Bericht: Nokia stellt noch im Februar eigenes Android-Smartphone vor

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Nokia wird Ende Februar sein erstes Android-Smartphone vorstellen. Das geht jedenfalls aus einem aktuellen Artikel des Wall Street Journal hervor, nachdem seit Wochen wilde Spekulationen zu diesem mysteriösen Nokia-Projekt namens „Normandy“ durchs Netz schwirren. Dem US-Wirtschaftsmagazin nach, das sich auf Angaben aus gut informierten Quellen beruft, wird Nokia das ganz spezielle Smartphone im Rahmen einer Pressekonferenz auf dem Mobile World Congress 2014 in Barcelona der Öffentlichkeit präsentieren.

Der Bericht des Wall Street Journal kommt, trotz einiger zuvor durchgesickerter Details, überraschend, da Nokias Geräte- und Services-Sparte in Kürze vollständig von Microsoft übernommen werden wird (für 5,4 Milliarden Euro). Zudem hatten die Finnen in den vergangenen Jahren stets exklusiv auf Microsofts Windows-Phone-Plattform gesetzt, und das, obwohl Experten immer wieder zu einer Öffnung hin zum Android-Ökosystem rieten. Letztlich war dieses Festhalten an einer – gegen Android und iOS chancenlosen – Mobilplattform auch mit ein Grund für den Niedergang Nokias als Topspieler im Mobilgerätemarkt. Und jetzt, da das Ende der Handy-Marke Nokia bevorsteht, stellt das Unternehmen ein Android-Gerät vor?

Laut Informationen des Wall Street Journal ist die Antwort auf diese Frage ein klares Ja. Nokias Android-Smartphone soll dabei allerdings mit einer sehr stark modifizierten Variante des Google-Betriebssystems daherkommen. Das Vorgehen der Finnen sei dabei in etwa vergleichbar mit dem, was sich Amazon für seine Kindle-Tablets hat einfallen lassen. So werde das Nokia-Gerät beispielsweise eine stark angepasste und sich von aktuellen Android-Versionen deutlich unterscheidende Benutzeroberfläche aufweisen. Außerdem soll der Hersteller diverse Microsoft-Dienste tief in dem System verankert haben. Die für Android üblichen Google-Apps und -Dienste würden hingegen nicht auf dem Gerät laufen und nur über einen Nokia-eigenen App-Store könnten ausgewählte Android-Apps installiert werden.

Zusätzlich zum Bericht des Wall Street Journal liefert The Verge weitere Einzelheiten zu Nokias Android-Gerät. So soll sich die Benutzeroberfläche optisch an Windows Phone orientieren und die Hardwareausstattung der eines günstigen Einsteigermodells entsprechen. 512 Megabyte RAM und nur 4 Gigabyte interner Speicher werden diesbezüglich erwähnt. Außerdem scheint die offizielle Bezeichnung des Smartphones „Nokia X“ zu sein.

Laut dem Wall Street Journal ist nicht genau klar, wie dieses Android-Produkt von Nokia in die zukünftige Strategie Microsofts im Mobilgerätemarkt passt. Die Arbeiten an dem Projekt sollen bei den Finnen jedenfalls noch vor den Übernahmegesprächen zwischen beiden Unternehmen begonnen haben. Möglicherweise sieht Microsoft das günstige Android-Gerät jetzt als Chance, ein kleines Stück vom riesigen Android-Kuchen im unteren Preissegment abzubekommen. Gerade im hochpreisigen Segment will das US-Unternehmen aber, zumindest auf absehbare Zeit, weiterhin mit Windows-Phones gegen die Konkurrenten Apple und Google bestehen.

Nokia wird sein Presse-Event zum Auftakt des Mobile World Congress am 24. Februar abhalten. Wir sind also sehr gespannt, was genau der Welt dort präsentiert wird.

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Über Johannes Schaller

Ich bin freier Journalist, Computer-Technik-Freak, Videospiel-Guru und Freizeit-Poet. In den letzten Jahren war ich unter anderem für notebookjournal.de tätig und habe als IT-Fachmann gearbeitet. Wenn ich nicht gerade an einem Text feile oder ein Stück Hardware auseinandernehme, dann widme ich meine Zeit gerne Filmen, Literatur, Videospielen oder schlicht und einfach der Natur.
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3 Kommentare auf "Bericht: Nokia stellt noch im Februar eigenes Android-Smartphone vor"

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Gast

Wirklich glauben werde ich es erst, wenn das Gerät offiziell vorgestellt und anschliessend auf dem Markt ist. Projekt Normandy geistert ja schon seit einigen Wochen durch die Medien. Ob das Gerät dann mit einem abgespeckten Android besser läuft als die noch mit Symbian verkauften Nokia Asha Modelle darf bezweifelt werden, da der große Mehrwert, der Zugang zum google Playstore, so die Vermutung vom WSJ stimmt, nicht gegeben sein wird. Einziges Argument wäre dann ein extrem niedriger Preis, ob sich Nokia damit aber einen Gefallen tut ist mehr als fraglich.

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[…] den bislang erhältlichen Insiderinformationen wird es sich bei Nokias Android-Smartphone um ein günstiges Einsteigermodell handeln. […]

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[…] sämtliche anderen großen Hersteller tun. Dies war bereits in den letzten Wochen mehrfach so berichtet worden. Vergleichbar ist Nokias Vorgehen somit am ehesten mit dem von Amazon, die bei ihren […]

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