Anwendertest: Musikbearbeitung mit dem MSI Adora24 All-In-One-PC

msi_adora24_2Christoph hat bei unserer Testgeräte-Verlosung des MSI Adora24 All-In-One-PCs gewonnen und berichtet uns nun von seiner Erfahrung mit dem Gerät.

Eindruck zum All-In-One-PC

Der MSI Adora24 All-In-One-PC macht zunächst einen sehr wertigen und gut verarbeiteten Eindruck. Lediglich die Rückseite, welche aus einem grauen Plastik gefertigt wurde, gefällt mir persönlich leider nicht so gut. An der Vorderseite gibt es für meinen Geschmack aber nichts an der Optik zu bemängeln.

Der klappbare Standfuß des PCs lässt sich stufenlos verstellen und muss nicht notwendigerweise an gewissen Punkten einrasten. Hierdurch kann man sich den PC so hinstellen, wie man es möchte.

Einrichtung und Bedienung des MSI Adora24

Die Einrichtung des PCs geht sehr schnell. Ich musste außer meinem WLAN-Passwort  nichts eingeben. Das Gerät war sofort einsatzbereit und lief direkt beeindruckend schnell.

Die Touchbedienung funktioniert sehr zuverlässig und registriert drei Finger gleichzeitig. Dies reicht für alle Gesten/Befehle locker aus. Beim Scrollen oder Zoomen auf Webseiten gibt es kein Ruckeln. MSI legt dem All-In-One-PC auch eine Tastatur, eine Maus und eine Fernbedienung bei. Mit der Fernbedienung lässt sich neben dem Programm für das Empfangen der Fernsehsender auch der Windows Media Player oder ähnliches steuern. Alle mitgelieferten Eingabegeräte machen einen sehr guten und wertigen Eindruck.

Die meisten Anschlüsse (Internet, USB, HDMI) sind schwer zugänglich auf der Rückseite des Gerätes angebracht. An diese kommt man nur schwer ran, wenn man das Gerät nicht anhebt. Sie sind also nur für Geräte gedacht, die man selten an- oder abschließt. An der Seite befinden sich nur zwei USB Anschlüsse und ein Slot für Speicherkarten.

Wenn man den PC dank des Standfußes sehr stark neigt, kann man ihn optimal als reines Touchgerät benutzen. Man kann dank Windows 8, welches vorinstalliert ist, den kompletten Rechner perfekt nur mit Touchbefehlen bedienen. Dies fühlt sich sehr direkt und verzögerungsfrei an. Man fühlt sich dabei als säße man vor einem riesigen Tablet. Alle Personen, die das Gerät bei mir ausprobiert haben, würden diese Aufstellungsart bevorzugen.

 Performance

Im Office-, Multimedia- (auch Videoschnitt und Musikbearbeitung) und Internetbetrieb macht der PC eine gute Figur. Alles läuft sehr schnell und ohne größere Verzögerungen. Für diese Aufgaben kann man das Gerät durchweg empfehlen.

Beim Spielen wiederrum zeigt der Adora24 seine Schwäche. Selbst bei Spielen wie Counter-Strike: Global Offensive oder Giana Sisters: Twisted Dreams kommt man bei hohen Grafikeinstellungen nur auf durchschnittlich 20 Bilder pro Sekunde. Wenn man mit mittleren Grafikeinstellungen leben kann, schafft der Adora24 auch locker 50-60 Bilder pro Sekunde.

Bild und Ton

Der All-In-One-PC hat eine sehr farbenfrohe Darstellung. Das Schwarz wirkt deutlich besser als auf meinem LED Monitor meines alten PCs. Außerdem ist der Bildschirm „Flicker-Free“. Dies bedeutet, dass der Bildschirm durch eine bestimmte Technik, nicht „unsichtbar“ flackert. Hierdurch soll ein längeres und weniger anstrengendes Arbeiten möglich sein.

Die Blickwinkelstabilität könnte etwas höher sein. Gerade im Einsatz als Touch-PC (sehr starke Neigung) muss man darauf achten, dass man im richtigen Winkel auf den Monitor schaut. Ist der PC wie ein normaler Bildschirm aufgestellt, fällt dies nicht auf.

Der Ton ist für eine integrierte Lösung in Ordnung. Er ist ähnlich wie bei flachen Fernsehern. Wer viel spielt oder Musik hört, kommt hier nicht um ein paar externe Lautsprecher herum.

Musik- und Videobearbeitung

Bei der Bearbeitung von Musik- oder Videomaterial läuft der Adora24 sehr zuverlässig. Hier gibt es keine Performanceprobleme. Die Touchbedienung macht besonders bei dem verwenden von Effekten sehr viel Spaß. Das Testvideo wurde zum Test des PCs auch komplett mit ihm geschnitten. Hierbei traten keine Probleme auf. Das Verschieben von Videoclips per Fingerzeig funktioniert wie erwartet ohne Probleme.

Mit diesem PC kann man sein Material anfassen und bewegen oder ihn auch einfach als digitales Mischpult verwenden. Auch die Bedienung eines grafischen EQs ist eine nette Funktion. Man kann quasi direkt in den Klang eingreifen.

1. Plugins die weniger gut funktionieren

Die meisten Plugins, die ich unter Reaper regelmäßig verwende (von Variety of Sound), funktionieren jedoch sehr gut. Lediglich bei der Genauigkeit von Drehreglern ist etwas Fingerspitzengefühl gefragt. Wenn man aber nicht zu grob an die Sache geht, bekommt man es aber auch sehr gut hin.

2. Plugins die gut funktionieren

Die internen Plugins von Reaper funktioniert fast alle (bis auf das genannte Problem beim EQ) sehr gut. Dies liegt daran, dass Reaper viel mit Fadern arbeitet. Diese lassen sich super verschieben und genau einstellen.

3. Interne Plguins der DAW

In Studio One lassen sich überraschenderweise die kleinen Punkte bei den internen Plugins problemlos drücken und verschieben. Hier hat das Programm mehr Toleranz und man muss den Punkt nicht genau treffen. Das funktioniert sehr gut. Leider haben viele Plugins bei Studio One Drehregler. Diese lassen sich nicht ganz so genau bedienen wie Fader. Aber dennoch lassen die Drehregler sich exakt justieren, wenn man das nötige Feingefühl besitzt.

4. Interne Effekte Studio One

Spielen von Samplern und Keyboards in der DAW

Das virtuelle Keyboard in Studio One und in Reaper reagiert nicht auf Touchgesten. Per Mausklick funktioniert es aber wie gewohnt. Auf den Finger reagiert es leider auch nach mehreren Versuchen nur sporadisch. Es ist gut möglich, dass es bei Plugins von anderen Herstellern besser funktioniert. Ich werde jedoch bei der Eingabe über ein externes Keyboard oder Drumpad bleiben.

5. Virtuelle Instrumente Reaper

6. Virtuelle Instrumente Studio One

Die Bedienung des Mixers

Die Bedienung des Mixers in Reaper funktioniert sehr gut. Alle Buttons lassen sich zuverlässig drücken. Beim Panning ist wiederum etwas Fingerspitzengefühl gefragt, da wir hier nur einen Drehregler haben.

7. Panning schwer und ungenau

Auch die kleinsten Flächen über dem Fader können genau gedrückt werden. Diese sind dazu da, Effekte zu laden.

8. Effektfelder Mixer

In Studio One funktioniert der Mixer komplett reibungslos. Das Panning ist glücklicherweise auch über einen verschiebbaren Regler möglich. Somit sind wirklich alle Funktionen des Mixers über Touchbedienung steuerbar. Auch das Arbeiten und Einstellen der Buskanäle ist hier ohne Einschränkungen möglich.

9. Mixer Studio One

Bearbeiten von einzelnen Audiospuren

Zum Bearbeiten einer einzelnen Audiospur habe ich eine Saxophonspur in Studio One geladen. Das Bearbeiten, Schneiden und Verschieben funktioniert in Studio One sehr gut und sehr flüssig. Die Buttons für diese Befehle sind ausreichend groß. Somit bleibt ein Vertippen erspart. Leider wird die Arbeitsweise etwas behindert, da  die  Zoomfunktion per Touchgeste fehlt. Hierdurch muss man umständlich den kleinen Zoomregler unten Rechts bedienen.

Das Zoomen in die einzelnen Spuren hinein funktioniert hingegen bei Reaper ohne Probleme. Bei Studio One passiert beim Auseinanderbewegen von 2 Fingern leider nichts.

10. Einzelne Audiospuren bearbeiten

Die Leistung bei der Musikbearbeitung

Bei der Musikbearbeitung habe ich ein bereits fertigegestelltes Projekt mit 15 Spuren in Reaper geladen und  vollgepackt mit meiner Standarteffektkette aus Plugins von Variety of sound  und damit den Härtetest ausgeführt. Für mich ist dies der Härtetest, da mein Laptop genau hier schlapp macht. Den Test hat der All-In-One-PC locker bestanden.

11. CPU Auslastung 1

In der genannten Kette habe ich in der Regel diese Effekte (Die Einstellungen wurden nur testweise gesetzt):

12. Plugins die gut funktionieren - Kopie

Bei 18 Spuren kommt die CPU-Auslastung dann auf 90%. Das ist kritisch, hat aber im Test zu keinen Aussetzern oder Problemen geführt.

13. CPU Auslastung 2

Bei 23 Spuren mit meiner Effektkette ist dann aber Schluss für den All-In-One-PC. Hierzu muss man jedoch sagen, dass einerseits nicht jeder so viele Plugins auf jeder Spur einsetzt und andererseits, dass jedes verwendete Plugin auch unterschiedlich leistungsintensiv ist

14. CPU Auslastung 3

Fazit zur Bedienung der DAW am All-in-One-PC

Reaper und auch Studio One lassen sich zu großen Teilen perfekt mit der Touchbedienung steuern. Beide Programme haben jedoch unterschiedliche Probleme. So fehlt bei Studio die Zoomfunktion in meinem Test und in Reaper lassen sich kleine Punkte bei den hauseigenen Effekten nur schwer auswählen und bedienen. Wären die genannten Punkte nicht, würde ich keine Probleme bei der Bedienung sehen.

Warum sich die gewählten Plugins für das Einspielen von Sounds (Keyboards) nicht steuern lassen, ist mir ein Rätsel. Besonders, da es bei Studio One ein internes Instrument war.

Die Performance ist für mein Verständnis sehr gut. Da ich nicht viel mit Instrumentenplugins arbeite, da ich hauptsächlich Samples oder Vocals aufnehme, kann ich hier leider keinen Test mit vielen Intrumentenplugins durchführen. Die Bedienung eines Keyboards, selbst wenn es funktioniert, stell ich mir jedoch schwierig vor.

Da die Probleme innerhalb der DAWs aber als sehr gering einzuschätzen sind, kann ich die Bedienung der DAW per Touch durchaus empfehlen. Ob man damit schneller arbeitet, ist eine andere Frage. Hier kommt es darauf an, ob man normalerweise mit Shortcuts  arbeitet. Diese Arbeitsweise wird weiterhin deutlich schneller sein als eine Eingabe per Finger. Wer sonst mit der Maus arbeitet, sollte gleichauf mit der Touchbedienung sein. In diesem Fall bringt die Touchbedienung nur Vorteile.

Fazit zum All-In-One-PC

Der All-In-One-PC von MSI ist eindeutig auf Office- und Multimediaarbeiten ausgelegt. Hier hat der Adora24 seine Stärken und punktet zusätzlich durch den sehr gut funktionierenden Touchscreen. Zudem sieht das Gerät sehr schick aus und man spart es sich, einen Tower unter den Schreibtisch stellen zu müssen. Wenn man ein Gerät für das Spielen von aufwendigen Spielen sucht, sollte man nicht zu einem All-In-One-PC greifen. Dafür sind diese Geräte nicht ausgelegt. Dank der Intel HD 4600 Grafik kann man jedoch viele Spiele auf mittleren Einstellungen flüssig spielen.

Hier gibt es noch ein kurzes Video zum Testbericht:

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1 Kommentar auf "Anwendertest: Musikbearbeitung mit dem MSI Adora24 All-In-One-PC"

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Gast

Super, da hat wirklich der Richtige gewonnen! Danke für den sehr ausführlichen Bericht und den zusätzlichen Videobeitrag!

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