Amazfit PowerBuds im Test: Sport, Musik und Pulsmesser in einem

      Amazfit PowerBuds im Test: Sport, Musik und Pulsmesser in einem

      Den Puls im Ohr zu messen, ist auch in der TWS-Welt was Neues. Ob die Amazfit PowerBuds das zuverlässig können und ob sie klanglich überzeugen, zeigt der Test.

      Das gefällt uns

      • sehr guter Klang
      • Akkulaufzeit
      • Design

      Das gefällt uns nicht

      • schlechte Mikrofone
      • aptX fehlt

      Besonders Sportler kennen die Marke Amazfit. Allerdings sind sie dort größtenteils für ihre Smartwatches bekannt. Ich hatte beispielsweise viel Spaß damit, die Amazfit T-Rex in unserem Test in Eis einzufrieren. Mit einem Satz TWS-Kopfhörern erweitert die Marke seine Produktpalette und fährt auch gleich mit den Amazfit PowerBuds die großen Geschütze auf.

      Die Amazfit PowerBuds wollen die EINEN True-Wireless-Kopfhörer in deinem Leben sein. Egal, ob beim Weg zur Arbeit oder beim Sport. Um das zu erreichen, lassen sich an die Ohrstecker via Magnet noch Ohr-Bügel heften, die beim Sport für mehr Halt sorgen sollen.

      Technische Daten Amazfit PowerBuds
      Übertragungsart Kabellos via Bluetooth 5.0
      Bauform In-Ear-/Earbuds-Hybrid
      Bauweise Geschlossen, Wasserbeständig nach IP55
      Reichweite 10m
      Audio-Übertragungsbereich 20~20k Hz
      Durchmesser & Art der Audiotreiber 9mm
      Impedanz 16 Ohm
      Akkulaufzeit 6 Stunden / 18 Stunden (ohne / mit Ladecase)
      Gewicht 69 Gramm (Box + Earbuds + Haken)
      Mikrofon für Telefonate Ja
      Noise-Cancelling Passiv
      Preis 79,99 Euro*

      Design

      Bei den Amazfit PowerBuds entschieden sich die Designer gegen eine einfache Kopie der Apple AirPods (Pro) und entwarfen stattdessen ein eigenes Design. Die Ohrstecker haben zwar eine klassische Form, aber die Technik zur Pulsmessung ist in einem Zwischenstück zwischen Silikon-Spitze und Außenteil verstaut.

      Käufer können zwischen vier verschieden Größen bei den Silikon-Aufsätzen wählen (XS, S, M, L). So sollte jeder die passende Größe für einen angenehmen Sitz der Amazfit PowerBuds finden. In meinem Fall auch zwei unterschiedliche Größen.

      Der Tragekomfort ist mit und ohne Bügel top. Auch nach mehreren Stunden verursachen die Silikon-Spitzen der Amazfit PowerBuds kein drückendes Gefühl im Ohr.

      Die Haken werden mit Magneten an den Ohrsteckern gehalten und erhöhen den Tragekomfort beim Sport nochmal deutlich. Aber auch ohne die Bügel stellt sich nie das Gefühl ein, dass die Amazfit PowerBuds gleich aus dem Ohr fallen. Werden die Haken nicht gebraucht, können sie im Etui verstaut werden – tolle Idee, da sie sonst zu Hause in einer Schublade verschwinden würden und wenn man sie sucht, teilen sie das Schicksal von USB-Stick-Kappen.

      Huami Amazfit PowerBuds Etui

      Sind die Bügel angesteckt, lassen sich die Amazfit PowerBuds am besten mit einer Viertel-Drehung im Ohr positionieren. Nach drei bis fünf Mal ist das eine natürliche Bewegung, bei der nicht mehr nachgedacht werden muss.

      Huami Amazfit PowerBuds Lifestyle mit Bügel

      Beim ersten Öffnen des Ladeetuis springen die Kopfhörer auch direkt in den Pairing-Modus und können so von iOS und Android-Geräten via Bluetooth gefunden werden – natürlich auch von Windows und Mac-Geräten mit Bluetooth. Nach wenigen Sekunden sind die Amazfit PowerBuds einsatzbereit. Das Case wird über USB Typ-C geladen. Kein MicroUSB gibt immer Pluspunkte.

      Bedienung

      Zur Steuerung können einfach Touch-Gesten verwendet werden. Wobei die Amazfit PowerBuds Doppel- und Triple-Touch-Gesten unterstützen. Die Lautstärke kann allerdings nicht über die Touch-Gesten gesteuert werden, sondern nur am Smartphone.

      Einfaches Tippen löst keinen Befehl aus. Wahrscheinlich sollen so Fehleingaben vermieden werden. Den Gesten können in der dazugehörigen App definierte Aktionen zugewiesen werden.

      Beim „Thru-Modus“ verstärken die vier Mikrofone an den Ohrsteckern die Außengeräusche. Alternativ könnte man die Amazfit PowerBuds auch einfach aus dem Ohr nehmen.

      Die App selbst ist gut strukturiert, wirkt aber etwas überladen. Da Amazfit sich erst vor Kurzem mit Zepp zusammen getan hat, wird die App wohl in den kommenden Monaten einige Veränderungen durchlaufen.

      Aussetzer bei der Verbindung sind am PC nur einmal alle zwei Stunden aufgetreten. Am Smartphone blieb die Verbindung und damit der Musikgenuss ungestört.

      Sound

      Kommen wir endlich zum Wichtigsten: Wie klingen die Amazfit PowerBuds? Um es kurz zu machen, sie klingen fantastisch. Die typische Badewanne (viele Höhen, wenige Mitten, viele Bässe), die bei anderen TWS sonst üblich sind, gibt es hier einfach nicht.

      Gerade die Mitten werden sehr gut betont und so entsteht ein voller Klang mit einem starken, aber nicht übertriebenen Bass. Davon profitieren besonders tiefe und warme Stimmen. Die Höhen sind gut, aber nicht bis in die Spitzen sauber. Das Klangbild der Amazfit PowerBuds als Ganzes ist eher auf der wärmeren Seite. Es ist schade, dass das aptX-HD-Codec fehlt, aber auch ohne boxt der Klang weit über seiner 80€*-Preisklasse.

      So großartig wie der Klang ist, umso schlimmer sind die Mikrofone. Mit dem Amazfit PowerBuds sollte – im Interesse des Gesprächspartners – kein Telefonat angenommen werden. Ihr klingt blechern und als ob ihr weit weg wärt. Wer die PowerBuds nur für Musik verwendet, kann unbeschwert zugreifen, aber für das nächste Video-Team-Meeting sind die TWS nichts.

      Akkulaufzeit

      Hier gibt es gute Nachrichten – Sollte es irgendwann wieder einen Marathon geben, müssen die Amazfit PowerBuds nicht mittendrin geladen werden.

      Amazfit selbst gibt eine Laufzeit von acht Stunden an, bis die PowerBuds wieder ins Case müssen. Bei etwa 60% Volume sind es in der Realität etwas über sechs Stunden. Immer noch ein guter Wert. Da zahlt es sich aus, dass die TWS kein Active-Noise-Cancelling haben, welches mehr Akku verbraucht. Die passive Abschirmung gegen Außengeräusche ist gut genug, um dieses Feature nicht wirklich zu vermissen.

      Im Ladecase stecken zwei weitere vollständige Ladungen, was für insgesamt 18 reale Stunden Musik mit den Amazfit PowerBuds sorgt.

      Pulsmesser

      Mir ist kein anderer TWS bekannt, der den Puls im Ohr misst. Um zu beurteilen, ob die Messung der Amazfit PowerBuds akkurat ist, wurde neben der Messung im Ohr auch noch via Amazfit Stratos 3 (Test demnächst) gemessen.
      Nach mehreren Einheiten Sport sind die Resultate durchwachsen. Diesen Teil des Tests hat unser neuer Kollege Daniel für mich durchgeführt, da meine Couch mich nicht gehen lassen wollte. Die Ergebnisse der Amazfit PowerBuds lagen immer etwas unter denen der Smartwatch. Allerdings sind die Ergebnisse mal mehr und mal weniger voneinander abgewichen.

      Entsprechend eignet sich der Pulsmesser nur für eine grobe Einschätzung, aber nicht als konkreter medizinischer Wert. Ich bin gespannt, ob die Messungen noch via Software-Update verbessert werden können. Sollte das passieren, werde ich diesen Artikel entsprechend anpassen.

      Fazit zu den Amazfit PowerBuds

      Die Amazfit PowerBuds machen vieles richtig. Der Klang ist erstklassig und der Tragekomfort ist super. Auch das Design gefällt und die Akkulaufzeit ist gut.

      Wer den Pulsmesser eher als groben Richtwert sieht und nicht mit den TWS telefonieren will, bekommt mit den Amazfit PowerBuds ein paar erstklassige Kopfhörer und braucht dann nicht mehr verschiede Modelle für Sport und unterwegs. Für derzeit* 80€ kann ich die Amazfit PowerBuds jedenfalls absolut empfehlen.

      Amazfit PowerBuds bei uns im Shop

      Stand: September 2020

      Veröffentlicht von

      Gamer, Filmliebhaber & Hobby-Fotograf – also alles was eine gute Geschichte erzählt. Großer Fan von durchdachten Produkten und Privatsphäre. Nach zehn Jahren im Google-System derzeit im Apple-Kosmos unterwegs und soweit zufrieden.

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