AMD zeigt Radeon RX Vega 64, RX Vega 56 und RX Vega Nano

AMD hat auf der SIGGRAPH Konferenz seine ersten Consumer Grafikkarten aus der Vega-Reihe vorgestellt und vorsichtige Ausblicke auf die Leistungsfähigkeit der neuen Karten gegeben. Sogar eine kleine Grafikkarte namens Vega Nano wurde gezeigt. Muss sich Nvidia jetzt warm anziehen?

AMD hat endlich seine neuen Radeon RX Vega Grafikkarten präsentiert. Das Topmodell namens Radeon RX Vega 64 ist dabei in drei Versionen erhältlich, als normale Edition, als Limited Edition mit Metallabdeckung und als Liquid Cooled Edition, also als wassergekühlte Variante. Zusätzlich wurde die Radeon RX Vega 56 und – etwas überraschend – ein kleines Modell mit dem Namen Radeon RX Vega Nano vorgestellt. Zu letzterer Grafikkarte wurden allerdings weder technische Details noch ein Erscheinungsdatum verraten, man beschränkte sich darauf, die kompakte Grafikkarte überhaupt erstmal zu zeigen.

Zu den drei Radeon RX Vega 64 Modellen und der Radeon RX Vega 56 Grafikkarte gab es hingegen schon ein paar belastbare Infos. Für Interessierte dabei sicherlich besonders spannend: Offizieller Release-Termin ist der 14. August 2017!

AMD Radeon RX Vega 64 und Vega 56 Leistungsdaten

Alle vier GraKas bauen auf der neuen Vega-10-GPU auf und haben 8 GB HBM2 RAM. Die normale RX Vega 64 hat einen Basis-Takt von 1247 MHz und einen Turbo-Takt von 1546 MHz, die Limited Edition hat die gleichen Spezifikationen. Die wassergekühlte Variante hat einen Basis-Takt von 1406 MHz und einen Turbo-Takt von 1677 MHz. Der Basis-Takt der Radeon RX Vega 56 liegt bei 1156 MHz, ihr Turbo-Takt bei 1471 MHz.

 

Radeon RX Vega 64 Radeon RX Vega 64 Liquid Cooled Edition Radeon RX Vega 56 GeForce GTX 1080 GeForce GTX 1080 Ti
GPU Vega 10 Vega 10 Vega 10 GP104 GP102
Rechenblöcke 64 64 56 20 28
Shader-Rechenkerne 4096 4096 3584 2560 3584
GPU-/Turbo-Takt 1247 / 1546 MHz 1406 / 1677 MHz 1156 / 1471 MHz 1607 / 1733 MHz 1480 / 1582 MHz
Rechenleistung (SP) 12,66 TFlops 13,7 TFlops 10,5 TFlops 8,87 TFlops 11,34 TFlops
Speicher 8 GByte HBM2 8 GByte HBM2 8 GByte HBM2 8 GByte GDDR5X 11 GByte GDDR5X
Datentransferrate 484 GByte/s 484 GByte/s 410 GByte/s 320 Gbyte/s 484 GByte/s
Display-Anschlüsse 3 x DP 1.4, HDMI 2.0b 3 x DP 1.4, HDMI 2.0b 3 x DP 1.4, HDMI 2.0b 3 x DP 1.4, HDMI 2.0b, DL-DVI 3 x DP 1.4, HDMI 2.0b, DL-DVI
TDP 345 Watt 295 Watt 210 Watt 180 Watt 250 Watt
Preis ab 499 Euro 699 Euro 399 Euro 550 Euro 700 Euro

Hinsichtlich der theoretischen Rechenleistung übertreffen die Vega-Grafikkarten sowohl die GTX 1080, als auch die GTX 1080 Ti: Die theoretische Rechenleistung reicht von 10,5 Tera-Flops (Vega 56), über 12,66 Tera-Flops (Vega 64) bis hin zu 13,7 Tera-Flops (Vega 64 mit Flüssigkühlung) FP32-Berechnungen. Die (immerhin schon fast ein Jahr alte) GeForce GTX 1080 erzielt „nur“ 8,87, die (knapp ein halbes Jahr erhältliche) GTX 1080 Ti immerhin 11,34 Tera-Flops FP32-Berechnungen. Die Speicherbandbreite liegt bei den Radeon RX Vega 64 Grafikkarten bei 484 GB/s, bei der Radeon RX Vega 56 Grafikkarte bei 410 GB/s, im Vergleich dazu die GTX 1080 gerade einmal 320 GB/s, die GTX 1080 Ti kommt auf starke 484 GB/s.

Radeon RX Vega 64: Papiertiger oder Leistungslöwe?

Auf dem Papier liest sich das also ganz gut. Und die Erwartungen an die neue Grafikkarten-Generation von AMD sind verständlicherweise durchaus hoch, denn Nvidia dominiert derzeit mit der GeForce GTX 1080 Ti den Markt der High-End-Grafikkarten. Keine Frage, AMD möchte mit der RX Vega 64 die bestehende Lücke nach Möglichkeit nicht nur schließen, sondern den Konkurrenten überholen.

Doch trotz aller Bemühungen sieht es nach der jetzigen Vorstellung leider nicht danach aus, als könnte AMD mit der RX Vega 64 Nvidias GTX 1080 Ti das Wasser reichen. Im Rahmen der Präsentation verglich man die RX Vega 64 nämlich „nur“ mit der GTX 1080 und der GTX 980 Ti aus dem Hause Nvidia. Hier lieferte sich AMDs Topmodell in verschiedenen FPS-Vergleichen ein Kopf-an-Kopf-Duell, wenn auch mit leichten Vorteilen gegenüber dem Konkurrenten. Aber die GTX 1080 ist wie gesagt auch schon ein Jahr alt und die GTX 1080 Ti noch mal ein ganzes Stück stärker. Außerdem werden die Vega-Grafikkarten aufgrund hoher Leistungsaufnahme wohl sehr warm. Es wird interessant sein, das Thema Wärme bei den Vega-10-GPUs zu beobachten.

AMD – Hoffnung für die Zukunft?

Immerhin darf man als Fan von AMD hoffen, dass man bei Spielen, die künftig auf FP16-Berechnungen setzen, deutlich mehr Leistung und Grafikpower auf den Bildschirm bringen kann. „Wolfenstein 2: The New Colossus“ von id Software wird der erste Titel sein, der die FP16-Berechnungen von Vega 10 unterstützt. Und man darf davon ausgehen, dass dies in Zukunft auch andere Spiele tun werden.

Preislich sind die Vega 10-Grafikkarten zwar günstiger als die direkten Konkurrenten, aber auch kein Wahnsinns-Schnäppchen. Die RX Vega 56 kostet 399 Euro, die RX Vega 64 schon 499 Euro und für die wassergekühlte Version werden stolze 699 Euro fällig – also im Prinzip so viel wie für die GTX 1080 Ti.

via heise, toms hardware und computerbase 1, 2

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