Die Geschichte von Windows, Teil 2

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Im zweiten Teil der Windows-Geschichte lassen Anton, Marcel und Robert die Zeit von Windows XP bis Windows 8.1 Revue passieren: Mit Windows XP eroberte das PC-Betriebssystem endgültig den Markt und ließ Anwender lange auf den Nachfolger warten. Die Entwicklung von Windows 1 bis Windows ME lässt sich im 1. Teil nachlesen.

Windows XP: Scheiden tut weh (2001)

Die Oberfläche Luna in Windows XP

Die Oberfläche Luna in Windows XP

Windows XP basierte auf Windows 2000 und führt die NT-Linie fort, die bis heute Bestand hat. Windows XP erschien im Oktober 2001 und setzte sich auf breiter Linie durch. Apple konnte zu diesem Zeitpunkt wenig entgegensetzen, OS X 10.1 Puma war für produktives Arbeiten noch kaum zu gebrauchen. Windows XP entwickelte sich hingegen zu der bisher beliebtesten Windows-Variante.

Ein Anzeichen dafür ist, wie häufig Windows XP selbst heute nach dem mehrfach verschobenen Support-Ende 2014 eingesetzt wird. Das frische Betriebssystem verwirrte dabei am Anfang manche Anwender durch die Luna-Oberfläche mit ihren Bonbon-Farben, die man aber durch eine klassische Oberfläche ersetzen konnte. Für mehr Freude sorgte das erweiterte Start-Menü. Während Windows XP wie schon Windows 2000 sehr zuverlässig lief, wurden Windows-Anwender besonders von Viren und Trojanern geplagt. In Folge legte Microsoft beim Service Pack 2 das Hauptaugenmerk auf die Systemsicherheit.

Das Stiefkind: Windows Vista (2007)

Dass sich Windows XP so resistent auf Festplatten und in den Gewohnheiten seiner Nutzer einnisten konnte, lag auch daran, dass sein Nachfolger nicht in die Strümpfe kam. Windows Vista, entwickelt unter dem Codenamen „Longhorn“, sollte eigentlich bereits 2003 erscheinen, verspätete sich aber wieder und wieder. Erst 2007 und nach dem Einsatz von sechs Milliarden US-Dollar Entwicklungskosten brachte Microsoft das Betriebssystem auf den Markt.

Dynamisch zwischen den Fenstern wechseln: Flip 3D in Windows Vista

Dynamisch zwischen den Fenstern wechseln: Flip 3D in Windows Vista

Obwohl kommerziell erfolgreich, wurde Windows Vista für die Anwender zum ungeliebten Stiefkind der Microsoft-Familie. In seinen frühen Versionen war es ressourcenhungrig, langsam, umständlich zu bedienen und störte durch häufige Systemabstürze. Die neue Benutzerkontensteuerung bot ein effektives Zugriffsmanagement, blieb den meisten Nutzern aber vor allem durch lästige Sicherheitsabfragen um Administratorrechte in Erinnerung.

Da half auch der frische Look von Windows Vista wenig: Der Skin Windows Aero zeigt halbtransparente Fensterrahmen. Mit Flip 3D blättert man zwischen mehreren geöffneten Fenstern in einer 3D-Ansicht. Was heute Alltag auf Smartphones und Tablets ist, wirkte damals noch neu: Eine Sidebar enthält Minianwendungen mit praktischen Dienstanwendungen, die beispielsweise das Wetter, die Nachrichten und Memos anzeigen.

Jung und flott: Windows 7 (2009)

Jeder ist zu etwas gut, und sei es nur, um ein schlechtes Beispiel abzugeben. Der Ruf von Vista machte es Microsoft leicht, das nächste Windows als schnell und unkompliziert zu bewerben. Mit dem 2009 erschienenen Windows 7 trug ein MS-Betriebssystem für Heimanwender erstmals seit Windows 3.1 wieder eine durchgezählte Versionsnummer im Namen.

Weniger Klimbim: Windows 7 kam aufgeräumt daher.

Weniger Klimbim: Windows 7 kam aufgeräumt daher.

Das Navigieren in Windows 7 fühlt sich schneller an als in Vista. Die Sidebar fällt weg, Minianwendungen sind frei platzierbar. Eine Miniaturansicht geöffneter Programme macht das Blättern zwischen den Fenstern übersichtlich. Der Windows Explorer arbeitet mit virtuellen Ordnern, sogenannten Bibliotheken, die nach Typen sortierte Mediendateien von der ganzen Festplatte enthalten.

Das Design von Windows 7 machte sich bezahlt, es stieß endlich das altbackene Windows XP vom Thron der meistbenutzten Betriebssysteme für PCs und Notebooks. Und es sitzt noch heute drauf.

Berühr mich: Windows 8 (2012) und Windows 8.1 (2013)

Geliebt, gehasst, gekachelt: Der neue Startbildschirm bei Windows 8 spaltete die Nutzerschaft.

Geliebt, gehasst, gekachelt: Der neue Startbildschirm bei Windows 8 spaltete die Nutzerschaft.

Die Verbreitung von Touchscreens veranlasste Microsoft dazu, mit dem bisherigen Desktop als Startbildschirm zu brechen. Windows 8 irritierte viele Nutzer durch die Kacheloberfläche der Modern UI, die einer Fingerbedienung auf dem Tablet entgegenkommt, aber mit dem liebgewonnenen präzisen Mausklick fremdelt. Der klassische Desktop ist nur noch eine Anwendung unter Modern UI, der Start-Knopf in der linken unteren Bildschirmecke in Rente geschickt. Es gibt Programme sowohl für den Desktop als auch Apps der Modern UI, jeweils dem Look und Feel ihrer Betriebsumgebung angepasst. Das janusköpfige Design von Windows 8 führt dazu, dass man den Eindruck hat, ständig zwischen zwei Betriebssystemen zu wechseln.

Microsoft kam mit dem 2013 erschienen Update Windows 8.1 den PC-Nutzern und Desktop-Freunden entgegen. Jetzt lässt sich der Desktop wieder als Startbildschirm verwenden. Die Start-Schaltfläche kehrt zwar zurück, führt allerdings zur Modern UI.

Das Thema der Benutzeroberfläche verstellt leicht den Blick auf das, was unter der Haube läuft. Und hier optimiert Windows 8 die Stärken von Windows 7 in vielen Details. Es startet schneller und arbeitet ressourcenschonender. Die Kopierfunktion im Explorer und das Speicherplatzmanagement sind verbessert.

Bilder: Microsoft, Wikipedia

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Über Marcel Magis

Ich bin Journalist und Schriftsteller. Unter anderem arbeitete ich für macnews.de, c't, Telepolis und notebookjournal.de. Ich liebe Nudeln und schreibe in meiner freien Zeit unverdrossen an einem großen Roman weiter, der wöchentlich im Netz erscheint. Du findest mich auf Facebook, XING und meinem Blog.
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