AVM FRITZ! Mesh Set im Test: FRITZ!Box 7590 + WLAN Repeater 1750E erschließen Häuser und große Wohnungen

      AVM FRITZ! Mesh Set im Test: FRITZ!Box 7590 + WLAN Repeater 1750E erschließen Häuser und große Wohnungen

      AVM bietet mit dem FRITZ! Mesh Set eine sehr gute Netzwerk-Lösung für große Wohnungen oder Einfamilienhäuser an. Das Zusammenspiel aus FRITZ!Box 7590 und WLAN Repeater 1750E verbessert die WLAN-Reichweite zum Teil deutlich und punktet neben der kinderleichten Einrichtung mit dem komplexen, aber trotzdem sehr übersichtlichen und intuitiven Fritz!OS, vielen Anschlüssen und einem umfangreichen Lieferumfang. Dazu kommt die Unterstützung von Supervectoring mit bis zu 300 Mbit/s. Ein dediziertes NAS ersetzt die FRITZ!Box trotz USB-3.0-Update jedoch nicht.

      Das gefällt uns

      • modernes Design
      • umfangreicher Lieferumfang
      • leichte Einrichtung
      • schnelles, komplexes und übersichtliches OS
      • viele Anschlüsse
      • Supervectoring-Unterstützung (300 Mbit/s)
      • höhere WLAN-Reichweite mit Mesh
      • guter Support

      Das gefällt uns nicht

      • langsame Datenübertragung der NAS-Funktion
      • keine Ping-Reduzierung durch Mesh

      Wer in einer großen Wohnung wohnt oder sogar das Glück hat, in einem zwei- oder mehr mehrstöckigen Haus zu wohnen, der kennt das Problem. Der Router steht im Flur, Wohnzimmer oder Keller und im Arbeitszimmer, 1. Stock oder Garten ist der WLAN-Empfang schon unterirdisch schlecht. An kompetitives Zocken von Mehrspieler-Shootern im Netz ist gar nicht erst zu denken, denn schon kleinste Downloads ringen dem WiFi alles ab.

      Fritz Mesh Set Test

      Die Fritz!Box 7590 hat ein modernes Design als viele günstigere Fritz!Boxen

      Vor kurzem war es auch bei mir soweit. Ich bin in ein dreistöckiges Einfamilienhaus mit großem Garten an den Berliner Stadtrand gezogen. Schön wäre es, aber nein, ich bin ja kein Influencer. Stattdessen ist etwas viel Erfreulicheres passiert. Mein Vodafone-Router hat bei einem Firmware-Update den Geist aufgegeben. Nach mehreren erfolglosen Recovery-Versuchen und einem längeren Gespräch mit dem freundlichen Kundenservice dann das ernüchternde Ergebnis: Bevor der Router getauscht werden kann, muss ein Telekom-Techniker die Leitung auf eine Störung kontrollieren. Der kommt aber erst nächste Woche. Nächste Woche. Also fast eine Woche ohne Internet. Ich. Ihr werdet sicher verstehen, dass das wie der SEV in Berlin keine wirklich akzeptable Option ist.

      Also was tun? Den Test des AVM FRITZ! Mesh Set notgedrungen etwas vorverlegen und das Set in der eigenen Wohnung installieren. Unsere 3-Zimmer-Wohnung ist ca. 77 qm groß und länglich aufgebaut. Der Router steht am einen Ende im Wohnzimmer. Mein Gaming-Rechner am anderen Ende im „Arbeitszimmer“. Wir haben eine DSL-50.000-Leitung von Vodafone – ja, mehr war tatsächlich nicht verfügbar. Der WLAN-Empfang war seither „ausbaufähig“, also ist das die perfekte Gelegenheit für den WLAN Repeater 1750E zu zeigen, welche Empfangsverbesserungen er wirklich bringt.

      Das Bundle wandert aktuell übrigens für 259 Euro* bei uns im Shop über die virtuelle Ladentheke. Einzeln gibt es die FRITZ!Box 7590 für 199 Euro* und den WLAN Repeater 1750E für 62 Euro*. Mit dem Bundle spart ihr also satte zwei Euro. Wer einen Kabellanschluss hat, ist übrigens mit diesem Set gut beraten. Wie immer gibt es zu beginn die technischen Details:

      Technische Daten: FRITZ! Mesh Set

      Technische Daten AVM FRITZ! Mesh Set (FRITZ!Box 7590 + WLAN Repeater 1750E)
      Typ Bundle (WLAN-Router und Repeater)
      Maximale Übertragungsgeschwindigkeit FRITZ!Box 7590
      Max. 2.533 MBit/s
      bis zu 800 Mbit/s (2,4 GHz)
      bis zu 1.733 Mbit/s (5 GHz)
      WLAN Repeater 1750E
      Max. 1.750 MBit/s
      bis zu 450 Mbit/s (2,4 GHz)
      bis zu 1.300 Mbit/s (5 GHz)
      Anschlüsse FRITZ!Box 7590
      1x DSL
      1x ISDN (RJ45)
      2x FON (RJ11)
      2x USB 3.2 Gen 1
      4x Gigabit LAN
      1x Gigabit WAN
      WLAN Repeater 1750E
      1x Gigabit LAN
      DSL VDSL- oder ADSL-Anschluss mit wahlweise analogem oder ISDN-Festnetz nach 1TR112/U-R2
      bis zu 300-Mbit-VDSL
      Routerbetrieb auch mit Kabelmodem, Glasfaseranschluss oder Mobilfunk-Stick (LTE/UMTS/HSPA)
      Firewall/NAT, DHCP-Server, DynDNS-Client, UPnP AV
      IPv6 für Internet, Heimnetz und Telefonie
      WLAN 4 x 4 WLAN AC + N mit Multi-User-MIMO
      Dual-WLAN AC + N für gleichzeitigen Einsatz im 2,4-GHz- und 5-GHz-Frequenzband
      WLAN Mesh Unterstützung (mit passenden FRITZ!Repeatern)
      WLAN-Access Point IEEE 802.11ac, n, g, b, a
      Telefonie DECT-Basis für bis zu 6 Schnurlostelefone
      integrierter Anrufbeantworter inkl. E-Mail Weiterleitung
      2x a/b Ports für analoge Telefone, Anrufbeantworter und Fax
      S₀-Bus zum Anschluss von ISDN-Telefonen/ISDN-Telefonanlage
      Faxfunktion inkl. E-Mail Weiterleitung
      Telefonie App für iOS und Android Smartphones
      Software FRITZ!OS
      für Smartphones und Tablets optimiert (Responsive Design)
      Smart-Home-Unterstützung von DECT-ULE/HAN-FUN-Geräten
      Lieferumfang FRITZ!Box 7590
      FRITZ!WLAN Repeater 1750E
      Installationsanleitung
      Netzteil mit 1,5 m langem Kabel
      1 x Netzwerkkabel
      1 x Netzwerkkabel Slim
      4,25 m langes DSL-Telefon-Anschlusskabel
      4 m langes DSL-Kabel
      TAE-/RJ45-Adapter
      TAE-/RJ11-Adapter
      Abmessungen FRITZ!Box 7590
      (B x H x T): 250 x 48 x 184 mm
      WLAN Repeater 1750E
      (B x H x T): 76,5 x 155 x 62,6 mm
      Gewicht FRITZ!Box 7590
      522 g
      WLAN Repeater 1750E
      151 g
      Verbrauch FRITZ!Box 7590
      9-10 Watt
      WLAN Repeater 1750E
      5,5 Watt
      Garantie 5 Jahre
      Preis 259 Euro*
      AVM FRITZ! Mesh Set im Shop

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      Lieferumfang: üppig, wenig Folie, dafür sicher mit Pappe verpackt

      Das Mesh Set wird in einem Karton mit dem bekannten AVM-Design in blau ausgeliefert. Im Karton ist alles dabei, was ihr für die Einrichtung des Mesh-Netzwerks benötigt. FRITZ!Box 7590 und FRITZ!WLAN Repeater 1750E sind sicher in ausreichend Pappe verkantet und mit etwas aufgeklebter Folie geschützt. Die Fritz!Box befindet sich zudem in einem Beutel. Das war es aber auch schon. Auf Plastikverpackungen für jedes einzelne Kabel und jeden Adapter verzichtet AVM zum Glück.

      Fritz Mesh Set Test

      Beim Lieferumfang ist alles dabei, was ihr im Alltag benötigt

      Kabel gibt es übrigens eine ganze Menge. Darunter ein Netzteil mit 1,5 m langem Kabel, ein normales Netzwerkkabel, ein schlankes Netzwerkkabel, ein 4,25 m langes DSL-Telefon-Anschlusskabel, ein 4 m langes DSL-Kabel sowie einen TAE-/RJ45-Adapter und einen TAE-/RJ11-Adapter. Damit seid ihr für den nicht stattfindenden Kampf mit der Netzwerk-Einrichtung bestens gerüstet. Für unser Setup wäre lediglich noch Telefonkabel mit beidseitigem RJ11-Anschluss wünschenswert gewesen.

      Wie von Fritz!-Produkten gewohnt liegen auch drei praktische Zettel mit in der Verpackung. Die aufklappbare Installationsanleitung, ein Notizzettel mit den relevanten Netzwerk-Werkseinstellungen und Passwörtern sowie eine kleine Broschüre mit passenden Zubehörteilen für das eigene Heimnetz.

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      Modernes Design und gute Verarbeitung

      Die FRITZ!Box 7590 setzt nicht auf das Design, dass ich bisher von Fritz!Boxen kenne. Im Vergleich mit einer Fritz!Box 7430, die auf der Oberseite mattrot bzw. mattsilber ist, setzt die 7590 auf eine glänzend weiße Oberfläche. Die beiden Hochgeschwindigkeitsfinnen der 7430 sind einem minimalistischeren Design gewichen. Einen roten Akzent bilden bei der 7590 auf der Oberseite lediglich die roten Luftauslässe am Heck.

      Fritz Mesh Set Test

      Die Fritz!Box setzt auf ein schlichtes und modernes Design

      Das Fritz!Box-Logo befindet sich vorne links an der Oberseite. Die fünf LEDs samt dazugehöriger Tasten sind etwas nach rechts gerückt. Auch sie haben optisch ein kleines Update erfahren. Die 7590 ist zudem etwas größer als die 7430. Die Unterseite ist mattgrau und komplett mit Luftauslässen durchzogen. Etwas blöd: Durch die Aussparungen ist die verbaute Platine gut erkennbar. Gut: Durch die umfangreichen Zirkulationsmöglichkeiten benötigt die 7590 keinen aktiven Kühler.

      Der Repeater setzt auf das gleiche Design. Er verfügt über eine graue WPS-Taste und drei LEDs für Power, WLAN und LAN. Auf der Rückseite und an den Seiten befinden auf der oberen Hälfte schmale Luftauslässe. Er ist ungefähr so groß wie ein aktuelles 6,5-Zoll-Smartphone.

      Insgesamt wirkt das Design deutlich moderner als bei den günstigeren Fritz!Boxen. Die Teile sind stimmig gestaltet und passen irgendwie gut zu gängigen Ikea-Einrichtungsbeispielen im Netz.

      Die Verarbeitung der Geräte ist gut. Die Spaltmaße der Fritz!Box sind an der Unter- bzw. Rückseite zwar nicht 100%ig gleichmäßig, aber an der Oberseite passt alles. Daher ist das nicht weiter problematisch. AVM setzt beim Gehäuse ausschließlich auf Kunststoff. Dadurch sind Router und Repeater zwar sehr leicht, wirken aber haptisch nicht so hochwertig, wie es der Preis vielleicht vermuten lässt. Das ist aber ein generelles Phänomen bei Netzwerk- und Smart-Home-Geräten.

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      Viele Anschlüsse mit sinnvoller Positionierung

      Bei der FRITZ!Box 7590 befinden sich bis auf zwei Ports alle Anschlüsse an der Rückseite. Da die Oberseite nach hinten und zu den Seiten etwas über die Anschlüsse hinausragt, muss man sich beim erstmaligen Anschließen der Kabel etwas über die Fritz!Box beugen.

      Hinten befinden sich der DSL-Anschluss und zwei a/b-RJ11-Buchsen (FON 1 und 2) für anologe Telefone, Anrufbeantworter oder ein Fax – falls sowas heutzutage noch jemand nutzt. Hierzu gesellen sich ein ISDN- sowie ein Gigabit-WAN-Port für den Anschluss an ein Kabel-/DSL-/Glasfasermodem oder ein Netzwerk. Ebenfalls dort zu finden sind die vier Gigabit-LAN-Anschlüsse und der USB-3.2-Gen1-Port. Der wird von AVM zwar fälschlicherweise als USB 3.0 bezeichnet, aber gut, wer sieht da noch wirklich durch?

      Fritz Mesh Set Test

      An die beiden USB-Anschlüsse können externe Festplatten mit bis zu 2 TB Speicher angeschlossen werden

      Ein weiterer USB-Port des gleichen Typs befindet sich an der linken Seite. Auf der rechten Seite hat AVM noch einen weiteren Telefon-Anschluss im TAE-Format positioniert. Der TAE-Adapter passt bedingt durch den Überstand aber komischerweise nicht wirklich an diesen Port. Den WLAN Repeater 1750E könnt ihr mit dem Stromanschluss unten auf der Rückseite direkt an eine Steckdose anschließen. Er verfügt über einen LAN-Port auf der Unterseite. Falls ihr nicht gerade eine Acht-Mann-LAN in eurem Wohnzimmer plant, sind also genug Anschlüsse für alle Lebenslagen vorhanden.

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      Kinderleichte Einrichtung mit MIC

      Für den normalsterblichen Nutzer ist natürlich nicht nur das Hardware-Drumherum wichtig, sondern insbesondere die einfache und unkomplizierte Einrichtung. Das weiß auch AVM. Und alle Käufer von Fritz!Boxen wissen sicherlich sehr zu schätzen, dass AVM es nicht nur weiß, sondern auch konsequent umsetzt. Die Einrichtung ist nämlich mehr oder weniger idiotensicher: Anleitungszettel aufklappen, sichergehen, dass kein akutes Gewitter vorliegt, alle relevanten Kabel in die Box stecken, über einen via LAN angeschlossenen Rechner den Browser öffnen und http://fritz.box/ ansteuern. Die Login-Daten findet ihr auf dem Notizzettel mit den wichtigen Netzwerk-Werkseinstellungen und Passwörtern.

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      Mit dem Einrichtungsassistenten geht es Schritt für Schritt zum erfolgreichen Internetzugang. Als erstes könnt ihr euch entscheiden, ob ihr den Router direkt an einen DSL-Anschluss anschließen oder die Box via WAN an ein Kabel- oder Glasfasermodem anbinden wollt. Die erste Option wird bei den meisten Nutzern eher zutreffen. Danach wählt ihr euren Internetanbieter aus und ob ihr das Internet via Modem-Installations-Code (MIC) oder mit euren Zugangsdaten einrichten wollt.

      Wer die erste Option wählt, muss lediglich den MIC eingeben und das war es schon. Ich habe meinen leider nicht mehr gefunden, aber das ist letztendlich halb so wild. Via Kunden-Login konnte ich mir bei Vodafone den MIC als SMS direkt auf mein Smartphone schicken lassen. Danach seid ihr auch schon mit dem Internet verbunden und landet auf der Übersichtsseite vom FRITZ!OS.

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      Wer möchte, findet unter den acht Assistenten ebenfalls den passenden zur Einrichtung von angeschlossenen Telefonen, zur Verwaltung von Rufnummern, Anpassung von Sicherheitseinstellungen, Push Services usw. Vorbildlich: Für alle, die trotzdem noch etwas Hilfe benötigen, bietet AVM zusätzlich eine umfassende Wissensdatenbank.

      AVM FRITZ! Mesh Set im Shop

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      FRITZ!OS ist übersichtlich, performant und nutzerfreundlich

      Innerhalb der letzten Jahre ist das FRITZ!OS mit den unzähligen Funktionen natürlich sehr komplex geworden. Es genießt jedoch zu recht einen sehr guten Ruf, denn trotz der vielen Funktionen und Möglichkeiten hat man nie das Gefühl, verloren zu sein. Das OS ist in neun Hauptreiter unterteilt, die jeweils über diverse Untermenüs verfügen. Hier alles aufzuzählen und zu erklären, würde den Rahmen des Tests und die Leselust der Leser sicherlich leicht überschreiten, daher sei nur so viel gesagt: Ich finde das OS sehr gut.

      Sogar ein Feature, das ich kürzlich gesucht habe, da der Router bei uns im Wohnzimmer sichtbar unter dem Fernseher steht, wird ab OS-Version 7.1. verfügbar sein. Ab dieser Version lassen sich die leuchtenden und blinkenden LEDs der Box einfach abschalten. Schon in der aktuellen Version 7.01 könnt ihr sie unter dem Punkt „System / Tasten und LEDs“ dimmen. Auf der Stufe „schwach“ stören sie selbst dann kaum noch, wenn ihr gerade die dritte Folge der achten Staffel von Game of Thrones schaut und euer Wohnzimmer dafür extra in den „komplette Finsternis-Modus“ verwandelt habt.

      Wenn es selbst für dieses Szenario eine Funktion gibt, könnt ihr euch denken, dass auch sonst alle wichtigen und weniger wichtigen Funktionen mit an Bord sind. Erwähnenswert sind zum Beispiel das Einrichten einer VPN-Verbindung, die Einbindung von Smart-Home-Geräten und viele andere Funktionen, die wir hier schon einmal beschrieben haben. Natürlich ist gerade dank des mitgelieferten Repeaters die Mesh-Funktion interessant. Diese gibt es nämlich erst seit Fritz!OS 7.0.

      Unterm Strich wirkt das Betriebssystem sehr aufgeräumt und ist stets logisch und intuitiv strukturiert. Jede Einstellungsmöglichkeit lässt sich einfach und schnell erreichen. Dazu kommt etwas, das bei NVIDIA zwar oft behauptet, aber nicht immer der Fall ist: Everything just works. Das OS ist performant und schnell. Wer schon eine Easybox von Vodafone oder andere Krücken der Internetprovider nutzen musste, wird den Unterschied nicht nur deutlich merken, sondern auch nicht mehr missen wollen.

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      WLAN Mesh mit dem FRITZ!WLAN Repeater 1750E

      Neben der Fritz!Box 7590 befindet sich in der Box ebenfalls der WLAN Repeater 1750E. Mit ihm könnt ihr ein eigenes WLAN Mesh aufbauen, ohne vorher mit CD, Alufolie, Duct Tape und improvisierten Handwerk-Skills MacGyver imitieren zu müssen. Welche Vorteile WLAN Mesh bietet, könnt ihr hier genauer nachlesen. Am besten fasst es der folgende Auszug zusammen:

      Ein Mesh Netzwerk zeichnet sich dadurch aus, dass es aus mehreren Zugangspunkten besteht, die alle untereinander kommunizieren, um den optimalen Übertragungsweg auszuhandeln. Dadurch soll vor allem der WLAN-Empfang von mobilen Endgeräten verbessert werden, indem die Geräte immer mit dem Zugangspunkt verbunden sind, der die beste Signalqualität bietet. Diese Aushandlung passiert komplett im Hintergrund und automatisiert.

      Ein weiterer Vorteil ist, dass selbst beim Ausfall eines einzelnen Zugangspunkts die Verbindung aufrechterhalten werden kann. In einem klassischen Netzwerk hängt alles von einem einzelnen Router und ggf. Repeater ab: Fällt eine der Komponenten aus, ist damit auch das Netzwerk Geschichte. Da alle Zugangspunkte miteinander verbunden sind, ist die Lastverteilung im Mesh zudem deutlich besser.

      Der FRITZ!Repeater verfügt über einen eigenen Backhaul Channel für echte WLAN-Mesh-Funktionalität. Der Backhaul läuft entweder über das 5Ghz WiFi oder das Gigabit LAN. Die bei einfachen Repeatern übliche Halbierung der Datenübertragungsrate trifft dadurch nicht mehr zu.

      Anschluss und Einrichtung des WLAN Repeater 1750E sind kinderleicht und ebenfalls auf der Anleitung beschrieben: Repeater in eine Steckdose stecken, WPS-Taste auf der Fritz!Box drücken, binnen zwei Minuten die WPS-Taste am Repeater drücken, kurz warten, fertig. Im Anschluss leuchten auf dem Repeater sowohl die Power- und WLAN- als auch die WLAN-Signal-LEDs.

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      Internet über DSL

      Mit der FRITZ!Box 7590 lässt sich sogar schnelles DSL mit Supervectoring nutzen. Das bedeutet Downloadraten von bis zu 300 Mbit/s. In der Praxis konnte ich den Router mit meiner läppischen DSL-50.000-Leitung also nicht wirklich ins Schwitzen bringen. Auch sonst kenne ich niemanden, der auf einen Anschluss mit Supervectoring zurückgreifen kann. In Deutschland dürften das nach aktuellem Stand vermutlich auch nur eine Handvoll Leute sein. Damit ist die Box – nicht wirklich überraschend – deutlich weiter als der Breitbandausbau in Deutschland und für die Zukunft gerüstet.

      Laut Übersichtsseite im OS kommen 90 Mbit/s bei der Fritz!Box an. Moment mal..? Tatsächlich, bei uns ist mittlerweile auch DSL 100.000 verfügbar. Selbst 90 Mbit/s sind aber nicht mal ein Drittel der maximal möglichen Übertragungsrate. Der Upstream wird mit 37 Mbit/s angegeben, laut Speedtest von Google werden aber real nur 9,3 Mbit/s erreicht. Der Downstream erreicht bei Google 42,1 Mbit/s. Der Speedtest auf https://www.wieistmeineip.de/speedtest/ kommt übrigens auf 45.000 kbit/s beim Download, 8.700 kbit/s beim Upload und einen Ping von 18 ms.

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      Leistung im LAN

      Viele Router von Internetprovidern verfügen nur über zwei LAN-Ports, teilweise sogar mit reduzierter Bandbreite. Die Fritzbox setzt hingegen auf vier Gigabit-Netzwerkanschlüsse. Zur Überprüfung der Übertragungsgeschwindigkeit im LAN habe ich meine gesicherte Steam-Bibliothek von der HDD meines Standrechners auf die HDD in meinem Lenovo Legion Y740 (Test) übertagen.

      Die durchschnittliche Geschwindigkeit bei der Übertragung der Daten lag bei ungefähr 112 MB/s. Das entspricht knapp 900 Mbit/s. Viel schneller ist ein Gigabit-LAN in aller Regel auch nicht.

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      Leistung im WLAN

      Natürlich ist für die meisten Nutzer insbesondere bei einem WLAN-Mesh-Setup der Leistungs- und Empfangunterschied zwischen WLAN mit und ohne Repeater interessant. Das WiFi-Modul der FRITZ!Box 7590 (4 x 4 WLAN AC + N mit Multi-User-MIMO) kann bis zu vier Up- und bis zu 4 Downstreams parallel verarbeiten. Dadurch ergibt sich bei der 7590 eine maximale Bandbreite von theoretisch bis zu 1.733 Mbit/s im 5-GHz-Band und bis zu 800 Mbit/s im 2,4-GHz-Band. Der WLAN Repeater 1750E kommt auf maximal bis zu 1.300 Mbit/s im 5-GHz-Band und bis zu 450 Mbit/s im 2,4-GHz-Band. Die Praxis sieht häufig etwas anders aus.

      Die WLAN-Geschwindigkeit wurde mit Hilfe eines an das Gigabit angebundenen PCs getestet. Dort lief ein WiFi Speed Test Server, während mit einem aktuellen ZTE Axon 10 Pro per WiFi 50 MB Daten hoch- und wieder heruntergeladen wurden.

      Der Test fand in meiner Privatwohnung statt, die sich in der 1. Etage eines zweistöckigen Neubaus befindet. Mein Server-PC stand dabei ungefähr 7-8 Meter Luftlinie von der Fritz!Box entfernt in einem Raum am anderen Ende der Wohnung. Ich habe mehrere Messungen an unterschiedlichen Standorten in und außerhalb der Wohnung vorgenommen:

      1. Direkt neben der FRITZ!Box 7590
      2. Direkt neben dem Standrechner
      3. Direkt außerhalb der Wohnungstür im Flur (1. Etage)
      4. Ein Stockwerk über der Wohnung im Flur (2. Etage)
      5. Ein Stockwerk unter der Wohnung im Flur (Erdgeschoss)
      6. Zwei Stockwerke unter der Wohnung im Flur (Keller)
      7. Im Garten ungefähr fünf bis sechs Meter Luftlinie vom Standrechner entfernt

      Alle Messungen wurden zweimal ausgeführt. Beim ersten Durchgang wurde das WLAN allein durch die im Wohnzimmer stehende Fritz!Box bereitgestellt. Der zweite Durchgang erfolgte mit Unterstützung des FRITZ!WLAN Repeater 1750E im Mesh-Verbund. Dieser wurde zur Erhöhung der Reichweite direkt im Zimmer des Standrechners – ca. zwei Meter von diesem entfernt – angeschlossen.

      leistung wlan mesh fritzbox 7590 repeater 1750e

      Direkt neben der FRITZ!Box erreichte das Axon 10 Pro rund 400 MBit/s im Downstream mit Repeater und gute 330 MBit/s ohne Repeater. Am Standrechner waren waren es noch 57 ohne bzw. 44 Mbit mit Repeater. Besonders auffällig war die Leistungsverbesserung vor der Haustür, die sich im Flur direkt zwischen Repeater und Fritz!Box befindet. Dort wurden ohne FRITZ!WLAN Repeater 1750E knapp über 90 MBit/s und mit knapp 200 MBit/s beim Download erreicht. Im Keller ermöglichte der Repeater überhaupt erst eine Verbindung, wenn auch mit sehr geringer Geschwindigkeit. Überrascht hat allerdings, dass im Garten ohne den Repeater bessere Up- und Downloadraten erreicht wurden.

      Da ich dieses Testverfahren nicht wirklich praxisnah finde, habe ich die WLAN-Geschwindigkeiten der DSL-50.000-Leitung ebenfalls mit einem Speedtest auf Smartphone und Notebook getestet. Auf dem Smartphone kam der Speedcheck von Internet Speed und Etrality zum Einsatz. Auf dem Notebook wurde die Verbindung wieder mit https://www.wieistmeineip.de/speedtest/ getestet.

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      Auf dem Smartphone wurden mittels Repeater abgesehen vom Garten fast durch die Bank bessere Downloadraten erreicht. Beim Notebook traf dies auch für den Garten zu. Zudem wurde sowohl im Keller und Erdgeschoss als auch im 2. Stock dank Repeater mehr oder weniger überhaupt erst eine Verbindung mit dem WLAN möglich. Beim Axon 10 Pro streikte der Empfang ohne Repeater nur im Keller. Innerhalb der Wohnung und vor der Haustür gab es allerdings bei beiden Geräten keine gravierenden Unterschiede.

      Fritz Mesh Set Test

      Mehrere WLAN Repeater verbessern den Empfang noch deutlicher

      Durch den Repeater wurde letzten Endes ungefähr eine zusätzliche Etage mit brauchbarem WiFi gewonnen. Wer eine große Wohnung oder ein mehretagiges Haus besitzt, kann mit einigen gut platzierten Repeatern also sicherlich eine deutlich bessere WLAN-Abdeckung realisieren. Auf den Ping an sich hatte der Repeater übrigens keinen signifikanten Einfluss, hier wurden ohne Repeater sogar leicht niedrigere Werte ermittelt. Der feuchte Traum vom unantastbaren WLAN wird für Zocker also selbst mit Mesh ein Traum bleiben.

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      USB Performance

      Die FRITZ!Box 7590 verfügt ebenfalls über zwei USB-3.2-Gen1-Anschlüsse. An diese könnt ihr externe Festplatten oder USB-Sticks anschließen. Die genaue Anleitung der Anbindung im Netzwerk findet ihr hier. Ich habe das Ganze mit einer WD My Passport Ultra mit einem TB Speicher ausprobiert. Da die Funktion einem NAS ähnelt, wird sie von AVM auch passend FRITZ!NAS genannt.

      Fritz Mesh Set Test

      Die Übertragungsgeschwindigkeit erreicht im besten Fall leider nur USB-2.0-Niveau

      Zum Testen habe ich wieder meine gesicherte Steam-Bibliothek von der HDD meines Standrechners auf die externe HDD an der Fritz!Box übertagen. Die Dateien lagen in 4,3 Gb großen Ordnern vor. Die externe Festplatte war im NTFS-Format formatiert.

      Wichtig: Um wirklich die maximalen Geschwindigkeiten zu erreichen, müsst ihr die USB-Ports im Fritz!OS unter Heimnetz/USB-Geräte/USB-Einstellungen von 2.0 auf 3.0 umstellen. Erst danach solltet ihr die Festplatte anschließen.

      Bei der Übertragung einer Datei auf die Festplatte wurden Geschwindigkeiten von 22,8 MB/s erreicht. Von der Festplatte auf den Rechner dauerte es mit durchschnittlich 8 MB/s sogar noch deutlich länger. Zum Vergleich: Via USB 2.0 und USB 3.1 Gen2 werden am Rechner 40 MB/s bzw. 80 MB/s erreicht. Damit kann die Fritz!Box das Potential des USB-Anschlusses leider nicht wirklich ausschöpfen. Eine exFAT- oder  FAT32-Formatierung brachte übrigens keine Besserung.

      Im Vergleich mit einem richtigen NAS (zum Ratgeber) zieht die Fritz!Box in dieser Funktion also leider den Kürzeren.

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      Lautstärke

      Da weder Fritz!Box noch Repeater interne Lüfter besitzen, bleibt die Lautstärke natürlich auf einem erträglichen Level – nämlich bei null. Ihr müsst euch also keine Sorgen machen, dass während eines Streams im Wohnzimmer plötzlich einen nerviges Surren die Atmosphäre zerstört.

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      Fazit

      Die FRITZ!Box 7590 ist ein sehr guter DSL-Router. Neben dem modernen Design überzeugt die FRITZ!Box insbesondere durch das hervorragende Fritz!OS. Das ist schnell, schön und bleibt trotz vieler Funktionen übersichtlich und intuitiv bedienbar. Die Einrichtung ist kinderleicht, zudem bietet AVM dank Wissensdatenbank einen beispiellosen Support an. Für Nutzer, die vorher mit dem Router eines DSL-Providers unterwegs waren, ist das OS daher schlicht und einfach ein Segen.

      Fritz Mesh Set Test

      AVM bietet mit dem Fritz Mesh Set ein fast rundum gelungenes Paket an

      Neben vielen aktuellen Anschlüssen liegt der Vorteil der FRITZ!Box insbesondere in der Möglichkeit, mit dem beiliegenden WLAN Repeater 1750E ein stabiles WLAN Mesh aufzubauen. Dadurch vergrößert sich nicht nur der Empfangsbereich, es werden auch schnellere Übertragungsraten im WLAN erreicht. Zwar gab es mit der genutzten Messmethode keinen spürbaren Einfluss auf den Ping, insgesamt machte das WLAN in der eigenen Wohnung während des Testzeitraums im Vergleich mit dem vorher genutzten Router jedoch einen deutlich stabileren Eindruck.

      Wer kein High-Performance-NAS benötigt, kann zudem die beiden USB-3.2-Gen1-Anschlüsse nutzen und bspw. eine externe Festplatte anschließen. Einen wirklichen Boost bei Dateiübertragungen bringt der aktualisierte USB-Anschluss im Vergleich zu USB 2.0 jedoch nicht.

      Fritz Mesh Set Test

      Die Box unterstützt DSL-Geschwindigkeiten von bis zu 300 Mbit/s, jetzt muss „nur“ noch Deutschland nachziehen

      Die wenigen Glücklichen, die in einem der Supervectoring-Gebiete in Deutschland wohnen, können sich zudem über die Unterstützung von genau diesem Anschluss freuen. Mit der FRITZ!Box 7590 können Geschwindigkeiten von bis zu 300 Mbit/s erreicht werden.

      Schlussendlich ist das Fritz! Mesh Set eine sehr gute, wenn auch nicht ganz günstige Netzwerk-Lösung für alle, die mit Empfangsproblemen im eigenen Heim kämpfen. Für aktuell 259 Euro* bekommt ihr die FRITZ!Box 7590 in Verbindung mit dem WLAN Repeater 1750E. Erfreulich: Es bleibt bei diesem Preis bleibt, denn das Zubehör fällt sehr umfangreich aus.

      AVM FRITZ! Mesh Set im Shop
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      *Stand: 25. Juni 2019

      Veröffentlicht von

      Die Leidenschaft fürs Zocken wurde bereits in den frühen 90ern mit Bubble Bobble am Sega Master System II geweckt. Spielt mittlerweile hauptsächlich am PC und hätte gerne viel mehr Zeit, um sich seinem ständig wachsenden Pile of Shame zu widmen.

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      sehr umfangreicher und aufschlussreicher Test. Dankeschön.

      Ja Fritz ist schon was feines. Unitymedia hat gestern eine Firmware auf die Connectbox gepackt welches fremde Repeater aussperrt und die eigenen Booster optimal anspricht. Nun ist mein ganzes Heimnetz im Eimer. Schade das es damals it der Fritzbox Cable zum testen nicht geklappt hatte. Ich werde nun eine kaufen für Kabel natürlich.

      … 

      Von allen Fritzboxen ist aktuell die 7590 mein persönlicher Favorit. Zwar nicht ganz billig aber mit einer Ausstattung die fast keine Wünsche mehr offen lässt. AVM hat sich hier mal so einiges bei der Entwicklung einfallen lassen. Ein echt toller und umfangreicher Artikel zur Fritzbox 7590. Übrigens ist Supervectoring bis 250 Mbit´s mittlerweile in sehr vielen Haushalten in Deutschland verfügbar. Es sind also mehr als nur eine Handvoll die auch dies nutzen können 🙂