Acer Revo Base im Test – kleiner, leiser Wohnzimmer-PC

Acer hat schon eine gewisse Historie an Mini-PCs unterschiedlichster Ausführung. Mit dem Revo Base getauften Mini PC gibt es nun auch die Wahl vom Barebone ohne RAM, SSD und Betriebssystem bis hin zum fertigen System inklusive Windows 10. Die mittlere Ausstattung auf Intel Core i5 Basis habe ich mir einmal zum Test geschnappt.

Was direkt auffällt: Das System verdient den Namen Mini PC definitiv, denn es ist wirklich klein und kompakt, ohne dabei aber auf Anschlüsse zu verzichten. Die technischen Daten meines Testgeräts einmal in der Übersicht:

  • Intel Core i5-5200U 2x 2,20 GHz
  • 8GB RAM (DDR3L, max. 16 GB)
  • 256GB SSD
  • Intel HD-Grafik 5500
  • 4x USB 3.0, 1x Klinke, Kartenleser
  • 1x HDMI, 1x DisplayPort
  • Hochgeschwindigkeits-WLAN nach 802.11ac, Bluetooth 4.2
  • 140 x 140 x 53 mm
  • inkl. VESA-Halterung
  • Free-DOS

Hier ist es wie erwähnt auch möglich eine Barebone Version zu nehmen, in der RAM und SSD selbst bestückt werden können. Mit dabei ist auch direkt eine VESA-Halterung, um den Revo beispielsweise an einem Monitor oder Fernseher zu hängen. Dadurch steht er nicht im Weg, sondern hängt unauffällig hinter dem Monitor.

Die Leistung der Core i5-5200U Basis sollte für alltägliche Aufgaben problemlos ausreichen, wer allerdings hohe Ansprüche an die Performance stellt könnte mit dem System an seine Grenzen stoßen – eine leistungsfähigere Version ist aktuell nicht erhältlich. An High-End-Fans richtet sich das System damit nicht, sondern eher an den Büroalltag oder als Multimedia-Maschine. Gerade die kompakte Bauform samt VESA-Halterung prädestiniert das System eigentlich als Mediaplayer, der hinter dem TV hängt.

Aber zurück zum eigentlichen Gerät. Das Gehäuse besteht komplett aus Kunststoff, fühlt sich aber dennoch wertig an. Optisch ist die Kombination aus Silber und Weiß nicht so mein Fall, aber das ist wie immer Geschmackssache. Die Verarbeitung passt ansonsten, die Spaltmaße sind gleichmäßig und nichts wackelt oder klappert. Einziger Haken am Gehäusedesign: Steckt man ein LAN-Kabel an, braucht man dünne Finger, um die Zugentlastung wieder zu lösen, weil genau unter dem Anschluss noch eine Kante des Gehäuses verläuft. Ich hatte mit meinen Wurstfingern tatsächlich Probleme, das Kabel wieder zu lösen.

Die Anzahl an Anschlüssen ist ansonsten ausreichend, alles was man so benötigt ist vorhanden – insbesondere genug USB-Anschlüsse und sogar WLAN nach ac Standard.

Der DisplayPort ist zudem eine spannende Sache, denn sowohl die integrierte Intel GPU, als auch der DisplayPort können Inhalte in bis zu 4K Auflösung bei 60Hz wiedergeben. Wer einen Fernseher anschließen will, bekommt per HDMI immerhin noch eine 4K Auflösung in 30Hz geboten.

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Ebenso ist die Einrichtung angenehm einfach gehalten. Kauft man ein Modell mit vorinstallierter SSD liegen auf dieser direkt alle Treiber samt einer extra Installations-Suite, um nicht alle einzeln installieren zu müssen. Damit hat man automatisch alle aktuellen Treiber für das System installiert, ohne lange auf Windows Updates warten zu müssen. Besonders praktisch auch gerade dann, wenn die LAN- oder WLAN-Verbindung nicht sofort funktionieren sollte. Wer Windows 10 installiert wird aber feststellen, dass alle Komponenten bereits funktionieren, die benötigten, grundlegenden Treiber sind also automatisch vorhanden.

Neben den Treibern ist auch die „Acer Care“ getaufte Software dabei, die für ein aktuelles und optimiertes System sorgen soll. Ob man das braucht sei dahingestellt, aber praktisch um mal eben die Treiber zu aktualisieren ist sie allemal.

Leistung

Kommen wir direkt zur Leistung. Der verbaute Intel Core i5-5200U ist wie schon erwähnt keine High-End CPU, die irgendwelche Rekorde brechen will. Vielmehr handelt es sich um eine solide, effiziente Basis. Dass die Benchmarks hier keine Höchstwerte erzielen, dürfte also klar sein.

Während der alltäglichen Nutzung, also beim Surfen, Videos gucken, üblicher Office-Arbeit und so weiter gibt es keinen Grund zur Klage. Das System läuft ruhig und flüssig vor sich hin. Obwohl es nur ein Dual-Core Prozessor ist, hat er durch Multithreading auch keine Probleme mit Multitasking.

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Die verbaute SSD von Kingston bricht keine Rekorde. Schnell genug für einen Alltag ohne lange Denkpausen ist sie aber allemal.

Um Gaming zumindest zu erwähnen: Nein, zum Spielen ist er definitiv nicht geeignet. Ältere Titel ohne besondere Ansprüche laufen zwar eventuell, aktuelle Titel überfordern das System aber doch sehr schnell.

Emissionen

Gerade bei so einem Wohnzimmer-PC ein wichtiger Punkt. Viel gibt es letztlich aber nicht zu erzählen, denn: Man hört nichts. Im normalen Alltagsbetrieb hört man ihn nie. Der verwendete Core i5-5200U mit seiner 15W TDP ist auch keine große Herausforderung für ein Kühlsystem, dem entsprechend ruhig geht es hier zu.

Erst unter der höchstmöglichen Last meldet sich der Lüfter dann mit einem leichten Rauschen zu Wort. Wirklich störend ist aber auch das nicht. Dem Einsatz als Mediacenter steht demnach nichts im Weg. Auch für Geräuschempfindliche eignet sich das System damit problemlos.

Der Energiebedarf hält sich auch in Grenzen. Unter voller Last im Stresstest zieht das System knapp 25W aus der Steckdose – absolut in Ordnung. Im Idle Betrieb ohne große Last pendelt es sich bei lediglich 4W ein, Videostreaming oder ähnlich einfache Aufgaben liegen bei 8 bis 9 Watt.

Montage, Aufrüsten, Umrüsten

Wichtig ist gerade bei einem Barebone System auch, wie gut es sich letztlich montieren lässt. Laut Acer soll das sehr einfach möglich sein, einfach die Schrauben im Boden lösen und schon kann man das Gerät komplett öffnen.

Das kommt auch hin – hat man die Schrauben gelöst, lässt sich der Boden einfach abnehmen und die SSD bzw. der leere Slot liegt vor einem. Darunter liegt der RAM bzw. dessen Slots. Für Käufer des Barebones wichtig: Das System benötigt DDR3L Speicher, normaler DDR3 Speicher wird nicht erkannt.

Der Zusammenbau erfordert insgesamt nur wenige Handgriffe und kann auch ohne große Erfahrung problemlos durchgeführt werden.

Fazit

Wer auf der Suche nach einem kleinen, nahezu immer lautlosen PC ist, kann hier bedenkenlos zugreifen. Auch etwas anspruchsvollere Anwendungen schafft der Core i5 noch mühelos, einzig Gaming und wirklich leistungsintensive Anwendungen wie Videoschnitt bringen den Kleinen dann doch an seine Grenzen.

Wer sich RAM und SSD lieber selbst aussucht oder sogar noch „rumliegen“ hat, kann auch zur Barebone Version greifen, um ein paar Euro zu sparen.

Negative Aspekte gibt es nur wenige. Die Plattform ist nicht mehr die jüngste, reicht aber dennoch noch aus. Dass die Anschlussleiste etwas eng ausgefallen ist stört wenn man öfter mal umsteckt, im normalen Gebraucht sollte man davon aber nicht viel merken.

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1 Kommentar auf "Acer Revo Base im Test – kleiner, leiser Wohnzimmer-PC"

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Gast

Also eigentlich nichts weiter als ein Intel NUC in „rund“.

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