SanDisk Extreme Portable SSD im Test: Die optimale Outdoor- und Reise-SSD

      SanDisk Extreme Portable SSD im Test: Die optimale Outdoor- und Reise-SSD

      Die SanDisk Extreme Portable SSD will genau das sein, was der Name andeutet: Ein extrem mobiler und schneller Datenträger. Das ist allerdings nicht alles. Neben der extremen Leichtigkeit sollen Kunden vom IP55-Schutz gegen Regen- und Spritzwasser sowie der Lesegeschwindigkeit von bis zu 550MB/s profitieren. Ob das Konzept aufgeht, klärt der Test.

      Eine SSD für jedes Szenario

      Liest man sich das Datenblatt der SanDisk Extreme Portable SSD durch, dann denkt man eher an eine Outdoor- als an eine normale externe SSD. 41 Gramm wiegt sie und passt locker zwei Mal in eine Taschentuch-Verpackung: Die Extreme Portable wandert aktuell für 172 Euro* mit 1 TB Speicher über die Ladentheke. Sie ist aber auch mit 250 und 500 GB sowie mit 2 TB erhältlich. Eine noch höhere Lesegeschwindigkeit bietet jeweils die Pro-Version mit 1050MB/s. Zum Vergleich: Die Crucial Portable SSD X8 bietet ebenfalls 1050MB/s, wiegt dank Alu-Gehäuse allerdings 100g und ist nicht gegen Wasser geschützt. Eine externe 2,5″-HDD wie die WD My Passport UItra kommt übrigens auf 155g.

      Mit diesen Eigenschaften könnte die SanDisk Extreme Portable die perfekte SSD für diverse Szenarien sein. Dein Laptop hat nur eine 128-GB-Festplatte? Dann ist die SSD die perfekte Speichererweiterung. Du möchtest auf deine Daten auch im Urlaub oder Flug nicht verzichten, die Airline erlaubt aber nur Handgepäck mit 6 kg Gewicht? Die SanDisk Extreme Portable passt in jeden Rucksack und wiegt quasi nichts. Spiele via Steam-Backup der Steam-Bibliothek direkt von der SSD zocken ist ebenfalls möglich. Selbst als zusätzlicher externer Datenträger für professionelle Videoaufnahmen im Kamerakäfig ist die SSD perfekt geeignet.

      Minimalistischer Lieferumfang, robuste SSD

      Der Lieferumfang ist überschaubar. Neben der SSD befindet sich in der Verpackung noch ein kurzes USB-Kabel von Typ-C auf Typ-C, ein Adapter von Typ-C auf Typ-A, etwas Papierkram und ca. 75% Luft. Immerhin ist nur wenig Kunststoff in der Verpackung.

      Die dunkelblaue SSD selbst ist an den Seiten und der Rückseite mit einer Gummierung überzogen und damit gegen Stürze aus bis zu 2 Metern Höhe geschützt. Die Vorderseite besteht aus Kunststoff und hat einen Perforations-Look. Auffälligstes Merkmal ist das mit orangem Kunststoff verkleidete Loch, mit dem die SSD glatt als Schlüsselanhänger durchgehen könnte. Mir ist sie dafür allerdings dann doch zu groß. Der USB-3.1-Gen2-Typ-C-Anschluss befindet sich am unteren Rand auf der rechten Seite.

      Die Verarbeitung ist einwandfrei. Dank der Gummierung müsst ihr euch auch über Kratzer keine Sorgen machen. Die SSD wirkt zudem robust, ist materialbedingt aber nicht so verwindungssteif wie SSDs mit Aluminium-Gehäuse. Wie SanDisk bevorzuge ich jedoch das dadurch realisierbare geringe Gewicht.

      Daten via SanDisk SecureAccess im Tresor schützen

      Wer sensible Daten auf der SSD lagern möchte, kann diese mit der sich auf der SSD befindlichen Software namens SanDisk SecureAccess in einem digitalen Tresor speichern. Die Dateien lassen sich via Drag & Drop im Tresor ablegen. Das Passwort für den Tresor legt man selbst fest und sollte sich immer gut daran erinnern. Mac-User müssen die Software übrigens erst auf der dazugehörigen Website herunterladen. Die Anleitung für beide Betriebssysteme befindet sich direkt auf der SSD.

      Performance im Benchmark

      Kommen wir zur der Performance. Laut Sandisk schafft die SSD eine Lesegeschwindigkeit von bis zu 550MB/s. Im AS SSD Benchmark erreicht die SanDisk Extreme Portable SSD die Werte sowohl beim Lesen als auch Schreiben fast. Die etwas teurere Samsung T5 SSD liegt ebenso wie die Crucial X8 SSD vor der SanDisk Extreme Portable. Im Kopier-Benchmark liegen die SSDs hingegen näher beieinander.

      Wirkliche Auffälligkeiten offenbaren die Ergebnisse nicht. Der Photoshop-Benchmark läuft allerdings langsamer, wenn das Script nicht auf der internen, sondern der externen SSD ausgeführt wird. Dieser Unterschied ist bei der Crucial X8 Portable SSD bspw. nicht feststellbar.

      Alltägliche Kopier-Szenarien mit der Extreme Portable SSD

      Wichtiger als die Performance im Benchmark sind für mich allerdings immer Szenarien, die im Alltag auch wirklich auftreten. Wie lange dauert es also z.B., wenn man 20 GB an Bildern und Videos oder ein 145 GB großes Backup von Steam-Spielen auf die SSD kopiert? Kann die SSD die Übertragungsraten überhaupt dauerhaft halten? Ebenfalls interessant: Lassen sich Bilder nahtlos bearbeiten, die auf der SSD liegen oder Spiele flüssig von der SSD starten und spielen?

      SanDisk Extreme Portable SSD Test

      Das Kopieren von 20 GB an Fotos und Videos von einer internen SSD auf die SanDisk dauert ca. 1 Minute und 8 Sekunden. Hier liegt die Übertragungsrate bei durchschnittlich ca. 300 Mb/s. Zum Vergleich: Von einer internen HDD dauert es ca. 3 Minuten und 27 Sekunden, also ca. das Dreifache an Zeit. Um den gleichen Ordner von einer internen SSD auf eine die externe HDD WD My Passport UItra zu kopieren, müsst ihr ca. 4 Minuten und 15 Sekunden einplanen.

      Manchmal schiebt man auch größere Datenmengen von A nach B. Aus diesem Grund habe ich den Kopiervorgang ebenfalls mit dem Backup von ein paar Spielen aus meiner Steam-Bibliothek durchgeführt. Die 145 GB landeten innerhalb von 7 Minuten und 16 Sekunden auf der Extreme Portable SSD. Das Kopieren der gleichen Datenmenge von einer internen HDD dauerte knapp 24 Minuten.

      Auffällig ist bei diesem Szenario, dass die SanDisk Extreme Portable die Geschwindigkeit über den gesamten Kopiervorgang aufrechterhalten kann. Die Geschwindigkeit der Crucial X8 mit 500 GB Kapazität knickt nach ca. 70 GB deutlich ein, da der SLC-Cache ausgelastet ist. Immerhin: In der Version mit einem TB kostet die Crucial X8 so viel wie das Testgerät und bietet zumindest bei kleinen Datentransfers eine noch höhere Geschwindigkeit.

      Wer häufig große Datenmengen kopiert, sollte also auf einen ausreichend großen SSD-Cache achten. Leider halten sich die Hersteller bei diesen Angaben oftmals bedeckt. Daher ist es im Zweifel besser, zu SSDs mit mehr Speicherplatz zu greifen, da der Cache ebenfalls größer ausfällt. Je voller der Datenträger ist, desto weniger Speicherplatz steht übrigens für den Cache zur Verfügung. Wir führen daher alle Tests mit vorab formatierten Datenträgern durch.

      In der Praxis lassen sich RAW-Dateien ohne Verzögerung in Lightroom Classic bearbeiten, wenn sie auf der externen SSD gespeichert sind. Das gilt ebenfalls für speicherintensive Open-World-Spiele wie Assassin’s Creed Odyssey, das ohne Verzögerung und Ruckler von der externen SSD gestartet und gespielt werden kann. Bei 4K-UHD-Material und Videobearbeitung könnte es hingegen zu leichten Flaschenhals-Erscheinungen kommen.

      Übrigens wurde die SSD während der Benutzung zwar warm, aber nicht unangenehm heiß. Sie ließ sich jederzeit problemlos anfassen. Für die maximalen Übertragungsgeschwindigkeiten benötigt ihr übrigens nicht zwingend einen Typ-C-Anschluss, da die Übertragungsraten via mitgeliefertem Dongle auch mit einem Typ-A-Anschluss erreicht werden.

      Fazit: SanDisk Extreme Portable SSD

      Die SanDisk Extreme Portable SSD ist eine sehr praktische externe SSD. Verdammt klein, schön robust, alltagstauglich und federleicht lässt sie sich immer bequem transportieren und fällt im Rucksack oder der Handtasche so gut wie nicht auf. Selbst im Portemonnaie lässt sie sich ohne große Probleme verstauen. Dank IP55-Zertifizierung kann ihr zudem auch die ausgelaufene Limonade im Rucksack nichts anhaben und Stürze aus 2 Metern Höhe bedeuten nicht das Aus für die SSD.

      Auch im Vergleich zur etwas teureren Samsung T5 SSD muss sich die SanDisk Extreme Portable SSD nicht verstecken, da sie leichter, kleiner und im Alltag nicht spürbar langsamer ist. Nur auf das Aluminium-Gehäuse müssen Käufer bei SanDisk verzichten, was die SSD mit dem geringen Gewicht aber wieder wettmacht. In diversen Kopier-Szenarien überzeugt die SanDisk zudem in der Praxis mit Zuverlässigkeit und großem Cache.

      Für die meisten Nutzer, die auf Reisen nicht auf ihre Daten verzichten wollen und gerne minimalistisch unterwegs sind, ist sie SanDisk also die perfekte externe SSD. Wer sie als Auslagerungsplatte für umfangreiche Foto- oder Videoprojekte in 4K-UHD nutzen möchte, sollte jedoch zur schnelleren Pro-Version für ca. 40 Euro* mehr greifen. Noch mehr Geschwindigkeit bieten dann nur noch externe SSDs wie die Samsung X5 Thunderbolt (Test), die ausschließlich auf Thunderbolt 3 setzen und zudem sehr teuer sind.

      Wirkliche Schwachstellen hat die SanDisk Extreme Portable SSD in meinen Augen nicht. Sicherlich gibt es externe SSDs auch schon für weniger Geld. Aber entweder sind deren Maße sind deutlich größer, sie sind langsamer oder beides gleichzeitig.

      Zum Shop: SanDisk Extreme Portable SSD

      *Stand: 06/2020

      Veröffentlicht von

      Die Leidenschaft fürs Zocken wurde bereits in den frühen 90ern mit Bubble Bobble am Sega Master System II geweckt. Spielt mittlerweile hauptsächlich am PC und hätte gerne viel mehr Zeit, um sich seinem ständig wachsenden Pile of Shame zu widmen.

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