Angetestet: HP Pavilion 17-f054ng 17,3″ Notebook

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Zur Abwechslung haben wir mal ein etwas größeres Gerät unter die Lupe genommen, denn auch wer einen Desktop-Ersatz sucht soll natürlich einen Test dazu vorfinden. Ausgesucht haben wir uns dazu das HP Pavilion 17-f054ng – ein 17,3 Zoll Notebook mit Quad-Core Prozessor und Gaming Ambitionen.

Erstmal die technischen Daten dazu:

  • Display: 43,9 cm (17,3 Zoll) Full HD-Display mit LED-Hintergrundbeleuchtung
  • Auflösung: 1.920 x 1.080 Pixel, 16:9 Format
  • Prozessor: AMD Quad-Core A10-5745M APU (2,1 GHz, 4 MB Cache, 4 Kerne)
  • Grafik: AMD Radeon HD 8610G (integriert) + AMD Radeon R7 M260 Dual-Grafik (2 GB DDR3 dediziert)
  • Arbeitsspeicher: 8 GB DDR3L
  • Festplatte: 750 GB (5400 U/min, SATA)
  • Laufwerk / Card Reader: SuperMulti 8x DVD±RW-Laufwerk / Multi-Format-Lesegerät für SD-Karten
  • Connectivity: Integriertes 10/100 BASE-T Ethernet LAN, WLAN 802.11b/g/n
  • Anschlüsse: 1 x HDMI, 1 x Kopfhörerausgang, 1 x Mikrofoneingang, 1 x USB 2.0, 2 x USB 3.0, 1 x RJ-45
  • Eingabegeräte: Tastatur in Originalgröße im strukturierten Island-Style mit Ziffernblock, Touchpad mit Multi-Touch-Gestenunterstützung
  • Abmessungen/ Gewicht: 419,5 x 279 x 27,7 mm / 3,29 kg
  • Betriebssystem: Windows 8.1 (64 Bit)

Das erste Highlight nach dem Auspacken ist direkt das Display. Groß, Matt und sehr scharf. Da gibt es wirklich nichts auszusetzen, außer dass es vielleicht etwas heller sein könnte, damit es auch im Sonnenlicht gut ablesbar bleibt. Aber wer Treibt sich mit einem 17,3 Zoll Gerät schon draußen rum?

Doch bevor ich ins Detail gehe erstmal das Gerät im Rundum-Blick in unserem Hands-On:

Im Lieferumfang ist nicht viel enthalten – lediglich Notebook nebst Ladegerät und Netzkabel, dazu etwas Papierkram.

Weiter gehts mit den Eingabegeräten, also Tastatur und Touchpad. Die Tastatur des HP Pavilion 17-f054ng macht eine ganz gute Figur, allerdings ist der Druckpunkt nicht besonders ausgeprägt, was das Schreiben etwas schwammig macht. Ansonsten ist die Größe genau richtig, ein Nummernblock dazu ist auch nie verkehrt. Das Touchpad und ich werden hingegen keine Freunde. Es ist recht ungenau, produziert häufig Fehleingaben und auch die Windows 8 Gesten reagieren oft erst nach zwei oder drei Versuchen. Alles nicht so optimal. Eine Maus sollte man also am besten fest einplanen.

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Bei der Verarbeitung gibt es im großen und ganzen nichts zu meckern. Allerdings gibt es mittig bereits bei leichtem Druck nach und federt dadurch beim schreiben. Das liegt unter anderem einfach an der Größe des Geräts, hauptsächlich aber daran dass mittig kein Standfuß an der Unterseite angebracht wurde. Auch im Bereich der Lautsprecher gibt es etwas nach, aber da drückt man im Normalfall ja nicht drauf. Display und Displaydeckel sind dagegen schön stabil, lassen sich wenig verwinden und erst bei kräftigerem Druck auf die Rückseite gibt es eine Pfützenbildung im Display.

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Kommen wir zu einem Punkt, der mir absolut gar nicht gefallen hat: Die Erweiterungsmöglichkeiten. Bei einem 17,3-Zoll-Gerät sollte man meinen, dass noch Platz für mehr Hardware in Form von Festplatten und mehr RAM ist. Ist theoretisch auch so, aber um an die Steckplätze dafür zu gelangen braucht es starke Nerven, ruhige Hände und eine Menge Zeit. Ich nehme hier fast täglich Notebooks auseinander, aber das Pavillion 17 hat mich echt geschafft. Rund eine Stunde versteckte Schrauben suchen, lösen, Plastikhalterungen vorsichtig entfernen usw. später dann das Ergebnis: Ein 2,5″ HDD-Slot, der bereits belegt ist. Kein mSATA oder M.2 Slot. Vom RAM weiterhin keine Spur. Erst nach entfernen des kompletten Mainboards aus dem Gehäuse trat er zum Vorschein. 2 Slots vorhanden, nur einer Belegt. Dual-Channel Betrieb fällt damit in dieser Standardausführung flach. Ich kann es also wirklich niemandem empfehlen, hier selbst aufzurüsten – außer man hat bereits entsprechende Erfahrung.

Aber genug Gemecker, werfen wir mal einen Blick auf die Emissionen und Hitzeentwicklung. Kurzfassung: Die AMD CPU ist ein kleiner Hitzkopf und der kleine verbaute Lüfter etwas überfordert. Nach rund 1,5 Stunden Stresstest Föhnte es lautstark vor sich hin – selbst ein Ventilator, der nur einen Meter weiter entfernt stand, hörte ich nicht mehr – , die Temperaturen lagen dabei im Schnitt zwischen 70 und 80°C. Bei dem Lärmpegel hätte ich mit geringeren Temperaturen gerechnet. Natürlich ist so ein Stresstest immer sehr übertrieben und man erreicht die Werte eher nicht im Normalbetrieb – aber gerade wenn sich mit der Zeit der Lüfter mit Staub zusetzt wird etwas Puffer im Kühlsystem wichtig.
Während des Gaming-Tests lief der Lüfter ebenfalls auf höchster Drehzahl und verursachte dem entsprechenden Lärm.

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Bei der Performance zeigte es sich recht gemischt. Größte Bremse ist die Festplatte, die mit durchschnittlich 77MB/s recht langsam ist und dadurch teilweise für längere Wartezeiten sorgt. Gerade im sequenziellen Lesen brach die Festplatte sogar auf 23MB/s ein. Die Gesamtleistung geht für den Preis aber in Ordnung. Man kann zwar keine Wunder bei topaktuellen Titeln erwarten, aber die meisten Spiele liefen flüssig, wenn man die Details minimiert.

Battlefield 4 beispielsweise lief in der Voreinstellung „niedrig“ auch im Multiplayer bei 50 Spielern auf dem Server mit rund 21 FPS im Durchschnitt. Für flüssiges Spielen in allen Situationen reicht das zwar noch nicht ganz, aber es zeigt doch das Potenzial eines so günstigen Geräts. In der Single-Player Mission lag der Durchschnitt bei rund 24 FPS.
Risen 3 als topaktueller Titel lief hingegen mit minimalen Details und bei reduzierter Auflösung nur mit rund 8FPS – unspielbar. Spielbar mit durchschnittlich 30 FPS war hingegen Diablo 3 – auch die Details mussten hierfür nicht reduziert werden. Nur vereinzelt kam es mal zu kurzen rucklern. Die können aber auch daran gelegen haben, dass das Spiel noch nicht vollständig heruntergeladen war.

Die Akkulaufzeit hingegen ist ein Punkt, über den man streiten kann. Ich finde sie sehr kurz, allerdings darf man eben auch nicht den Formfaktor vergessen. Ein so großes Gerät ist eben nicht für den mobilen Einsatz konzipiert, sondern eher darauf von einer Steckdose zur nächsten transportiert zu werden. Lässt man es mit etwa 60-70% Last und mittlerer Displayhelligkeit vor sich hin werkeln, mach der Akku bereits nach knapp einer Stunde schlapp.

Dazu kommt noch, dass es im Standby einfach viel zu viel Strom verbraucht. Schaltet man es mit 100% Akku aus, ist dieser nach rund 2 Tagen leer – ohne das Gerät zu nutzen. Das ist echt kein guter Wert.

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Mein Fazit: Irgendwie ist das HP Pavilion 17-f054ng nichts halbes und nichts ganzes. Als reines Desktop-Replacement zum Surfen, Videos gucken, und ab und an ein kleines Spiel reicht es locker – aber eigentlich ist es dafür schon wieder zu gut ausgestattet. Für anspruchsvolle Spiele reicht es aber wiederum nicht ganz. Es sortiert sich damit irgendwo zwischen einem Multimedia-Notebook und Gaming-Einsteiger ein.

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