[Computex 2019] Intel stellt neue Ice-Lake-Architektur für Mobile-CPUs vor

      [Computex 2019] Intel stellt neue Ice-Lake-Architektur für Mobile-CPUs vor

      Nachdem AMD zum Auftakt der Computex 2019 mit Ryzen 3000 und den neuen Navi-GPUs ordentlich geklotzt hat, ist Intel jetzt am Zug. Vier Jahre nach der Skylake-Architektur hat Intel jetzt erstmals Details zum Nachfolger Ice Lake preisgegeben. Neben einer gestiegenen IPC gibt es außerdem eine neuen Gen11-Grafik. Sehr konkret wird man bei den Leistungsdaten allerdings nicht.

      Die Ice-Lake-Architektur stellt dabei einen deutlichen Schritt nach vorne dar und benötigte laut Intel eine Entwicklungszeit von drei bis vier Jahren. Wie immer liegt der Fokus von Ice Lake auf dem mobilen Markt. Auf dem Desktop-Markt hat Intel dank AMDs Ryzen 3000 sowieso bald schwer zu schaffen. Mit Ice Lake beginnt Intel eine neue Architekturlinie, die über die nächsten Jahre noch weiter ausgebaut werden soll. Den Beginn macht Sunny Cove.

      18% höhere IPC, aber 20% weniger Takt

      Wer tiefer in die neue Architektur eintauchen möchte, kann das bei Computerbase gerne machen. Zusammengefasst lässt sich sagen, dass Intel für Sunny Cove gegenüber Skylake 18% mehr IPC in Aussicht stellt. Je nach Test können die Steigerungen auch bei bis zu 40% liegen. Mitunter sollen die Ergebnisse in einzelnen Tests sogar schlechter ausgefallen sein. Intel muss hier deutlich zulegen, da AMD mit Zen 2 bereits 15% Wachstum bei den IPC angekündigt hat. Im Gegensatz zu den Desktop-CPUs der Ryzen-3000-Serie ist Ice Lake jedoch vorerst nur für Notebooks vorgesehen.

      Intel spricht von einer Leistungssteigerung pro Kern von 47% gegenüber der 14-nm-Broadwell-Architektur aus dem Jahr 2014. Im Vergleich zur letzten und stark optimierten Whiskey-Lake-Ausbaustufe von Skylake ist der Sprung aber nicht mehr ganz so hoch, was unter anderem an der deutlich höheren Taktfrequenz der CPUs liegt. Daher bleibt der Vorsprung von Ice Lake bei lediglich 5%.

      Grund dafür ist der zu Beginn nur niedrige Takt von maximal 3,9 und später eventuell auch 4,1 GHz. Die Topmodelle von Whiskey Lake sind bei 4,8 GHz (Topmodell) mit rund zwanzig Prozent mehr Takt unterwegs. Gegenüber dem ausgereiften 14nm-Prozess erreicht Intel mit der Fertigung in 10nm noch nicht so hohe Taktraten.

      Wie sich die Prozessoren im Alltag verhalten, konnte Intel noch nicht sagen. Ergebnisse aus Multi-Core-Last-Szenarien gab es bei der Präsentation schlichtweg nicht. Daher ist auch nicht sicher, ob die IPC-Steigerung durch geringere Taktraten am Ende keine wirkliche Leistungssteigerung darstellt. Dafür wurde die Austattung des Chipsatzes, der in 14nm als separater Chip auf dem Package sitzt deutlich ausgebaut.

      Schnellerer DDR4-Speicher, bis zu 4x Thunderbolt 3 & stärkere iGPU

      Ice Lake bringt aber noch weitere Neuerungen mit. Der neue Speichercontroller unterstützt ab sofort auch DDR4-Speicher vom Typ LPDDR4-3733 ansprechen und DDR4-3200 adressieren. Whiskey Lake unterstützte nur bis DDR4-2400 und das ältere LPDDR3-2133. Bei Ice Lake ist Thunderbolt 3 nicht in den Chipsatz, sondern direkt im Prozessor integriert. Das ist angesichts der neuen iGPU sinnvoll und erspart den komplizierten Umweg über den Chipsatz. Ice Lake wird dadurch immer vier vollwertige Thunderbolt-3-Ports bieten. Durch die direkte Integration soll auch der hohe Stromverbrauch von 7 Watt TDP eliminiert werden, jedoch teilen sie sich den Stromverbrauch mit der CPU und der integrierten Grafik. Bei Prozessoren mit sehr geringer TDP wird die Bandbreite der Ports jedoch mit jedem weiteren angeschlossenen Gerät eingeschränkt. Wie viele Ports die OEMs am Ende tatsächlich nutzen werden, steht auf einem ganz anderen Blatt.

      Hinzu kommt die neue Gen11-Grafikeinheit. Diese soll 64 statt 24 Shader-Cluster bieten und dank leicht gesunkenem Turbo-Takt bis zu 80% schneller sein, aber nicht viel mehr Strom verbrauchen. Dazu gesellen sich 30% mehr Leistung beim HEVC-Encoder und Adaptive Sync wird erstmals direkt bei Intel unterstützt und bis zu drei 4K-Displays können angeschlossen werden. Eine weitere Neuerung ist der neue Chipsatz, der WiFi 6 unterstützt.

      Namen der Modelle noch nicht offiziell bestätigt

      Mit Ice Lake bringt Intel die zehnte Generation der Core-i-Modelle auf den Markt. Kinder, wie die Zeit vergeht. Zum Start gibt es Core i3-, Core i5- und Core i7-Prozessoren. Ice-Lake-Y ist mit einer TDP von 9 Watt und Ice-Lake-U mit einer TDP von 15 bzw. 28 Watt spezifiziert. Das ist fast das die doppelte TDP von der jeweiligen Vorgängergeneration. Gründe liegen bei der doppelten Anzahl der Kerne, Thunderbolt 3 mit vollen vier Ports und der deutlich potenteren internen Grafik. Wie Intel der dadurch sinkenden Akkulaufzeit abseits der sinkenden Taktfrequenz entgegenwirken möchte, ist noch unklar.

      Die Namensgebung ist noch nicht offiziell und klingt etwas – sagen wir mal – ungewöhnlich. Die einzelnen Modelle der nachfolgenden Tabelle scheinen anhand der Gerüchte und den Informationen von Computerbase aber sehr wahrscheinlich.

      Modell Kerne/Threads Basistakt Boost-Takt
      (1C/2C/4C)
      L3-Cache TDP
      Intel Core i7-1065G7 4/8 1,3 GHz 3,9/3,8/3,5 GHz 8 MB 15 Watt
      Intel Core i5-1035G7 4/8 1,2 GHz 3,7/3,6/3,3 GHz 6 MB 15 Watt
      Intel Core i5-1035G4 4/8 1,1 GHz 3,7/3,6/3,3 GHz 6 MB 15 Watt
      Intel Core i5-1035G1 4/8 1,0 GHz 3,7/3,6/3,3 GHz 6 MB 15 Watt
      Intel Core i5-1034G1 4/8 0,8 GHz 3,6/3,6/3,3 GHz 6 MB (?) 15 Watt
      Intel Core i3-1005G1 2/4 1,2 GHz 3,4/3,4/– GHz 4 MB 15 Watt

      Prozessor-Bezeichnung noch nicht offiziell bestätigt.

      Intel sprach auf der Computex von insgesamt elf Prozessormodellen. Auf den Markt werden die neuen CPUs voraussichtlich im Spätsommer und Herbst dieses Jahres kommen.

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      Quelle: Intel, Computerbase

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      Die Leidenschaft fürs Zocken wurde bereits in den frühen 90ern mit Bubble Bobble am Sega Master System II geweckt. Spielt mittlerweile hauptsächlich am PC und hätte gerne viel mehr Zeit, um sich seinem ständig wachsenden Pile of Shame zu widmen.

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