Analyst: Apple wird sehr wahrscheinlich nicht alle Ports des iPhone streichen

Analyst: Apple wird sehr wahrscheinlich nicht alle Ports des iPhone streichen

Von der gleichen Quelle gibt es auch Infos zu einem neuen Apple TV für die Massen.

Am Wochenende tauchten Berichte auf, dass Apple – gezwungenermaßen – das iPhone-Lineup auf USB-C umstellen wird. Das kam sowohl von Bloomberg als auch von Ming-Chi Kuo. Die Umstellung soll nicht mehr 2022 passieren, aber im kommenden Jahr dürfte es dann so weit sein.

Viele News-Outlets (uns eingeschlossen) gehen seit Jahren davon aus, dass Apple lieber alle Ports am iPhone streichen würde, als auf USB-C zu setzen. Immerhin verdient man in Cupertino an jedem Lightning-Kabel mit – egal, ob sie es selbst verkaufen oder es von Drittanbietern kommt. Laut Analyst Kuo hat sich der Plan eines iPhones ohne Anschlüsse – zumindest im Moment – aber als zu ehrgeizig herausgestellt.

„Das portlose iPhone kann aufgrund der aktuellen Einschränkungen der drahtlosen Technologien und des unausgereiften MagSafe-Ökosystems weitere Probleme verursachen.“

Ming-Chi Kuo

Apple ist Teil des USB-Forums und hat zusammen mit Intel damals aktiv den Thunderbolt-Anschluss entwickelt. Der war aber zum Launch des dünnen iPhone 5 nicht fertig und Apple brauchte eine schlanke Alternative zu 30-Pin-Connector. Damit war Lightning geboren.

Als USB-C fertig war und die ersten Android-Smartphones damit auf den Markt kamen, konnte Apple nicht schon wieder den Port wechseln. Außerdem folgten weitere Produkte „rund um das iPhone“ wie die AirPods. Die bekamen somit auch Lightning, damit sie komfortabel am gleichen Kabel geladen werden konnten wie das iPhone. Ein Teufelskreis.

Auch andere Apple-Produkte sollen auf USB-C umgestellt werden

Laut Kuo will Apple aber jetzt Nägel mit Köpfen machen und Lightning auf einen Schlag streichen – bei allen Produkten. Der verlässliche Analyst berichtet: „Andere Lightning-Port-Produkte (z. B. AirPods, Magic Keyboard/Trackpad/Mouse, MagSafe Battery) würden in absehbarer Zeit ebenfalls auf USB-C umsteigen.“

Das wäre tatsächlich ein radikaler Wechsel, aber auch mehr als überfällig. Das iPad-Lineup wurde bis auf das Einstiegsgerät bereits komplett auf USB-C umgestellt. Macs verwenden ebenfalls seit Jahren USB-Typ-C-Anschlüsse. Das iPhone und dessen umfangreicher Kosmos waren bisher die letzte Bastion von Lightning und das könnte sich 2023 tatsächlich ändern. Bis es so weit ist, können Enthusiasten ja ihren eigenen USB-C-Port an das iPhone löten.

2023 dürfte also tatsächlich das Jahr werden, in dem offiziell die Hölle zufriert. Auf der anderen Seite sagte Phil Schiller bei der Präsentation des Lightning Connector im September 2012, dass Apple diesen Standard für die nächsten zehn Jahre verwenden wird. Ziemlich nah dran.

Neuer Apple TV ist wohl ebenfalls in der Mache

Neben dem Apple-Produkt, das sich am besten verkauft (iPhone) hatte Analyst Kuo auch noch Infos zum (wahrscheinlich) am schlechtesten laufenden Produkt – dem Apple TV. Da soll es in der zweiten Jahreshälfte 2022 einen Nachfolger geben.

Während viele Tech-News-Outlets direkt auf „Apples TV-Stick“ aufgesprungen sind, sollten wir uns Kuos Aussage genauer ansehen.

„Apple wird im zweiten Halbjahr 2022 eine neue Version des Apple TV auf den Markt bringen, die die Kostenstruktur verbessert. Ich denke, dass Apples aggressive Strategie der Integration von Hardware, Inhalten und Diensten inmitten der Rezession dazu beitragen wird, die Lücke zu seinen Konkurrenten zu schließen.“

Ming-Chi Kuo

Die Zauberworte hier sind „Kostenstruktur verbessern“. Das heißt nicht zwangsweise „günstiger“, sondern nur, dass es für Apple mehr Marge geben wird. Es ist beispielsweise möglich, dass der betagte A12-SoC austauscht wird. Alte Chips werden ab einem bestimmten Punkt teuer in der Produktion und Apple wirft aktuell sowieso mit M1-Chips um sich, als ob es keinen Morgen mehr gibt.

Mit mehr Rechenleistung könnte der Apple TV auch mehr Gaming-Performance bieten – vielleicht sogar zusammen mit einem neuen Gaming-Controller. Fest steht, dass der Apple TV im Moment kein guter Deal ist. Etwa 150€ für eine 1080p-Version und 200€ für die 4K-Version mit 32GB Speicher (220€ für 64GB) ist angesichts von Chromecast und FireTV-Stick nicht empfehlenswert.

Apple mag mit dem HomePod Mini gezeigt haben, dass sie auch weniger teuer können, ich würde aber trotzdem nicht darauf setzen, dass wir einen Apple TV 4K-Stick für 100€ sehen werden. Bald wissen wir mehr. Noch nicht zur WWDC im Juni, aber wir haben sicherlich noch einige Apple Events im Herbst 2022 vor uns – nicht nur das iPhone-Event im September.

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Quelle & Bilder: Ming-Chi Kuo (Twitter), Bloomberg

Veröffentlicht von

Gamer, Filmliebhaber & Hobby-Fotograf – also alles was eine gute Geschichte erzählt. Großer Fan von durchdachten Produkten und Privatsphäre. Nach zehn Jahren im Google-System derzeit im Apple-Kosmos unterwegs und soweit zufrieden.

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