Apple schreibt sich Datenschutz und Sicherheit groß auf die Brust

apple_icloud-lockupSeit gestern Abend steht iOS 8 zum Download für iPhone, iPad und iPod touch bereit. Parallel zur Veröffentlichung des neuen Mobil-Betriebssystems startet Apple nun außerdem eine Sicherheits- beziehungsweise Datenschutz-Offensive. Das US-Unternehmen hat dazu eine spezielle Webseite ins Leben gerufen, auf der über die Maßnahmen informiert wird, mit deren Hilfe sichergestellt werden soll, dass die Privatsphäre von iOS- und OS-X-Nutzern stets gewahrt bleibt und Datendiebstahl zum Schreckgespenst der Vergangenheit wird. Außerdem wendet sich Apple-CEO Tim Cook persönlich in einem offenen Brief an die Nutzergemeinde, um die grundlegende Denkweise seines Unternehmens zum Thema Datenschutz darzulegen. Die wohl wichtigstes Erkenntnis, die aus den jüngsten Statements gewonnen werden kann: Apple meint es ernst und sieht Datenschutz als eines der wichtigsten Differenzierungsmerkmale zur Konkurrenz.

Es dürfte sicherlich kein Zufall sein, dass Apple kurz vor Veröffentlichung von iOS 8 die Sicherheitsmaßnahmen bei seinem Online-Dienstes iCloud verschärft hat. Die sogenannte Zwei-Faktor-Authentifizierung greift nun auch bei der Anmeldung zu iCloud, sofern das Sicherheitsfeature vom Nutzer auf der Apple-Webseite unter Meine Apple-ID aktiviert wurde. Ratsam ist das in jedem Fall, wie Sicherheitsvorfälle in der Vergangenheit immer wieder gezeigt haben. Darüber hinaus macht Apple jetzt Nutzer darauf aufmerksam, wenn für die Apple-ID ein unsicheres Passwort verwendet wird, und fordert zur Vergabe eines sicheren Passworts auf.

Mit der Verfügbarkeit von iOS 8 weitet Apple den Datenschutz nun bis auf das Betriebssystem-Level aus. Wie das Unternehmen angibt, seien sämtliche auf einem iOS-8-Gerät abgespeicherten Daten automatisch verschlüsselt, sofern auf dem Gerät ein Passcode vergeben wurde. Somit können weder Apple noch eine Behörde auf Inhalte wie Fotos, Nachrichten oder E-Mails zugreifen.

Weitere wichtige Maßnahmen, die der Konzern auf seiner Datenschutz-Webseite aufführt, sind beispielsweise die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung von FaceTime und iMessage, Verschlüsselung von allen E-Mails, die über Apples Server geroutet werden, automatische Blockierung von Drittanbieter-Cookies durch den Browser Safari oder die Daten-Verschlüsselung von iCloud.

Die Philosophie Apples in Bezug auf Datenschutz drückt Tim Cook in seinem offenen Brief wohl am besten aus, wenn er schreibt, Apple sei nicht wie andere Unternehmen (damit ist in erster Linie Google gemeint) darauf aus, Nutzerverhalten auszuspionieren und anhand der Auswertung von Surf-Gewohnheiten und E-Mail-Kommunikation Nutzerprofile anzulegen, um personalisierte Werbung zu schalten. Das Geschäft der Kalifornier sei es vielmehr, hervorragende Geräte zu verkaufen. Nicht mehr, nicht weniger. Apple-Software und -Dienste seien lediglich dazu da, diese Geräte besser zu machen.

Bild: Apple
Quelle: Apple (1, 2)

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Über Johannes Schaller

Ich bin freier Journalist, Computer-Technik-Freak, Videospiel-Guru und Freizeit-Poet. In den letzten Jahren war ich unter anderem für notebookjournal.de tätig und habe als IT-Fachmann gearbeitet. Wenn ich nicht gerade an einem Text feile oder ein Stück Hardware auseinandernehme, dann widme ich meine Zeit gerne Filmen, Literatur, Videospielen oder schlicht und einfach der Natur.
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