Bald auch in Deutschland? HBO plant Ausbau seines internationalen Streaming-Angebots

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Der US-amerikanische Bezahl-TV-Sender HBO, welcher dank seiner erstklassigen, Hollywood-reif inszenierten Fernsehserien auch weltweit große Bekanntheit erlangt hat, steht vor wichtigen Entscheidungen. Spätestens mit dem Start der Fantasy-Serie „Game of Thrones“ im Jahr 2011 besteht auch außerhalb der USA ein immenses Konsumenteninteresse am Programm der Time-Warner-Tochter. Die Menschen wollen in Zeiten der globalen Vernetzung und High-Speed-Datenautobahnen allerdings nicht Monate oder gar Jahre auf eine neue Serien-Staffel warten, sondern die Inhalte möglichst zügig nach der Erstausstrahlung auf dem US-Markt sehen. Stimmen werden also zunehmend lauter, die von HBO ein international abrufbares Streaming-Angebot à la Netflix sehen möchten. Der Pay-TV-Sender hat auf derlei Forderungen bislang nur halbherzig und meist zögerlich reagiert, setzt sich nun aber offenbar intensiv mit diesem Thema auseinander, wie das Wall Street Journal informiert.

Den Angaben des US-Wirtschaftsmagazins nach hat HBO im Jahr 2012 in einigen skandinavischen Ländern damit begonnen, erste Versuche mit einem rein Web-basierten TV-Angebot außerhalb der USA zu unternehmen. In naher Zukunft sollen weitere internationale Märkte folgen, wie jetzt Insider verrieten. Der Pay-TV-Sender wäge dabei allerdings gezielt nach potentiellen Einnahmen und der bereits auf dem jeweiligen Markt vorhandenen Infrastruktur ab, heißt es. Das Geschäft mit der altbewährten Fernsehausstrahlung soll nämlich durch die Web-Initiative nicht geschädigt werden.

Die bevorstehende Expansion von Netflix auf weitere europäische Märkte (ab September auch in Deutschland) dürfte den Druck auf HBO erhöhen, sich mehr in diese Richtung zu bewegen. Bislang gibt es dem Wall Street Journal nach aber keinen Zeitplan, wann in einem bestimmten Markt der Startschuss für den Streaming-Service erfolgen soll.

Allzu lange warten wird HBO wohl nicht, denn auch auf dem heimischen US-Markt stehen Herausforderungen an. Für den Pay-TV-Sender wird es immer schwieriger, neue Abonnenten zu gewinnen. Es gibt mittlerweile gute Konkurrenz und diejenigen, die es sich leisten können, haben bereits ein Abo. Sehr viele US-Bürger scheuen entweder die relativ hohen monatlichen Abo-Kosten oder greifen verstärkt auf günstigere Streaming-Dienste zurück.

Trotz dieser potentiellen Probleme und der für internationale Märkte in Aussicht gestellten, leichten Öffnung gegenüber Web-Angeboten, will HBO in den USA –  zumindest auf absehbare Zeit – weiterhin nur sein klassisches Pay-TV-Angebot, das über Kabelfernsehanbieter gebucht werden kann, anbieten, wie dem Artikel zu entnehmen ist. Ganz offensichtlich sind die auf klassische Art erzielten Einnahmen also noch hoch genug. Nur als Dreingabe und exklusiv für Abonnenten lässt sich in den USA außerdem der Dienst HBO Go auf Mobilgeräten und PCs nutzen.

International gestaltet sich die Lage anders. HBOs internationales Geschäft ist dem Wall Street Journal nach ein konstanter Wachstumsbereich, die Nachfrage bleibt aber vielerorts ungedeckt. Hier könnte also ein gutes Streaming-Angebot HBO dabei helfen, tatsächlich noch mehr Kunden zu gewinnen, und zwar überall dort, wo das traditionelle Geschäftsmodell nicht funktioniert oder nicht wie gewünscht verfügbar gemacht werden kann.

Foto: giga.de
Quelle: Wall Street Journal

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Über Johannes Schaller

Ich bin freier Journalist, Computer-Technik-Freak, Videospiel-Guru und Freizeit-Poet. In den letzten Jahren war ich unter anderem für notebookjournal.de tätig und habe als IT-Fachmann gearbeitet. Wenn ich nicht gerade an einem Text feile oder ein Stück Hardware auseinandernehme, dann widme ich meine Zeit gerne Filmen, Literatur, Videospielen oder schlicht und einfach der Natur.
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