Ein erster Eindruck vom Amazon Cloud Player

Gestern verkündete Amazon feierlich, dass nun der Cloud Player in Deutschland verfügbar ist. Super, das muss ich gleich ausprobieren. Also nach Feierabend meine Musiksammlung geöffnet und am Rechner das Cloud Drive geöffnet.

Amazon bietet zwei Möglichkeiten an. In der kostenlosen Variante landen alle bisher bei Amazon gekauften Musikdownloads + 250 Songs, die man individuell hochladen kann. In der Premium Version erhält man Speicherplatz für 250.000 eigene Songs.

Kostenpunkt: 24,99 € im Jahr. Eigentlich ein fairer Preis wie ich finde, sofern man seine Musik auslagern möchte um weltweit mobil auf sie zugreifen zu können. Amazon startet das Angebot mit einer iOS und Android App. Es gibt Plugins für den Webbrowser, für Kindle Fire, eine Android App und läuft auch auf dem iPhone und iPod touch. Die Musik lässt sich streamen oder aber durch die App auch herunterladen. Es können insgesamt 10 Geräte dem eigenen Konto hinzugefügt werden. Diese Geräte erhalten dann Zugriff auf die eigene Cloud. Man kann einzelne Geräte entfernen, jedoch muss man 30 Tage warten, bis man den freien Slot erneut verwenden kann. Alternativ kann man einstellen, dass Geräte die seit 90 Tagen nicht mehr auf die Cloud zugegriffen haben automatisch aus der Liste gelöscht werden. Zusätzlich gibt Amazon die Möglichkeit, einmal im Jahr alle 10 Slots zu leeren um frisch anzufangen.

Um Musik zum Cloud Player hinzuzufügen benötigt man Adobe Air und einen Webbrowser. Unter Windows wollte die Software partout nicht mit Googles Chrome laufen, Amazon begründete dies mit inkompatibilität zu „Pepper Flash“. Unter Mac gab es hingegen keine Probleme mit Chrome. Die Software gibt dem Anwender nun mehrere Möglichkeiten. Entweder scannt die Software auftomatisch den gesamten Rechner nach Musik oder man hat die Möglichkeit, manuell in bestimmten Ordnern nach Musik suchen zu lassen. Nachdem man nun ausgewählt hat, welche Ordner in die Cloud geladen werden sollen, scannt Amazon die Musik nach tags und sortiert bekannte Songs automatisch der eigenen Cloud zu ohne sie hochladen zu müssen. So werden alle Songs in der Cloud automatisch mit einer 256 kbps Qualität aufgewertet, sofern dieser Song bei Amazon verfügbar ist. Dies geschieht auch, wenn man den Song bisher nur in schlechterer Qualität hatte. Songs, die Amazon selbst nicht kennt, werden von eurem Rechner in die Cloud geladen. Dies dauerte bei meinem Versuch trotz 10MBits Upload viel zu lange. Aber wahrscheinlich lag dies an verstopften Leitungen, denn am ersten Abend werden sicher etliche Personen den Cloud Player ausgetestet haben.

Das Abspielen der Musik ist hingegen ganz einfach: Cloud Player öffnen, einloggen und links die gewünschte Kategorie auswählen. Anschließend erhält man mittig eine Übersicht über alle in der Kategorie befindlichen Songs. Man hat die Möglichkeit, nun den Titel, ein Album oder eine Playlist abzuspielen. Ebenso kann man seine Songs auch wieder herunterladen, dazu verwendet Amazon den eigenen MP3 Downloader. Man kann den aktuellen Song auch in Facebook oder per Twitter teilen. Ich hab während ich diesen Beitrag schreibe mehrere Songs und Alben gehört und war mit der Qualität sehr zufrieden. Ebenfalls hatte ich keinerlei Aussetzer. Auf dem Weg zur Arbeit hatte ich heute die Android App getestet. Im UMTS Netz funktionierte es problemlos, in der U-Bahn bei EDGE Empfang war es hingegen nicht zu gebrauchen. Da bietet mir die App aber die Möglichkeit, meine Musik vorher herunterzuladen. Ebenso ist in der App der Amazon Musik Store direkt verlinkt, so dass man die Möglichkeit hat, fehlende Musik schnell nachzukaufen.

FAZIT: Ob ich diese Cloud nun nutze, weiß ich noch nicht. Leider bin ich wie einige andere Kunden von einem Fehler betroffen, der auftritt, wenn der Kunde sich vorher schon im amerikanischen Cloud Drive angemeldet hatte – somit habe ich nur eingeschränkte Möglichkeiten und kann den Premium Dienst noch nicht testen. Eine Alternative zu Google Music und iTunes match ist es allemal. Außerdem ist meine Musiksammlung auf einem Synology NAS gespeichert, auf das ich ebenfalls weltweit Zugriff habe. Da ich meine Musik in der Regel in sehr guter Qualität vorliegen habe, benötige ich die automatische Aufwertung von Amazon nicht, muss aber auch damit rechnen, dass meine vereinzelten in 320kbps gerippten Musikstücke ebenfalls nur in 256 kbps zur Verfügung stehen. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau 😉

Hier geht es zum Amazon Cloud Player

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4 Kommentare auf "Ein erster Eindruck vom Amazon Cloud Player"

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Gast
Danke für den ersten Eindruck! Mir ist aufgefallen, dass bei einigen Nutzern die automatische Übernahme bei Amazon gekaufter Musik nicht ad hoc funktionierte. Desweiteren ist der Vergleich mit Google Music meiner Meinung nach um die Info zu ergänzen, dass dort gratis 20.000 Titel gespeichert werden können. Hier zieht Amazon klar den kürzeren. Auf meinem Galaxy Nexus war „netterweise“ die Music App bereits vorinstalliert, so müsste ich mein Telefon nicht mit externer Software belasten. Die Strategie dahinter ist klar und gleicht MS Idee den Internet Explorer direkt mit Windows zu liefern. Ich sehe diese Strategie zwar äußerst kritisch, in meinem Falle… Read more »
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Gast

Der Cloud Player sieht gar nicht schlecht aus.

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[…] in nächster Zeit mal genauer anschauen und mit dem Amazon Cloud Player vergleichen, den wir ja bereits vorgestellt hatten. -> Google Play Music in Deutschland gelauncht  Ähnliche […]

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