D-Link DNS-320L im Kurztest

Wir hatten in den vergangenen Tagen und Wochen ja bereits einige D-Link Produkte im Test. Den Abschluss macht das D-Link DNS-320L ShareCenter – ein NAS mit Platz für 2 HDDs.

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Fangen wir mal an mit dem Aufstellen und anschließen. Das ist wirklich nicht schwer: Strom- und Netzwerkkabel dran, einschalten, fertig. Natürlich müssen zuvor auch die HDDs eingesetzt werden, mit der beiliegenden Montageanleitung ist auch das kein Problem.

Die Einrichtung:

Es gibt 2 Möglichkeiten die NAS einzurichten. Entweder nutzt man den Assistenten auf der beiliegenden CD, oder man nutzt die manuelle Variante. Über die Software mit dem Assistenten werden Schritt-für-Schritt alle nötigen Handgriffe erledigt. Auch der Einbau der HDDs sowie das anschließen des NAS wird hier erklärt. Insgesamt sehr einfach und verständlich.

Aber eine Anmerkung dennoch: Die Software gibt es nur für PC und MAC, Linux User gehen leer aus. Das wäre nicht weiter schlimm, wenn die Einrichtung des „MyDlink“ Kontos nicht zwingend an die Software gekoppelt wäre.

Generell bin ich auch kein Freund solcher Softwarelösungen – letztlich nutzt man diese nur ein mal, danach verschwendet sie Platz, nistet sich im Autostart ein und bremst somit das System unnötig aus. Die Einrichtung ließe sich auch problemlos anders realisieren, wie die Mitbewerber zeigen. Ich habe mich daher für den Manuellen Weg entschieden – da wusste ich nämlich noch nicht, dass ich die Software für das „MyDlink“ Konto benötigen würde. Die nachfolgenden Schritte werden im Software-Assistenten komplett vereint, wenn man diesen nutzen möchte.

Ist man erst einmal im Menü gelandet, kann man direkt mit dem „Setup-Wizard“ loslegen. Der Haken daran: Der „Setup-Wizard“ kümmert sich nur um Rudimentäre Einstellungen wie die Zeitzone, das Passwort für den Zugriff und die grundlegenden Netzwerkeinstellungen (eigentlich nur ob DHCP oder Manuelle IP-Vergabe). Danach steht man allein auf weiter Flur. Insbesondere dann, wenn man keine guten Englischkenntnisse hat, denn das Menü ist standardmäßig erstmal auf Englisch konfiguriert. Die Sprache umstellen ist dabei auch nicht so einfach, denn man muss (irgendwo) ein Sprachpaket herunterladen. Auf der D-Link Website wurde ich dabei nicht fündig – einen Link oder ähnliches gab es nicht im Menü. Ich habe es daher auf Englisch belassen.

Kommen wir zu HDD-Einrichtung. Hier gibt es einen separaten Assistenten, der sich unter dem Obermenü „Management“ -> „Disk Management“ versteckt. Ich habe mich für den Test für den Redundanten RAID1 entschieden – möglich sind auch RAID0, JBOD, oder ‚Standard‘ – also einfach 2 einzelne Festplatten ohne jeglichen Verbund. Wer Wert auf eine erhöhte Ausfallsicherheit legt sollte den RAID1 nutzen, wer mehr Performance vorzieht den RAID0. JBOD oder ‚Standard‘ würde ich generell nicht empfehlen.

Auch eine kleine Warnung an dieser Stelle: Bei der HDD Einrichtung werden sämtliche Daten gelöscht. Also auf jeden Fall sichergehen, dass keine Wichtigen Daten mehr darauf liegen. Die Einrichtung des RAIDs hat inklusive Formatieren der Festplatten nur knappe 5 Minuten gedauert und war durch den Assistenten recht einfach. Manuell lässt sich hier aber kaum etwas regeln.

Das Menü insgesamt wirkt zwar aufgeräumt, so lassen sich z.B. Favoriten auf der Startseite anpinnen, allerdings ist es größtenteils einfach viel zu träge. Die ersten 30 Minuten nach der Inbetriebnahme brauchte jeder Mausklick im Menü 10-15s, hier war wirklich Geduld gefragt. Danach wurde es besser, allerdings blieb es weiterhin träge. Meine betagte Synology mit geringerer Leistung ist hier deutlich flinker unterwegs. Auch hängt sich das Menü gerne mal auf, wenn die NAS etwas mehr zu tun hat. Beispielsweise habe ich knappe 1,3TB Daten von einer USB-HDD auf die internen HDDs kopiert, da sich passend zum Test die HDD am Rande des Zusammenbruchs stand. Damit der PC nicht die ganze Zeit laufen muss, habe ich dafür das Menü der D-Link NAS genutzt. Das Ergebnis war, dass der Kopiervorgang zwar gestartet und letztlich auch erfolgreich beendet wurde, das komplette Menü während des Kopiervorgangs aber unbenutzbar war, da es nur noch im „kopieren“ Dialog fest hing:

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Man konnte also zu keinem Zeitpunkt sehen, wie weit der Vorgang fortgeschritten ist.

Hierbei sei auch erwähnt, dass die DLink NAS keine Probleme mit dem NTFS Dateisystem der USB HDD hatte. Die Ersatz-HDD, die per EXT4 formatiert wurde, mochte die DLink allerdings gar nicht. Sie wurde zwar erkannt, die Daten darauf wurden aber nicht angezeigt – nicht einmal die Ordner. Neustart der NAS, Auswerfen und neu anschließen der USB HDD haben hier keine Abhilfe geschaffen.

Die MyDLink APP

D-Link wirbt auch mit diversen Apps für seine Netzwerklösungen. Natürlich musste ich die auch ausprobieren. Für die NAS Systeme gibt es die „mydlink Access“ App. Natürlich braucht man hierfür das eingangs erwähnte MyDlink Konto, das ich nicht eingerichtet hatte. Also kurzum Software installiert, Konto eingerichtet, fertig. App auf dem Smartphone geöffnet und… Ernüchterung. Sorry D-Link, aber das was ihr hier als App bewerbt ist einfach nur furchtbar. Die App ist untragbar träge, richtet sich nicht nach den Google Design Richtlinien sondern sieht aus wie von einem alten Android 2.1. Knochen entflohen. Hakelige Menüs, es werden kaum Dateien fürs direkte Abspielen unterstützt und dann noch das schlimmste: Fernzugriff ist (zumindest bei meinen Tests) zu keinem Zeitpunkt möglich gewesen. Weder mit eingerichtetem DynDNS, noch ohne DynDNS, noch per UMTS, alternativem WLAN oder sonst irgendwas.

Daher mein Fazit zur „mydlink Access“ App: Finger weg. Für das heimische WLAN ist z.B. ES Datei Explorer die deutlich bessere Wahl da bessere Bedienbarkeit und Performance. Auch für unterwegs bietet sich der ES Explorer eher an: Einfach den FTP Server der NAS aktivieren, Port im Router freigeben und DynDNS einrichten. Fertig ist der Fernzugriff. Denn mehr als eine FTP-Verbindung bietet die App auch nicht. Eher noch weniger.

Übrigens: Wer schon einen mydlink Account besitzt: Auch ihr müsst die Software installieren, damit eure NAS mit dem Account verknüpft wird. Über das Menü lässt sich dies nämlich nicht einrichten.

Die Hardware/Performance

Kommen wir nun aber zur Hardware und deren Fähigkeiten. Hier gibt es wenig zu meckern, denn das NAS tut das was es soll im Netzwerk und das auch mit einer angenehmen Geschwindigkeit. Für den Performancetest habe ich den ATTO Disk-Benchmark genutzt. Hier die Ergebnisse:

Das Ergebnis deckt sich auch mit der Datenrate, die Windows 7 bei einem Kopiervorgang angibt. Schreibend war der niedrigste Wert knapp 30MB/s, lesend lag ich fast durchgehend bei 65MB/s. Meiner Meinung nach ein akzeptables Ergebnis für eine NAS in dieser Preisklasse.

Video- und Musikstreaming sind mit den Datenraten genauso wenig ein Problem, wie das Ablegen und Abrufen sonstiger Daten im Netzwerk. Auch bei der Nutzung durch mehrere Geräte parallel gab es keine nennenswerten Probleme. Selbst wenn 3 Geräte parallel einen Film abrufen kam es auf keinem der Geräte zu Aussetzern oder ähnlichem.

Die Hardwareperformance ist also durchaus gut und macht viele Schwächen der Software wieder wett. Schließlich muss man die Einrichtung nur ein mal durchführen – danach kann man bequem und in ordentlicher Geschwindigkeit auf seine Daten im Netzwerk zugreifen. Das einzige was etwas lahmt ist das aufwachen aus dem Sleepmodus. Die Festplatten werden nach 5 Minuten in den Ruhemodus versetzt und das Aufwachen aus diesem dauert etwas – lang genug dass Windows einen Timeout-Fehler beim ersten Verbindungsversuch auswirft. Den Ruhemodus kann man allerdings auch deaktivieren, empfehlen würde ich das allerdings nicht, da dies sehr zu lasten der HDD-Lebensdauer gehen würde.

Mein Fazit: Bitte liebe Leute bei D-Link: Lasst die Finger von der App-Entwicklung und konzentriert euch auf die Hardware. Auch Softwareseitig fehlt eindeutig noch der Feinschliff was die Performance und die Einrichtung angeht. Wenn die NAS aber erst einmal eingerichtet ist und läuft kann man sich auf gute Datenraten und einen Stabilen Betrieb verlassen.

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4 Kommentare auf "D-Link DNS-320L im Kurztest"

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Das Sprachpaket finden Sie auf der D-Link Seite hier:

http://www.dlink.de/cs/Satelli.....FDLWrapper

Haben Sie die Lautstärke des Lüfters nicht vernommen?

Tom

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Hi,
hast Du evtl. mal probiert oder davon gehört ob die Box auch 4TB Festplatten erkennt? Klar steht laut Hersteller „bis zu 3TB“, aber könnte doch möglich sein dass auch 4TB erkannt werden?
Gruß,
Holle

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Hallo,

ist das denn möglich, dass das NAS die Daten automatisch aus bestimmten Ordnern auf einer Externen Festplatte sichert?

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Gast

Beim FTP Einrichten brauche ich Unterstützung. Hab schon viel probiert, ohne Erfolg.

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