Benutzertest TomTom Via 125

Vor einiger Zeit suchten wir einen Tester für das Navigationsgerät VIA 125 von TomTom. Viele Tage und Kilometer später ist das Navi, welches Daniel bekam, getestet und eben jener Test wurde von Daniel für alle Interessierten in Worten festgehalten:

Auf den ersten Blick fällt sofort das große Display auf, welches in einem edel aussehenden Kunststoffrahmen befestigt ist. Der größte äußerliche Unterschied, zu meinem alten TomTom, ist die integrierte Halterung. Eine sehr gute Idee, da man die Halterung dann nicht mehr im Handschuhfach suchen muss. Genau das dachte ich, bis ich das Navi das erste Mal im Auto befestigt habe. Ich finde es am besten, wenn das Navi so tief wie möglich an der Scheibe klebt. Da ich eine sehr flache Scheibe habe muss man weit nach vorn greifen um das Navi fest zu machen. Das wird jedoch noch zusätzlich erschwert, da man schlecht an die Befestigung kommt, da das eigentliche Navi etwas im Weg ist. Natürlich kann man das Navi auch näher am Fahrer befestigen. Dann hängt es jedoch weit oben und versperrt die Sicht auf die Straße, da das Display so groß ist.

Das Ladekabel mit integriertem TMC-Empfänger gefällt mir überhaupt nicht. Es ist zwar nur ein Kabel, aber es ist sehr dick und damit auch steif. Bei meinem alten TomTom Go war der TMC-Empfänger direkt im Navi integriert und das Kabel viel schmaler. Das hätte man übernehmen müssen.

Dann war es so weit. Das TomTom durfte nun zeigen was in ihm steckt. Nachdem betätigen des Ein-Schalters dauert es nur wenige Sekunden bis man die Karte sieht. Auch die aktuelle GPS-Position findet es schnell. Sehr positiv überrascht bin ich von der schnellen Menüsteuerung. Der Touchscreen reagiert auch sehr schnell auf Eingaben.

Die Sprachsteuerung ist jedoch sehr gewöhnungsbedürftig. Um diese zu aktivieren muss man erst in das normale Menü, wo man die Stadt per Tastatur eingeben muss. Die Spracheingabe wird dann mit dem Drücken einer kleinen Taste auf dieser Tastatur gestartet. Danach kann man beispielsweise Köln sagen. Kurz darauf kommt dann eine Liste mit Städten, die man gemeint haben könnte.

In der Liste steht dann von oben nach unten: Köllen, Köhlen, Kohlen (Langenlingen), Kohlen (Pronstorf), Kohlen (Luckau), Können. Per Pfeil wird die Liste fortgesetzt: Kölln (Püttlichen), Kölln (Kölln-Reisiek), Kölln (Hoppenrade), Kölln (Werder), Cölln und wer hätte es gedacht; ganz unten auf der zweiten Seite steht dann wirklich die Stadt Köln. Bis man soweit ist, wäre es wahrscheinlich besser gewesen einfach die vier Buchstaben per Tastatur einzugeben. Manche Städte stehen aber auch auf der ersten Seite oder werden gar nicht aufgelistet. Die Sprachsteuerung funktioniert also noch nicht perfekt.

Nachdem man das Ziel irgendwie eingegeben hat wird die Route sehr schnell geplant. Ich habe mir immer die schnellste Route planen lassen. Ob das IQ-Routes gut funktioniert, lässt sich schlecht sagen, da man für diesen Test zwei Autos benötigt, die unterschiedliche Strecken fahren. Bei einem langen Stau wird man vom Navi gefragt, ob man diesen Stau umfahren möchte. Ich bin dabei einmal etwa 40km auf Landstraßen und kleineren Städten unterwegs gewesen um einen Stau zu umfahren.

Das Problem an diesem Umweg war jedoch, dass der TMC-Empfänger nur „richtige“ Staus anzeigt. Sobald es zähflüssig voran geht wird dies nicht angezeigt. Für den 40km langen Umweg habe ich über eine Stunde gebraucht, da ich gerade in den Feierabendverkehr gekommen bin.

Die TMC-Funktion funktioniert auch nicht immer. Ab und zu kommt es vor, dass der Balken mit der Wartezeit im Display verschwindet. Dann muss man den Stecker für die Stromversorgung aus dem Zigarettenanzünder ziehen und wieder einstecken. Danach wird im Display angezeigt: „TMC-Empfänger eingesteckt“.

Das Navi hat während des Tests kein einziges Mal gesagt: „Wenn möglich, bitte wenden“. Es versucht jedoch immer, einen wieder auf die eigentlich geplante Route zurück zu bringen. Das hat Vorteile aber auch in manchen Fällen kann dies nervig sein. Als Beispiel kann ich da eine Fahrt von Dresden nach Stuttgart nennen. Die Strecke wird über die A6 mit 514km und einer Fahrzeit von 4:59h geplant.

Die Strecke ist jedoch stark befahren, sodass es sehr oft zu Staus kommt. Ich bin bis jetzt immer über Würzburg gefahren. Diese Strecke ist 512km lang und dauert 5:07h. Diesen geringen Umweg nehme ich, aufgrund des viel geringeren Staurisikos, immer in Kauf. Wenn man dann entgegen dem Navi auf die A70 Richtung Würzburg fährt, dauert es ewig, bis das Navi die Route neu berechnet. Es hat 9 Ausfahrten versucht mich wieder zurück auf die A9 zu schicken, sodass sich die Ankunftszeit um über eine Stunde erhöht hat. Erst nach 60km auf der neuen Strecke hat es mir angeboten die schnellere Strecke zu fahren. Meiner Meinung nach, muss das viel schneller gehen.

Eine schöne Zusatzfunktion des Navigationssystems ist die integrierte Freisprecheinrichtung. Die funktioniert jedoch nicht mit jedem Bluetooth-fähigem Handy. Das HTC Hero und das Navi finden beispielsweise keinen Weg mit einander zu kommunizieren. Mit dem iPhone 4S funktioniert es jedoch einwandfrei.

Um ein Update auf das Navi zu spielen muss man dieses mit dem Computer verbinden. Dieses funktioniert genauso gut wie bei meinen beiden vorherigen TomTom-Navis. Nämlich gar nicht. Die Updates werden zwar runter geladen, beim Übertragen kommt es dann jedoch zu einem Fehler. Wenigstens funktioniert das TomTom Via nach dem Fehler noch. Die alten Navis konnte man nach dem Update-Fehler nur einschicken oder sehr kompliziert wieder herstellen.

Insgesamt ist das TomTom Via 125 ein durchschnittliches Navi. Der Akku hält relativ lang und es bringt einen sicher zum Zielort. Auch dank des Fahrspurassistenten. Sobald man eigene Wege gehen will, kann man das Navi schnell aus dem Konzept bringen. Leider fehlt mir ein Vergleich mit anderen Navigationssystemherstellern um zu Beurteilen wie gut dieses Navi wirklich ist. Ich würde mir das TomTom jedoch für etwa 170 Euro nicht kaufen. Dafür hat es zu viele Macken.

+

einfache Menüführung

Halterung

schnelle Routenplanung

Kabel

Akku

Sprachsteuerung

Fahrspurassistent

ändern der Route

Updatefähigkeit

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