AMD Radeon RX 6700 XT: Power für 1440p-Gaming bei max. Details

      AMD Radeon RX 6700 XT: Power für 1440p-Gaming bei max. Details

      Nachdem in den letzten Wochen die Gerüchteküche brodelte, ist es jetzt offiziell: AMD hat die Radeon RX 6700 XT vorgestellt. Damit rundet der rote Riese sein Mittelfeld der Grafikkartenfamilie Radeon RX 6000 weiter ab.

      Der Markt für Grafikkarten ist zurzeit heiß umkämpft: Einerseits Streiten sich AMD und Nvidia um die Herrschaft in den Gaming-Rechnern, andererseits ist es zurzeit unheimlich schwer überhaupt an eine Grafikkarte zu kommen. In den meisten Fällen und Shops sind sie leider ausverkauft oder zu horrenden Preisen zu finden.

      Vor einigen Wochen gab es dann die ersten Gerüchte um eine mögliche RX-6700-Serie und nun ist die Katze endlich aus dem Sack: Mit der heute angekündigten RX 6700 XT für unter 500 US-Dollar und einer deutlich besseren Verfügbarkeit, will AMD das Rennen für sich gewinnen. Damit will AMD direkt gegen Nvidias GeForce RTX 3060 (Ti) ankämpfen, die eigentlich für 400 – 500 Euro über die Ladentheke gehen.

      Diesmal bekommen die neuen AMD-Grafikkarten – auf Basis der RDNA-2-Technologie – sogar mit Navi-21 einen neuen Grafikchip. Es wurde also nicht vom großen „Big Navi“-Chip abgeschnitten und eingeschränkt, sondern gezielt für die Mittelklasse entwickelt. Die Radeon RX 6700 XT soll mit ihrer Leistung besonders Enthusiasten ansprechen und genügend Power für 1.440p-Gaming bei maximalen Details mit 60 FPS oder mehr bieten.

      Insgesamt besteht die RX-6000-Familie damit aus vier Karten, die preislich und leistungstechnisch gut gestaffelt sind. Für jeden Kunden sollte ein passendes Modell vorhanden sein, wenn sie denn irgendwo verfügbar sind. Aber lasst uns die neuen Karten mal genauer ansehen, begonnen beim „kleinsten“ Modell.


      AMD Radeon RX 6700 XT

      Rund 479 US-Dollar will AMD für eine Radeon RX 6700 XT. Diese kommt mit dem Navi-22-XL-Chip daher und besitzt 40 Compute Units, sowie 2.560 Stream-Prozessoren. Die Taktrate soll sich zwischen 2.424 MHz und 2.581 MHz bewegen. Dazu gibt es noch einen 96 MB großen Infinity-Cache, der Teil der RDNA2-Architektur ist. Dieser hilft der Karte bei der Bandbreite und soll vor allem bei hohen Auflösungen helfen.

      Daneben besitzt die Karte ganze 12 GB GDDR6-Speicher. Der Stromverbrauch ist mit 230 Watt angegeben und klingt bei der Leistung auch angebracht. Diese Leistung hat AMD an acht selbst erstellten Benchmarks gezeigt und die Radeon RX 6700 XT gegen eine Nvidias GeForce RTX 3060 Ti und GeForce RTX 3070 antreten lassen.

      In ganzen fünf Spielen schlägt die Radeon RX 6700 XT die beiden Karten. Sogar die eigentlich „größere“ GeForce RTX 3070 wird überholt. In drei anderen Spielen verliert die Radeon RX 6700 XT nur ganz knapp und insgesamt wird die GeForce RTX 3060 Ti in sieben der acht Tests geschlagen. Damit scheint man die direkte Konkurrenz gut im Griff zu haben.

      Natürlich handelt es sich hier um die Benchmarks von AMD, ob das Ergebnis auch so stimmt, müssen unabhängige Tests zeigen. Wichtig ist hier auch zu erwähnen, dass AMD alle Tests mit dem neuen „Smart Access Memory“-Feature durchgeführt hat, also ein Ryzen 5000 zusammen mit einer RX 6000 verwendet wurde, was der Leistung nochmal ein wenig auf die Sprünge helfen soll.


      Übersicht der Radeon-RX-6000-Modelle:

      Bisher haben wir nicht alle technischen Daten der beiden gezeigten Karten. Dennoch haben wir durch die Präsentation einen guten Überblick über die Leistung bekommen. Echte Einschätzungen über die Leistung lassen sich aber erst durch Tests treffen. Vor allem der Vergleich zur Nvidias RTX-3060-Modellen wird interessant. Rein auf dem Papier hat AMD hier die Nase vorne.

      Die „großen“ Radeon-RX-6800-Modelle besitzen eine Navi-21-GPU, während die Radeon RX 6700 XT mit Navi 22 ausgeliefert wird. Sie besitzt damit einen deutlich kleineren Chip, gleicht aber der Radeon RX 6800 sehr. Die genaue Größe des Chips verrät aber AMD nicht. Mit seinen 40 Compute Units besitzt Navi 22 jedoch nur halb so viele Recheneinheiten wie Navi 21. Mit seinen 2.560 Stream-Prozessoren entspricht die Leistung etwa der einer Radeon RX 5700 XT mit Navi 10. Dafür soll sie deutlich effizienter arbeiten und auch mehr technische Tricks beherrschen.

      Um die geringere Anzahl an Recheneinheiten etwas auszugleichen, hat AMD den Takt noch ein Stück erhöht: Der maximale Boost lautet 2.581 MHz und der deutlich häufiger anliegende Game-Takt ist 2.424 MHz. Damit ist er ganze 34 Prozent höher als bei der Radeon RX 6800 und 20 Prozent höher als bei der Radeon RX 6800 XT.

      Durch den hohen Takt und die gute Effizienz von Navi 22 dürfte die Radeon RX 6800 XT einer Radeon RX 6800 in manchen Situationen schon nahekommen. Die hohen Taktraten fordern aber mit 230 Watt einen ziemlich hohen Zoll und brauchen einen 8-Pin- und ein 6-Pin-Stromstecker.

      Natürlich hat Navi 22 auch wieder einen Infinity Cache, dieser wurde aber von 128 MB auf 96 MB reduziert. Da Navi 21 aber für Ultra-HD und Navi 22 für WQHD ausgelegt ist, sollte es keinerlei Probleme mit der Kürzung geben.

      Die Speicherinterface wurde (leider) bei Navi 22 weiter reduziert und ist nur noch 192 Bit breit. Die Speichergeschwindigkeit beträgt 16 Gbps, so ist die Bandbreite mit 384 GB/s geringer als bei einer Radeon RX 5700 XT (448 GB/s). Diese geringer Bandbreite soll der Infinity Cache abfangen.

      Das Referenzdesign ähnelt der Radeon-RX-6800-Serie, verfügt aber nur über 2 Lüfter und 3 Heatpipes. Das Design ist also bei allen von AMD bereitgestellten Karten sehr ähnlich. Auch die Gesamtlänge der Karten soll sich kaum voneinander unterscheiden.

      Radeon RX 6900 XT Radeon RX 6800 XT Radeon RX 6800 Radeon RX 6700 XT
      Architektur RDNA 2
      GPU Navi 21 Navi 22
      Prozess 7nm
      Compute Units 80 72 60 40
      Stream Prozessoren 5.120 4.608 3.840 2.560
      Raytracing Ja
      Game-Takt 2.015 MHz 2.015 MHz 1.815 MHz 2.424 MHz
      Max. Boost 2.250 MHz 2.250 MHz 2.105 MHz 2.581 MHz
      FP32-Leistung 20,6 TFLOPS 18,6 TFLOPS 13,9 TFLOPS 12,4 TFLOPS
      FP16-Leistung 41,3 TFLOPS 37,1 TFLOPS 27,9 TFLOPS 24,8 TFLOPS
      Textureinheiten 320 288 240 160
      ROPs 128 96 64
      Speicher 16 GB GDDR6 12 GB GDDR6
      Speichergeschwindigkeit 16 Gbps
      Speicherinterface 256 Bit 192 Bit
      Speicherbandbreite 512 GB/s 384 GB/s
      Infinity Cache 128 MB 96 MB
      UVP 999 US-Dollar 649 US-Dollar 579 US-Dollar 479 US-Dollar

      Ab 18. März geht’s los

      Nun zum wichtigsten Teil für viele Kunden: Preis und Erscheinungsdatum. Die Radeon RX 6700 XT soll für 479 US-Dollar ab 18. März über den Ladentisch gehen.

      Um die Verfügbarkeit zu erhöhen, wird es gleich zum Start gleich zahlreiche Custom-Modelle (Asus, Gigabyte, MSI, PowerColor, Sapphire und XFX ) mit eigenen Kühlern und höheren Taktraten geben. Deren Preis wird dann etwas höher liegen. Dennoch ist davon auszugehen, dass auch hier die Nachfrage größer sein wird als die Lager und die Karten erstmal schnell vergriffen sein werden.

      Was denkt ihr über die neue Radeon RX 6700 XT? Können sie Nvidias RTX-3060-Modellen das Wasser reichen? Lasst es uns gerne in den Kommentaren wissen!

      Zum Shop: AMD-Grafikkarten

      Quelle und Bilder: AMD

      Veröffentlicht von

      (Junior) Online-Editor, NBB.de. Kommentare über Technik. Rechtschreibfehler und verwirrende Grammatik sind bewusste Witze - ganz offensichtlich.

      Das könnte dich auch interessieren

      1 Kommentar » Schreibe einen Kommentar

      1. Naja so langsam sehe ich mir keine Kartentests mehr an.. Diese miese Idee von Nvidia den Preis so niedrig an zu setzen plus corona haben zu einer extremen verteuerung geführt so das nur noch Elitemenschen sich solche Karten für 2000+ leisten können

      Schreibe einen Kommentar

      Pflichtfelder sind mit * markiert.