Apple kauft Beats für 3 Milliarden US-Dollar

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In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag hat Apple das offiziell bestätigt, was die Spatzen seit rund drei Wochen von den Dächern pfiffen: Der kalifornische iPhone-, iPad- und Mac-Hersteller wird den Musik-Spezialisten Beats für insgesamt 3 Milliarden US-Dollar (rund 2,2 Milliarden Euro) übernehmen. Teil des Geschäfts ist sowohl die Kopfhörer- und Lautsprecher-Produktpalette von Beats Electronics sowie der Musik-Streamingdienst Beats Music. Die beiden Beats-Gründer, James (Jimmy) Iovine und Andre „Dr. Dre“ Young, werden ins Management von Apple wechseln.

Im Zuge der Übernahme, die das bislang mit Abstand größte Geschäft dieser Art für Apple darstellt, werden die beiden Marken Beats Electronics und Beats Music weiter bestehen und die entsprechenden Produkte gewissermaßen als Untergruppen des restlichen Apple-Portfolios geführt. Um die Beats-Music-Abteilung wird sich künftig iTunes-Chef Eddy Cue kümmern, um die Kopfhörer und Lautsprecher von Beats Electronics hingegen Apples Marketing-Boss Phil Schiller. Das ging aus einem Rundschreiben von Apple-CEO Tim Cook an die gesamte Apple-Belegschaft hervor, welches 9to5Mac veröffentlichte.

Für Apple ist die Beats-Übernahme ein hervorragendes Mittel, das eigene Portfolio sinnvoll zu erweitern und zugleich den Fokus von Beats auf ein erstklassiges Musikerlebnis sowie die engen Beziehungen von Dre und Iovine zur Musikbranche zu nutzen, um neue Geschäftsfelder zu erschließen. Die Übernahmesumme von 3 Milliarden US-Dollar setzt sich dabei im Übrigen aus einer Zahlung von 2,6 Milliarden US-Dollar in Bar sowie 400 Millionen US-Dollar in Aktienanteilen zusammen.

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In einem Interview mit der New York Times gibt Tim Cook zu verstehen, dass die Beats-Übernahme in seinen Augen zu bahnbrechenden neuen Features und Produkten führen wird. Jimmy Iovine seinerseits erklärt in der offiziellen Pressemitteilung, für ihn sei schon immer klar gewesen, Beats und Apple gehören zusammen. Bei Gründung des Unternehmens seien er und Dr. Dre von Apples Fähigkeit, Technologie und Kultur zusammenzuführen, inspiriert gewesen und die Entschlossenheit, die Apple im Umgang mit Musik-Fans, Künstlern und der gesamten Musikbranche zeige, sei etwas Besonderes.

Das Unternehmen Beats existiert seit 2008. Im selben Jahr kamen auch die ersten Beats-Kopfhörer auf den US-Markt und wurden dort zunächst exklusiv in Apples Retail-Stores sowie in Läden der Best-Buy-Kette angeboten. Mittlerweile sind Kopfhörer und Lautsprecher von Beats gerade in den USA weit verbreitet und zu einem besonders „coolen“ Technik-Accessoire für junge Leute geworden.

Der Musik-Streamingdienst Beats Music ging erst Anfang 2014 an den Start, ist bislang nicht in Deutschland verfügbar und konnte seit dem Marktstart nur relativ wenige Nutzer von starken Konkurrenten wie Pandora (USA) oder Spotify (international) loseisen. Die aktuelle Abonnentenzahl ist nicht bekannt, soll sich aber im Bereich von 150.000 bis 250.000 bewegen. Zum Vergleich: Spotify gab jüngst bekannt, 10 Millionen zahlende Nutzer zu haben.

Nichtsdestotrotz ist vollkommen außer Zweifel, dass sich Apple Großes von dem Übernahmegeschäft erwartet. Die in Anbetracht dessen, was Beats auf den ersten Blick in die Waagschale zu werfen hat, sehr hoch erscheinende Kaufsumme von 3 Milliarden US-Dollar, spricht da eine recht eindeutige Sprache. Apple will den Deal nun von den zuständigen Behörden überprüfen lassen und hofft, dass die Transaktion somit noch im vierten Geschäftsquartal 2014, also bis Ende September, endgültig über die Bühne gehen kann. Ab dem 1. Geschäftsquartal 2015 (Oktober bis Dezember 2014) würden dann alle Beats-Umsätze in Apples Kasse fließen.

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Über Johannes Schaller

Ich bin freier Journalist, Computer-Technik-Freak, Videospiel-Guru und Freizeit-Poet. In den letzten Jahren war ich unter anderem für notebookjournal.de tätig und habe als IT-Fachmann gearbeitet. Wenn ich nicht gerade an einem Text feile oder ein Stück Hardware auseinandernehme, dann widme ich meine Zeit gerne Filmen, Literatur, Videospielen oder schlicht und einfach der Natur.
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4 Kommentare auf "Apple kauft Beats für 3 Milliarden US-Dollar"

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[…] Der Übernahme-Deal zwischen Apple und Beats wurde Ende Mai offiziell verkündet. Der iPad-, iPhone- und Mac-Hersteller lässt sich das Ganze insgesamt satte 3 Milliarden US-Dollar kosten. […]

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[…] Bezug auf anstehende Änderungen bereits seit vergangenen Mai, als das Geschäft erstmals offiziell angekündigt wurde, klar, dass der Musik-Streaming-Dienst Beats Music unter die Leitung von iTunes-Chef Eddy Cue […]

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[…] dieses Jahres angekündigt, Beats Electronics und deren Musik-Streaming-Dienst Beats Music für insgesamt 3 Milliarden US-Dollar übernehmen zu wollen. Anfang August wurde dann der Abschluss der Übernahme […]

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[…] ähnlich lautenden Hinweis erhalten. Hinzu kommt die Tatsache, dass schon unmittelbar nach Apples Übernahme von Beats Music ein Zusammenführen des Streaming-Angebots mit dem gesamten iTunes-Katalog als die […]

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