Die Lage auf dem Festplattenmarkt entspannt sich

Als das Hochwasser im Oktober 2011 große Teile Thailands überschwemmte und zahlreiche Hightech-Fabriken zum Produktionsstopp zwang, hatte das Ganze auf die Preise einer Komponente besonderen Einfluß, auf die nahezu in keinem PC oder Notebook verzichtet werden kann: Die Festplatte. Vor der Flut, wurde die Hälfte aller Festplatten in dem überschwemmten Gebiet produziert. Als das Wasser wieder zurückging und man das Ausmaß der Schäden begutachten konnte, war auch schnell klar, dass man einige Monate nicht in der Lage sein wird, Festplatten zu produzieren. Dies wiederum führte dazu, dass viele Marktteilnehmer Hamsterkäufe getätigt haben, aus Angst später keine Festplatten mehr zu bekommen. Diejenigen, die noch Festplatten hatten, wollten nicht verkaufen und die die keine hatten, wollten unbedingt welche auf Vorrat kaufen. Wie in solchen Fällen üblich, stiegen die Preise für Festplatten und das zum Teil um über 300% in sehr kurzer Zeit. Als Beispiel möchte ich mal das Hitachi Deskstar 5K1000 anführen: Am 23. Oktober 2011 kostete die Festplatte laut einer Preissuchmaschine beim günstigsten Anbieter 45,86 Euro. Etwa zwei Wochen später betrug der Preis für die gleiche Festplatte beim günstigsten Anbieter stolze 129 Euro!

Preisentwicklung Hitachi Deskstar 5K1000 über 90 Tage (Quelle: geizhals.de)

Preisentwicklung Hitachi Deskstar 5K1000 über 90 Tage (Quelle: geizhals.de)

Wie man an der Preiskurve erkennt, hat sich die Lage in den letzten Wochen etwas entspannt, was auch damit zutun hat, dass die Festplattenproduktion in Thailand langsam aber sicher wieder anläuft. So nahm bereits im November die erste, von drei Fabriken des Herstellers Western Digital, die Produktion wieder auf, allerdings noch mit deutlich geringerer Produktionsmenge, als vor der Flut. Ab März 2012 soll auch die zweite Fabrik die Produktion aufnehmen, was zur weiteren Entspannung beitragen sollte. Erst ab September 2012 will Western Digital das normale Produktionsniveau erreichen.

Das sind sehr gute Nachrichten und wir dürfen also bald wieder mit fallenden Preisen bei PCs und Notebooks rechnen!

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Über Cihan Boz

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8 Kommentare auf "Die Lage auf dem Festplattenmarkt entspannt sich"

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Abwarten und Tee trinken. Wenn die Produktion allein bei WD erst Ende des Jahres wieder auf normalem Niveau ist entspannt sich dann wohl auch erst der Markt.

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Interessant.
Nur dass der erste Preissprung bereits nach dem 14.10. sichtbar ist (siehe 180 Tage Grafik) und der Anstieg daher noch höher war…

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Wo werden eigentlich ssd’s hergestellt ? Ist die Produktion auch davon betroffen ?

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SSD ist ein gutes Stichwort, wenn mich nicht alles täuscht fallen hier die Preise. Habe gerade erst eine Runcore gekauft, recht günstig für die Leistung und was die normalerweise kosten. Kann gut sein, dass die nicht davon betroffen sind.

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Die SSD Produktion war von dem Hochwasser in Thailand weniger betroffen, es war eher das Gegenteil der Fall. SSD’s haben sogar von dem Hochwasser profitiert, da durch die steigenden HDD Preise, SSD’s im Vergleich attraktiver wurden.

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Genau deswegen hab ich mal so dumm gefragt. Ssd’s sind sowieso the next Generation. Das mit Thailand kommt mir so vor als wollte man die Preise künstlich hochtreiben.

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Als ob. Der Konsument wird hier von vorne bis hinten verarscht und das sage ich als BWL-er.

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