm Klinkenanschluss. Nicht weil er im Gegensatz zum iPhone noch da ist, sondern weil er auch für Kopfhörer mit hoher Impedanz geeignet ist. Bei Headsets bis 150 Ohm bietet die Kopfhörerbuchs bis zu 1,25Volt RMS. Für Kopfhörer zwischen 150 und 1000 Ohm sind es 3 Volt RMS. Einige Pro-Nutzer können also ihre hochwertigen Headsets so ohne Zwischenverstärker nutzen – eventuell aber nicht auf maximaler Lautstärke.

      Unser Redaktions-Audio-Experte – Clemens – hat das gut zusammengefasst: Impedanz ist natürlich nur ein Faktor bei guten Kopfhörern. Eine genaue Aussage zur Effizienz wäre besser. Ein 50 Ohm-Kopfhörer mit einer Sensitivität (Effizienz) von 94dB braucht z.B. deutlich mehr Saft als 300 Ohm Kopfhörer mit einer Sensitivität von 98dB. Oder um es noch einfacher zu sagen: Nur weil etwas funktioniert, heißt das nicht, dass es auch gut klingt.

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      Zum Shop: 14″ MacBook Pro

      Das neue Display ist fantastisch – nach einer Kalibrierung

      Mini-LED ist so ein Wort, das bei uns in der Redaktion sehr unterschiedliche Emotionen auslöst. Die einen verteufeln es als ein Marketing-Buzzword, das Endverbraucher*innen in die Irre führen soll, während andere es als eine nette Weiterentwicklung der LCD-Technik betrachten. Ich gehöre eher zur letzteren Gruppe.

      Dank vieler Local-Dimming-Zones wirken Bilder und Videos lebendiger und schärfer. Wenn ihr entsprechende HDR-Inhalte habt, kann der Bildschirm sogar bis zu 1600 Nits erreichen. Das macht Medien-Konsum zu einem echten Genuss. Allgemein dürft ihr euch in Zukunft auf mehr Mini-LED-Displays bei Notebooks und Monitoren einstellen. Zur CES 2022 haben viele Hersteller Geräte mit entsprechenden Panels vorgestellt.

      Da das MacBook Pro seit Jahren auch das bevorzugte Arbeitsgerät von Grafikern ist, schauen wir uns natürlich auch noch die Farben etwas genauer an, besonders die Farbraumabdeckung.

      Wie ihr auf den Grafiken sehen könnt, ist das Display des 14″ MacBook Pro sehr farbgenau, allerdings tatsächlich etwas weniger als es noch das IPS-Panel des 13″ MacBook Pro war. Es ist kein großer Unterschied, aber er ist da. Gleiches gilt für den Weißpunkt. Der ist ab Werk etwas zu warm eingestellt. Dadurch wirkten Bilder minimal trüb. Eine Wahrnehmung die ich mir von einem unserer Grafiker bestätigt wurde. Er machte mich auch darauf aufmerksam, dass das Display immer etwas gedimmt wirkt und er hat Recht.

      Das Display des 14″ MacBook Pro schafft bis zu 1600 Nits Helligkeit, wenn ihr es mit HDR-Inhalten füttert. Unter normalen Umständen bei geschlossenen Räumen sind es hingegen nur knapp 400 Nits. Richtet ihr einen LED-Strahler auf das Display (oder arbeitet im Sommer in der Sonne) schafft es das Display auf 500 Nits. Das ist gut, aber abgesehen vom kurzen Boost auf 1600 Nits schafft das auch alles das alte IPS-Panel des Vorgängers. Je mehr das Display die Helligkeit hochschraubt, umso größer sind aber auch die Abweichungen bei der gleichmäßigen Ausleuchtung.

      Abschließend noch ein paar Worte zur Hz-Zahl beim 14″ MacBook Pro. 120Hz sind auch abseits von Gaming ein Traum. Ohne Gaming fällt es aber weniger auf. Es ist eher ein unterschwelliges Feature, da sich Ordner und Dateien etwas geschmeidiger bewegen lassen. Ein Feature, das man erst vermisst, wenn man es mal hatte.

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      macOS als Software verändert sich kaum noch

      Das Betriebssystem von Mac-Computern existiert seit 1984 und, ähnlich wie Windows, hat es sich in letzten Jahren immer weiterentwickelt. Mal mit stärkeren Sprüngen und mal mit kleineren. In der neuesten Ausführung – macOS Monterey – sind die Sprünge eher klein.

      Nach einer intensiven Nutzung kann ich über keine großen Probleme berichten. Klar gibt es immer mal wieder kleine Zicken, aber in 99% der Fälle läuft die derzeit neueste macOS-Version rund und ohne Fehler. Gleiches gilt weiterhin für Rosetta 2.

      Dieses kleine Stück magischer Software sorgt dafür, dass ältere x86-Programme auch auf der arm-Architektur von Apple Silicon laufen und sie ist weiterhin so unauffällig, wie es nur geht. Bei der ersten Installation eines nicht-nativen Anwendung werdet ihr einmal gefragt, ob ihr Rosetta 2 installieren wollt und danach seht und hört ihr es nie wieder. Die Emulation kostet weiterhin Ressourcen, aber im Falle des MacBook halten die sich echt in Grenzen. Da kann ich fast verzeihen, dass Adobe immer noch nicht mit seiner Creative-Cloud-Adaption komplett fertig ist.

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      Auf dem Papier nur etwas besser, in der Praxis bedeutend besser

      Für diesen Test wollte ich speziell die kleinste Version des M1 Pro haben, um zu sehen, wie sie sich im Verhältnis zum normalen M1 aus dem 13″ MacBook Pro schlägt und eines ist direkt klar: Apple hat das 14″ MacBook Pro samt M1 Pro für eine klare Zielgruppe entworfen – Pros.

      Während der Vorstellung hat Apple immer vom M1 Pro als SoC mit 10 CPU-Kernen gesprochen. Ihr habt aber auch die Möglichkeit den M1 Pro als 8-Kernen zu bekommen. Dann hat er so viele CPU-Kerne wie der „alte“ M1. Im Alltag macht sich die CPU weniger bemerkbar. Der M1 ist allein auf dem Niveau eines Intel i7 der 11. Generation (Tiger Lake) und entsprechend sind Aufgaben wie Surfen, E-Mails und Co ein Kinderspiel. Unter Last offenbart der kleine M1 Pro im 14″ MacBook Pro dann seine Magie.

      Wir haben einen Video-Render von einem 30 Sekunden Video mit verschiedenen Clips, Effekten, Farbkorrekturen und mehr. Den ziehen wir bei jedem Notebook-Test heraus. Es sind immer die gleichen 4K-Quelldateien und es ist immer die gleiche Version des Programms (DaVinci Resolve). Daher sind die Ergebnisse zumindest Plattform-intern vergleichbar. Der M1 braucht für diesen 4K Render etwa 1,5 Minuten – der „kleine“ M1 Pro nur 51 Sekunden. Aus einer anderen Welt braucht ein AMD Ryzen 5800H mit Nvidia RTX 3070 für den gleichen Render 49 Sekunden. Für einen SoC ohne dedizierte Grafikkarte ist das sehr beeindruckend

      Ein ähnliches Bild zeigt sich auch in anderen Programmen, die stark von vielen Kernen profitieren. Code-Kompilieren, Video-Bearbeitung – hier zeigt die Neural Engine des M1 Pro, was sie kann. Jetzt bin ich neugierig, wie lange der M1 Pro Max für unseren Render braucht. Bei Standard-Programmen wie Browser und Co habt ihr keinen Mehrwert vom M1 Pro gegenüber dem normalen M1. Die Single-Core-Performance ist identisch mit dem M1-SoC (+0,9%). Damit ist der M1 Pro im 14″ MacBook Pro eine CPU für professionelle Nutzer und eben nicht mehr für Hobby-Fotografen und Werbetexter. Die profitieren in Ihren Programmen nicht von der Multi-Core-Performance des M1 Pro.

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      Der Akku ist großartig

      Ich starte diesen Absatz einfach mal mit einer Zahl – über 22 Stunden. Das ist die Akkulaufzeit die ihr aus dem 14″ MacBook Pro rausholen könnt. Das ist fast schon lächerlich lange Akkulaufzeit für ein Notebook – besonders in Anbetracht der reinen Leistung des M1 Pro-Prozessors. Diese Zahl erfordert aber ein paar Kompromisse. Ihr müsst die Displayhelligkeit auf 1/3 runterschrauben, keine heftige Anwendung laufen lassen und eine native App (s. Software) verwenden.

      Im normalen Alltag mit halber Displayhelligkeit und einer bunten Mischung aus zwei Browsern, Adobe Produkten und den üblichen Office Programmen von Microsoft lag meine reale Akkulaufzeit eher so im Bereich von 18-19 Stunden. Solltet ihr natürlich die Hardware hart rannehmen, wird die Akkulaufzeit geringer ausfallen. Sollte ich aber jemals wieder zurück ins Büro müssen, würde ich vermutlich das Ladegerät samt dem neuen ummantelten Ladekabel daheimlassen.

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      Ich habe nie die Lüfter gehört

      Auf dem Papier hat das 14″ MacBook Pro zwei Lüfter installiert. Ich sage „auf dem Papier“, weil ich es nur unter schwersten Bedingungen geschafft habe, dass diese Lüfter überhaupt anspringen. Es ist beeindruckend, wie gut das Kühlmanagement mit Apple Silicon ist – besonders verglichen mit den Intel-Versionen der Vergangenheit.

      Selbst wenn die Lüfter dann einmal anspringen, sind die kaum mehr als ein Flüstern und ihr müsst euer Ohr an die Tastatur drücken, um es zu hören. Schon eine minimale Geräuschkulisse im Hintergrund ist lauter. Arbeitet ihr in einem Büro oder habt leise Musik laufen, reicht das schon vollkommen aus. Für Menschen die empfindlich auf Lärm reagieren, ist das 14″ MacBook Pro ein Segen. Für alle anderen: Was stimmt mit euch nicht?

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      Aufrüsten ist beim MacBook Pro ein Ding der Vergangenheit

      Auf der Unterseite des MacBook Pro befinden sich acht der bekannten und verhassten Pentalob-Schrauben. Sind diese gelöst, kann die Bodenplatte recht einfach mit einer alten Plastikkarte gelöst werden. Darunter offenbart sich dann das Innenleben des MacBook Pro.

      Jenseits vom Reinigen der Lüfter könnt ihr hier aber nicht viel machen und das sollte euch auch klar sein. CPU, RAM, Neural Engine, GPU usw. sind bei Apple Silicon eine Einheit. Daher auch die enorme Performance – kein Zwischenspeichern im Arbeitsspeicher. Das bedeutet für euch aber auch, dass ihr euch vor dem Kauf ganz genau überlegen müsst, welche Leistung ihr heute und welche in drei Jahren braucht. Nachträglich ändern könnt ihr nichts mehr. Das ist aber im Grunde schon seit den Intel-Zeiten beim MacBook Pro so.

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      Beim Sound macht keiner Apple was vor

      In diesem Bereich steht Apple vor allen anderen Herstellern und wird eigentlich nur noch von sich selbst übertroffen. MacBook-Speaker klingen laut, voll und groß. Einen Konferenzraum mit 10 Leuten könnt ihr ohne Probleme beschallen. Das war schon beim 13″-M1-MacBook Pro so. Da stand praktisch nur noch das 16″ MBP darüber.

      Mit der neuen Generation setzt Apple da noch einen drauf. Das 14″ MacBook Pro klingt noch besser, ohne dabei Schwingungen am Gehäuse zu verursachen da sich die Tieftöner auf beiden Seiten gegenseitig ausgleichen. Damit eignet sich das MacBook Pro auch perfekt für Netflix und anderen Medienkonsum. Es ersetzt kein sehr gutes Headset oder ein Soundsystem, aber für ein Notebook, ist es eine Klasse für sich.

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      Fazit zum 14″ MacBook Pro: Nur für Pros

      Am Ende bleibt bei mir eine Art Hass-Liebe zum 14″ MacBook Pro. Ich liebe es, dass Apple sich wieder mehr auf das „Pro“ im Namen konzentriert und einfach alles darauf ausrichtet. Das Display ist nach einer leichten Kalibrierung ein Traum, der SD-Karten-Leser eliminiert einen nervigen Dongle, das Trackpad, die Tastatur, die Mikrofone und die Lautsprecher sind eine Klasse für sich und die CPU beschleunigt arbeitsintensive Programme deutlich.

      Auf der anderen Seite steht mit dem 14″ MacBook Pro ein Notebook, das ich einfach weniger gerne anfasse und ansehe. Das mag bei einer Arbeitsmaschine für euch nicht zu sehr ins Gewicht fallen, aber den Tod einer Style-Ikone zu betrauern, ist nichts Schlimmes. Wer das schlanke minimalistische Design des 13″ MacBook Pro (Test) vermisst, dem sei folgendes gesagt: Es kommt immer wieder eine neue Designsprache – auch bei Apple.

      Solltet ihr nun zu dem Entschluss gekommen sein, euch ein 14″ MacBook Pro zu kaufen, aber mit der richtigen Konfiguration hadern, gebe ich euch hier meine Sicht der Dinge. 16GB RAM sind für so eine Maschine wahrscheinlich etwas zu wenig. Wenn ihr glaubt, dass ihr mit 16GB Arbeitsspeicher auskommt, ist das 13″ MacBook Pro vielleicht besser für euch geeignet – 32GB sollten es schon sein (+460€). Bei der SSD wisst ihr selbst am besten, wieviel ihr braucht.

      Was den Prozessor angeht, würde ich auch hier eher zu 10-Kerner (16GPU-Kerne) des M1 Pro tendieren (+270€). Aus dem einfachen Grund, dass ihr diesen Laptop wahrscheinlich länger nutzen werdet und dann die Leistung auch in drei bis fünf Jahren angebracht sein sollte. Mit 2TB Speicher (+460€) sind wir damit preislich bei 3.600-3700€. Für ein Notebook, das vier Jahre ohne Probleme jeden Tag unter Last laufen wird, sind 75€ pro Monat kein schlechter Wert. Vor allem nicht, wenn man es seinen Kunden indirekt in Rechnung stellen kann.

      Zum Shop: 14″ MacBook Pro

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      Veröffentlicht von Sascha

      Gamer, Filmliebhaber & Hobby-Fotograf – also alles was eine gute Geschichte erzählt. Großer Fan von durchdachten Produkten und Privatsphäre. Nach zehn Jahren im Google-System derzeit im Apple-Kosmos unterwegs und soweit zufrieden.

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