Ein Tag im Museum

Unsere Support-Kollegen Hannes & Raimund waren im Museum und haben uns mal etwas zum Lesen da gelassen:

Langweilig, nix zum Anfassen werden viele denken. Aber es gibt auch Museen für den geneigten Gamer, der gerne mal seine Kindheit wiederaufleben lassen, oder einfach nur das Retro-Feeling alter Spielekonsolen erleben will. Für diejenigen genau richtig: Das Computerspielemuseum in Berlin! Fangen wir mal ganz vorn an. Raimund und ich (Hannes) hatten vor ein paar Tagen den Luxus, dass wir zu viel Zeit hatten. Ein Bekannter erzählte mal etwas von einem Museum für PC-Spiele. Also gesucht – gefunden und direkt los ins Computerspielemuseum. Für euch haben wir natürlich auch unmenschliche Schmerzen nicht gescheut, damit wir auch über alles berichten können. Aber dazu später mehr. Der Eingangsbereich war schon mal vielversprechend:

 (Foto by Jörg Metzner)

Direkt danach erwarteten uns ein paar echte Raritäten, z.B. Computerspace, das erste in Serie Produzierte Computerspiel. Und optisch im Vergleich zum durchschnittlichen Automaten natürlich auch ein Highlight:


(Foto by Jörg Metzner)

Leider ist er aus Bewahrungsgründen nicht dauerhaft eingeschaltet. Es gibt aber eine spezielle Führung „Spiel die Originale“ immer montags ab 18 Uhr. Da werden die guten Stücke eingeschaltet und man kann Sie persönlich spielen – das werden wir natürlich auch noch nachholen wenn Zeit ist 🙂 Ein weiteres, absolutes Highlight, das man bei der Spezialführung selbst spielen darf ist dieses schöne Stück:

Na, wer (er)kennt es? Richtig: Ein originales Virtual-Reality-System aus dem Jahre 1994! Wie das funktioniert? Durch reine Körperkraft – die Bewegungen des Spielers werden im Spiel umgesetzt. Das geschehen betrachtet man mit einer speziellen 3D Brille – ähnlich wie die Sony Brille die Carsten ja vor kurzem getestet hat – nur 17 Jahre älter 🙂 Noch älter aber keineswegs einfach zu schlagen ist „Nim“ – eine Nachempfindung des Original „Nimrod“, der auf der Industriemesse 1951 (!) vorgestellt wurde.

Selbst Ludwig Erhard ist seinerzeit an „Nim“ gescheitert. Ich habe mindestens 40 Runden gegen ihn gespielt. Und alle verloren.Gehen wir weiter zur „Wall of Hardware“. Was das ist muss ich wohl nicht erklären. Hier finden wir von der ersten XBox und Playstation, bis hin zum ersten Pong, diversen Pong Clones oder auch den Commodore PET (Personal Electronic Transactor) nahezu alle vergangenen Konsolen. Einige kannte ich persönlich nicht einmal, weil es lange vor meiner Zeit war. Hier ein paar Beispiele:


(Foto by Jörg Metzner)

PET 2001:

Pong Clones:

Na, Hand hoch, wer kannte die guten Stücke hier oder hat eines davon besessen? Den Mega Drive, SNES und Gameboy lassen wir mal außen vor 😉 Weiter geht’s an die Spielautomaten. Frogger, Gauntlet, Space Invaders, Donkey Kong – lauter echte Klassiker die wahrscheinlich fast jedem ein Begriff sind. Und das Beste: Alle eingeschaltet und funktionsfähig! Wir haben übrigens auch Siris Großvater getroffen:

Mein absoluter Favorit ist nur bedingt ein Klassiker. Es basiert auf Pong – nur viel extremer. Vor der Nutzung muss man einen Angestellten des Museums herbeiholen, der einen dann erstmal eine Erklärung unter die Nase hält, auf der wir per Name und Unterschrift bestätigen mussten, dass wir auf eigenes Risiko Spielen.
Und wofür das ganz? Der Name ist Programm: die Pain Station! Quasi Pong Extrem, nur im 2-Spieler Modus spielbar.

Kurze Erklärung dazu: Bevor man starten kann, wird die linke Hand jedes Spielers auf einen Sensor gelegt und dadurch 2 Kontakte ausgelöst. Entfernt man die Hand, endet das Spiel.

Das Spiel beginnt ganz harmlos mit einer Runde Pong. Doch nachdem der erste Ball im Abseits gelandet ist tauchen hinter den Schlägern plötzlich Symbole auf – Rot (Hitze), Gelb (Strom) oder Blau (Peitsche). Trifft der Gegner nun eines der Symbole, bekommt man je nach Symbol einen Stromschlag in die linke Hand, wird die Handfläche Hitze ausgesetzt oder es gibt eine Gummipeitsche auf den Handrücken. Damit nicht genug. Es steigert sich natürlich immer weiter, je nachdem wie lang die Spieler durchhalten. Die Endsequenz nach mehreren Minuten spielen variiert immer ein bisschen. Die Jungs vor uns hatten das „Armageddon“ – nicht nur ein Symbol pro Rechteck, sondern alle. Also gibt es immer alle 3 schmerzen auf einmal. Wir hatten den „Blitzkrieg“, bei dem fieserweise noch ein Stroboskoplicht zum Einsatz kommt. Aber seht selbst, wir haben natürlich auch gefilmt (Links ich, rechts mein Kollege Raimund)!

Das Ergebnis daraus waren taube, verschwitzte, zittrige Hände mit dicken blauen Flecken. Was tut man nicht alles für eine Runde Pong! Das waren erstmal unsere Highlights, es gibt natürlich noch vieles, vieles mehr zu sehen.

Mein persönliches Fazit:
Ein super Zeitvertreib, das Museum wirkt auf den ersten Blick zwar etwas klein, aber letztendlich haben wir darin doch mehrere Stunden verbracht weil es so vieles zu sehen und ausprobieren gab. Etwas schade war natürlich, dass man nicht alles ausprobieren konnte. Ist aber auch verständlich, denn die Geräte sollen ja noch etwas durchhalten.
Es ist wirklich ein Stück Kindheit/Jugend wenn man wieder an diesen Automaten oder Konsolen spielt. Also für jeden zu empfehlen, der sich für Computerspiele oder Konsolen interessiert. An der Stelle auch noch ein Dank an die Pressestelle des Museums, die mir mit Fotos (meine Kamera wollte nicht immer) und Informationen ausgeholfen hat. Man kann sich einfach nicht alles merken 🙂

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2 Kommentare auf "Ein Tag im Museum"

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Gast

Ein gelungener Artikel zu einem ich nenne es mal altmodisch „ungewöhnlichen“ Museum. Las vor knapp vier Monaten den ersten Artikel darüber der sich mit der Entstehung des Museums befasste. Allzu viel findet sich noch nicht darüber.

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Gast

Bin selber mit meiner Jugendgruppe (10-17Jahre) Pfingsten dort gewesen. Super klasse und besonders wichtig das sich alle Altersgruppen darin austoben können. Absolute Empfehlung für einen Berlinaufenthalt!

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