Beats Solo 2 Wireless im Test: Bluetooth-Kopfhörer flirtet mit Premium-Liga

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Der Kopfhörer Beats Solo 2 Wireless gehört in die obere Preisliga der Bluetooth-Kopfhörer. Dem ersten Anschein nach wird nicht klar, warum der Kopfhörer so teuer ist. Doch schaut man genau hin, entdeckt man Features, die man nicht mehr missen möchte. Und wie steht es um die Soundqualität? Bisher war Beats eher für einen deutlich überbetonten Bass bekannt. Ob sich das mit der zweiten Generation des Solo Wireless geändert hat, klären wir im Test.

Wie es sich für einen Kopfhörer zum Premium-Preis wie dem Beats Solo 2 Wireless gehört, kommt er in einer durchdachten und schicken Verpackung. Auch der Lieferumfang ist groß und besteht aus einer Transporttasche, die man mit dem beigelegten Karabiner an Hose oder Rucksack befestigen kann. Um den Kopfhörer in der Tragetasche unterbringen zu können, muss man die Hörmuscheln einklappen, was schnell erledigt ist. Weiterhin gehören zwei Kabel zum Lieferumfang des Beats Solo 2 Wireless. Ist beispielsweise der integrierte Akku des Kopfhörers leergespielt, kann man das beigelegte Klinkenkabel an Zuspieler und Kopfhörer anschließen, um weiterhin Musik hören zu können. Das Klinkenkabel ist mit 1,5 m lang genug, um es mit dem Smartphone in der Hosentasche zu verbinden. Alternativ lädt man den Akku über das USB-MicroUSB-Ladekabel auf und hört während des Ladevorgangs die Musik weiter über Bluetooth. Das kann nicht jeder Bluetooth-Kopfhörer. Allerdings fehlt in der Verpackung ein Ladegerät, wodurch man auf USB-Ports am Rechner, Ladegeräte von Smartphone oder Tablet zurückgreifen muss.

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Design

Beim Design des Bügel-Kopfhörers Solo 2 Wireless bleibt sich Beats treu. Das rote Markenzeichen an den Außenseiten beider Hörmuscheln hebt sich deutlich vom schwarzen Kopfhörer ab. Schön finden wir den geschwungenen Übergang vom Bügel zu den beiden Hörmuscheln, der jedoch nicht mehr so galant wirkt, wenn man die Bügeleinstellung vergrößert. Dann kommt gebürstetes Aluminium zum Vorschein, auf dem Fingerabdrücke sichtbar zurückbleiben und erst durch Einsatz eines feuchten Tuches verschwinden. Der Glanzlack nimmt Fingerabdrücke genauso auf, lässt sich aber mit einem trockenen Tuch einfacher reinigen. Die Lackierung übersteht auch die gröbsten Putzaktionen schadlos. Sorgen um Kratzer muss man sich nur machen, wenn einem der Kopfhörer mal auf den Boden fällt. Bügel und Kopfhörer sind aber sehr stabil und werden im schlimmsten Fall wohl nur geringe Blessuren davontragen. Generell befindet sich die Verarbeitungsqualität des Beats Solo 2 Wireless auf einem sehr hohen Niveau: Alle Spaltmaße sind gleichmäßig, das Kunstleder der Hörmuscheln ist sauber vernäht und der Klappmechanismus zum platzsparenden Verstauen wirkt so stabil, dass er wohl einige Jahre halten wird.

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Komfort

Die Bedienung des Solo 2 erfolgt über Klick auf das Beats-Logo an der linken Hörmuschel, wodurch man Songs pausieren, fortsetzen, überspringen und wiederholen kann. Auch die Lautstärke lässt sich an der linken Muschel justieren. Praktisch ist die Akkufüllstandanzeige an der rechten Muschel über fünf LEDs. Genauer wird der Ladestand in der Nachrichtenzentrale eines iPhones oder iPads angezeigt. Doch so häufig muss man sich nicht um den aktuellen Ladestand des integrierten Akkus kümmern. Im Test spielte der Kopfhörer auf halber Lautstärke etwa zehn Stunden durch und verfügte dann noch über eine Kapazität von satten 60 Prozent. Damit liegt die Akkulaufzeit deutlich über der Herstellerangabe von zwölf Stunden.

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Die Hörmuscheln des Beats Solo 2 Wireless drücken verhältnismäßig stark auf die Ohren. Abhängig vom persönlichen Empfinden variiert das zwischen zu starkem Druck, was auf Dauer unangenehm wirken kann, und halbwegs akzeptabel. Der feste Sitz des Kopfhörers kann sich als praktisch erweisen, wenn man unterwegs mal einen Sprint zum Bus oder zur Bahn hinlegen muss. Für dauerhaftes Joggen ist der Beats Solo 2 Wireless nicht ausgelegt, dafür ist er mit 218 Gramm zu schwer und rutscht schon mal von den Ohren. Durch das geschlossene System dringen Außengeräusche und Musik erst bei hohen Lautstärken durch die Hörmuscheln. Trotzdem bleibt die Hitzeentwicklung für die Ohren im erträglichen Rahmen.

Sound

Der Hersteller verspricht keine originalgetreue Wiedergabe: die „feinabgestimmte Akustik“ des Solo 2 Wireless schafft ein „vollendetes Hörerlebnis“. Und tatsächlich: Beim Musik hören mit dem Beats Solo 2 Wireless entsteht der Eindruck, dass er einem den Club-Sound vom Wochenende auch auf dem Arbeitsweg in die Ohren pressen möchte – derart druckvoll und basslastig spielt er auf. Ausgewogener Sound ist etwas anderes, aber mit der richtigen Musik bereitet der Kopfhörer viel Freude, wenn man die Laustärke nicht zu niedrig hält. Doch hat man sich beispielsweise an die brillanten Glockenspiele von Pantha Du Prince oder die sphärischen Synthesizer-Sound von Bonobo gewöhnt, vermisst man diese detailreichen und mitunter songentscheidenden Elemente mit dem Beats Solo 2 Wireless. Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die fehlende Natürlichkeit und Dynamik. Instrumenten und Gesangsstimmen fehlt es an Individualität, wodurch beispielsweise smoothe Singer-/Songwriter-Songs gelangweilt und frei von jeglicher Stimmung rüberkommen. Sind Kopfhörer und Zuspieler über Klinkenkabel verbunden, wirkt die Musik nicht mehr so druckvoll. Dafür klingt die Musik authentischer.

Fazit

Der Bügelkopfhörer Beats Solo 2 Wireless reiht sich in die Riege der Mittelklasse-Kopfhörer ein, der der Bluetooth-Oberklasse schöne Augen macht. Er überzeugt mit einer sehr guten Verarbeitungsqualität, langer Akkulaufzeit sowie intuitiver Bedienung bei gefälligem Design. Bei der Musikwiedergabe konzentriert er sich auf druckvollen Sound, was nicht mit jeder Musikrichtung vereinbar ist.

Zum Testzeitpunkt kostet ein schwarzer Beats Solo 2 Wireless 149 Euro bei notebooksbilliger.de.

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Über Robert Tischer

Aufgewachsen mit Lego und Nintendo Game Boy eroberte schon bald ein Laptop mit MS-DOS und Windows 3.1 mein Herz und meinen Schreibtisch im Jugendzimmer. Nach einer kurzen Technikrezession sind Schreibtisch und Spielplatz 20 Jahre später auf die Größe eines Wohnzimmers gewachsen, das inzwischen einen Anbau vertragen könnte.
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