Abenteuer Sapphire Radeon HD 6790: Teil 2

Im Nachgang zum ersten Teil meines Testberichtes ist mir aufgefallen, dass ich nichts zur Treiberinstallation geschrieben habe. Diese ist aber auch recht unspektakulär. Vor dem Ausbau der alten Grafikkarte habe ich flugs alle Nvidia-Treiber deinstalliert, nach dem Einbau der neuen die aktuellen Treiber von der AMD-Seite installiert.

Das Treibermenü ist beim Catalyst etwas spartanischer gehalten, als ich es gewohnt bin, dafür ist es auch langsamer 😉 Praktisch ist aber, dass man hier auch direkt die Temperatur der Grafikkarte auslesen kann. Wenn die Werte stimmen, dann ist die Radeon ganz schön cool: ich habe gerade mal 37 Grad bei Idle bei 25 Grad Raumtemperatur (Nvidia glaube ich in den 50ern )und maximal 67 Grad beim Spielen, gemessen mit GPUZ (Nvidia in den 80ern).

Heute will ich mich ein wenig mehr mit Software befassen, aber mit der, die richtig Spaß macht: Spiele.

Zunächst habe ich mich mit Metro 2033 ausgetobt, eines der wenigen Spiele überhaupt, das bis jetzt mit DirectX11-Grafik erschienen ist. Eigentlich hatte ich auch Crysis 2 probieren wollen, aber nachdem hier DirectX11 lange nicht über die Ankündigung hinausgekommen ist, ich den Singleplayer-Teil zweimal durchgespielt hatte und den Multiplayer-Part nicht sonderlich spannend fand, hatte ich das Spiel bereits vor dem Umbau verkauft. Nach dem Video zum Erscheinen des Patches zu urteilen entgeht mir allerdings einiges an Eyecandy, vielleicht überdenke ich meine Entscheidung noch einmal. Dafür ist neu bei mir eingezogen der Witcher 2, der zwar nur auf DirectX9 basiert, aber dennoch ein wahres Grafikfeuerwerk auffährt.

Metro 2033

Dieses Spiel erschien 2010 und basiert auf dem gleichnamigen Roman des russischen Schriftstellers Dmitri Alexejewitsch Gluchowski. Nach einer atomaren Katastrophe haben sich die wenigen Überlebenden Moskaus in das U-Bahn-Netz geflüchtet und sich dort ein neues Leben eingerichtet. Das karge Leben dort wird bedroht von Mutanten, die Menschen angreifen und neuerdings seltsamen Phänomen. Der junge Artjom bricht angesichts der Bedrohung zu einer Reise durch die gefährlichen Tunnel zu ihm unbekannten U-Bahn-Stationen auf.

Neben actionlastiger Handlung zeichnet sich der Ego-Shooter durch Spannung, düstere bis beklemmende Atmosphäre und Horrormomente aus. Aber auch die Grafik ist nicht von schlechten Eltern. Wahlweise lässt es sich in DirectX 9, 10 oder 11 spielen.
Bei DirectX10 schafft die Radeon HD6790 bei einer Auflösung von 1920×1080, sehr hohen Qualitätseinstellungen, MSAA4x und AF4X noch eine Bildwiederholungsrate von 26 bis 31 FPS und liefert damit ein durchaus spielbares Ergebnis.

Bei gleichen Einstellungen liefert DirectX11 15 bis 20 FPS und hat somit in Kampfszenen zu wenig Puste. Reduziert man auf AAA, so liegen die FPS zwischen 17 und 19, senkt man die Qualität auf Hoch ab, so erhält man 17 bis 22 FPS, reduziert man sie nochmals auf Normal, so kommen immerhin wieder spielbare 23 bis 29 FPS heraus.

Statt an den Qualitätseinstellungen zu schrauben, kann man natürlich auch eine niedrigere Auflösung einstellen. Allerdings skaliert die Grafikkarte dann nicht mehr, bei 1680×1050 wird das Bild also kleiner mit einem schwarzen Rahmen drum herum – es sei denn, man kommt auf die Idee, im Control Center nach einer entsprechenden Einstellung zu suchen. Unter „Meine digitalen Flachbildschirme“ findet man im ersten Menü unter „Eigenschaften“ tatsächlich einen Punkt „Bildskalierung“, die GPU-Skalierung ist standardmäßig nicht aktiv und muss hier mit einem Häkchen versehen werden.

Interessanterweise schleicht das Spiel dann nur noch bei indiskutablen 10-21 FPS (sehr hoch / MSA4x / AF4X) bis 18-25 FPS (normal / AAA / AF4X). Die Reduzierung der Auflösung bringt also keinen nennenswerten Vorteil. Eine weitere Reduzierung der Auflösung auf 1360 x 768 bringt im Schnitt einen Gewinn von 5 FPS.
Letztendlich ist es eine Frage der persönlichen Preferenzen, ich selber spiele   lieber mit hoher Auflösung und hohen Qualitätseinstellungen und verzichte auf DirectX11, das speziell dieses Spiel nur wenig optisch aufwertet, um akzeptable Bildwiederholungsraten zu erhalten. Meiner Ansicht nach beherrscht die Radeon HD6790 zwar DirectX11, ist aber in einem actionlastigen Spiel schnell überfordert – allerdings ist das auch sicher eine Frage der anderen Komponenten im Rechner.

The Witcher 2 – Assassins of Kings

Hier handelt es sich um den 2011 erschienenen Nachfolger eines erfolgreichen Rollenspiels mit Action-Elementen, basierend auf den Hexer-Büchern des polnischen Autors Andrzej Sapkowski. Geralt von Riva ist seines Zeichens eigentlich Monsterjäger, wird aber immer wieder in die Machtkämpfe und Intrigen von Königen, Elfen und Zauberinnen hineingezogen. In einer wunderschönen Fantasywelt mit teils atemberaubenden Landschaften begegnet er Personen, die abwechslungs- und detailreich gestaltet sind. Immer wieder sind Entscheidungen zu treffen, die den weiteren Handlungsablauf beeinflussen, so dass es sich durchaus lohnt, das Spiel mehrfach in Angriff zu nehmen.

Die Grafik basiert „nur“ auf DirectX9, zieht aber mit detailreichen Texturen und    tollen Beleuchtungseffekten alle Register.

Ein umfangreiches Menü im Launcher lässt viele Einstellungen an der Grafik zu. Ich habe die meisten Optionen auf Maximum gestellt, nur bei Schattenqualität  , Mesh-Distanztiefe und Übersampling bin ich Kompromisse eingegangen. Letzteres soll laut Testberichten selbst Highendrechner in die Knie gehen lassen. Einen Gewinn von 5 FPS gab es mit dem Patch 1.2, der u.a. den Kopierschutz abschaltete, darauf basieren meine aktuellen Beobachtungen.

Das Spiel ist so in der Auflösung 1920×1080 flüssig spielbar, nur bei einigen Kampfszenen, in denen auch Gegner Zauber mit Grafikeffekten (Igni oder Quen) verwenden oder Feuer zu sehen ist, ruckeln teilweise. Die Framerate schwankt zwischen 22 und 32 FPS, sie ist vor allen Dingen abhängig von der Anzahl der dargestellten Personen und Monster. Kämpfe laufen meist bei um die 22 FPS ab, sind dabei aber noch gut zu meistern. Insgesamt ist die Radeon HD 6790 für The Witcher 2 absolut ausreichend.

Counterstrike

Da einer meiner Mittester die schlechte Spielbarkeit von Counterstrike Source beklagte, wollte ich mir dazu ein eigenes Bild machen. Counterstrike gehört nicht zu den Spielen, die ich tatsächlich spiele, aber da ich einst die Half Life Orange Box gekauft hatte, stand einem Test nichts im Wege. Ich habe diverse Maps mit maximalen Grafikeinstellungen angetestet und habe Framerates bis 160 FPS beobachtet, die niedrigste Wiederholrate lag bei 60 FPS bei einer Map mit 64 Spielern. Ich persönlich sehe die Radeon HD6790 Counterstrike Source mehr als gewachsen an.

FEAR 2 (Project Origin)

Ja, Ihr lest richtig, ich habe nicht den frisch erschienen dritten Teil getestet, sondern den bereits Anfang 2009 erschienenen zweiten Teil. Schon damals war es nur ein lauwarmer Aufguss des seinerzeit einzigartigen Horror-Shooters. Zum Zeitpunkt des Erscheinens des 2. Teils war ich von der DirectX9-Optik teils noch beeindruckt, aber größtenteils sind die Levels doch ein bisschen detailarm. Mit der Radeon HD6790 konnte ich bei 1920×1080 bei maximal aufgedrehten Effekten spielen und erreichte eine Bildwiederholrate von zwischen 50 – 120 FPS, wobei sie meist zwischen 70-90 rangierte. Bei mehreren Gegnern oder während der paranormalen Effekte sank sie gerne ab, niemals litt jedoch die Spielbarkeit. Hier erwies sich die Radeon HD6790 als grundsolider Partner.

The Chronicles of Riddick: Assault on Dark Athena

Dieses Spiel, das die Vorgeschichte zu den Filmen Pitch Black – Planet der Finsternis und Riddick: Chroniken eines Kriegers erzählt, seinerseits aber Nachfolger des Spiels The Chronicles of Riddick: Escape from Butcher Bay ist, erschien 2009 und wird immer noch gerne zu Grafiktests herangezogen. Dabei glänzt die Geschichte um einen Ausbruch von einem Gefängnis-Raumschiff nicht gerade durch grafische Innovationen.

Zwar sind die Hell-Dunkel-Effekte, die auch immer wieder als spielerisches Element dienen, durchaus stimmungsvoll, aber die Texturen sind doch recht detailarm, die Animationen hölzern und die Figuren nicht sehr lebensecht. Highlight ist für mich eher die Originalstimme von Vin Diesel, aber diese muss ich heute schweren Herzens außer Acht lassen. Das spielbarste Ergebnis erreichte ich, als ich in der Auflösung 1920×1080 das Antialiasing auf MSAA 2X und die Wiederholungsrate auf 29 eingestellt hatte, so dass ich stets auf mindestens etwa 30 FPS kam. Nur selten brach sie in Kampfszenen auf um die 20 FPS ein. Die Radeon HD6790 ist für dieses Spiel ausreichend.

Bioshock 2

Mit diesem Spiel durfte man 2010 bereits zum zweiten Mal in die Unterwasserstadt Rapture eintauchen. Auch wenn Story und philosophischer Unterbau nicht so mitreissen wie noch beim ersten Teil, so hat man hier wieder ein spannendes Spiel vor sich, zumal man nun in vertauschter Rolle als Big Daddy unterwegs sein darf. Es warten wieder Schreckmomente, eine spannende Story mit unerwarteten Wendungen und viele Gegner auf den Spieler. Opulent, farbenfroh, düster, stimmungsvoll, so zeigt sich die Grafik des Egoshooters, allerdings nicht sehr detailreich, sowohl bei Polygonen als auch bei Texturen. Die Unreal-Engine 2.5 bietet gegenüber dem Vorgänger von 2007 keinen sichtbaren Fortschritt. Standardmäßig spielt sich Bioshock 2 in DirectX10. Erwartungsgemäß kam die Radeon HD6790 sehr gut recht, bei maximalen Details unter 1920×1080 bewegte sich die Bildwiederholrate bei absolut spielbaren 45 – 60 FPS.

Mein Fazit

Die Radeon HD6790 erweist sich in allen bisherigen Spielen bis DirectX10 als tauglicher Partner für hochqualitative Spielgrafik. Nur für die höchsten Details reicht ihr Atem nicht immer, und bei DirecX11 eignet sie sich eher fürs Reinschnuppern als fürs ernsthafte Spielen bei maximalen Einstellungen. Letztendlich ist sie eine brauchbare Lösung für einen preisbewussten Gamer mit durchschnittlichen Ansprüchen. Ein deutlicher Pluspunkt ist für mich  die Laufruhe, auch bei hoher Beanspruchung dreht der Lüfter niemals auf eine Lautstärke auf, die ich aus der Geräuschkulisse unter normalen Arbeits- oder Spielbedingungen heraushören könnte.

Mein herzliches Dankeschön an das Team von notebooksbilliger, das uns Testern ihr Vertrauen schenkte und die Gelegenheit zum umfangreichen Ausprobieren bot.

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