Angespielt: Banished – ein Aufbau-Strategiespiel der besonderen Art

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Eine kleine Gruppe Menschen ist auf der Suche nach einem Neuanfang und du bist dafür verantwortlich. Das klingt zwar eintönig und einfach, ist es aber nicht und macht dabei auch noch richtig Spaß! Bei Banished müsst ihr dieses Dorf bauen und den Bewohnern eine neue Heimat kreieren. Ihr könnt es euch als Mischung aus SimCity, Anno und etwas Age of Empires vorstellen, jedoch ohne Kriege, ohne Technologiebaum und vorgegebene Ziele. Der Fokus liegt komplett auf den Bewohnern und so lautet das einzige Ziel: Die Bewohner müssen überleben. Für vieles was bei Anno & Co. automatisch klappt, muss bei Banished selbst Hand angelegt werden. Der Entwickler des Spiels wollte weg von den Simulationen, die Bevölkerung nur als Zahlen darstellen, hin zu einem Spiel, in dem der einzelne Siedler wichtig ist.

Nachdem viele Kollegen im Büro nun ihre Freizeit mit der Aufbausimulation verbringen, wollen wir es euch auch einmal vorstellen.

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Bewohner bringen Rohstoffe zum Bau der Gebäude herbei.

Zu Beginn empfiehlt es sich die vier aufeinander aufgebauten Tutorial-Missionen durchzuspielen, um die etwas komplexe Spielmechanik besser zu verstehen. Ohne Tutorial geht der Einstieg sperrig vonstatten und der erste Besiedlungsversuch endet ziemlich sicher in verhungerten oder erfrorenen Siedlern. Denn Fehler verzeiht Banished nur schwer und genau das macht das Spiel so fesselnd.

Zuerst sollten Häuser gebaut werden, damit die Menschen im kalten Winter überleben und ein Dach über dem Kopf haben. Zusätzlich müsst ihr dafür Sorge tragen, dass die Menschen genügend Nahrungsmittel haben, das bedeutet: Euren Siedlern Jobs wie Fischer, Jäger und Farmer zuweisen und entsprechende Gebäude bauen. Natürlich braucht man Rohstoffe um Gebäude zu bauen, also müssen deine Einwohner den Wald abholzen und Steine sowie Eisen abbauen. Sobald die ersten Häuser stehen, ziehen auch schon die Familien ein und mit etwas Glück sorgen sie für Nachwuchs. Um eure Häuser im kalten Winter zu beheizen, braucht ihr Feuerholz und ein Schmied sorgt für Werkzeuge, mit denen die Rohstoffe abgebaut werden. Vernachlässigt man eine Sache, kann das zum Tod einiger dringend benötigter Siedler führen.

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In Banished gibt es wie bei uns in Europa vier Jahreszeiten und der Winter ist die Härteste von allen. Ist der erste Winter aber dank ausreichender Nahrung und Feuerholz überstanden, heißt es auf den Feldern die Saat ausstreuen, um sie dann im Herbst zu ernten. Nebenbei gründet man noch eine Forstwirtschaft, um den Wald an- sowie abbau zu kontrollieren und ein Sammler sollte losgeschickt werden, um im Wald nach essbaren Beeren und Pilzen zu suchen. Variation bei der Nahrungsversorgung sind wichtig, damit die Siedler ihre Gesundheit und Laune beibehalten.

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Hier seht ihr die wichtigsten Rohstoffe: Holz, Steine und Eisen

Das klingt alles einfacher, als es in Wirklichkeit ist, denn ihr habt nur begrenzte Arbeitskraftressourcen. Jeder Siedler geht einer festen Arbeit nach. Wenn ein Siedler Fischer ist, kann er nicht nebenbei noch Holz hacken. Wenn also mitten im Winter das Feuerholz ausgeht, müsst ihr gut überlegen, von wo ihr Arbeitskräfte abziehen könnt, um mehr Feuerholz zu produzieren.

Wie ihr seht, müssen die Ressourcen immer Blick behalten werden. Wenn ihr dabei nicht die richtigen strategischen Entscheidungen trefft, verhungern oder erfieren eure Siedler. Warme Kleidung, Viehzucht und Handelsposten sorgen mitunter für dutzende Wege, um mit dem Spiel weiter zu machen und auch neue Lebensmittel wie Getreide oder eine andere Tierart ins eigene Dorf zu bringen. Konzentriert ihr euch zum Beispiel nur auf Fischer, so sind deine Gewässer irgendwann überfischt und folglich verhungern die Dorfbewohner. Insgesamt könnt ihr euren Bewohnern 20 verschiedene Aufgaben zuweisen. Auch im Spiel ist es immer wichtig zu wissen, was im Dorf passiert. Der Marktplatz verteilt die Lebensmittel an die Dorfbewohner, doch sind keine Arbeiter dazu eingeteilt, verhungern die Dorfbewohner nach uns nach, da sie sich auf die Lieferung der Lebensmittel verlassen. Ihr könnt in den Wohnhäusern nachschauen, wie viel Lebensmittel dort zur Verfügung stehen und wie viele Einwohner in welcher Altersklasse dort leben. Neue Familien brauchen übrigens auch leere Häuser, Wohngemeinschaften kennen sie nicht.

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In der Stadthalle könnt ihr euch Statistiken anzeigen lassen, im unteren Bereich seht ihr die Übersicht der Bevölkerung und die Karte.

An neue Arbeitskräfte kommt ihr ran, wenn eure Siedler Kinder zeugen. Es dauert aber einige Zeit, bis die Kinder in ein arbeitsfähiges Alter kommen. Ihr könnt eine Schule bauen, in der die Kinder verbesserte Fähigkeiten lernen und dann auch effektiver arbeiten, allerdings kostet die Ausbildung natürlich Zeit und sie stehen euch erst später als Arbeiter zur Verfügung. So macht es also wenig Sinn, gleich zu Beginn eine Schule zu bauen, denn am Anfang soll die Stadt ja wachsen. Ebenso gibt es keine Vorgaben, wann welche Gebäude gebaut werden sollen, so ist es euch überlassen, einen Friedhof zu bauen, der den Bewohnern die Angst vor dem Tod nimmt. Auch solltet ihr die Zufriedenheit und die Gesundheit im Auge behalten und notfalls dort eingreifen und dafür sorgen, dass sie wieder steigen – zum Beispiel in dem ihr für die medizinische Versorgung Heilkräuter sammelt.

Ein kleiner Wermutstropfen ist die Sprache, denn das Spiel läuft nur auf Englisch und könnte eventuell einige daran hindern, es auszuprobieren. Aber keine Angst, wenn man sich mit den wenigen Begriffen und dem Tutorial vertraut gemacht hat, dann findet man sich problemlos zurecht. Das Spiel könnt ihr im Humble Store für 20 US Dollar inkl. Steam-Key kaufen, dank guten Wechselkurs ist es so sogar günstiger, als wenn ihr 18,99 € direkt bei Steam bezahlt. Das Spiel benötigt keine Internetverbindung und es gibt keinen Multiplayer-Modus. Der Entwickler plant ein Mod-Tool, mit dem der Anwender selber Mods für das Spiel erstellen und individuell anpassen kann.

Fazit zu Banished:

Das Spiel begeistert und zeigt, dass trotz wenig Effekten und nur geringer Größe (knapp 200 MB) ein fesselndes Spiel möglich ist. Es braucht schon ein wenig Zeit, bis man alle Zusammenhänge versteht. Schneller geht es, wenn man regelmäßig in der Hilfe im Spiel oder in diesem Wiki nachliest. Banished macht auch langfristig Spaß, denn hier kann man die Zeit nicht einfach weiterlaufen lassen, wie es bei vielen Aufbausimulationen gerne gemacht wird, um eine neue Stufe zu erreichen. Für mich haben sich die 20 Dollar gelohnt und ich kann das Spiel jedem empfehlen, der gerne einfach nur eine Stadt aufbauen möchte.

Der Programmierer gibt in dem Video noch einen Einblick in sein Spiel, schaut es euch einfach mal an.

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2 Kommentare auf "Angespielt: Banished – ein Aufbau-Strategiespiel der besonderen Art"

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Gast

Liest sich am Anfang nach einer Fortentwicklung der alten Siedler-Teile, nur ohne Feindkontakt, dafür mit noch mehr Mikromanagement.
Danke für den Tipp.

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Gast

Ja, das trifft es glaube ich ganz gut!

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