Apple iPhone 5s angetestet

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Die Vorstellung des iPhone 5s ist schon fast drei Wochen her und seit über einer Woche ist es auf dem Markt, auch wenn es aktuell äußerst schwer ist an ein Exemplar zu kommen. Wir hatten die Chance ein Gerät in die Hände zu kriegen und erzählen euch von unseren ersten Eindrücken:

Vom Design her hat sich das iPhone 5s bekanntlich fast gar nicht zum Vorgänger geändert. Lediglich der Ring um den Home-Button, wegen des Fingerabdruckscanners nötig geworden, lässt von Außen erkennen, dass es sich nicht um ein iPhone 5 handelt. Achja und an der Farbe: Das iPhone 5s gibt es jetzt zusätzlich in „Space Grey“ und „Gold“.

Ansonsten spielen sich die Änderungen im Inneren ab. Die wichtigste Neuheit ist zweifelsohne der Fingerabdruckscanner. Er ist im Home-Button eingebaut. Das Bild unten zeigt den genauen Aufbau. Er kann den Fingerabdruck um 360° scannen und das funktioniert auch in der Praxis erstaunlich gut. Bisschen skeptisch war ich ja schon, da meine bisherigen Erfahrungen mit Fingerabdruckscannern an Notebooks immer sehr negativ war. Die Erkennung lief nicht wirklich zuverlässig oder war einfach zu umständlich. Beim iPhone 5s ist das nicht so, die Erkennung funktioniert sehr zuverlässig und nach kurzer Zeit hat man sich an die komfortable Entsperrung gewöhnt. Wenn man das Gerät aus der Tasche holt, ist es mit dem richtigen Handgriff schon entsperrt, bis man es vor das Gesicht gehoben hat.

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Man kann bis zu fünf Finger einspeichern. Der Speichervorgang (Zeigen wir im Hands-On-Video) nimmt ca. eine Minute pro Finger in Anspruch, weil man den Finger mehrmals auflegen muss. Übrigens versichert Apple, dass kein Abbild gespeichert wird, sondern nur ein Hashwert. Dieser wird nur auf dem Gerät gespeichert und weder beim Backup mitgesichert, noch zu Apple oder in die iCloud hochgeladen. Auch Apps von Drittanbietern werden keinen Zugriff auf den diesen Hash-Wert bekommen. Wer trotzdem skeptisch ist, der kann auch auf die Nutzung verzichten. An dieser Stelle noch eine Warnung: Fingerabdruckscanner bedeutet nicht absolute Sicherheit. Wie auch frühere Scanner, kann der im iPhone 5s ebenfalls überlistet werden, wie der CCC bereits bewiesen hat. Das Verfahren um einen Fake-Fingerabdruck zu erstellen ist zwar nicht sooo einfach, aber es ist möglich. Einfacher ist es aber da jemandem über die Schulter zu schauen, wenn er oder sie seine PIN oder Entsperrmuster eingibt.

Eine weitere Neuerung ist der hauseigene neue A7 Chip und der Koprozessor M7. Er arbeitet zwar mit dem selben Takt wie der Vorgänger A6, aber lässt bei den Benchmarks den A6 weit hinter sich. Auch die Chips anderer Hersteller können in der Regel nicht mithalten. In der Praxis sieht man allerdings die gesteigerte Performance nur im direkten Vergleich, da das iPhone 5 bzw. 5c (beide mit dem Apple A6 ausgestattet) auch schon sehr schnell ist. Außerdem hat der Chip eine 64-Bit-Architektur, allerdings dürfte die nur die Vorbereitung für die Zukunft sein, da eine 64-Bit-Architektur erst erforderlich wird, wenn mehr als 4 GB RAM angesprochen werden müssen. Dies ist beim iPhone 5s nicht der Fall, da es „nur“ über einen GByte RAM verfügt. Sinnvoller ist da der M7 getaufte Koprozessor. Der M7 erfasst Daten des Gyroskops, Beschleunigungssensors und vom Kompass, ohne den Hauptprozessor aus dem Bereitschaftsmodus zu wecken und hilft somit viel Energie einzusparen. Mit kostenlosen App ARGUS gibt es auch schon eine erste App, die den M7 nutzt und so die täglichen Schritte zählt. Das klappte bei meinem Test jetzt wunderbar und damit macht das iPhone 5S die ganzen aktuell immer beliebter werdenden Fitnessbänder/Aktivitätstracker wie Fitbit & Co. fast schon überflüssig. Vor dem M7 musste die App ständig im Hintergrund laufen und auf den Hauptprozessor zugreifen. Laut dem Entwickler spart man so 20-30% seiner Akkuladung pro Tag ein.

Eine weitere Neuerung ist die Kamera sowie der Dual-Blitz. Die Blende der Kamera wurde auf den Wert ƒ/2.2 verbessert. Auch der Sensor ist um 15% gewachsen. Apple belässt die Auflösung der Kamera bei 8 Megapixeln, so dass jeder Pixel jetzt größer ist und dadurch bessere Bilder entstehen. Das Gerät nimmt mehrere Fotos auf wenn man den Auslöser drückt und wählt anschließend das schärfste Bild aus und speichert es ab. Der vergrößerte Dual-LED-Blitz besteht aus zwei verschiedenfarbigen LEDs. Die erste LED liefert ein kühleres weißes Licht, während die zweite LED eine wärmeres bernsteinfarbenes Licht erzeugt. Das Gerät kombiniert beide LEDs so, dass die Farben auf den aufgenommenen Objekten möglichst wenig verfälscht werden. Laut Apple sollen so bis zu 1.000 verschiedene Farbkombinationen möglich sein! Bei meinen Vergleichsfotos mit dem iPhone 5c konnte ich jetzt keine großen Unterschiede am Ende feststellen. Des Weiteren kann man auch den Auslöser länger gedrückt halten damit das Gerät bis zu 10 Fotos/Sekunde aufnimmt. Anschließend kann man die besten Fotos auswählen und speichern. In meinen Augen funktioniert das recht gut, ist aber bis auf wenige Ausnahmen nicht wirklich nützlich. Viel besser dagegen ist der Slow-Motion-Video-Modus, der Videos mit bis zu 120 Bildern/Sekunde bei 720p-Auflösung aufnimmt. Bei Youtube gibt es schon einige kreative Beispiele, was man damit anstellen kann. Meine ersten Gehversuche mit Slow-Motion-Videos waren leider nicht so spektakulär, deshalb erspare ich sie euch lieber!

Zum Schluss Vergleichsfoto zwischen iPhone 4s, iPhone 5c und iPhone 5s. Fangen wir zuerst mit Fotos an, die unter schlechten Lichtbedingungen aufgenommen wurde. Wenn man sich alle Fotos miteinander vergleicht, sieht man mit bloßem Auge, dass die iPhone 5s-Kamera deutlich rauschärmeres Bild liefert als die Kamera im iPhone 5c/5, besonders wenn man auf die Grünfläche unten am Bild achtet. Vom iPhone 4s müssen wir gar nicht erst sprechen, dort erkennt man die Grünfläche praktisch gar nicht mehr, aber zeigt wie schlecht die Lichtbedingungen tatsächlich waren.

Anschließend jetzt noch Vergleichsfoto bei guten Lichtbedingungen, dort ist der Unterschied zwischen Modellen schon deutlich kleiner und Unterschiede erst bei genauerem Hinsehen erkennbar.

Fazit: Das iPhone 5s ist ein tolles iPhone geworden. Die neue Kamera, der Fingerabdrucksensor und der neue A7 (inkl. M7 Koprozessor) überzeugen mich sehr. Besonders den Fingerabdrucksensor vermisst man schmerzlich, wenn man wieder auf sein altes Gerät umsteigt. Wer Produkte von Apple zu schätzen weiß, der wird auch sicherlich am iPhone 5s gefallen finden. Die Frage, ob es sich lohnt auf das iPhone 5s umzusteigen ist nicht so einfach zu beantworten. Wer bereits ein iPhone 5 besitzt und auf Fingerabdrucksensor und eine verbesserte Kamera verzichten kann, der muss auch nicht zwingend umsteigen. Außer: Man will LTE haben. Das iPhone 5s und 5c unterstützen alle in Deutschland gängigen LTE-Frequenzen wohingegen das iPhone 5, dass nur in den Städten verfügbare 1800-MHz-LTE-Netz der Telekom nutzen kann. Durch die geringeren Latenzzeiten fühlt sich das Surfen über LTE fast wie im WLAN an, auch dann wenn man wie ich, auf maximal 7,2 MBit/s gedrosselt ist. Der Preis ist mit mindestens 699 Euro ohne Vertrag sehr hoch und ich bin enttäuscht, dass Apple für diesen Preis nicht wenigstens die 16 GByte Version ganz abgeschafft hat und bei 32 GB loslegt! Zu beachten ist allerdings, dass Apple-Produkte in der Regel mit der Zeit vergleichsweise weniger an Wert verlieren als die Produkte der Konkurrenz und auch nach zwei Jahren auf dem Gebrauchtmarkt sehr begehrt sind.

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Über Cihan Boz

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4 Kommentare auf "Apple iPhone 5s angetestet"

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Gast

gehts noch eindeutiger und apfel-fanboy lastiger? ein gerät, welches jetzt einen Fingerabdruck-Scanner als Entsperrmöglichkeit bietet, mehr Performance zur Verfügung stellt, ein Zusatz-Background Prozessor besitzt, der die Akkulaufzeit verlängert und eine bessere Kamera und das zu so einem Preis. Und in diesem Review wird es in den höchsten Tönen gelobt. Von IT-Spezialisten (was ihr ja idR seit bzw. sein solltet) erwartet man sich doch etwas ganz anderes als überzogene Fan-Gesänge.

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Gast

Gibt es eigentlich schon Erfahrungsberichte zu diesem innovativen Fingerabdruckscanner aller 007? Prinzipiel ja keine schlechte Idee , aber ist die Technik dafür denn überhaupt schon Marktreif/ausgereift? Ich erinnere nur an die Spracherkennung die damals als mega Neuerung angegündigt wurde aber erst gefühlte 5 Modelle später vernünftig funktioniert hat.

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