dynabook Tecra X50-F-11F im Test: Konkurrenz für das ThinkPad?

      dynabook Tecra X50-F-11F im Test: Konkurrenz für das ThinkPad?

      Mit einem Gehäuse aus Magnesium, einem matten 15,6 Zoll Touch-Display und guten inneren Werten will das dynabook Tecra X50-F-11F in direkte Konkurrenz zum Lenovo ThinkPad T590 gehen. Ob das klappt, zeigt der Test.

      Im Business-Bereich sind andere Dinge wichtig, als für die Nutzung eines privaten Rechners. Dinge wie eine solide Verarbeitung, geringes Gewicht, lange Akkulaufzeit, Performance, Sicherheit, Schnittstellen usw. Um es an einem Beispiel festzumachen: kein Privatanwender schert sich um die Vorrichtung für ein Kensington-Schloss – ein Konzern tut das allerdings.

      Behält man das alles im Hinterkopf ist klar, was das dynabook Tecra X50-F sein will – ein Business-Notebook mit guten inneren Werten. Allerdings boxt es mit einem Preis von 1299€ auch in einer Liga, in der Kunden gewisse Ansprüche haben.

      Technische Daten dynabook Tecra X50-F-11F
      Display 39,6 cm (15,6“) mattes Touch-Display mit LED Backlight im 16:9-Format
      Auflösung 1920x1080px
      Prozessor Intel® Core™ i5-8265U (4x 1.60 GHz, Turbo 3.90 GHz; 3rd Level Cache: 6 MB)
      Grafik Intel UHD Grafik 620
      Arbeitsspeicher 8 GB DDR4
      (nicht erweiterbar)
      Festplatte 256 GB NVMe SSD
      Netzwerk Bluetooth 5.0
      Wireless LAN 802.11 a/g/n/ac
      Anschlüsse 2 x USB 3.2 Gen 1 Type-A
      2 × USB 3.1 Typ C Gen 2 – Thunderbolt 3
      1 x HDMI 1.4
      1 x 3,5-mm-Klinkenanschluss
      1 x microSD-Kartenleser
      Akku 48Wh, 3 Zellen Li-ion Akku
      Eingabegeräte hintergrundbeleuchtete Tastatur
      Touchpad
      Sound Harman/Kardon
      Kamera 720p Webcam mit Windows Hello-Unterstützung
      Betriebssystem Windows 10 Pro
      Abmessungen 359 x 250 x 17,6 mm
      Gewicht 1,42 Kilo
      Preis 1299 Euro*

      Hervorragende Verarbeitung im leicht kantigen Design

      Fangen wir beim Design an und da trifft es das Wort kantig wohl am besten. Als Marke muss sich dynabook neu am Laptop-Markt etablieren, obwohl da eigentlich Toshiba dahintersteckt. Das schafft man nicht, wenn man aussieht wie jedes andere Notebook. Entsprechend gibt es auffällige silberne Scharniere und einen großen Schriftzug auf dem Displaydeckel.

      Der Rest des dynabook Tecra X50-F-11F ist dagegen eher dezent gehalten. Auf der Rückseite gibt es zwei Lüftungsschlitze, die asymmetrisch angeordnet sind. Das Gehäuse setzt als Farbe auf Dunkelblau. Persönlich gefällt mir diese Kombination sehr, da sie fast ins schwarz übergeht.

      Alle Übergänge sind sehr gut verarbeitet und scharfkantige Ecken sucht man vergebens. Abzüge in der B-Note gibt es von meiner Seite, da sich das Gerät nicht mit einer Hand öffnen lässt – ab 1000€ erwarte ich das einfach.

      Im geöffneten Zustand erwartet Käufer dann eine Tastatur ohne Nummernblock. Dafür gibt es ein Trackpad samt zwei einzelner Tasten und einem blauen Track-Point mitten in der Tastatur. Im Trackpad selbst befindet sich noch ein Fingerabdrucksensor.

      Bei der Tastatur scheint es sich um ein standardisiertes Teil zu handeln, das wohl so auch beim 14 Zoll dynabook Tecra X zum Einsatz kommt. Es dürfte keinen anderen Grund für die breiten Ränder links und rechts geben.

      Die Handballenablage selbst besteht aus kühlem Metall und macht einen guten Eindruck. Der „harman/kardon“-Schriftzug neben dem beleuchteten Powerbutton verspricht guten Klang für die nächste Multimedia-Präsentation. Mehr dazu im entsprechenden Kapitel.

      Die Displayrahmen sind für 2020 in Ordnung – wobei der obere Rahmen nur aus einem Grund keine Kritik bekommt: Webcam + Infrarot-Kamera = Windows Hello. Also sicheres Entsperren ohne Passwort.

      Wie es sich für ein Business-Notebook gehört, gibt es eine kleine Blende, die bei Bedarf vor die Kamera geschoben werden kann. Gerade in Einsatzgebieten mit sensiblen Daten ist das entscheidend.

      Ansonsten ist das Notebook überraschend leicht. Mit nicht ganz 1,5 Kilogramm ist es gerne 300g leichter als die restliche 15 Zoll Konkurrenz. Wer sein Notebook oft mit zu Meetings nimmt, wird von dieser Tatsache sehr profitieren.

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      Gute Auswahl an Anschlüssen

      Für ein Business-Notebook kann es niemals genug Anschlüsse geben. Egal was der Kunde oder der Kollege übergibt, es muss direkt weiter gehen – keine Zeit für die Dongle-Suche.

      Auf der linken Seite des dynabook gibt es deswegen einen 3,5mm-Klinken.Anschluss, zwei schnelle USB 3.1 Gen 1 Type-A-Ports und die Vorrichtung für ein Kensington-Schloss.

      Die rechte Seite wartet mit zwei Thunderbolt 3-Anschlüssen auf und bietet dazu noch einen HDMI-Ausgang und einen microSD-Kartenleser. Alles gerne gesehene Anschlüsse für Beamer, externe Monitore, Docking-Station und mehr. Über einen der Thunderbolt 3-Anschlüsse wird das dynabook auch geladen.

      Der Kartenleser ist nur für die kleinen Speicherkarten gedacht. Persönlich hätte ich mich über einen vollwertigen SD-Slot mehr gefreut.

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      Etwas dunkles Touch-Display

      Beim Display des dynabook Tecra X50-F-11F handelt es sich um ein Full HD-Touchscreen. Die meisten Touchscreens spiegeln genug, um zur Not als Schminkspiegel herhalten zu können – nicht so beim dynabook. Anfangs war ich nicht mal sicher, ob es ein Touchscreen ist, da es aussieht wie ein normales mattes Notebook-Display.

      Eine Full HD-Auflösung auf 15,6 Zoll ergibt eine Punktpixeldichte von etwa 140. Inhalte werden entsprechend ausreichend scharf dargestellt. Ähnlich im Mittelfeld landet die Displayausleuchtung, Mit nicht ganz 250cd/m² reicht es für geschlossene Räume. Draußen möchte man damit aber nicht arbeiten. Die Abweichung auf dem gesamten Display beträgt etwa 10%, was für ein gleichmäßiges Bild ohne dunkle Ecken sorgt.

      Zur Bearbeitung von farbkritischen Arbeiten ist das dynabook Tecra X50-F-11F nicht geeignet. Die Farbraumabdeckung im sRGB-Farbraum liegt bei 63% und beim erweiterten AdobeRGB-Farbraum bei 47%. Für normale Aufgaben im Office ist das zum Glück nicht entscheidend.

      dynabook tecra x50-f farbraumabdeckung

      Bildbearbeitung sollte entsprechend an einem passenden Display ausgeführt werden.

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      Software ist Business-Ready

      Als Betriebssystem setzt das dynabook Tecra X50-F-11F auf Windows 10 Pro. Verständlich beim geplanten Business-Hintergrund. Gerade der integrierte Remote-Support liefert bei 50 oder 100 Laptops einen echten Mehrwert für jede IT-Abteilung.

      Vom Hersteller selbst gibt es dazu noch Software zur Überwachung der Systemkomponenten. Besonders die dynabook Service Station erlaubt eine schnelle Überprüfung der SSD, der Lüfter, der aktuellen Treiber und mehr.

      Bei der Zusätzlichen Software hält sich das dynabook ansonsten größtenteils zurück. So ganz ohne Farmville Heros und Candy Crush Friends geht es dann aber auch nicht.

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      Erwartbare Leistung

      Bei unserem Testgerät kommt ein Intel Core i5-Prozessor der 8. Generation zum Einsatz. Inzwischen sind Prozessoren der 10. Generation der Standard bei neuen Notebooks.

      Wer den größten Teil seines Arbeitstages mit Outlook, Excel und Co. verbringt, wird die Performance-Unterschiede kaum merken, aber für etwas mehr Zukunftssicherheit wäre ein Prozessor-Update in naher Zukunft angebracht. Alternativ ist das dynabook X50 auch mit Intel Core i3 oder i7 erhältlich – beide ebenfalls 8. Generation.

      In der Praxis bekommen Käufer hier ausreichend Leistung für 95% der Arbeiten, die in einem Büro so anfallen. Hier mal ein Beispiel aus meinem Alltag: In Adobe Lightroom braucht das Rendern von 20 raw-Fotos knapp 3,5 Minuten.

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      Der Akku schafft nicht ganz einen Arbeitstag

      Um die Akkulaufzeit bestimmen zu können, musste das dynabook Tecra X50-F-11F mich ein paar Tage lang bei meiner Arbeit als Redakteur begleiten. Neben den typischen Office-Anwendungen gehört dazu auch noch etwas Bildbearbeitung in Adobe.

      Ein Business-Notebook muss einen achtstündigen Arbeitstag abkönnen. Alles darüber hinaus ist gerne gesehen und alles darunter ist ein No-Go. Das dynabook hat mich an keinem Tag über diese Zeitspanne gebracht. Mit sieben Stunden, bzw. 6,5 Stunden Akkulaufzeit stand ich am Ende immer da und habe das Ladegerät gesucht. Hier muss mehr möglich sein, wenn die Zielgruppe Business-Kunden sind.

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      Laut, lauter, dynabook

      Wenn es irgendwas am dynabook Tecra X50-F-11Fv auszusetzen gibt, dann sind es die Lüfter. Selbst bei einem leeren System mit lediglich Google Chrome geöffnet, mit wiederum drei Tabs offen, springen die Lüfter an. Mit mehr Tabs wird es dann auch lauter. Ab einer bestimmten Drehzahl gesellt sich dann noch ein hochfrequentes Piepen hinzu. Selbst mit den Geräuschen einer normalen Büroumgebung sind die Lüfter deutlich wahrnehmbar.

      Zumindest sorgen die Lüfter für eine gute Kühlleistung. Im Stresstest erreicht die CPU maximal 86°C und blieb im Durchschnitt bei 72°C. Die Komponenten laufen so nicht Gefahr, wegen Hitze beschädigt zu werden.

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      Gute Tastatur und präzises Touchpad

      Die Tastatur des dynabook muss sich vor einem ThinkPad nicht verstecken. Der Tastenanschlag ist gut und der Tastenhub ist lang genug. Eine Eingewöhnungsphase braucht es kaum, bis selbst lange Texte einfach von der Hand gehen.

      Das Tastaturlayout ist da schon wieder eine andere Sache. Da es keinen dedizierten Nummernblock mit dazugehörigen Tasten gibt, wurden Teile der Tastatur einfach zusammengestaucht, um die Tasten noch irgendwie mit drauf zu quetschen. Blind wird man die Tasten am rechten Rand nicht auf Anhieb finden.

      Der Trackpoint ist so ein Relikt aus einer Zeit bevor ich angefangen habe, Computer zu benutzen. Ich nutze ihn nicht, kann aber sagen, dass er gut funktioniert und tut, was er soll. Zusammen mit den dedizierten Maustasten des Trackpads bildet sich so eine alternative Steuerung.

      Zum Trackpad kann ich sagen, dass es präzise funktioniert. Multi-Gesten-Support ist gegeben und der Fingerabdrucksensor funktioniert auch tadellos. Das Trackpad ist allerdings etwas klein. Mehr als einmal habe ich beim Scrollen das Ende der Fläche erreicht.

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      Tricky Upgrade

      Wer dem dynabook Tecra X50-F-11Fv gerne etwas mehr Arbeitsspeicher verpassen möchte, hat damit kaum Probleme. Die Bodenplatte wird von 12 Kreuzschrauben gehalten – eine verdeckt unter einer Gummiabdichtung. Der Arbeitsspeicher ist schnell gefunden und genauso schnell ausgetauscht/ erweitert. Gleiches gilt auch für den Akku.

      Problematisch wird es bei der NVMe-SSD. Die versteckt sich hinter dem Mainboard und ohne sehr viel Feingefühl und Geduld ist da kein Rankommen. Den RAM wird die IT-Abteilung vielleicht noch aufrüsten, aber bei der SSD sehe ich da eher schwarz.

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      Dumpfer Sound

      Wie wichtig Sound bei einem Business-Notebook ist, hängt stark vom Anwendungsgebiet ab. Wer damit nur sein Tagespensum schaffen muss, braucht sich nur Sorgen, um die Audioqualität bei Netflix-Streams zu machen. Wer aber regelmäßig PowerPoint-Präsentationen hält und diese auch gerne mit etwas Audio oder Video aufpeppt, wird da schon mehr Wert drauflegen.

      Das dynabook ist eher für ersteres geeignet. Stimmen wirken etwas dumpf und sowohl Mitten als auch Höhen haben echte Probleme. Dreht man die Lautstärke auf über 70% wird es auch sehr schnell matschig. Vibrationen am Gehäuse halten sich aber auch bei maximaler Lautstärke in Grenzen. Für eine Präsentation vor zehn Leuten würde ich dann aber doch zu einem externen Lautsprecher greifen.

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      Fazit: (Noch) keine Konkurrenz fürs ThinkPad

      Wer im Bereich der Business-Notebooks mitspielen will, muss zäh sein. Professionelle Anwender haben höhere Ansprüche als private Nutzer. Das ehemalige Unternehmen Toshiba hat sich unter dem dynabook-Label neu formiert, um es mit dem Player in der Industrie aufzunehmen – Lenovos ThinkPads.

      Leider hat man nur versucht Lenovos Business-Laptops zu kopieren, ohne wirklich darüber nachzudenken, wie man einen Mehrwert bieten kann. Die Verarbeitung ist sehr gelungen und die Tastatur überzeugt nach zwei Tagen mehr als am Anfang. Die Anschlüsse sind dazu gut gewählt und auch platziert.

      Die Lüftersteuerung, der mangelnde Sound und die mittelmäßige Akkulaufzeit zeigen aber eindeutig, dass die Marke dynabook noch in einigen Gebieten etwas zu lernen hat. Was bei Consumer-Notebooks verkraftbar gewesen wäre, ist es im Business-Bereich eben nicht.

      Entsprechend sollte dynabook in der nächsten Generation an seinen Schwächen arbeiten, ohne dabei ihre Stärken (besonders das geringe Gewicht) zu verlieren. Dann hat dynabook Tecra X50-F-11F auch das Potential es mit dem ThinkPads von Lenovo aufzunehmen.

      dynabook Tecra X50-F-11F bei uns im Shop

      Stand: 03/2020

      Veröffentlicht von

      Gamer, Filmliebhaber & Hobby-Fotograf – also alles was eine gute Geschichte erzählt. Großer Fan von durchdachten Produkten und Privatsphäre. Nach zehn Jahren im Google-System derzeit im Apple-Kosmos unterwegs und soweit zufrieden.

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