Das neue Blackberry Z10 angetestet und Hands On

Vor zwei Tagen schrieb mich eine Kollegin an und fragte, ob ich das neue Blackberry Z10 zum Testen bekommen möchte, denn wir haben es endlich im Shop verfügbar. Da ich früher einmal stolzer Nutzer eines Blackberry Bold 9000 war und dieses Ding wirklich mochte, sagte ich spontan ja. Vorab will ich sagen: Ich werde nicht wieder von Android zum Blackberry wechseln, aber ich bin positiv vom neuen Blackberry Z10 angetan.

bbz10_ansichtIm Vergleich zum letzten Blackberry mit Touchscreen muss ich das neue System Blackberry 10 doch sehr loben, denn endlich ist der Blackberry problemlos wie ein ganz normales Smartphone nutzbar und die E-Mail sowie Kontaktsyncronisation mit anderen E-Mail-Konten außerhalb der Blackberry Dienste ist wirklich sehr gut gelungen. Natürlich wollte ich den Blackberry ausprobieren und installierte meinen Google Account auf dem Smartphone und stellte fest, dass alle Kontakte, Termine und E-Mails problemlos integriert wurden. Einen Microsoft Exchange-Server fügte der BB ebenfalls hinzu und die Blackberry Server Push-Emails meisterte das Smartphone natürlich auch. Etwas ungewohnt war die Bedienung, denn man hat sich doch sehr an die bestehenden Systeme gehalten. Neu hinzugekommen sind verschiedene Wisch-Gesten, mit denen man den Blackberry steuern kann, so wischt man von oben nach unten und erhält die Einstellungen, auch die der Apps oder man wischt von unten nach oben und minimiert damit eine Anwendung bzw. gelangt in die Anwendungsübersicht. Die Umsetzung der Gesten ist gut geworden. Auch existiert nach wie vor die von Blackberry bekannte Sprachsteuerung und ich muss sagen, dass sie beim Test immer noch sehr gut funktionierte. Leider erinnert mich die Umsetzung etwas an Siri.

Der Web-Browser ist wie von Blackberry gewohnt immer noch recht gut und bietet die Möglichkeit, Flash-Inhalte darzustellen. Da einige Anwendungen vom Blackberry wie Youtube lediglich auf die mobile Youtube-Seite verweisen ist hier auch ein guter Browser wichtig. Mir gefällt die Darstellung im Browser, wenn ich zwischen verschiedenen Tabs wechseln möchte, recht gut, das wurde übersichtlich gelöst. Um den Browser aber zu sagen, dass er Webseiten als normale Webseite und nicht in der mobilen Ansicht laden soll muss man dies in den Entwickleroptionen aktivieren.

Die Blackberry App-World hingegen war in meinen Augen schon immer suboptimal, denn zum einen gibt es eine sehr kleine Auswahl an Apps, wichtige Social Apps wie Facebook, Twitter und Foursqaure waren bereits vorinstalliert, aber echte Youtube-Anwendungen, Google Maps oder anderes ist dort nicht zu finden. Auch kosten die meisten Apps Geld, nicht wie bei iOS oder Android knapp unter einem Euro, sondern oftmals ab 1 € aufwärts – so zum Beispiel auch eine Anwendung, die auf Google Maps basiert. Die Media-Anwendungen wie Musik- Video und Kamera sind gut geworden, sie unterstützen die meisten bekannten Funktionen. Einziger Kritikpunkt hier ist die fehlende Unterstützung eines Massenspeichermodus, hier muss man zwingend die Blackberry Link Software installieren. In der Vergangenheit ging Blackberry diesen Weg um die Sicherheit der Geräte, die auch Zugriff auf Firmennetzwerke haben zu gewährleisten. Dennoch ist es für mich ein Qualitätsverlust, da ich auf Software angewiesen bin die ich zwingend installieren muss. Aber Blackberry hat mitgedacht und hat dem Smartphone einen DLNA Server spendiert, mit dem man in einem WLAN Netzwerk seine Medien verteilen kann. Auch mittels vorinstalliertem DropBox kann man seine Daten problemlos teilen. Teilen ist ein gutes Stichwort, denn mit dem Z10 lassen sich bequem auch Daten und Inhalte aus Anwendungen mit anderen Programmen teilen, so wie man es von anderen Smartphones bereits kennt.

Komme ich nun noch zum aussehen des Z10. Wir haben hier das schwarze Modell liegen und ich muss sagen: Für ein Blackberry ist es handlich klein geworden, es hat Ähnlichkeiten mit einem iPhone 5. Das Gehäuse besteht aus Plastik, die Rückseite ist eine weichere gummierte Abdeckung. Trotzdem wirkt es dadurch nicht billig und es liegt angenehm in der Hand. Das Display hat eine Auflösung von 1280 x 768 Pixeln und ist mit 4,2 Zoll schon angenehm groß.

Fazit: „Ach Blackberry, du warst schon immer ein ganz eigenes Smartphone. Endlich kannst Du mehr als nur in deiner „Blackberry Blase“ zu schwimmen.“

Der richtige Schritt um Anschluss an die bestehenden Betriebssysteme zu gelangen ist getan, jedoch ist der Abstand zu groß um realistisch betrachtet aufzuholen. Dennoch bin ich sehr positiv vom Blackberry Z10 angetan, es ist ordentlich verarbeitet, läuft ohne Hänger und die Integration aller meiner E-Mails ging wirklich problemlos. Sehr gut hat mir die vollständige Integration von meinem Google-Account gefallen, aber auch private Sync-Server lassen sich per CalDav und CardDav implementieren. Für Blackberry Fans die einen Touchscreen lieben ist das Device nur zu empfehlen, auch wenn man sich kurz an die Steuerung gewöhnen muss. Für Fans von Android, iOS und Windows Phone ist es hingegen in meinen Augen keine realistische Alternative.

Hier habe ich noch ein Hands On Video für euch:

Technische Details:

  • Betriebssystem: BlackBerry® 10 OS
  • 10,6cm (4,2″) Touchscreen mit 1280 x 768 Pixeln, 356ppi
  • Bildformat 15:9, 24 Bit Farbentiefe
  • 16GB interner Speicher
  • 2GB Ram
  • microSD Kartenslot (bis zu 32GB)
  • micro HDMI
  • USB-High-Speed-Port 2.0
  • Kamera: Front 2MP, Back 8MP mit Autofokus
  • Akku: 1800 mAH (austauschbar)
  • Sprechzeit: bis zu 10 Stunden (3G), bis zu 13 Tage Stand-by
  • Wi-Fi: 802.11 a/b/g/n
  • Bluetooth 4.0 Low Energy
  • Größe: 130 x 65,6 x 9mm
  • Gewicht: 137,5g

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