AMD RDNA2: MacOS leakt die kommenden AMD-Grafikkarten

      AMD RDNA2: MacOS leakt die kommenden AMD-Grafikkarten

      Ende Oktober steht die offizielle Vorstellung von AMDs langerwarteten RDNA2-Grafikkarten an. Doch bereits jetzt enthüllte Apples Betriebssystem viele Details der Next-Gen-GPUs. Wir haben alle Infos für euch zusammengefasst.

      AMD RX 6000: Die neue Mittelklasse-GPU kommt mit enormen Taktraten

      Wie so oft hat ein umtriebiger Reddit-Nutzer die Daten ausfindig gemacht. In der Beta-Version von macOS 11 entdeckte stblr fast die gesamten Spezifikationen von AMDs neuen Grafikkarten. Eine enorm zuverlässige Quelle, die uns fast alle Details zu Big Navi & Co verrät.

      Dabei sind einige Überraschungen zu finden. So wie etwa der enorm hohe Boost-Takt der neuen Mittelklasse-Karten von AMD. Navi 22 soll bis 2,5 GHz boosten, was bis dato noch keiner Referenzkarte gelungen ist. Die hohen Taktraten der neuen Grafikkarten-Architektur RDNA 2 deuteten sich bereits mit der PlayStation 5 an. Denn diese setzt ebenfalls auf einen Grafikchip mit RDNA2.

      AMD Radeon Big Navi RDNA2 GPU

      Der Mittelklasse-Grafikchip „Navi 22“ verfügt des Weiteren über 40 Recheneinheiten, die mit einem derartigen Takt auf beachtliche 12,8 TeraFLOPS an Leistung kommen müssten. Dies sollte bereits für einfaches 4K-Gaming ausreichen, ist aber weit von den TF-Angaben der neuen Nvidia-Karten entfernt. Diese sollte man allerdings auch nicht zu ernst nehmen, da Nvidia sie neuerdings anders berechnet. Allgemein gilt: Architektursprünge machen rohe TF-Leistung oftmals wett. So ist zum Beispiel die RX 5500 – trotz geringerer Rohleistung – deutlich schneller als ihr Vorgänger RX 560.

      Wieviel Speicher die neue Mittelklasse GPU erhält, ist hingegen noch nicht ganz klar: Der Online-Händler Newegg hat in seinem Blog die voraussichtliche RX 6700 XT mit 6 GB VRAM gelistet. Eine Angabe, die ich für wenig wahrscheinlich halte. Der Weg der neuen Grafikkarten geht allgemein eher zu mehr Videospeicher – was in hohen Auflösungen wie 4K auch von Nöten ist.

      AMD Navi 21: Vermeintliches Topmodell kommt in zwei Varianten

      Die wohl meisterwartete Karte dürfte für viele AMD-Jünger dann auch „Big Navi“ alias Navi 21 sein: Hierbei handelt es sich nicht um einen Rapper, sondern um das Topmodell der kommenden GPU-Generation. Bereits seit mehr als einem Jahr geistert es durch die Gerüchteküche. Dank des Apple-Leaks können wir nun wohl viele der zuvor kolportierten Spezifikationen bestätigen: Mit 80 Rechen- und 5120 Shader-Einheiten steht uns ein echtes Biest bevor.

      Sie soll in zwei Versionen erscheinen, wobei der einzige ersichtliche Unterschied die Speicherbestückung und der Takt werden dürfte. Mit bis zu 16-GB-GDDR6-Speicher sollte die Karte über genügend Reserven für hohe Auflösungen verfügen. Die vermeintliche RX 6900 XT boostet dazu auf sehr hohe 2,2 GHz. Somit dürfte sie auf eine Rechenleistung von 22,5 TF kommen.

      Nominell stärker als die neue GeForce RTX 3070 von Nvidia, aber schwächer als die RTX 3080. Es könnte allerdings immer noch sein, das RDNA2 seine Leistung besser auf die Straße bekommt. Schließlich kommt dieselbe Architektur auch in den neuen Konsolen zum Einsatz. Somit werden alle Multi-Plattform-Titel von Haus aus für RDNA2 optimiert.

      RDNA2-Grafikchip Navi 21 b Navi 21 a Navi 22 Navi 23
      Interner Chip-Name Sienna Cichlid Sienna Cichlid Navy Flounder Dimgrey Cavefish
      Recheneinheiten 80 80 40 32
      Shader 5120 5120 2560 2048
      GPU-Takt von/bis 500 – 2050 MHz 500 – 2050 MHz 500 – 2500 MHz
      Boost-Takt 2200 MHz 2050 MHz 2500 MHz
      erwartete TeraFLOPS ca. 22,5 TF ca. 20 TF ca. 12,8 TF
      Power Limit (nur Grafikchip, ohne PCB und Speicher) 238 Watt 200 Watt 170 Watt

      Dank 7nm-Fertigung dürften die neuen Grafik-Chips erneut sehr effizient sein, die angegebenen Watt-Angaben beziehen sich aber wohl nur auf die Sockel-TDP des Grafikchips. Am Ende dürfte sich die gesamte Leistungsaufnahme des Topmodells bei ca. 300 Watt einpendeln – was deutlich unter der Konkurrenz von Nvidia liegt.

      Wenn ihr euch die Daten selber im Detail anschauen möchtet, könnt ihr das mit einem Framework-Tool, wie zum Beispiel radare, machen. Kopiert dazu einfach folgenden Dateipfad

      /System/Library/Extensions/AMDRadeonX6000HWServices

      in das Programm und sucht zum Beispiel nach: „_discovery_v2_navi21“.

      Einsteiger-Karte Navi 23 versteckt sich ebenfalls im Quellcode

      Eine bislang unbekannte GPU – namens „Dimgrey Cavefish“ bzw. Navi 23 – wurde ebenfalls im Quellcode entdeckt. Sie soll über 32 Recheneinheiten verfügen und dürfte den Einstieg in AMDs Next-Gen-Line-Up bieten. Ein „Navi 31“ genannter Grafikchip findet sich in den MacOS-Daten ebenfalls. Da alle weiteren Einzelheiten der vermeintlichen GPU dem Navi-21-Chip entsprechen, sollte es sich hierbei aber noch um Platzhalter handeln.

      Am 28. Oktober wissen wir – offiziell – mehr zu RDNA2

      AMD wird seine neue Grafikarchitektur offiziell am 28. Oktober enthüllen. Dann wissen wir endlich, was AMD so viele Jahre entwickelt hat und ob man Nvidia gefährlich werden kann. Der große Konkurrent hat mit seinen neuen Ampere-GPUs der RTX 3000-Serie massiv vorgelegt. Derzeit sind die neuen Grafikkarten aber noch kaum erhältlich. AMD hat hierzu immerhin bereits angekündigt, zum Verkaufsstart von RDNA2 für eine bessere Verfügbarkeit zu sorgen.

      Für CPU-Interessierte noch als kurze Info: AMD wird seine neuen Zen-3-Prozessoren bereits am 8. Oktober der Weltöffentlichkeit präsentieren. Bleibt also dran und wir halten euch mit weiteren Infos zu Grafikkarten und Prozessoren auf dem Laufenden.

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      Quellen und Bilder via: ComputerBase, wccfTech (1) (2), stblr auf reddit.com, AMD

      Aufmacher via: Oravius auf reddit.com

      Veröffentlicht von

      Großer Film- und Serien-Nerd, der von Antonioni bis Tarkowski (fast) alles gesehen hat, was Kino und Fernsehen hergeben. Durch die älteren Geschwister fand er Mitte der 90er seine Leidenschaft für PC- und Konsolenspiele. Zockt mittlerweile vornehmlich am selbstgebauten Gaming-PC und gelegentlich auch auf seiner PS4 Pro.

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