Angespielt: Apex Legends Mobile – das abgespeckte Original für unterwegs

      Angespielt: Apex Legends Mobile – das abgespeckte Original für unterwegs

      Vor drei Jahren ist EA mit Apex Legends auf den Erfolgszug von Battle-Royale-Titeln wie PUBG, Fortnite und Co. aufgeprungen. Apex Legends wurde für Windows, Xbox One und PS 4 veröffentlicht und im letzten Jahr auch auf die Switch portiert. Jetzt ist der F2P-Titel für Android und iOS erschienen.

      Die erfolgreiche Battle-Royale-Formel auf dem Smartphone

      Das Spielprinzip auf dem PC und Konsolen ist klar: Bis zu 60 Leute kämpfen auf einer Karte in kleinen Teams um den Sieg. Zur Verfügung stehen 21 (Stand: Mai 2022) unterschiedliche Legenden bzw. Charaktere mit einzigartigen Fähigkeiten. Wer zuerst wertvolle Waffen und Gegenstände einsammelt, alle anderen Teams erledigt und am Ende übrig bleibt, hat gewonnen.

      Damit das nicht ewig dauert, verkleinert sich der Spielbereich mit der Zeit immer weiter. Wer nicht rechtzeitig aus der „Danger Zone“ herauskommt, erleidet Schaden. Im Vergleich zu anderen Battle-Royale-Spielen gibt es bei Apex Legends neben den Helden und deren Fähigkeiten eine weitere Besonderheit: Teammitglieder können für eine gewisse Zeit wiederbelebt werden. Neben der normalen Karte kam 2021 (ähnlich wie bei PUBG) auch noch eine kleinere, taktisch anspruchsvolle Map dazu, auf der weniger Spielende gegeneinander antreten.

      2,7 GB – im Play und AppStore verfügbar

      Doch wie funktioniert das Ganze nun auf dem Smartphone? Um das herauszufinden, habe ich Apex Legends Mobile auf dem Legion Phone Duel (Test) angespielt. Im Google Play Store findet man den Titel schnell, der Download der 2,7 GB dauert – je nach Internetverbindung – hingegen etwas länger.

      Apex Legends Mobile
      Apex Legends Mobile
      Entwickler: ELECTRONIC ARTS
      Preis: Kostenlos
      ‎Apex Legends Mobile
      ‎Apex Legends Mobile
      Entwickler: Electronic Arts
      Preis: Kostenlos+

      Nach ein paar kleinen Updates steigt man in Form eines ganz nett gemachten Vorspann zu den Klängen von Shinedown mit DEVIL in das Spiel ein und erfährt so, worum es ungefähr geht. Die meisten unter 20jährigen dürften das getrost überspringen können, denn letztendlich handelt es sich bei der mobilen Version nur um eine leicht abgespeckte Variante der ursprünglichen Version.

      Es folgen eine grobe Altersangabe (die mobile Version ist ab 16 Jahren freigegeben, die PC-Version ab 18) mit Monat und Jahr sowie das Akzeptieren der EULA und die Anmeldung via Facebook, Google, Twitter oder EA-Konto. Du kannst auch als Gast spielen, dann ist der Fortschritt aber höchstwahrscheinlich nicht auf andere mobile Endgeräte übertragbar.

      First- oder Third-Person-Perspektive

      Im Anschluss an die Auswahl des eigenen Erfahrungslevels gelangst du (vermutlich abhängig von der Auswahl) ganz klassisch zu einem Tutorial-Game, in dem dir die grundlegende Steuerung inkl. Rutschen und Springen, aber auch der Kampf sowie Spezialfähigkeiten, das Wiederbeleben von Teammates und diverse Ausrüstung gezeigt werden. Du kannst im Gegensatz zur PC- und Konsolen-Version in der First- oder Third-Person-Perspektive spielen, wobei letztere Vorteile bei der Übersicht im Game bietet.

      Danach geht es ohne große Umwege auch direkt in das erste Gefecht, das ich dank jahrelanger FPS-Erfahrung am PC natürlich problemlos gewinne. Der Spieleinstieg geht schnell vonstatten: Aus dem Flugzeug springen, Waffen suchen, Gegner ausschalten. Mittendrin macht man sich mit den Fähigkeiten vertraut, sammelt panisch Gegenstände ein und freut sich über die fummelige Steuerung eines Ego-Shooters am Touch-Display, die dank großer Finger gerne mal aus der Hand gleitet.

      Steuerung von FPS am Smartphone mindestens Gewöhnungssache

      Ungewolltes Schießen ist genauso keine Seltenheit wie das Verziehen der Waffe auf den Boden mitten beim Feindkontakt. Wer regelmäßig FPS am Smartphone spielt, den dürfte das jedoch deutlich seltener ereilen. Alle anderen schießen einfach los und vertrauen auf die Zuverlässigkeit des Auto-Aim. Immerhin sorgen viele kleine Hilfsfunktionen wie das automatische Plündern von Truhen oder Ausrüsten der Waffen und Gegenstände für einen reibungsloseren Ablauf.

      Nach dem Match gibt es die üblichen Belohnungen, mit denen sich Champions und Co. freischalten lassen. Natürlich dürfen bei einem Free-2-Play-Titel auch die folgenden Dinge nicht fehlen: Tagesbelohnungen, Battle Pass, Achievements, Saisonpunkte, limitierte Skins, Ranglisten, Objekte, Erfahrungspunkte und natürlich ein Haufen unterschiedlicher Währungen wie Syndikatsgold, Apex Packs, Flux, Legend Tokens, Legend Pieces usw. Auf den ersten Blick wirkt das Spiel damit moderat überladen und es dauert eine Weile, bis man sich zurechtfindet.

      Verhältnismäßig komplexe Einstellungen

      Apex Legends Mobile verfügt über ein umfangreiches Menü, in dem Einstellungen wie „autom. Schießen“, „Visiermodus“, „Truhen autom. öffnen“, aber auch die Bewegungssteuerung eingestellt werden können. Selbst das Grafikmenü ist für ein Mobile-Game ziemlich detailliert. Am Legion Phone Duel ist vorab als Grafikqualität „HD“ eingestellt. Darüber gibt es noch „UltraHD“, „ExtremeHD“ und „Original“. Beim LoD, den Texturen und der Grafik generell macht die mobile Version natürlich trotzdem sichtbare Abstriche. Du kannst dir immerhin die FPS anzeigen lassen oder den Grafikstil anpassen. Benutzt du einen Controller, kannst du auch hier die Tasten individuell belegen. Mit dem Legion Phone Duel lassen sich zudem noch zwei Befehle vom Touch-Display auf die Trigger-Tasten im Rahmen auslagern.

      Im Loadout ist das gesamte Waffensortiment inkl. Modifikationen, Skins und Co. einsehbar. Es lassen sich unter anderem Läufe, Magazine, Optiken und Schäfte anpassen, aber auch Waffen untereinander hinsichtlich ihrer Specs vergleichen. Zum Release sind übrigens nur 10 Legenden im mobilen Ableger verfügbar. Während Crossplay zwischen PCs und Konsolen möglich ist, bleiben die Mobile-Gamer*innen zudem unter sich. Als ergebener PC-Spieler halte ich das im Sinne der Fairness für eine gute Idee.

      Rasante Matches mit jeder Menge Action

      Als Spielmodi stehen „Battle Royale“, „Ranglisten-Spiel“, „Multiplayer“, „Schnelles Duell“ sowie „Tutorial-Level“ und „Freies Training“ zur Wahl. Die Modi werden teilweise erst mit höherer Profil-Stufe freigeschaltet und bieten unterschiedliche Karten, die man jedoch bereits aus dem Original kennt. Mit dem Modus „Multiplayer“ ist erstmals auch eine Team-Deatchmatch-Variante verfügbar, die es im Hauptspiel noch nicht gibt. Hier treten zwei Teams mit jeweils sechs Spieler*innen gegeneinander an.

      Die Matches selbst erinnern angesichts der Regeln natürlich an PUBG Mobile, das ich mir zum Release 2018 ebenfalls genauer angeschaut habe, sowie andere Battle-Royal-Titel. Wie schon am PC sind die Gefechte in Apex Legends Mobile aber deutlich rasanter und dank unterschiedlicher Legenden mit einzigartigen Fähigkeiten für mein Empfinden auch actionreicher und dynamischer. Dank Greifhaken, Scanner und Co. wird das Campen an normalerweise schwer erreichbaren Orten ebenfalls schnell entschärft.

      Wie viele In-Game-Währungen willst du? Ja

      Hegst du eine Leidenschaft zum Sammeln? Dann solltest du jede Menge Zeit mitbringen. Im spieleigenen Store hast du allerdings auch die Möglichkeit, den Grind und somit zahlreiche Gaming-Stunden in ungesunder Haltung am Smartphone abzukürzen. Dazu brauchst du lediglich ein „kleines bisschen“ Syndikatsgold. Für 10 Euro gibt es bspw. 1050 Taler. Die Legende „Fade“, die es ganz nebenbei vorerst exklusiv im mobilen Ableger von Apex Legends gibt, kostet 750 Syndikatsgold, ein normaler Waffenskin startet bei ca. 300 Gold. Der Preis der Skins ist jedoch abhängig vom Seltenheitswert.

      Unter dem Punkt „Herstellung“ lassen sich Skins, Abzeichen und Emotes freischalten, für die du jedoch Flux benötigst. Das „Crafting Material“ bekommst du allerdings nur durch das Öffnen von Paketen oder indem du Event- und Battle-Pass-Stufen aufsteigst. Die Helden-Skins kosten mehrere tausend Flux, durch den Battle Pass und laufende Events bekommst du normalerweise aber nur 20 bis 50 Flux pro Stufe. Dazu gibt es noch Karten, Pakete, Teile usw., die aus der Ferne betrachtet ein verworrenes Netz an In-Game-Währungen ergeben, die man zum Freischalten von diesem und jenem unbedingt benötigt. Bedeutet: Wie bei den meisten F2P-Games kannst du auch in Apex Legends Mobile gefühlt unendlich viel Zeit und Geld versenken, bevor du alles freigeschaltet hast.

      Fazit: Spaßiger mobiler Ableger setzt auf viel Konditionierung und Abkürz-Motivation

      Fassen wir zusammen: Apex Legends Mobile ist ein spaßiger, actiongeladener, aber auch reduzierter Ableger des Originals für Android und iOS. Wie bei vielen Shootern am Smartphone stellt die Steuerung (für mich) die größte Hürde dar. Springen, rutschen, ziehen, Sonderfähigkeiten benutzen: Die Chance, im Kampf versehentlich in den Himmel zu schießen oder an einer Truhe zu sterben, ist groß. Wenn du allerdings auf FPS am Smartphone stehst und mit der Steuerung keine Probleme hast, machst du Apex Legends Mobile nichts verkehrt. Ein Ersatz für das Hauptspiel kann, und will es vermutlich auch nicht sein.

      EAs psychologische Kriegsführung geschieht im Hintergrund

      EAs psychologische Kriegsführung mit leuchtenden Kisten, coolen Schriftzügen und vielen Belohnungen geschieht im Hintergrund

      Immerhin kostet dich der Spaß keinen Cent, solange du nicht in den Strudel der In-Game-Währungen hineingezogen wirst. Gerade angesichts der laxen Alterskontrolle sollten Eltern daher ein Auge auf ihre Kinder haben und die Kredikkarte gut verstecken. Die schonungslosen Alternativen stehen schon bereit: Ausdauer, Disziplin oder ganz einfach Verzicht.

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      *Stand: Mai 2022

      Veröffentlicht von

      Die Leidenschaft fürs Zocken wurde bereits in den frühen 90ern mit Bubble Bobble am Sega Master System II geweckt. Spielt mittlerweile hauptsächlich am PC und hätte gerne viel mehr Zeit, um sich seinem ständig wachsenden Pile of Shame zu widmen.

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