CES 2014: Von chattenden Kühlschränken und hüpfenden Robotern

ces2914CES 2014 Twitter Handle: Copyright by Intel Free Press via Flickr, bestimmte Rechte vorbehalten

Die Consumer Electronic Show (CES) in Las Vegas ist im vollen Gange und Neuigkeiten trudeln fast im Minutentakt ein. Einige Produkte lösen Probleme, die man nie hatte, oder schaffen neue Probleme, wo vorher keine waren. Wir stellen kurzerhand die spannendsten Neuankündigungen vor, die früher oder später einen Angriff auf die Brieftaschen dieser Welt starten.

Trag mich, ich bin schlauer als du!

Wearables sind das nächste heiße Ding, da sind sich so ziemlich alle Tech-Kolumnisten, Analysten und Hersteller einig. Von der guten Annahme des Aktivitäts-Trackers Fitbit und der Smartwatch Pebble angestachelt gehört es dieses Jahr zum guten Ton, etwas in dieser Richtung vorzustellen. Devices, die unsere Aktivitäten überwachen sollen, haben gleich drei große Player vorgestellt: LG, Samsung und Sony.

sony2CES 2014 Sony Presse-Konferenz: Sony präsentiert Wearables mit Livelogging-App. Quelle: Sony

Zudem wächst das Angebot an „intelligenten“ Uhren und Brillen. Aber es geht auch anders. Sony entwickelt beispielsweise einen Tennis-Sensor, der in einem Tennis-Schläger die Aktionen des Spielers auswerten und ihn damit unterstützen soll, Vor- und Rückhand zu verbessern. Neben diesen Trends erregten aber vor allem zwei frische Vorstellungen dieses Jahr unser Interesse.

Roboter, hüpf!

Google hat im letzten Jahr etliche Roboter-Unternehmen übernommen. Bis die ersten Ergebnisse aus dem Haus der Datensammler zu uns kommen, trösten wir uns mit den beiden Neuentwicklungen des Drohnen-Herstellers Parrot hinweg. Dessen AR Drone, die man über Smartphone und Tablet steuern kann, war ein veritabler Erfolg. Die beiden auf der CES vorgestellten Neuzugänge erweitern nun die Armada und spielen besonders gut zusammen. Der frische kleine Quadcopter kann nicht nur fliegen, sondern auch fahren und das Fahrgestell auf der Reise abwerfen. Allzu lange hält der Spaß aber nicht an, die Flugdauer ist auf sieben Minuten beschränkt, die Reichweite durch die Verbindung über Bluetooth auf fünf Meter.

Etwas konservativer wirkt auf den ersten Blick der Jumping Sumo, zumindest, solange der wendige Zweirad-Roboter lediglich durch die Gegend pest. Auf Touch-Befehl setzt der Raser zum Sprung an und hüpft stolze 80 cm hoch. Dank WLAN-Verbindung ist die Reichweite etwas besser und die Akkuladung reicht für immerhin 20 Minuten ungehemmte Raserei. Trotz der Einschränkungen besitzen die beiden Geräte ein beachtliches Zerstörungspotential, wie ein Video des Herstellers eindrucksvoll demonstriert. Der praktische Nutzen dürfte hingegen gering sein, aber wenn’s doch Spaß macht? Preise und ein genaues Veröffentlichungsdatum stehen noch nicht fest, irgendwann in diesem Jahr soll es aber so weit sein.

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Parrot: Jumping Sumo, der Roboter, der hüpfen kann. Bild: Hersteller

Das Internet der Dinge: Talk to the machine

Noch ein Trend: Das Internet der Dinge. Also Dinge, die mit dem Internet verbunden sind. Und da gibt es einige, wie zum Beispiel einen Wasserkocher, der sich über eine App steuern lässt. Aber eines lassen diese Geräte vermissen. Man kann sie zwar steuern, aber ansonsten zeigen sie sich maulfaul.

ikettleWiFi-Wasserkocher mit App-Anbindung: der iKettle (Bild: Hersteller)

Das will der koreanische Hersteller LG ändern und stellt auf der CES ein HomeChatSystem vor. Mit diesem soll man via Smartphone auf WhatsApp-Art mit Kühlschrank und anderen Haushaltsgeräten chatten können, ähnlich wie mit einem echten Menschen. Das sieht auf einem Screenshot auf der Präsentation so aus: Mensch tippt ein „Wir sind drei Tage lang unterwegs“. Der Herd antwortet: „Ich werde dich vermissen“ und der Kühlschrank erwidert „Soll ich in den Verreise-Modus schalten?“. So habe ich mir die Zukunft vorgestellt, seitdem im Anhalter durch die Galaxis die Türen der „Herz aus Gold“ mit ihrem Standardspruch „Sie haben eine einfache Tür sehr glücklich gemacht“ für Verzweiflung bei einem bestimmten depressiven Roboter sorgte. Was mich zu den Drohnen und Wearables zurückbringt.

fridgeSprich mich nicht an! Copyright by Ben Smith via Flickr, bestimmte Rechte vorbehalten

Die unendliche Talkshow

Falls LG mit seiner Chat-Initiative Erfolg haben sollte, dann droht uns der Kommunikations-Overkill. Nicht nur die Haushaltsgeräte erwarten unsere Antworten und verwickeln uns in Gespräche, sondern auch Smartwatches, Armbänder, Turnschuhe und die Personal Drone, die einem wie ein Papagei auf der Schulter hockt und mit uns über das Flugwetter plappert. Der einzige Ausweg: Die ganzen Teile sollen gefälligst miteinander reden und uns in Ruhe lassen. Der Kühlschrank könnte dann der Drohne den Auftrag erteilen, Bier zu holen und die Smartwatch mit Siri über die Wettervorhersage diskutieren, bis sich beide geeinigt haben, und der intelligente Regenschirm einem in die Hand hüpft. Bis dahin wird es wohl noch ein Weilchen dauern, aber die Zukunft ist schneller da, als man „hüpf“ sagen kann.

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Über Marcel Magis

Ich bin Journalist und Schriftsteller. Unter anderem arbeitete ich für macnews.de, c't, Telepolis und notebookjournal.de. Ich liebe Nudeln und schreibe in meiner freien Zeit unverdrossen an einem großen Roman weiter, der wöchentlich im Netz erscheint. Du findest mich auf Facebook, XING und meinem Blog.
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3 Kommentare auf "CES 2014: Von chattenden Kühlschränken und hüpfenden Robotern"

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Gast

XD Wenn der Sprung-Roboter FPV unterstützt wäre das schon geil! X3

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Eines Tages wird es für alle Tätigkeiten Roboter geben. Was passiert dann mit Menschen?Wenn wir durch Roboter ersetzt werden,dann haben wir irgendwann keine Arbeit mehr. Google will jetzt sogar menschenähnliche Roboter bauen http://deutschewoche.de/google.....ter-bauen/ Eines Tages wird der Mensch einfach überflüssig sein.

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Gast

Wenn Kühlschränke bald Unterhaltungen führen, dann ist der Gefrierpunkt aber wirklich auch erreicht : – )

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