Facebook Timeline: The Log of Life

Während die meisten wahrscheinlich vor dem TV saßen oder anderen, zumindest halbwegs sinnvollen Tätigkeiten nachgingen, saß ich vor meinem Notebook. F8 hieß es, Facebooks Entwicklerkonferenz inklusive Livestream. Viel Gerede, viele Präsentationsfolien – und eine kommende Neuerung, die den normalen Benutzer sicherlich auch betreffen wird. Facebook nennt es Timeline, ich Log of Life.

Vergesst Facebook-Profile, so wie sie jetzt sind. Alles wird anders. Besser? Müsst ihr selber herausfinden. Was ist neu? Die komplette Optik, einfach alles. Timeline ist, sofern dein Profil gut gepflegt ist, ein Zeitstrahl durch dein Leben. Begrüßt werden Profilbesucher von einem großen, frei wählbaren Cover, welches mit deinem eigentlichen Profilbild garniert ist.

Natürlich werden auch Statusmeldungen in der Timeline angezeigt – doch so weiter man nach hinten geht, umso komprimierter wird das Ganze. Natürlich lassen sich einschneidende Erlebnisse selber festlegen und auch festpinnen. Ob der Führerschein bestanden wurde, man eine Krankheit überwunden, man sich die Knochen gebrochen hat, ob ein lieber Mensch gestorben ist oder ob ihr geheiratet habt: das alles könnt ihr eingeben – sofern ihr dies mitteilen wollt. Hier sollte jeder natürlich selber entscheiden, was er seinen Kontakten offenbaren möchte.

Orte, Urlaube, Freundschaften – was besonders groß in eurer Timeline erscheint, liegt ganz bei euch. Einzelne Beiträge, die euch besonders wichtig erscheinen, lassen sich markieren und nehmen so eine ganze Spalte in eurer Timeline ein. Sofern ihr Facebook-Apps nutzt, können diese auch in die Timeline einfließen. Filme, geschaut? Musik gehört? Spiele gespielt? Auch das kann ein Teil deiner Timeline sein.

Ja, die neuen Möglichkeiten mögen verlockend sein. Es sieht auch alles wirklich schick aus. Doch die Timeline ermahnt uns auch: sie erinnert uns immer wieder daran, dass wir uns im Internet befinden. Einem Ort, an den vielleicht nicht alles gehört. Ich möchte auf keinem Fall mit dem erhobenen Zeigefinger daherkommen, doch denkt bei der Angabe eurer Infos daran, dass vielleicht Leute eure Infos sehen, die es gar nicht sollen.

Und zum Abschluss gleich einmal eine kleine Frage zur Facebook Timeline: wie gefällt sie euch und werdet ihr ein paar Ereignisse wie Urlaub und Co nachtragen, damit eure Timeline zum Leben erwacht?

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7 Kommentare auf "Facebook Timeline: The Log of Life"

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Also ich habs schon ein paar tage und habs mal ein bisschen durchprobiert und muss sagen: sehr schoen, vorallem das nachtraegliche einfuegen von informationen und das wichtig machen von beitraegen (auf doppelte breite vergroessern). Leider wahrscheinlich fuer leute mit langsamen internet (das es in deutschland leider ja immer noch gibt) nicht so praktisch da mehr geladen wird als normal.

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Ja, ich will. Ähhh, WERDE auch ein wenig nachtragen, allerdings strikt eingeschränkt und nicht sichtbar für selbst viele meiner „Freunde“.

Schön wäre noch eine „Datums-Verschleierung“, dass etwa der Schulanfang für alle sichtbar ist an richtiger Stelle (Monat, oder sogar nur Jahr) und nur bestimmte Personen das konkrete Datum sehen. Denn um es schön zu haben muss man ja die exakten Urlaubs- etc. Daten eingeben – aber die haben viele einfach nicht zu interessieren. Viele, denen ich das „Was“ noch zeigen würde.

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Nach dem Studium mehrere Artikel und ersten nicht selbst vorgenommenen Änderungen in meinem Profil bin ich zwiegespalten. Große Bilder und selbst wählen, was wichtig ist, find ich eigentlich klasse. Aber irgendwie verkommt FB immer mehr zu einer Selbstpräsentationsseite.

Fast wie damals, als man unbedingt eine eigene Homepage bei geocities haben musste, um zu zeigen, dass man „im Netz“ ist.

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Als ich gestern mir die neue Timeline angeschaut habe, hatte ich ähnliche Bedenken. Allerdings, warum sollte ich jetzt Dinge nachtragen die ich vorher schon nicht offenbaren wollte. Facebook gibt die Möglichkeiten und wir können glücklicher Weise immer noch selbst entscheiden ob wir Informationen preis geben oder nicht.
Einige Features finde ich wirklich gut. Ein Paar Reisen werde ich sicherlich nachtragen. Wann ich meinen letzten Knochenbruch hatte, naja. Interessiert doch eh keinen, oder?

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Nein danke. Diese Funktion werde ich nicht nutzen. Mir reicht schon Google als „Datenkrake“ aus. Facebook muss und sollte nicht soviel an persönlichen Daten erhalten. – Zuviel Wissen ist nicht gut. 😉

Schönes Wochenende. 🙂

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Dies ist ein weiterer Grund, warum ich mich niemals bei Facebook anmelden werde. Und dass diese Datensammelwut völlig unreflektiert in jeglichen Techblogs/Nachrichtenseiten auch noch schöngeschrieben wird, als ob man davon irgendwas hätte, dass man nun eine timeline hat oder nicht, finde ich umso bedenklicher. wer es unbedingt haben möchte, okay. aber dass dieses unbedingt-haben-wollen meist nur darauf basiert, dass man meint, damit irgendwie im trend oder zu liegen, darüber wird mir viel zu selten nachgedacht…

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Eines ist doch ganz klar: Facebook bringt dieses neue Feature nicht, weil es interessante, praktische und nutzerfreundliche Innovationen hervorbringen will, sondern wegen „Kundenbindung“, um Geld zu verdienen. Alles worum es doch heutzutage noch geht sind Informationen, die man hat und/oder verkaufen kann und mit diesem Feature möchte Facebook alle seine Schäfchen dazu bewegen noch mehr Informationen von ihnen preiszugeben. An Datenschutz glaube ich bei Facebook nichtmal eine Sekunde, auch wenn einem diese Illusion vorgegaukelt wird. Ich jedenfalls werde dieses Feature sicher nicht benutzen. PS: mich erstaunt es tagtäglich wie viele Menschen diese Illusionen, die Facebook uns tagtäglich verkaufen will glauben… Read more »
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