Aquastop schützt vor Überschwemmung und behält Versicherungsschutz aufrecht

Waschmaschine und Geschirrspüler sind mit eigenem Kaltwasserzulauf ausgestattet, der keinen hundertprozentigen Schutz vor ungewolltem Wasseraustritt bietet. Gibt der angeschlossene Wasserschlauch dem Wasserdruck nach, drohen Überschwemmung und hohe Kosten. Abhilfe versprechen Wasserschläuche und Maschinen mit Aquastop-Technik, die für Mieter beinah schon verbindlich ist. Wir geben einen Überblick.

Es kommt bei den modernsten Haushaltsgeräten vor: Der Wasserzulauf zu Waschmaschine oder Geschirrspüler gibt nach und Wasser tritt aus. Die Folgen können extrem teuer sein. Dringt beispielsweise in einer Dachgeschosswohnung ausgetretenes Wasser in die unteren Etagen durch, können schwere Beschädigungen im Mauerwerk auftreten und Privatbesitz des Nachbarn zerstört werden. Die Kosten sind kaum abzuschätzen. Denn hat nach aktueller Rechtsprechung ein Mieter den Wasserhahn des Zuleitungsschlauch für Waschmaschine oder Geschirrspüler auch bei Nichtbenutzung geöffnet, handelt er grob fahrlässig, was den Versicherungsschutz aufheben kann (OLG Oldenburg, Urteil vom 5.5.2004 – 3 U 6/04 / WM 2005,587). Abhilfe verspricht die Installation eines Aquastop-Systems, der die Beweispflicht erleichtert. Im Folgenden geben wir einen Überblick über Nachrüstsysteme und aktuelle Techniken der beliebtesten Aquastop-Systeme mit ihren Vor- und Nachteilen.

Schlauchplatzsicherung

In der Regel fließt Wasser schneller aus dem Hahn, als Waschmaschine oder Geschirrspüler aufnehmen können. Dadurch steht der Zulaufschlauch ständig unter Druck. Platzt der Schlauch oder rutscht von der Maschine ab, fällt der Wasserdruck plötzlich ab, worauf die Schlauchkupplung schließt und weiteren Wasseraustritt verhindert. Nachteil einer Schlauchplatzsicherung: Nur plötzlich auftretende Druckunterschiede werden vom System erkannt, bei kleinen Undichtigkeiten greift das Schutzsystem auch über einen längeren Zeitraum nicht.

Doppelmantelschlauch

Der Doppelmantelschlauch besteht aus einem inneren und äußeren Schlauch. Der innenliegende Schlauch transportiert das Wasser. Ist er beschädigt und lässt Wasser austreten, fängt das der Außenschlauch auf und transportiert es zum Ventil, das sich daraufhin schließt und den Wasseraustritt stoppt. Im Vergleich zur Schlauchplatzsicherung unterbricht das Doppeltmantelschlauchsystem die Wasserzufuhr auch bei kleineren Lecks.

Die mechanischen Systeme Schlauchplatzsicherung und Doppelmantelschlauch lassen sich problemlos an Waschmaschine und Geschirrspüler nachrüsten. Das lohnt sich auch dann, wenn die Haushaltsgeräte bereits über integrierte Aquastop-Techniken verfügen:

Watercontrol-System

Geschirrspüler und Waschmaschine mit aktivem Watercontrol-System messen über einen oder mehrere Sensoren den Wasserstand. Beispielsweise direkt am Zulauf oder in einer Bodenwanne. Tritt Wasser aus, schließen die Maschinen mit Watercontrol-System das Zulaufventil, einige Maschinen pumpen das Wasser ab.

Waterproof-System

Das Waterproof-System ist eine Weiterentwicklung des Watercontrol-Systems, kombiniert mit einem Doppelmantelschlauch, der elektronisch mit dem Haushaltsgerät verbunden ist. Registriert das System eine Undichtigkeit innerhalb der Maschine, kann es über eine im Schlauch integrierte Elektronik ein Magnetventil am Wasserhahn schließen, was mit dem Watercontrol-System nicht möglich ist.

Bild: Miele

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Über Robert Tischer

Aufgewachsen mit Lego und Nintendo Game Boy eroberte schon bald ein Laptop mit MS-DOS und Windows 3.1 mein Herz und meinen Schreibtisch im Jugendzimmer. Nach einer kurzen Technikrezession sind Schreibtisch und Spielplatz 20 Jahre später auf die Größe eines Wohnzimmers gewachsen, das inzwischen einen Anbau vertragen könnte.
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