E-Book-Reader für unter 30 Euro: Taugt es was?

Wir haben seit einigen Tagen generalüberholte E-Book-Reader für 24,95 29,95 Euro im Sortiment. Um genau zu sein handelt es sich dabei um den Oyo von Medion. Er kam im Oktober 2010 auf den Markt und wurde über die Buchhändler Thalia, bol.de und buch.de vertrieben. Die technischen Daten lesen sich nicht schlecht. Es hat WLAN, 2 GByte internen Speicher, den man mittels microSD-Slot um bis zu 32 GByte erweitern kann. Es hat ein 6 Zoll großes SiPix-Touchdisplay mit einer Auflösung von 800 x 600 Pixel, welches E-Ink-Displays sehr ähnlich ist. Der Akku ist 1500 mAh stark. An Dateiformaten unterstützt das Oyo TXT, ePub, PDF, HTML, JPEG, PNG, BMP sowie MP3.

oyo_reader

Wir waren neugierig, ob ein E-Book-Reader für so wenig Geld etwas taugt und haben uns deshalb drei Exemplare zum Testen bestellt. An der Verpackung erkennt man sofort, dass die Geräte gebraucht waren, denn es sind an der Verpackung schon kleinere Gebrauchsspuren zu sehen. Auch an den Geräten selbst sind kleine Nutzungsspuren in Form von Kratzern am Gehäuse zu sehen, aber im Großen und Ganzen nicht dramatisches. Ich finde sogar, dass die Geräte noch sehr gut aussehen und von der Funktion her konnten wir an keinem Oyo ein Problem feststellen.

Kommen wir nun zur Nutzung des Gerätes. Das Oyo wurde in der Vergangenheiten bzw. zur Markteinführungen für eine langsame und instabile Software kritisiert. Vermutlich zu Recht, wie mir mein erster Eindruck mit dem Oyo zeigte. Denn bei zwei von drei Geräten war noch die alte Firmware-Version  1.0 R4758 installiert. Da ich nur wenig Gutes über diese Version gelesen haben, habe ich gleich das Update auf Version 2.2 R2354 eingespielt. Dieses ist sehr einfach, sofern man eine microSD-Karte zur Verfügung hat. Wie das alles genau funktioniert und wo man die Firmware bekommt, erfahrt ihr hier.

Der Einrichtungsprozess des Oyo gestaltet sich allerdings zur echten Geduldsprobe, da das Tippen über die Bildschirmtastatur wirklich keinen Spaß macht. Man muss im Einrichtungsprozess, falls noch nicht vorhanden, ein Thalia-Konto anlegen. Das erledigt man besser über den Rechner direkt bei Thalia.de, so erspart man es sich, die ganzen persönlichen Angaben im Oyo eintippen zu müssen. Statt dessen muss nur noch Benutzername und Passwort im Oyo angegeben werden, danach ist man mit der Einrichtung auch schon fertig und kann mit dem Lesen loslegen. Bücher kommen auf das Oyo entweder über den Onlineshop von Thalia.de oder per USB bzw. microSD-Speicherkarte. Man soll wohl dank des integrierten Webbrowsers auch auf andere eBook-Shops zugreifen und eBooks direkt auf das Oyo herunterladen können. Der Webbrowser ist übrigens, wie bei allen anderen e-Readern auch die mir bisher in die Hände gefallen sind, nur in Notfällen zum Surfen geeignet. Das liegt aber hauptsächlich an der verwendeten Display-Technik. E-Ink- bzw. SiPix-Displays sind einfach nicht für häufige Aktualisierungen geeignet, was aber beim Surfen im Netz nun einmal häufig vorkommt.

Stichwort Display: Das Display ist zweifelsfrei nicht so kontrastreich wie bei Geräten mit E-Ink-Pearl-Technik, wie es beispielsweise im Kobo Glo verwendet wird, allerdings ist es meiner Meinung nach immer wunderbar zum Lesen geeignet und vollkommen ausreichend. In den früheren Firmware-Versionen war wohl die Umschaltzeit recht langsam, allerdings scheint das bei der aktuellen Firmware nicht mehr der Fall zu sein. Bei eBooks im epub-Format schaltet das Gerät in ca. 1 Sekunde um. Bei größeren PDFs mit großen Bildern können auch schon mal 3-4 Sekunden vergehen.

Fazit: Nach einem Tag mit dem Oyo kann ich festhalten, dass das Oyo sicher seine Schwächen hat. So ist die Hardware nicht besonders schnell oder die Genauigkeit des Touchscreens nicht immer 100%. Das sind aber alles Schwächen mit denen man angesichts des Preises von knapp 25 Euro leben kann. Für Vielleser ist das Oyo sicher nichts, aber als Gelegenheitsnutzer bzw. eBook-Einsteiger ein wirklich gutes Angebot.

Abschließend noch unser Hands-On-Video, der euch vielleicht einen besseren Eindruck vom aussehen und Bedienung des Gerätes vermittelt:

Update (18.04.2013): Leider musste Preis etwas angehoben werden, da die alte Charge weg ist und wir etwas teurerer nachordern mussten.

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Über Cihan Boz

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10 Kommentare auf "E-Book-Reader für unter 30 Euro: Taugt es was?"

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Funktioniert PDF mit DRM?

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Gerade bei generalüberholten E-Book Readern würde ich aufpassen. Auch wenn der Akku noch funktionstüchtig ist, weiß man nie, wie viel er schon „auf der Uhr“ hat. In der Erklärung zu gebrauchten Artikeln bei Notebooksbilliger steht ja, dass 30min „garantiert“ werden. Bei einem E-Book Reader wäre es natürlich fatal, wenn man nun gerade ein Gerät erwischt, dass gerade einmal 35min aushält. Ob der Vorbesitzer ein fleißiger oder weniger fleißiger Leser war, kann man ja leider nicht wissen. Dann lieber ein paar Euro mehr investieren und ein Neugerät kaufen.

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Erst hier Werbung machen und dann den Preis anheben.
Wie seid ihr denn drauf?
Nee, lass mal!

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Hallo Chian,

ich habe den Reader bei euch am 16.4 gekauft und heute bekommen.

Soweit war ich sehr zufrieden. Dann hab ich jedoch diesen Blogbeitrag entdeckt und – da auch bei mir noch Firmware 1.0 drauf war – wie hier geraten auf Version 2.2 aktualisiert.

Das Update hat geklappt, jedoch funktioniert jetzt WLAN nicht mehr und der Oyo hängt sich ständig auf. Evtl. hatte es ja einen Grund, warum manche Geräte nicht upgedated wurden?

Downgrade funktioniert leider auch nicht 🙁

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Hi Chian,
ich habe viele Unterlagen, die als PDF abgelegt sind. A4 macht bei der Displaygröße wahrscheinlich keinen Spaß in Volldarstellung. Wie funktioniert daher das Zoomen bei der Betrachtung? Ist es möglich sich ein im A4 Format vorliegendes PDF beispielsweise als zwei A5 Seiten (rechts/links oder oben/unten der PDF-Seite) anzeigen zu lassen?

Wegen dem Akku würde ich mir keinen Kopf machen. Für denn Preis kann man keine Langstreckenläufer erwarten und wenn der Akku wirklich nur ganz kurz durchhält, dann schickt man es wieder zurück.

Schöne Grüße

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Ich habe mir den Oyo auch hier gekauft und verzweifle grad am Firmware Update. Weder über WLAN (dort steht, es sei keine neue Software verfügbar) noch über die SD Karte (laut Anleitung von Thalia) lässt sich die Software updaten. Es kommt immer eine Meldung „No SW on SD“.

Weiss da jemand was?

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Hallo, gibt es hier ein update, ich bekomme auch die Meldung es sei keine software auf der SD-karte, aber ich habe es mehrmals formatiert und wieder versucht. Kann jemand, bei dem das upgrade geklappt hat, mir sagen, wie genau die SD-karte aussieht, d.h. welche dateien in welchen ordern, evtl. Name der SD-karte.

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OK, habe es selber gefixt. Die SD karte darf nix enhalten, ausser dem qdutil order. Garnichts. Macintoshs schreiben noch andere Daten darauf, das hilf nicht. Der Oyo ist weitaus schneller geworden, jetzt bin ich mal auf die Batterieleistung gespannt.

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