Angetestet: Lenovo Flex 2 14 Ultrabook

Angetestet: Lenovo Flex 2 14 Ultrabook

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Ultrabooks gibt es mittlerweile von jedem Hersteller und in jeder Preisklasse. Da wird es dann natürlich schwer, das richtige Modell für sich zu finden.

Relativ neu sind 2-in-1-Modelle mit dedizierter Grafikkarte, die dadurch sogar etwas spieletauglich sind. In diesem Zusammenhang haben wir uns einmal das Lenovo Flex 14-2 angeschaut.

Aber fangen wir ganz vorne an, bei den technischen Daten. Unser Testgerät ist wie folgt ausgestattet:

  • Display: 14“ (35,56 cm) Multi-Touch Display mit IPS-Panel
  • Auflösung: 1920 x 1080 Pixel (Full-HD)
  • Prozessor: Intel® Core™ i3-4010U (1,7 GHz, 3 MB 3rd Level Cache)
  • Grafik: Nvidia® GeForce® 840M (2 GB RAM)
  • Arbeitsspeicher: 4 GB DDR3L (1600 MHz)
  • Festplatte: 128 GB SSD
  • Netzwerk: WLAN 802.11 b/g/n, Gigabit-Ethernet, Bluetooth 4.0
  • Eingabe: hintergrundbeleuchtete Tastatur, Touchpad, 10-Punkt-Multitouch-Display
  • Kartenleser: 2in1-Kartenleser (SD/MMC)
  • Anschlüsse: HDMI, 1 x USB 3.0, 2 x USB 2.0, Audio-Out, Mic-In
  • Betriebssystem: Microsoft Windows 8.1 64 Bit
  • Abmessungen (B x H x T) / Gewicht: 343 x 255 x 22.4 mm / 1,9 kg
  • Akku: 4-Zellen-Akku, Laufzeit bis zu 6 Stunden
  • Besonderheiten: Stereo-Soundsystem, HD-Webcam

Die Modellreihe gibt es allerdings auch in unzähligen weiteren Konfigurationen, bis hin zu einem Core i5 Prozessor mit 8GB RAM und 256GB SSD. Der Lieferumfang ist recht spärlich und besteht nur aus dem Notebook selbst und dem Netzteil nebst Netzkabel.

Bevor es ans eingemachte geht könnt ihr euch aber erstmal zurücklehnen und einen ersten Eindruck im Hands-On Video gewinnen:

Verarbeitung & Eingabegeräte

Die Verarbeitung ist rundum gut, allerdings besteht es vollständig aus Kunststoff, was man auch fühlt. Das ist natürlich nicht per se schlecht, aber manch einer zieht ja Aluminiumgehäuse vor. Bei gröberer Gewalteinwirkung verzieht sich das Gehäuse auch hier und da, aber dafür muss man schon ordentlich zupacken. Im Alltag sollte das daher keinerlei Rolle spielen. Das Display beziehungsweise der Deckel ist da stellenweise ein bisschen empfindlicher, beispielsweise auf der rechten Seite lässt sich bereits mit wenig Druck eine Pfützenbildung erkennen. Verwinden lässt es sich relativ leicht in einem kleinen Rahmen, erst bei starkem Druck könnte es in gefährliche Bereiche gehen.

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Die Eingabegeräte, also Tastatur und Maus, sind soweit in Ordnung – allerdings tue ich mich wirklich etwas schwer mit dem Touchpad. Rechtsklicks beispielsweise führen regelmäßig dazu, dass man beim Klicken verrutscht, da die Tasten im eigentlichen Touch-Feld integriert sind. Das ist zwar größtenteils Übungssache, kann aber gerade am Anfang zu etwas Frust führen. Ansonsten arbeitet es recht genau und erkennt auch die Windows-8-Gesten sehr gut. Die Tastatur ist gutes Mittelmaß. Der Druckpunkt ist spürbar, aber nicht besonders stark präsent. Auch sind die Tasten teils etwas schwammig, was das Schreiben von längeren Texten etwas unangenehm macht. Man weiß teilweise einfach nicht, ob man eine Buchstaben richtig getroffen hat. Auch hier: Mit etwas Eingewöhnung wird es sicher besser. Man passt sich ja doch an das Gerät an.
Alternativ zu den klassischen Eingabemethoden ist da ja noch der Touchscreen – und der macht Spaß. Klar ist er nichts, um damit effizient lange zu arbeiten, aber für reine Multimedianutzung passt er perfekt. Youtube auf, gemütlich durch die Videos tippen, den Browser per Gesten steuern, alles kein Problem. Auch die On-Screen-Tastatur ist mehr als ausreichend für diese Nutzung geeignet. Und wisst ihr was damit richtig Spaß macht? Eine Runde Civilisation V spielen 😉

Softwareseitig ist Windows 8.1 vorinstalliert, das leider auch mit allerlei Zusatzsoftware bestückt wurde. McAfee Security Center in der Testversion, die sich ständig mit irgendwelchen Abos bemerkbar macht, jede Menge Lenovo Software von denen man die wenigsten Programme wirklich mal braucht. Nach der Ersteinrichtung ist also erstmal aufräumen und aussortieren angesagt.

Das Display

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Beim Display gehen die Meinungen im Büro ziemlich auseinander. Manch einem gefällt es, dem nächsten wieder gar nicht und so weiter. Ich finde es gut, mit stabilen Blickwinkeln, schöner Farbwiedergabe und für die Größe ist die Auflösung perfekt. Höher muss gar nicht, geringer sollte sie aber nicht sein. Das einzige wirkliche Manko? Die Helligkeit. Es ist einfach zu Dunkel. Teils bekam ich schon an bewölkten Tagen im Büro Probleme mit der Ablesbarkeit. Für die Outdoor-Nutzung ist es also nur bedingt geeignet. Außer natürlich, ihr wollt es nachts nutzen. Das Touch-Panel ist wie bei den Eingabegeräten beschrieben sehr genau und reagiert schnell. Interessant ist natürlich auch das Scharnier mit seinem riesigen Öffnungswinkel von fast 300°. Damit kann das Gerät auch nur als Touchscreen genutzt werden, die Tastatur dient dann als Ständer für das Display.

Performance 

Kommen wir zur Performance und den Emissionen (Lautstärke, Temperatur), einem für Ultrabooks immer recht schwierigen Terrain. In der Regel leidet mindestens einer Punkte unter dem sehr dünnen Formfaktor: Entweder ist es zu laut, zu heiss oder es drosselt nach kurzer Zeit den Prozessortakt auf einen Wert weit unter dem Normaltakt (Throttling). Hier muss ich das Flex 2 14 ganz klar loben. Mein Stresstest besteht immer aus Prime95 (100% CPU-Last) und Furmark (100% GPU-Last) über rund zwei Stunden. Das Lenovo schafft hier locker die zwei Stunden ohne Throttling und das ganze auch bei sehr guten Temperaturen. Die CPU lag bei guten 73°C, die GPU mit 68°C sogar noch darunter. Wer jetzt denkt, dass es dafür einen Höllenlärm macht: Falsch geraten. Es bleibt im angenehmen Bereich und ist auf zwei Metern Entfernung im Büroalltag nicht wahrnehmbar. Sitzt man direkt davor, hört man zwar ein Summen und Brummen vom Lüfter, aber das ist keinesfalls störend. Ein hochfrequentes Pfeifen des Lüfters bleibt auch aus. Auf der Oberseite des Gehäuses, also im Bereich der Tastatur, erwärmt es sich nur leicht, es stört also auch nicht beim Arbeiten. Nur auf den Schoß sollte man es nicht stellen, wenn man wirklich anspruchsvolle Arbeiten verrichten will. Denn die Unterseite wird recht warm, was auf dauer sehr stören kann. Der Grund für das gute Abschneiden ist ein für ein Ultrabook sehr großer Lüfter, der auch bei geringer Drehzahl das Notebook gut gekühlt bekommt.

Temperaturen Last Flex 2

So, nach dem Stresstest aber zur entscheidenden Performance: Was geht und was nicht? Kurzum: Eigentlich alles. Naja, fast. Hochauflösende High-End Spiele wie z.B. Metro 2033, Battlefield 4 oder ähnliches laufen zwar, aber man muss schon ganz schön weit runter gehen in den Details, um es flüssig zu spielen. Metro 2033 startet aufgrund der erkannten Grafikkarte zwar erstmal in hohen Details mit 16x Anti-Aliasing, damit läuft es aber nur mit rund 6-8 FPS. Einfach nur unspielbar. Auf mittleren Details geht es dann zumindest schon mal auf 15 FPS hoch, aber selbst damit ist es kaum ernsthaft spielbar. Erst wenn man die Effekte auf ein Minimum reduziert läuft es flüssig mit über 30 FPS.
Das liegt vor allem an der CPU. Die „kleine“ Core i3 Version mit 1,7 Ghz ist einfach zu schwach auf der Brust, um die Datenflut dieser Spiele zu stemmen. Die nVidia GT 840M hingegen sollte zumindest die mittleren Details schaffen – sofern ein entsprechend potenter Prozessor an ihrer Seite steht.
Ansonsten gibt es aber nichts zu meckern – Anwendungen starten schnell und laufen flüssig, auch größere Anwendungen und mehrere parallel sind kein Problem – nicht zuletzt dank der verbauten SSD.

Bei der Akkulaufzeit ist es wie immer schwierig euch einen verlässlichen Wert zu geben. Es gibt viel zu viele Einstellungen, die da mit reinspielen und auch zu viele Faktoren bei der Nutzung. Daher beschränke ich mich hier auf einen synthetischen Test, der das Gerät konsequent bei etwa 50% Auslastung bei mittlerer Bildschirmhelligkeit und dem voreingestellten Energieprofil laufen lässt. Damit ist zumindest ein recht breites Spektrum an Nutzungsszenarien abgedeckt.
Unter diesen Bedingungen geht dem Flex 2 nach rund zwei Stunden der Saft aus. Bei durchschnittlicher Nutzung mit meist geringer Last (z.B. Surfen, YouTube Videos, etc.) dürften es dann rund drei bis vier Stunden sein.

Insgesamt ist das Flex 2 14 hinsichtlich der Preis-Leistung ein gutes Gesamtpaket, auch wenn es die suggerierten Gaming-Ambitionen eher nicht erfüllt. Dafür macht der Prozessor einfach zu schnell schlapp. Das Display könnte etwas heller sein und die Eingabegeräte etwas haptischer. Aber das ist schon meckern auf recht hohem Niveau. Wer nicht täglich lange Texte schreibt oder eine externe Maus nutzt wird sicher sehr gut zurecht kommen. Ebenso diejenigen, die das Gerät eher in Innenräumen statt in der Sonne nutzen wollen. Das Lenovo Flex 2 14 gibt es ab 399 Euro bei uns im Shop.

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