Blueair DustMagnet 5240i – Endlich Staubfrei?

      Blueair DustMagnet 5240i – Endlich Staubfrei?

      Luftreiniger und -filter sind in letzter Zeit immer beliebter geworden und die Auswahl ist riesig. Gerade in Ballungsgebieten bringt Lüften nicht immer Besserung bei der Luftqualität – eher im Gegenteil. Aber auch auf dem Land können sie für Heuschnupfengeplagte eine echte Erleichterung sein. Blueair ist wohl einer der bekanntesten Anbieter für Luftreiniger und Luftfilter, mit den neuen „Dust-Magnet“-Modellen hat man zudem noch einen extra Trick auf Lager.

      Das gefällt uns

      • Sehr leise
      • Design
      • Einfache Bedienung

      Das gefällt uns nicht

      • Hoher Preis
      • Software ist Insellösung

      Blueair war so nett mir den DustMagnet 5240i für einen Test zuzuschicken. Dieser richtet sich an mittelgroße Räume um die 20m², perfekt also für die meisten Wohn- oder Schlafzimmer. Optisch passt er aber wohl am besten ins Wohnzimmer, denn er kann durch sein Design auch direkt als kleiner Beistelltisch dienen und muss nicht in einer Ecke versteckt werden. Sollte er auch nicht, denn dafür sieht er auch einfach zu gut aus und die Filterung klappt natürlich besser, wenn er nicht in einer Ecke eingesperrt ist.

      Die Besonderheit der „DustMagnet“-Modelle ist, wie man eventuell schon am Namen erahnen kann, der „Staubmagnet“. Besser gesagt: die Magneten, denn es gibt gleich zwei davon. Dahinter verbirgt sich ein zusätzliches Mesh-Gitter vor den Filtern, das statisch geladen ist und damit Staub anziehen soll. Kennen einige von euch sicher von Röhrenfernsehern und -Monitoren. Die haben vor statischer Ladung nur so geknistert und auch den Staub angezogen – obwohl es eine senkrechte Fläche ist. Das gleiche Prinzip kommt hier auch zum Einsatz und soll so den Staub aus der Raumluft entfernen, damit sich dieser nicht auf den Oberflächen absetzt. Klingt spannend und als Haushalt, bei dem etwa 2/3 des Hauses noch im Rohbau ist, umso spannender. Staub ist hier nämlich allgegenwärtig. Die Unterschiede sollten daher schnell zu sehen sein – oder?

      Bei der restlichen Filterung ist es dann etwas schwieriger, denn ohne passendes und geeichtes Testgerät ist die Messung natürlich schwierig. Und die sind mir leider gerade ausgegangen. Ein zweiter Luftreiniger im gleichen Raum, der im Grunde auf die gleichen Messinstrumente setzt, zeigte aber sehr vergleichbare Werte.

      Optisch ist es wohl einer der schönsten Luftreiniger da draußen. Stoffüberzug, das Herstellerlogo auf einem extra Stück Leder, dazu die Standfüße und die graue Ablage oben. Damit fügt er sich in fast jeden Raum ein, ohne groß aufzufallen. Gefällt mir auf jeden Fall sehr gut. Einzige Änderung, die ich machen würde? Standfüße und Ablage aus Holz statt Kunststoff wären das i-Tüpfelchen und dem Preis wie ich finde auch angemessener.

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      Inbetriebnahme

      Die Ersteinrichtung ist ziemlich simpel. Beine anschrauben, Folie von den Lüftern entfernen, Stecker in die Steckdose, Fertig. Ok, nicht ganz, denn jetzt kommt die Softwareseite der Einrichtung. Aber auch das ist schnell erledigt. Android- oder iOS-App installiert, Konto erstellt und Luftreiniger verbinden dauerte hier keine 5 Minuten. Zu dem Thema App kommen wir später auch noch mal. Für Homekit-Nutzer die schlechte Nachricht direkt: Homekit wird nicht unterstützt. Auch dazu kommen wir später noch mal.

      Am Gerät selbst gibt es dann auch noch ein paar Tasten, aber nicht wirklich viele. Zum einen lässt sich der Luftfilter damit natürlich Ein- und Ausschalten, zum anderen die Lüftergeschwindigkeit und damit direkt auch die Filterleistung einstellen. Auch der Betriebsmodus kann hier angepasst werden. Bei mir lief er meist einfach im Automatik-Modus, der eigentlich immer ziemlich gut gepasst hat. Man kann ihn grundlegend also auch ohne App nutzen, wenn man das möchte.

      Die App

      Womit wir bei der App wären. Die bietet neben der einfachen Steuerung noch ein paar Extras wie die „Welcome Home“ Funktion, mit der die Luft pünktlich vor der Rückkehr nach Hause 15 Minuten gereinigt wird. Je nach Raumgröße reicht das, um die Raumluft einmal komplett zu filtern. Hier lässt sich sogar festlegen, ob man via Auto, Fahrrad, zu Fuß oder Öffis „anreist“. Wie genau die App dann die Reisezeit berechnet, verrät man aber nicht.

      Auf dem Startbildschirm sieht man dann auch direkt eine Übersicht der Luftqualität am Wohnort bzw. am festgelegten Standort. In unserem Fall haben wir wohl Glück und die Feinstaubbelastung ist hier ziemlich niedrig und die Luftqualität generell ziemlich gut. Blöd für Blueair, denn irgendwie zeigt das auch, dass eigentlich gar kein Luftreiniger notwendig wäre. Wären da nur nicht Staub und Pollen…

      Einen Tipp weiter findet man dann Details zum eigenen DustMagnet. Hier gibt es eine Statistik der PM2.5-Belastung, in welchem Modus der Blueair DustMagnet sich befindet, die Filterabnutzung und Einstellungen zur LED-Helligkeit, Kindersicherung, Zeitpläne und die „Willkommen zu Hause“ Funktion.

      Die App ist generell ziemlich selbsterklärend und übersichtlich. Auch können mehrere Blueair-Luftreiniger darin verwaltet werden. Hier und da gibt es kleine Übersetzungsfehler oder auch mal Layout-Probleme durch die dann Wörter abgeschnitten sind – beispielsweise „Hinzufügen“ ist so ein Kandidat, der nicht in die Schaltflächen passen will. Aber das sind optische Kleinigkeiten, die man im Alltag nicht wirklich bemerkt.

      Was mich viel mehr stört ist die Tatsache, dass die App eine Insellösung ist, die sich nicht in vorhandene Smart-Home-Lösungen einbinden lässt. Zwar ist Alexa- und Google Assistant-Unterstützung vorhanden, das war es dann aber auch. Ohne Account geht nichts und mit Account muss auch immer eine Internetverbindung bestehen, sonst bleibt nur die manuelle Steuerung am Gerät selbst. Selbst im gleichen WLAN ist die App sonst nämlich nutzlos und zeigt nur ein „Luftreiniger Offline“ an.

      Dabei ließe sich mit einer lokalen Integration noch mehr aus dem Blueair DustMagnet herausholen. In Kombination mit Tür- und Fensterkontakten ließe sich steuern, wann er ein- und ausschaltet, basierend auch auf den Außenwerten. Diese könnten noch über eine lokale Messstation erweitert werden, gäbe es eine Schnittstelle und so weiter. Eine Unterstützung für Homekit wäre ein Anfang, und das kommt von jemandem der keine Apple-Devices im Alltag nutzt und nur ein altes, gebrauchtes iPhone für Homekit in der Schublade liegen hat 😉. Immerhin: Künftig ist die Integration in Matter sowie Google Assistant und Alexa geplant.

      Die Online-Features sind zwar nett und bringen noch einen Tick mehr Komfort, dass sie am Ende aber mehr oder weniger Pflicht sind, ist zumindest für mich der wohl größte Minuspunkt.

      Im Alltag

      Wie schon eingangs erwähnt: Eine, mehr oder weniger, wissenschaftliche Einordnung der Filterleistung ist ehrlicherweise einfach nicht möglich. Aber dennoch: Einfache Tests zeigen, dass der DustMagnet schnell anschlägt bei Veränderungen der Luftqualität. Wirft man die Bratkartoffeln in die Pfanne dauert es nur einen kurzen Moment bis das auch der Luftfilter registriert und aufgrund der gestiegenen Partikelbelastung der Luft den Lüfter immer weiter hoch dreht. Auch im Graphen sieht man diesen Anstieg direkt.

      Je nach Wohnort hilft er auch nach dem Lüften. In unserem Fall waren das wohl vor allem Pollen, die er hier registriert hat und dann entsprechend hochregelt. Aber auch andere alltägliche Tätigkeiten fallen auf: Nach dem Staubsaugen steigt die Feinstaubbelastung direkt an, wird wohl Zeit für einen neuen Filter im Staubsauger.

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      Ansonsten bemerkt man den Blueair DustMagnet im Alltag nahezu nie. Er steht halt im Raum, arbeitet leise vor sich hin und sieht dabei gut aus. Den Großteil des Tages lief er hier auf niedrigster Stufe, wenn nicht gerade gekocht wurde. Dabei ist er kaum zu hören, erst ab Stufe 3 von 4 ist er wahrnehmbar und auf höchster Stufe ist er auch im Nebenraum zu hören. Direkt daneben sitzen möchte man dann nicht. In der Regel dreht er aber eh nur dann auf, wenn eine extrem hohe Belastung vorliegt. Wenn einem besagte Bratkartoffeln angebrannt sind, zum Beispiel. Nicht, dass mir das passiert wäre.

      Und dann ist da noch das Thema Staub. In unserem Wohnzimmer musste vorher auf einigen Flächen fast täglich gewischt werden, damit sich der Staub nicht türmt. Das ist merklich besser geworden. Zum Vergleich mal zwei Fotos der gleichen Stelle, einem alten Radio-Schrank mit Hochglanz-Lack, vor und nach Einzug des DustMagnet.

      Auf beiden Fotos wurde 5 Tage vorher Staub gewischt, der Unterschied ist deutlich. Umso länger der DustMagnet hier lief, desto weniger musste auch Staub gewischt werden und nach zwei Wochen war der Unterschied sehr deutlich bemerkbar. Ganz erledigt hat sich das Thema damit nicht, aber es ist spürbar besser geworden. Hausstauballergiker können also aufatmen. Wortwörtlich.

      Abschließend ist da noch das „Welcome Home“ oder „Willkommen zuhause“ Feature der App. Damit soll der DustMagnet automatisch kurz vor der Heimkehr anspringen und die Luft filtern, damit man in ein „sauberes“ Zuhause zurück kommt. Dazu kann die App auch Daten zu Straßenlage, Öffis, etc. nutzen um die Ankunftszeit zu errechnen. In Homeoffice-Zeiten wohl eher weniger genutzt, funktioniert hat es hier aber. Mein Zeitplan sieht die Reinigung nur zwischen 10 und 22 Uhr vor, wenn ich morgens aber früher zurück kam lief er bereits und schaltete kurz darauf ab, um dann um 10 seinen Regelbetrieb aufzunehmen. Nette Sache, auch wenn ich persönlich sie nicht benötige.

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      Energieverbrauch

      Blueair gibt 4 bis 22 Watt als typischen Energiebedarf an. Hier hängt es natürlich vom Betriebsmodus und der Lüfterdrehzahl ab, aber die meiste Zeit lief er hier mit weniger als 10 Watt vor sich hin. Find ich ok, nicht viel mehr als eine LED. Meist lag er sogar bei unter 5 Watt. Ich hab ihn aktuell so eingestellt, dass er täglich 10 Stunden im Automatik-Modus läuft. Das macht aufs Jahr gerechnet etwa um die 36 bis 40kWh. Bei den aktuellen Strompreisen liegt man damit dann bei etwa 10 bis 15 Euro pro Jahr an laufenden Kosten, dazu kommt noch ein Satz Filter pro Jahr, der kostet direkt bei Blueair 65 Euro. Alternativ gibt es auch ein Filter-Abo, das etwas günstiger ist. Die DustMagnet-Serie ist hier aber noch nicht mit enthalten.

      Fazit

      Insgesamt bin ich ziemlich zufrieden, abgesehen von der Insellösung seitens der Software. Ob euch der Punkt stört, müsst ihr natürlich für euch selbst entscheiden. Ich bin kein Fan von Online- und Accountzwang – weder bei Games, noch bei Luftreinigern. Davon ab stimmen Qualität und Verarbeitung, im Betrieb ist er angenehm Leise, wenn er nicht gerade voll aufdrehen muss. Die Materialien fühlen sich gut an und er sieht einfach gut aus. Die Filterleistung ist, soweit ich das beurteilen kann, ebenfalls sehr gut.

      Dann ist da am Ende aber noch der Preis. Mein getesteter Blueair DustMagnet 5240i schlägt mit einer UVP von 409 Euro zu Buche. Der etwas kleinere 5220i noch mit 379 Euro. Größter Unterschied sind hier die verwendeten Materialien. Wer darauf keinen großen Wert legt, kann also auch zum günstigeren Modell greifen. Der größte DustMagnet 5440i für Räume bis etwa 30m² liegt dann bei 499 Euro.

      Eine Menge Geld, gerade da es da draußen mittlerweile viele günstige Angebote gibt. Die setzen dann aber oftmals weniger auf Design und bieten weniger Features bzw. auch in der Regel nur PM10 Sensoren und Filter, während die Blueair DustMagnet auch PM2.5 erkennen und effektiv filtern. Gerade für Allergiker also ein großer Vorteil.

      Ob einem die Features wie „Willkommen Zuhause“ oder das Design den Aufpreis Wert ist muss jeder für sich entscheiden. Fakt ist, dass man ein ziemlich schickes und auch funktional sehr gutes Gerät im Gegenzug bekommt.

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