Der richtige PC für…. Teil 1: Gaming!

      Der richtige PC für…. Teil 1: Gaming!

      Der PC wurde schon oftmals für tot erklärt, mindestens einmal im Jahr rollt die „sinkende Absätze, PCs sind tot!“ Lawine durch die Medienlandschaft und man fragt sich eigentlich nur noch: „Schon wieder?“ Denn PCs sind mitnichten tot, sondern mittlerweile einfach eine etablierte, langlebige Technik, die seltener ersetzt werden muss. Aber darum soll es uns nicht gehen, denn eigentlich wollen wir euch zeigen, wonach ihr einen PC aussuchen solltet und was ihr davon erwarten könnt. Den Anfang macht der Gaming-PC, in späteren Artikeln widmen wir uns aber noch den anderen Einsatzzwecken wie reinen Office-PCs oder Multimedia-Systemen.

      Dieser Artikel wurde zuletzt am 01.03.2018 aktualisiert.

      Der PC-Markt ist nach wie vor riesig und die Hersteller locken mit sehr vielen Konfigurationen, die natürlich alle die Eier legende Wollmilchsau versprechen. Beim Gaming kommt es aber auf mehr an, als dass irgendeine Grafikkarte mit Nvidia Schriftzug verbaut wird. Das Gesamtsystem muss stimmen, ansonsten hat man schnell das Nachsehen – trotz aktuellem PC.

      Budget-Klasse bis 350€

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      Die AMD Kaveri Plattform ist zwar nicht mehr die jüngste, eignet sich aber dennoch optimal für alle, die nicht auf die AAA Titel abzielen oder denen schlicht ein geringes Budget zur Verfügung steht.

      Schon für recht kleines Geld bekommt man mittlerweile brauchbare PCs – auch für gelegentliche Spiele mit mittleren Ansprüchen. Systeme basierend auf dem AMD A8-9600 samt integrierter Radeon R7 Grafik sind bereits für unter 350€ erhältlich und eignen sich bereits für sehr viele Casual-Titel, die keine riesigen Ansprüche haben. Sämtliche Blizzard-Spiele laufen beispielsweise in Full HD Auflösung bei reduzierten Details flüssig. Auch beliebte Titel wie Minecraft samt Mod- und Texturepacks, League of Legends oder DOTA 2 sind kein Problem für solche Systeme. Bei auf 720p (1366×768 Pixel) reduzierter Auflösung und reduzierten Details sind selbst Titel wie Battlefield 4, Crysis 3 oder Bioshock Infinite problemlos spielbar.

      Unter den Fertigsystemen gibt es hier im Moment leider nicht viel Auswahl. Die Kaveri-Plattform ist derzeit am Auslaufen. AMD hat allerdings auch seine neuen Raven Ridge APUs auf Basis der ZEN-Architektur in Verbindung mit Vega-Grafik in den Startlöchern, deren Einstiegsmodelle sollen noch im Februar erscheinen. Wann allerdings erste Fertigsysteme damit in den Handel kommen, ist nicht klar. Im Einstiegssegment gibt es daher im Moment nur den HP Pavilion 570 auf Basis eines AMD A8-9600 samt R7 Grafik. Leider ist jedoch kein Windows mit dabei.

      All jene, die selbst Hand anlegen können, können gegenüber dem vorgeschlagenen HP-System noch ein paar Euro sparen – bei etwas besserer Ausstattung.

      Hier die Komponenten in der Kurzübersicht:

      Gehäuse: Sharkoon VS4-S
      Mainboard: ASRock FM2A68M
      Prozessor: AMD A8-7650K Black Edition
      RAM: G.Skill Ripjaws F3
      HDD: SanDisk SSD Plus 240GB
      Netzteil: be quiet! SYSTEM POWER B8
      Laufwerk: LG GH24NSD1

      Die Komponenten sind alle nicht die jüngsten oder leistungsfähigsten, doch sie haben gemeinsam, dass sie sehr hochwertig sind und von renommierten Herstellern stammen. be quiet! ist berühmt für seine Langlebigkeit und Stabilität, G-Skill ist eines der Urgesteine der RAM-Hersteller, LG Laufwerke stecken in nahezu jedem PC oder Notebook und SanDisk hat sich mit der SSD Plus Serie einen guten Namen gemacht mit bezahlbaren, schnellen Einsteiger-SSDs. Das Gehäuse verfügt zudem über Staubfilter und hat bereits einen 120mm Lüfter an der Front vormontiert für ausreichend Frischluft. Weitere Lüfter-Slots sind vorhanden, es kann also nachgerüstet werden. Das System bietet auch eine gute Basis, um für mehr Grafikleistung später noch eine Mittelklasse-Grafikkarte nachzurüsten.

      In Summe kommt diese Zusammenstellung auf derzeit rund 335 Euro – also in etwa so viel Geld wie für das fertig montierte Modell. Dafür müsst ihr eben selbst Hand anlegen, oder euch jemanden suchen, der den Zusammenbau übernimmt.

      Ein Betriebssystem ist allerdings in der Preisklasse nicht drin – das sollte also am besten schon vorhanden sein.

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      Mittelklasse bis 600 Euro

      In der Mittelklasse wird es schwierig, die Spreu vom Weizen zu trennen, wenn man keinen Überblick über die derzeitige Marktentwicklung hat. Viele Hersteller bieten Komplettsysteme an, in denen eine Geforce GT705 oder ähnliches schlummert – für Spiele ist die Karte aber gänzlich ungeeignet und für alles andere hätte es auch die integrierte Grafiklösung getan. Auch Karten wie die Geforce GT730, GT620, GT720 oder Radeon R4 und R5 sind häufig anzutreffen und versprechen Spieletauglichkeit, doch die Realität sieht anders aus. Die Leistung liegt nur unwesentlich höher als bei AMDs APU-Systemen mit integrierter Radeon R7 Grafik – oder gar darunter. Die Enttäuschung über die Leistung des Systems ist also vorprogrammiert.

      In den letzten Monaten hat sich hier zum Glück einiges getan, sodass nun viele Hersteller auf AMDs günstige, aber gute RX 460 und RX 470 umgestiegen sind. Beide Karten eignen sich schon für aktuelle Titel in FullHD, wenn auch hier und da mit kleinen Abstrichen bei der Detailstufe. Nvidia hat natürlich ebenfalls nachgezogen und mit der GTX 1050 bzw. 1050 Ti findet sich auch eine günstige Einsteiger-Karte von nVidia mit im Rennen.

      Hier eine kleine Auswahl an Systemen:

      Ohne Betriebssystem:

      NBB Alleskönner NBB01192
      NBB Alleskönner NBB01194

      Mit Windows 10:

      HP Pavilion 570

      Für wenig Geld bekommt ihr hier bereits ganz anständige Systeme mit den aktuellen Dual-Core-CPUs Intel Pentium G4560 und Intel Pentium G4600 oder einem AMD A10 9700 mit vier Kernen – Für ein Low-Budget-System sind sie in Ordnung.

      Wer basteln kann oder möchte ist jedoch in der Lage, viel mehr Leistung für sein Geld zu bekommen. Bei einem Eigenbau-System für 600 € könntet ihr nämlich sogar einen Ryzen 3 1200 verbauen, die aktuell kleinste Ryzen-CPU. Sinnvoller ist hier allerdings sogar der Sprung zur brandneuen Raven-Ridge-APU namens AMD Ryzen 3 2200G. Diese wird zum gleichen Preis wie der Ryzen 3 1200 ab Mitte Februar 2018 erhältlich sein und ist schon im Shop gelistet. Sie ist hinsichtlich der CPU-Leistung laut Computerbase sogar 13% schneller als der kleinste Ryzen (und damit auf dem Level des Ryzen 3 1300X) und bezüglich der Grafikleistung 40% schneller als die integrierte R7-Grafik des AMD A10-7890K.

      Schwierig wird es aktuell nur bei den Grafikkarten, da die Preise durch den Mining-Boom deutlich angestiegen sind. Etwas Besseres als eine 1050 Ti ist für das Budget kaum realisierbar. Für viele Anwendungen und Spiele sollte jedoch schon die integrierte Vega-Grafikeinheit der APU ausreichen.

      Gehäuse: Sharkoon VS4-S
      Mainboard: ASUS Prime A320M-K
      Prozessor: AMD Ryzen 3 2200G 
      Grafikkarte: ASUS Phoenix GeForce GTX 1050 Ti
      RAM: Crucial Ballistix Sport 8GB
      HDD: SanDisk SSD Plus 240GB
      Netzteil: be quiet! SYSTEM POWER B8
      Laufwerk: LG GH24NSD1

      Gehäuse, SSD, Laufwerk und Netzteil bleiben unverändert zum ersten System, ansonsten ändert sich fast alles. Der Ryzen 3 2200G setzt auf den aktuellen Sockel AM4 von AMD, der auch noch für kommende CPUs von AMD nutzbar bleiben soll. Die Leistung liegt etwas unter einem aktuellen Core i3-8100 von Intel und deutlich über dem des Intel Pentium G4560. Aufgrund der aktuellen Preissteigerungen wird es mit einer potenten Grafiklösung allerdings wie schon erwähnt schwierig.

      Ein Betriebssystem ist erneut nicht enthalten. Hier könnt ihr nur hoffen, dass ihr noch ein altes OS zuhause rumliegen habt.

      Betriebssystem: Windows 10 Home 64Bit 

      Oberklasse bis 1000€

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      In dieser Preisklasse ist die Auswahl schon weit größer, die Systeme sind in der Regel alle sehr gut für Gaming in 1080p geeignet, viele auch für 1440p. Als Basis dient oft schon ein Intel Core i7-7700 der Kabylake-Architektur oder eine Ryzen 5 oder 7, hier gibt es soweit nichts zu bemängeln. Bei der Grafikkarte muss man erneut aufpassen, da sich hier auch wieder viel Altes und Schwaches tummelt. Empfehlenswert in der Preisklasse sind die GeForce GTX 1060 oder Radeon RX 570/580. Mehr Grafikleistung gibt es aktuell nicht unter den Fertigsystemen – dafür gibt es diese auch häufig schon gepaart mit einem Intel Core i7. Beim Arbeitsspeicher setzen die meisten Hersteller auf 8 bis 16GB, eine SSD ist auch schon hier und da anzutreffen – empfehlen würde ich sie definitiv.

      Hier natürlich aber ein paar Empfehlungen an aktuellen Systemen:

      Ohne Betriebssystem:

      NBB Alleskönner NBB01067
      NBB Raubtier NBB01031

      Inkl. Windows:

      MSI Nightblade MIB VR7RC
      Lenovo Legion Y720T-34IKH
      HP Pavilion Power Desktop 580-159ng

      Für Selbstbauer bieten sich in dieser Preisklasse unzählige Möglichkeiten. Einen PC, um alle aktuellen AAA Titel in Full HD und 2160p spielen zu können, bekommt man hier schon für rund 965 Euro ohne Windows Betriebssystem. Als Grundlage dient der aktuelle Intel Ryzen 5 1600, gepaart mit einer GeForce GTX 1060. Die AMD Radeon RX 580 ist leider aktuell keine Alternative, da sie im Shop ca. 75 € teurer als die GTX 1060 ist. Grund: Sie ist für die Miner noch begehrenswerter, da sie sich besser zum Berechnen der Auch die restlichen Komponenten sollten angepasst werden, denn mehr Leistung verlangt auch nach mehr Frischluft zur Kühlung.

      Gehäuse: be quiet! PURE BASE 600
      Mainboard: Gigabyte Z370P D3 oder ASUS PRIME B350-PLUS
      Prozessor: Intel Core i5-8400 oder Ryzen 5 1600
      Grafikkarte: Gainward GeForce GTX 1060
      RAM: Crucial Ballistix Sport 8GB
      HDD: SanDisk SSD Plus 240GB
      Netzteil: be quiet! SYSTEM POWER B8 450W
      Laufwerk: LG GH24NSD1

      So richtig viel Luft nach oben ist „dank“ des aktuellen Grafikkarten-Mangels leider nicht mehr. Wenn die Preise wieder fallen, könnte der Prozessor gegen einen Ryzen 7 1700X getauscht werden, sofern man vorhat, auch etwas zu übertakten. Ein Grafik-Upgrade wird da schon schwieriger: Der nächste Schritt wäre eine GeForce GTX 1070, die deutlich mehr Leistung bietet, aber den Gesamtpreis auch direkt über 1150 Euro katapultiert.

      Der Vorteil der eigenen Zusammenstellung gegenüber den fertigen Systemen ist auch in dieser Preisklasse nicht mehr so drastisch, wie bei den günstigsten Geräten, doch er ist auch weiterhin gegeben – nicht zuletzt weil man sehr flexibel ist und die eigenen Vorlieben z.B. für bestimmte Hersteller mit einfließen lassen kann. Auch das Gehäuse und damit das Design können selbst bestimmt werden.

      High-End über 1000€

      Grundsätzlich ist hier erstmal alles möglich, aber man muss es ja nicht übertreiben. Generell kann man sagen, dass sich in dieser Preisklasse primär die Übertakter, High-End-Freaks und 4K-Fans anfinden. In den Komplettsystemen um die 1000 Euro tummeln sich allerdings noch einige Systeme, die mit GTX 960 oder Radeon R9 380 Grafik aufwarten – keine besondere Steigerung gegenüber den günstigeren Systemen. Zwar besteht die Basis dann meist aus einem Core i7, doch wenn die Grafikkarte limitiert, dann hat man von dieser Leistungssteigerung nicht viel.

      Besser ist es daher auf jeden Fall, auf die Grafikkarte zu achten. Eine GTX 1070 liefert bis zu 37% mehr Leistung als eine RX 580, ist mit 620,- € aktuell aber auch verdammt teuer. Da lohnen sich die 70 € Mehrpreis definitiv, um gleich auf eine GTX 1080 zu setzen. Noch mehr würde ich euch allerdings dazu raten, noch etwas zu warten, bis die Verfügbarkeit wieder etwas gestiegen ist und sich die Preise normalisiert haben.

      Jetzt gilt es, ein passendes System zu finden. Das erste große Upgrade gegenüber der < 1000 Euro Klasse bietet der Acer Aspire GX-781.

      Einen NBB Alleskönner mit Ryzen 7 samt GTX 1070 gibt es dann schon für ein paar Euro mehr, allerdings ohne Windows.

      Wer selbst bauen will, der hat es einfacher. Die zuletzt genannte Konfiguration kann einfach geringfügig geändert werden: Mit einem Ryzen 7 1700 hat man etwas mehr Performance und die GeForce GTX 1070 anstelle einer GTX 1060 sorgt für ein ordentliches Leistungsplus zur Grafikberechnung. Damit läuft absolut jeder Titel in 2160p flüssig. Kostenpunkt? Rund 1280 Euro ohne, 80€ mehr inklusive Windows 10.

      „Feinschliff“ ist natürlich dennoch möglich: Beim Netzteil kann man auf ein effizienteres 80+ Gold oder Platinum upgraden, das Gehäuse kann gegen ein geräumigeres getauscht werden, das eine bessere Kabelführung und Kühlung ermöglicht und der Boxed-Kühler der Ryzen-CPU wird gegen einen leistungsfähigeren CPU-Kühler ersetzt, um die Geräuschkulisse möglichst gering zu halten. Dann noch ein Upgrade auf 16 GB RAM dazu und statt der SATA3 SSD auf eine PCIe Samsung 950 Pro gewechselt. Dadurch steigt der Preis natürlich schnell in die Höhe, auch wenn die einzelnen Komponenten teils nur geringfügig teurer sind.

      Abschließend einmal meine Zusammenstellung für einen guten Oberklasse Gaming PC, der auch kommende Titel problemlos schaffen wird, ohne dabei nur auf Extreme zu setzen:

      Gehäuse: be quiet! Silent Base 800
      Mainboard: ASUS PRIME B350-PLUS
      Prozessor: AMD Ryzen 5 1600
      Grafikkarte: Palit GeForce GTX 1080 Super JetStream
      RAM: 16GB Kit (2x8GB) Ballistix Sport
      HDD: Samsung 960 EVO
      Netzteil: be quiet! STRAIGHT POWER 10
      CPU-Kühler: be quiet! Dark Rock Pro 3

      Optional:
      Laufwerk: LG GH24NSD1
      Betriebssystem: Windows 10 Home

      Das System liegt alles in allem bei rund 1.720 Euro, allerdings ohne Windows 10. Dafür, dass aktuell fast die Hälfte des Preises für die Grafikkarte veranschlagt wird, könnt ich euch herzlich bei den Freunden des Mining-Hypetrains bedanken.

      Wer aufs Äußerste hinaus will, kann natürlich noch rund 350 Euro mehr investieren und auf einen Ryzen 7 1800X samt GeForce GTX 1080Ti setzen. Ob diese Investition lohnt, muss jeder für sich entscheiden.

      Alle Preise mit Stand: 01/2018

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      1 Kommentar auf "Der richtige PC für…. Teil 1: Gaming!"

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      Gast
      Chris

      Wer viel Leistung haben will, muss schon einiges an Budget investieren. Aber man hat auch für die nächste 5 Jahre dann Ruhe. Man muss auch überlegen für welche arbeiten am Computer durchgeführt werden, wenn Office Anwendungen und Internet verwendet werden, dann reicht alle mal ein PC bis 350 €. Wenn es um Gaming geht, dann muss schon ordentlich mehr hingelegt werden, allein die Grafikkarte macht ein Drittel vom Preis aus. Erst überlegen und dann kaufen.