Energie sparen mit der automatischen Heizungssteuerung von Homematic: Ein Erfahrungsbericht

homematic-heizungssteuerung-thermostat

Die Heimautomatisierung von Homematic verrichtet jetzt seit gut einem Jahr seinen Dienst bei mir zu Hause. Aus diesem Grund will ich euch hier das HomeMatic Set Wandthermostat inkl. Funk-Stell-Antrieb vorstellen. Anfangs war ich skeptisch, ob sich die Investition lohnt, muss ich eingestehen. Ob ich immer noch skeptisch bin, erfahrt ihr am Ende des Artikels.

Die Ausgangslage: Ich habe drei Räume, in denen es eine Heizung gibt. Im Wohnzimmer habe ich sogar zwei Heizkörper. Die Küche habe ich bewusst ignoriert, denn seit dem ich dort lebe, habe ich noch nie die Heizung in der Küche einschalten müssen.
Nun geht es also um drei Heizkörper in zwei Räumen. Ich hatte oftmals Probleme, dass ich nie die passende Temperatur erwischte und es bei mir regelmäßig viel zu warm war oder etwas zu kühl. Wenn ich dann den Tag über arbeiten war und ich aus Energiespargründen die Heizung abschaltete, war mir dann nach Feierabend viel zu kalt. Oftmals habe ich aber schlicht vergessen die Heizung herunter zu regeln und habe somit den ganzen Tag „umsonst“ geheizt.

Die Idee: Ich hatte mich schon länger mit elektrischen Heizkörperthermostaten beschäftigt, aber immer die Anschaffung gescheut. Der Grund war einfach: Ich hatte mal einen „billigen“ für 20 € aus dem Baumarkt, aber dieser hielt genau einen Winter und ließ sich nicht mehr reaktivieren. Will man dort einen guten Thermostat kaufen, so kostet dieser meist auch um die 40 €. Außerdem misst der Thermostat direkt am Heizkörper nur die Temperatur in der Nähe der Heizung. Da mein Schreibtisch aber am anderen Ende des Wohnzimmers steht und ich dort nicht frieren will, musste ich ihn immer etwas wärmer einstellen, bis der ganze Raum gleichmäßig warm war. Oftmals ist die Heizung ja auch etwas ungünstig platziert, so dass der Thermostat nicht direkt zu sehen ist. Also ich brauchte ein Heizkörperthermostat mit einer separaten Temperatursteuerung.

Die Lösung: Ich hatte zu Hause einen Elektronikkatalog liegen und dort gab es verschiedene Systeme zu kaufen. Ich rechierte zusätzlich etwas im Netz und die Wahl fiel auf Homematic, da das System meiner Meinung nach die besten Erweiterungsmöglichkeiten für einen vergleichsweise geringen Preis bot und ich im Internet viel positives Feedback gelesen hatte. Ich kaufte mir nun zweimal das Homematic-Set mit Wandthermostat und Stellantrieb sowie einen weiteren Heizungs-Funk-Stellantrieb für den zweiten Wohnzimmer-Heizkörper.

Homematic Funk Wandthermometer

Der Wandthermostat wird durch mitgelieferte Schrauben an die Wand geschraubt.

Die Installation: Als ich das Set endlich erhielt, wollte ich auch gleich loslegen: Also Rohrzange bereit gelegt und ausgepackt. (Die Rohrzange benötigt man um den alten Thermostat abzubauen und den Neuen anzubringen. Aber bitte nicht zu fest anziehen!) Erfreulich fand ich, dass es eine gedruckte Bedienungsanleitung gibt, die Batterien gleich im Lieferumfang enthalten waren (die halten übrigens immer noch) und es mehrere Adapter für den Anschluss an verschiedene Heizkörper zum Lieferumfang gehören. Der Wandthermostat wird mit Schrauben und einer Wandplatte aus Kunststoff geliefert, so kann man den Thermostat ganz bequem an die Wand stecken und muss zum Batterien wechseln nichts abschrauben.

Auch das Anlernen der Heizkörperthermostate an die Zentrale gelingt mit wenigen Handgriffen. Man sollte sich aber davon verabschieden, alles – wie Mann das so gerne macht – blind ohne Anleitung zu erledigen, denn dann kann es zu Problemen mit der genauen Konfiguration kommen. Nachdem die Installation abgeschlossen war, ging es auch gleich los. Die Temperatur, Luftfeuchtigkeit sowie Datum und Uhrzeit werden angezeigt und am Stellantrieb sieht man die prozentuale Öffnung des Ventils sowie den Batterie-Status.

Homematic Funk Heizungsantrieb

Der Heizkörper Stellantrieb ist recht kompakt und beinhaltet zwei AA-Batterien

Der Alltag: Ich programmierte mir nun mehrere Zeitspannen für den Wochentag und das Wochenende, an denen geheizt wird. Die Umschaltung des Thermostats lässt mehrere Möglichkeiten zu, so kann man es komplett manuell , über eine Zentrale (dazu in einem separaten Beitrag mehr), steuern oder automatisch über die festgelegten Zeiten laufen lassen. Es lässt sich ein Tag auswählen, an dem ein Kalkschutzprogramm ausgeführt wird, dazu wird das Ventil einmal komplett geöffnet und wieder geschlossen. Dadurch wird verhindert, dass das Heizungsventil bei längerer Nichtnutzung nicht stecken bleibt und man es freiklopfen muss. Das System funktioniert sehr zuverlässig und natürlich sind noch längst nicht alle Möglichkeiten des Systems ausgeschöpft. Auch ist es zum Beispiel möglich, das System in den Urlaub zu schicken oder in den Partymodus zu versetzen, das bedeutet, dass die Zeiteinstellungen für einen gewissen Zeitraum außer Kraft gesetzt werden und die Wohnung zum Beispiel erst ab einer fest vorgegebenen Temperatur beheizt wird (Mindesttemperatur). Auch erwähnenswert ist der wirklich leise Motor, im Schlafzimmer vernehme ich lediglich ein leises surren, wenn sich das Ventil öffnet oder schließt. Vom Empfinden her möchte ich meinen, dass es genauso leise ist, wie das durch die Leitung fließende Heizungswasser – somit stört es mich überhaupt nicht. Je nach Temperaturunterschied wird das Ventil auch nur zu einem bestimmten Prozentsatz geöffnet. Bei hohen Unterschieden macht der Thermostat das Ventil komplett auf, bei geringen Unterschieden wird das Ventil auch nur teilweise geöffnet.

homematic-fenstergriff-kontakt

Homematic Funk-Fenster-Drehgriff-Sensor

Die Erweiterung: Der erste Schritt der Erweiterung war dann bei mir der Funk-Fensterkontakt, da ich nun verhindern wollte, dass ich beim Lüften aus Versehen heize und unnötig weiter Energie verschwende. Anstelle des Fensterkontaktes kann man auch den Funk-Fenster-Drehgriff-Sensor nehmen, der einfach unter den vorhandenen Fenstergriff gesteckt wird. Öffnet man nun das Fenster, so bemerkt das der Wandthermostat und schließt automatisch die Heizungsventile.

Natürlich hat mich nun der Reiz gepackt und bin von der Heizungssteuerung umgestiegen und habe mir zum bestehenden System eine Homematic CCU geholt. Das ist im Grunde das Gehirn der Hausautomatisierung und bringt viel mehr Möglichkeiten, als alleine die Heizungssteuerung. Hier sind der Erweiterung kaum Grenzen gesetzt, aber darüber wird es einen separaten Beitrag geben.

Fazit: Ich bin mit dem System von Homematic sehr zufrieden. Es verrichtet seine Aufgaben sehr zuverlässig und die Programmierung ist nach kurzem Einlesen in die Materie doch sehr einfach. Die Batterie-Lebensdauer ist erfreulich gut und bei Räumen mit mehreren Heizungen steuert der Thermostat alle Heizungen gleichzeitig. Lediglich das Design finde ich etwas „altbacken“ aber hier hat der Hersteller bereits einige neue Komponenten angekündigt, die im Laufe der Zeit die alten ersetzen sollen. Das schöne am Homematic-System ist aber die Kompatibilität untereinander, so sind alle jetzt gekauften Systeme mit den Systemen in der Zukunft auch kompatibel.

Und nun das wirklich allerbeste: Ich konnte in meiner Jahresendabrechnung tatsächlich einen geringeren Verbrauch feststellen, das freute mich am meisten!

Im übrigen lassen sich die Heizungs-Stellantriebe auch mittels PC-USB-Adapter programmieren, dann spart man sich den Thermostat oder die Zentrale, ist aber meiner Meinung nach nicht ganz so flexibel.

Homematic Funk Heizkörperthermostat

 

Alternative Homematic Lösung: Ein neues Produkt von Homematic vereint nun den Thermostat und den Stell-Antrieb für die Heizungssteuerung. Wer also kein separaten Thermostat haben möchte und alles an der Heizung oder mittels Zentrale gesteuert werden soll, der kann auch den HomeMatic Funk-Heizkörperthermostat problemlos nutzen.

 

 

 

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