Apple Keynote: Mac OS X Lion

Gestern um 19:00 Uhr deutscher Zeit war es wieder soweit: die Apple-Entwicklerkonferenz inklusive Keynote. Zwei Stunden dauerte es, bis die rund 5200 Tickets ausverkauft waren – zum Vergleich: Googles Entwicklerkonferenz, die i/o, war innerhalb von 30 Minuten ausverkauft. Steve Jobs betrat die Bühne und wurde mit Standing Ovations begrüßt.

Steve Jobs sinnierte darüber, dass die Software die Seele seiner Produkte ist. Er sprach davon, dass er über Mac OS X Lion, iOS 5 und die iCloud berichten wolle. Mac OS X Lion, das ist das neue Betriebssystem aus dem Hause Apple, welches im Juli auf den Markt kommen soll, Kuriosum: man wird keine DVD kaufen können, das System wird via Mac AppStore ausgeliefert. Kein Verdienst für Händler, bleibt alles im Hause Apple.

Aber: das System wird umgerechnet knapp 24 Euro kosten und darf auf allen selbst autorisierten Macs aufgespielt werden. Der Mac AppStore wird Bestandteil von Mac OS X Lion sein, denn dieser AppStore ist mittlerweile Nummer 1 in Sachen Software-Verkäufe für Apple. Man könnte auch Gelddruckmaschine sagen – denn der Mac-Markt wächst, sofern man Apple glauben darf: während der PC-Markt um 1% abbaute, wuchs der Apple’sche Mac-Markt um 28%. 73% der verkauften Geräte kommen dabei auf die Sparte Notebooks: MacBook, MacBook Pro und MacBook Air.

Zurück zu Mac OS X Lion: 250 neue Features sind in das neue System eingeflossen, 10 davon sind so genannte Key-Features, wie zum Beispiel die vollständige Unterstützung von Multi-Touch Gesten.

Weiterhin ist es möglich, Programme im Fullscreen-Modus laufen zu lassen. Damit dürfte es möglich sein, etwas ungestörter zu arbeiten. Oftmals sind es nur kleine Details, die Großes ausmachen. Auch wird ein Launchpad mit an Bord sein. Dies ist eine Oberfläche, die alle installierten Programme anzeigt und diese starten lässt, wer bereits ein iPhone oder ein iPad sein Eigen nennt, wird diese Funktion sicherlich nachvollziehen können.

Eine weitere interessante Neuerung ist auch Mission Control, eine verbesserte Übersicht von Spaces und Expose. In Gruppen und Applikationen sortiert, sieht der Benutzer alle geöffneten Tasks und kann zu diesen schnell wechseln.

Auto Save & Versions war für mich ein besonderes Highlight. Diese Funktion wird jeden freuen, der schon mal nach langer Arbeit etwas nicht gespeichert hat und aus irgendeinem Grunde nicht gespeicherte Änderungen verloren hat. Apple hat mit Auto Save die Timemachine für alles mögliche filigran nachbearbeitet, sodass man im Dokumentenbereich fast schon von Versionierung sprechen kann. Man kann nämlich durch alle Versionen browsen, direkt aus dem jeweiligen Programm. Auch das Hin- und Herkopieren aus den jeweiligen Versionen ist möglich.

Auch der Datenaustausch zwischen Mac-Besitzern soll einfacher werden. Zu diesem Zweck hat Apple AirDrop ins Leben gerufen, eine Applikation, die das P2P-Dateisharing zwischen Benutzern ermöglicht.  Dabei sieht man direkt, ob der Kontakt online ist. Dieser muss die Datei nur noch annehmen und die Übertragung beginnt. Fast wie bei einigen Messengern. Ich hoffe mal, dass die Applikation erkennt, wer sich im LAN / WLAN befindet – dieses Feature hat zum Beispiel der Dienst Dropbox.

Auch wurde Apple Mail aufgebohrt: verbesserte Suchparameter, Ansicht nach geführten Konversationen – kurzum: eine bessere Darstellung von allem. Mails werden in voller Höhe dargestellt, eine neue Favoriten-Leiste wie bei einem Browser gibt schnellen Zugriff auf Ordner.

Interessant waren nicht nur die Features, sondern wie oben schon erwähnt: der Preis. Umgerechnet 24 Euro dürften das sein – und dafür bekomme ich Mac OS X Lion für alle meine Macs – ich brauche also nicht für jeden eine Version kaufen, wenn ich das richtig verstanden habe. Nur im Mac AppStore, keine DVD. Sollte man das System neu installieren wollen, so muss man auf die Lion-Rettungspartition zugreifen. Und bei Festplattencrash? Tja, da hilft TimeMachine, der CarbonCopyCloner oder man muss zuerst wieder Snow Leopard installieren.

Soviel zum Thema Mac OX Lion – später lege ich noch iOS 5 und iCloud nach.

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Kuriosum: man wird keine DVD kaufen können, das System wird via Mac AppStore ausgeliefert. Kein Verdienst für Händler, bleibt alles im Hause Apple.

dieser satz am anfang schon, macht mir apple unsympatisch.
oder liegt es daran, dass man davon ausgeht, nicht soviel iphones zu verkaufen ?
gibt doch genug deppen die ein samsung und sony innenleben kaufen, und nur weil nen apfel abgebildet ist, nen haufen kohle zahlen 🙂
apple jammert weil samsung ein gehäuse nachbaut, und was macht apple mit dem ios 5 ?
ich finde apple einfach nur noch peinlich.

Was ist daran peinlich, wenn man als Software-Hersteller seine Software direkt im Internet vertreibt (wie übrigends fast alle Entwickler….)? Oder kaufst du deine Software NUR im Einzelhandel???

… 

Heisst das eigentlich, dass ich jetzt erst von Leopard auf Snowleopard upgraden muss um den Appstore nutzen zu können, um dann endlich an Lion zu kommen?

Das wäre sehr nervig…

… 

@Hannes: du hast Dir selbst geantwortet: Diktatur ist „etwas“ hochgegriffen 😉 Aber im Prinzip hast Du ja auch ein bißchen Recht. Apple baut sich da ein Monopol auf und das wird sicher auch rechtlich wieder zu Diskussionen führen; ähnlich wie damals die Browsergeschichte bei Microsoft…

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