Dell XPS 17-9700 im Test: Windows at it’s finest

Dell XPS 17-9700 im Test: Windows at it’s finest

Mit 10th Gen Intel i7-CPU, 16GB RAM, einer NVIDIA GeForce 1650Ti und einer erstklassigen Verarbeitung ist das Dell XPS 17 wahrscheinlich das beste Content-Creator-Windows-Notebook der letzten Jahre. Aber auch das beste Gerät hat Schwächen und einen ordentlichen Preis.

Bisher waren die Microsoft Surface Geräte meine liebsten Windows Notebooks, aber nach einiger Zeit mit dem Dell XPS 17 muss ich das echt überdenken. Dell geht mit der XPS-Serie einen leicht anderen Weg als die Laptops von Microsoft – mehr Business und etwas weniger Lifestyle. Das passt in vielen Situationen einfach besser.

Inhaltsverzeichnis

Technische Details Dell XPS 17-9700

Display 43 cm (17″) entspiegeltes IPS-Display mit LED Backlight im 16:10-Format
Auflösung 1920 x 1200 Pixel, 500 Nits maximale Helligkeit
Prozessor Intel® Core™ i7-10750H Prozessor, 6x 2,60 GHz, Turbo bis 5GHz, 12MB Cache
Grafik Nvidia (4 GB GDDR6 VRAM)
Arbeitsspeicher 16 GB DDR4 2933 MHz (max. 64GB)
Festplatte 1 TB M.2 PCIe NVMe SSD
Netzwerk Bluetooth 5.1
WiFi 6 (802.11ax)
Anschlüsse 4x Thunderbolt 3 Anschlüsse
1x SD-Cardreader
1x 3,5mm Klinke
Akku 6-Zellen-Akku, 97 Wh (integriert)
Eingabegeräte hintergrundbeleuchtete Tastatur
Precision-Touchpad
Sound Stereolautsprecher (MaxxAudio Pro)
Kamera 720p Infrarot-Webcam mit Windows Hello-Unterstützung
Sicherheit Fingerabdruckleser im Power-Button
Betriebssystem Windows 10 Home
Abmessungen 248,05 x 374,45 x 19,5 mm
Gewicht 2,53 kg
Preis 2.533,48 €*

Simple Verpackung – alles dabei

Das Dell XPS 17 kommt in einem schlichten schwarzen Karton, in dem sich neben den Notebook noch etwas Papier, das 130W-Netzteil und ein kleiner Dongle befinden.

Dell nutzt erfreulich wenig Plastik bei der Verpackung, aber um ein paar Folien kommt das Dell XPS 17 doch nicht herum. Vielleicht ja bei der nächsten Ausführung,

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Design 9, Verarbeitung 10, Materialien 9

Das komplette Gehäuse des Dell XPS 17 ist aus Aluminium gefertigt und fühlt sich dadurch sehr hochwertig an. Dazu kommen eine hohe Verwindungssteifigkeit und perfekt gearbeitete Kanten. Allerdings macht es sich mit 2,5kg deutlich in der Tasche bemerkbar. Zum Vergleich – das 16 Zoll Vorbild des Dell XPS 17 bringt es auf 2kg, also 20% weniger. Pluspunkte gibt es für die Lackierung des Dell, da auf dem hellen Silber Fingerabdrücke nicht zu sehen sind.

Das Aufklappen ist mit einer Hand möglich, erfordert aber etwas Kraft, da Displaydeckel und Handballenablage via Magnet leicht zusammenhalten. Sind Ober- und Unterteil erstmal getrennt und das Display aufgeklappt, fallen sofort die sehr schmalen Displayränder auf. Die waren schon beim XPS 13 sehr beeindruckend, aber durch das größere Display wirken sie beim XPS 17 nochmal schmaler. Im oberen Displayrahmen hat Dell trotzdem noch eine Kamera mit Infrarot-Sensor untergebracht. Die Kamera-Qualität selbst ist eher mittelmäßig, aber durch den Infrarot-Sensor ist die biometrische Passwort-Eingabe via Windows Hello möglich.

Die gesamte Handballenablage ist mit Carbonfaser versehen. Verglichen mit einer Aluminium-Oberfläche, fühlt sich diese Materialwahl weniger kalt an und spart dazu noch etwas Gewicht. Eine vollwertige Tastatur ohne Nummernpad, ein gigantisches Trackpad und große Lautsprechergrills auf beiden Seiten der Tastatur machen aber auch deutlich, welchem Nicht-Windows-Laptop das Dell XPS 17 nachempfunden ist.

Die Ähnlichkeiten gehen bei den Anschlüssen weiter. Auf beiden Seiten befinden sich jeweils zwei Thunderbolt 3-Anschlüsse. Allerdings bietet das Dell XPS 17 etwas, was alle Fotografen lieben werden – einen vollwertigen SD-Karten-Leser.

Generell ist ein 17-Zoll Laptop weniger für die mobile Nutzung geeignet, als ein 15er oder gar ein 13-Zoll Gerät. Aber wenn es darum geht, möglichst viel Leistung und Bildschirm zu haben, die dann auch zwischen Büro/ Uni, zu Hause und einem Meeting mitgenommen werden kann, ist das Dell XPS 17 eine sehr gute Wahl. Für wen die 17 Zoll aber absolut zu groß sind, findet mit dem Dell XPS 15 eine ebenso leistungsstarke Version im kleineren Gehäuse und mit nur 1,85kg Gewicht.

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Tastatur & Touchpad sind erste Liga

Dell setzt bei der Tastatur des XPS 17 auf klassische Scheren-Switche. Mit etwa einen Millimeter Tastenhub können geübte Schreiber über die Tastatur fliegen und auch lange Texte blitzschnell tippen. Die Druckpunkte sind präzise und die Hintergrundbeleuchtung absolut gleichmäßig.

Das Touchpad – mit seinen 9x15cm – liegt in seinen großen Ausmaßen mittig unterhalb der Tastatur des Dell XPS 17. Die Oberfläche fühlt sich gut unter den Fingern an und erlaubt über die grafische Oberfläche von Windows zu gleiten. Obendrauf werden Gesten dank des Precision-Trackpads schnell und genau erkannt und ausgeführt.

Auch ohne externe Maus und Tastatur kann mit dem Dell XPS 17 produktiv gearbeitet werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob das ein Konferenzraum oder ein kleiner Tisch auf dem eigenen Balkon ist.

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Thunderbolt für alle

Wie Eingangs schon erwähnt, setzt das Dell XPS 17 auf insgesamt vier Thunderbolt 3 Ports – jeweils zwei an einer Seite. Auch wenn viel Zubehör immer noch auf USB-A setzt, finde ich die Entscheidung von Dell richtig. Thunderbolt ist vielseitiger und erlaubt höhere Übertragungsgeschwindigkeiten.

Dell legt für Besitzer von älteren Monitoren und USB-A-Sticks noch einen kleinen Dongle mit ins Paket des XPS 17. Der erlaubt einen der Thunderbolt 3-Anschlüsse für HDMI und einen USB-A-Anschluss zu nutzen.

Auf der rechten Seite kommt zu den beiden Thunderbolt 3-Ports noch ein SD-Kartenleser und ein 3,5mm Klinkenanschluss. Der SD-Kartenleser hat es mit einer SanDisk Extreme Pro auf reale 72MB/s gebracht. Wobei hier die Karte der Flaschenhals war und nicht das Lesegerät des Dell XPS 17.

Thunderbolt 3 ist die Zukunft, aber so ganz ohne Docking-Station geht es aktuell noch nicht. Trotzdem richtet sich das Dell XPS 17 hier mehr in Richtung Zukunft als an VGA oder FireWire festzuhalten.

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Das Display ist hell und farbgenau

Das 17 Zoll Display des Dell XPS 17 ist definitiv ein Blickfang. Allein die Größe und die tollen Farben machen das Arbeiten daran sehr angenehm. Dazu kommt noch die entspiegelte Oberfläche, die Reflexionen stark reduziert.

Mit einer Auflösung von 1920x1200px kommen 131ppi zusammen. Inhalte werden also scharf genug dargestellt. Dank dem Seitenverhältnis von 16:10 eignet sich das Dell XPS 17 ausgezeichnet für produktives Arbeiten, da weniger scrollen als bei einem 16:9 Display notwendig ist und in Programmen mehr Platz für Werkzeuge vorhanden ist.

Dell sagt, dass das Display des Dell XPS 17 bis zu 500nits hell wird. Unsere Messungen haben 445nits ergeben. Um auch draußen zu arbeiten, reicht es in den meisten Fällen aus. Bei der Farbdarstellung punktet das Notebook durch eine korrekte Darstellung. 100% im sRGB Farbraum und 78% im erweiterten AdobeRGB Farbraum sind nicht die einzigen Eigenschaften, die das Dell XPS 17 für Grafiker interessant machen. Die durchschnittliche Farbabweichung liegt bei nur 0,74 im Delta E. Aber auch die restlichen Werte müssen sich nicht verstecken.

Entsprechend gut eignet sich Display des Dell XPS 17 sowohl für Gamer, Grafiker und alles dazwischen. Für die nächste Generation fehlen dann nur noch ein 90Hz Display und es wäre perfekt.

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Windows 10 und ein paar Dell-Apps

Etwas überrascht habe ich festgestellt, dass das Dell XPS 17 auf Windows 10 Home setzt. PCs mit einer Pro-Lizenz lassen sich dank diverser Features besser in die Infrastruktur eines Unternehmens einbinden. Auf Wunsch gibt es aber auch eine Ausführung des Dell XPS 17 mit der Business-Version von Windows 10.

Bei der restlichen Software hält sich Dell nicht zurück. Neben diversen Microsoft Apps wurden auch noch solche Perlen wie „Killer Control Center“ zur besseren Steuerung der Netzwerkströme und McAfee auf dem Dell XPS 17 vorinstalliert. Auch ein Fingerabdruckleser im Power-Button tröstet darüber nicht hinweg.

Obendrauf kommen noch diverse Dell Apps. Während Eike in seinem Test zum Dell XPS 13 noch die App „Dell Mobile Connect“ zur Smartphone-Steuerung gelobt hat, sieht die Welt aus der Sicht eines iPhone-Users etwas anders aus. Selbst mit allen gewünschten Einstellungen ist die App zickig. Benachrichtigungen werden zwar angezeigt, aber es ist nicht möglich, darauf zu reagieren. Der Zugriff auf die Fotos funktioniert, aber die Steuerung der iOS-Oberfläche ist mit dem Dell XPS 17 ein Graus.

Auch beim Dell XPS 17 bleibt es also bei der alten Vorgehensweise nach dem ersten Einschalten. Zuerst alles updaten und dann unter „Software“ alles deinstallieren, was nicht benötigt wird.

Starke Leistung dank Core-i7

Intels zehnte Generation von Laptop-CPUs liefert für die alltägliche Büroarbeit gute Ergebnisse und auch die SSD bremst hier nichts aus. Entsprechend wenige Kompromisse müssen Nutzer machen.

Dazu wird auch die Leistung des i7 bei mehreren Durchlaufen von Cinebench R15 und R20 nicht gedrosselt und liefert beim fünften Durchlauf etwa die gleichen Werte wie beim Ersten.

Der Intel i7-10750H gehört noch zu den Comet-Lake-Prozessoren. Die verbaute CPU verfügt über viel Leistung, aber die zugrunde liegende Architektur gehört nicht mehr zu den effizientesten Chips am Markt. Für Medienschaffende wäre eine CPU der neuen Ryzen 4000-Serie passender und würde die Verarbeitung von großen Medien-Files nochmal beschleunigen. Außerdem würden dann unter Last die Kerne wohl nicht so oft die 100°C erreichen, wie es die Intel-CPU im Dell XPS 17 aktuell tut.

Dank der verbauten Nvidia GeForce 1650Ti mit 4GB GDDR6 VRAM profitieren Video-Editoren von schnellerer Verarbeitung. Aber auch aktuelle Videospiele laufen gut. Assassin’s Creed Odyssey mit seiner großen Open World, lief beispielsweise mit 50 fps in hohen Einstellungen.

Entsprechend gut funktioniert das Dell XPS 17 auch jenseits des vorgesehenen Einsatz-Gebietes und der Abend im Hotel nach dem Kundentermin ist gerettet.

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Kann länger und fast zu stark

Der Akku des Dell XPS 17 ist mit 97Wh so groß, wie es bei US-Inlandsflügen erlaubt ist. Diese 100Wh-Grenze nehmen sich auch andere Hersteller immer mehr als Ziel. Durch die große Batterie ergibt sich auch eine entsprechend lange Akkulaufzeit. Bei normaler Office-Nutzung im WLAN sind etwa 9-10 Stunden drin.

Wer also die GPU nicht nutzt, kann das Dell XPS 17 morgens vorgeladen in seine Tasche stecken und den ganzen Tag nutzen, ohne das Netzteil hinter dem Schreibtisch hervorholen zu müssen. Wer die dedizierte GPU beispielsweise beim Videoschnitt aktiv nutzen möchte, muss natürlich die externe Stromversorgung sicherstellen.

Einige frühe Versionen des Dell XPS 17 hatte das Problem, dass sie trotz Netzteil unter Last den Akku entladen haben. Unsere Test-Unit hat dieses Problem zum Glück nicht und Dell selbst sagt, sie haben es in den Griff bekommen. Das Programm HWiNFO zeigt, dass beim Export eines 2160p-Videos der Akkustand gehalten wird und sogar minimal geladen wird.

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Kühl und Leise

Hier sammelt das Dell XPS 17 viele Punkte, denn auch unter starker Beanspruchung der Hardware verhalten sich die Lüfter vorbildlich und werden nicht nervig. Hörbar werden sie, aber nie auf einem störenden Level. Besonders verglichen mit einigen ähnlich ausgestatteten Gaming-Notebooks wirft das die Frage auf, warum andere Hersteller das nicht auch schaffen.

Dazu wird das Aluminiumgehäuse des Dell XPS 17 nach über einer Stunde Stresstest nur leicht warm. Damit sind auch lange Abschnitte mit dem Laptop auf dem Schoß (häufig in ergonomisch katastrophaler Haltung) möglich.

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Erweiterbar und aufrüstbar

Insgesamt stehen acht Torx-Schrauben zwischen dem willigen Bastler und dem Innenleben des Dell XPS 17. Das Lösen der Bodenplatte erfordert aber Feingefühl und ist nicht mit einer alten Plastikkarte mal eben erledigt. Es ist ohne Probleme machbar, aber es erfordert ein paar Minuten und Fingerspitzengefühl.

Danach offenbart sich das Innenleben und es wird klar, dass Dell hier den Bastlern entgegenkommt. Beide RAM-Bänke sind schnell gefunden und können genauso schnell mit neuen Riegeln bestückt werden.

Auch die SSD ist unter einer kupferfarbenen Abdeckung schnell ausgemacht. Um an sie ranzukommen, muss eine zusätzliche Schraube vom Akku gelöst werden. Dazu bietet das Dell XPS 17 noch einen Slot für eine weitere NVMe-SSD unter einer zweiten Kupferabdeckung.

Schlussendlich kann auch der Akku des Dell XPS 17 relativ einfach getauscht werden. Es müssen nur ein paar Schrauben und ein Kabel gelöst werden und schon kann die Batterie entnommen werden. Kleber kommt nicht zum Einsatz.

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Guter, aber leiser Sound

Eigentlich passen Laptops und guter Sound gar nicht zusammen. Fehlender Resonanzraum und billige Speaker sind meistens keine gute Kombination. Das Dell XPS 17 überzeugt hingegen mit einem guten Sound. Die beiden großen Lautsprecherblenden links und rechts neben der Tastatur lassen schon darauf schließen, dass Dell sich hier nicht für eine billige Lösung entschieden hat.

Leider überzeugen die Speaker aber nicht in allen Bereichen. Während der Klang gut ist, fehlt es sowohl bei Höhen, Mitten und Bässen an Fülle und die maximale Lautstärke könnte ebenfalls deutlich höher ausfallen. Zusammen mit den Schwingungen am Gehäuse ab etwa 60% lassen die Lautsprecher einen faden Beigeschmack zurück. Ohne Frage sind die Speaker des Dell XPS 17 besser als die in 90% aller Laptops am Markt, aber für einen Platz auf dem Treppchen reicht es trotzdem nicht.

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Fazit

Das Dell XPS 17 ist ein exquisites Notebook, dass in allen wichtigen Aspekten die volle Punktzahl holt. Sowohl die Verarbeitung als auch die Leistung spielen in der obersten Liga für Creator-Laptops mit.

Besonders das Display mit seinen sehr guten Farben und dünnen Rändern überzeugt. Dazu kommt eine sehr gute Tastatur samt großem Trackpad für produktives Arbeiten unterwegs oder im Büro.

Die Abzüge in der B-Note kommen vom Gewicht und den guten, aber leisen Lautsprechern. Für wen diese beiden kleinen Makel keine Rolle spielen, bekommt mit dem Dell XPS 17 einen der besten Windows-Laptops, die es aktuell am Markt gibt und der sich sowohl im Büro, im nächsten Meeting oder beim nächsten Gaming-Abend sehr zu Hause fühlen wird.

In Anbetracht der verbauten Komponenten, der hervorragenden Verarbeitung und der vielen guten Details ist der aktuelle Preis von etwa 2500€ für mich sogar mehr gerechtfertigt als beim kleinen Bruder – dem XPS 13.

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Stand: 10/2020

Veröffentlicht von

Gamer, Filmliebhaber & Hobby-Fotograf – also alles was eine gute Geschichte erzählt. Großer Fan von durchdachten Produkten und Privatsphäre. Nach zehn Jahren im Google-System derzeit im Apple-Kosmos unterwegs und soweit zufrieden.

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