Fan-Projekt bringt Tomb Raider auf den Game Boy Advance

      Fan-Projekt bringt Tomb Raider auf den Game Boy Advance

      Ein Fan-Projekt hat es geschafft, das originale Tomb Raider auf den Game Boy Advance zu portieren. Selbst die Entwickler des PC-Klassikers zeigen sich beeindruckt.

      Der Game Boy Advance war 2001 bei seinem Release der wahrgewordene Traum vieler Jugendlicher: Endlich Nintendo-Games mit SNES-Grafik während langer Autofahrten zocken – oder entspannt im eigenen Zimmer, wenn die Geschwister mal wieder den Kampf um die Fernbedienung gewonnen hatten. 3D-Grafik war allerdings immer die Achillesferse von Nintendos Handheld. Dennoch schafften es einige Entwickler dem handlichen Gerät 3D-Animationen zu entlocken, wie ihr in den unten gezeigten Beispielen sehen könnt.


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      Jegliche Ableger der beliebten Action-Adventure-Reihe mit Lara Croft für den Advance mussten jedoch mit 2D-Grafik vorliebnehmen. Ein komplexes PC-Spiel wie Tomb Raider für den Game Boy zu portieren, vermochten viele Entwickler damals schlichtweg nicht. Womöglich spielten dabei auch einfach die Faktoren Zeit und Geld eine zu große Rolle.

      Echte Fans haben oft zumindest von Erstgenanntem mehr als genug. So auch XProger, dem Mastermind hinter „OpenLara“. Das Projekt startete mit der Idee, das klassische Tomb Raider auf so viele Plattformen wie möglich zu portieren.

      OpenLara Modern Vintage Gamer Tomb Raider Game Boy Advance Port

      via Modern Vintage Gamer/XProger

      Da der Game Boy Advance jedoch über keinerlei Hardware zur 3D-Beschleunigung verfügt, musste die gesamte Rechenarbeit in der Software über den 16 Mhz-ARM-Prozessor gelöst werden. Dafür wurden große Teile des Original-Codes für ARM-Assembly umgeschrieben. Zudem verfügt der Game Boy auf seinem Mainboard aber sowohl über externen (EWRAM) als auch internen (IWRAM) Arbeitsspeicher.

      In ersterem konnte ein Look-Up-Table für Gleitkommaoperationen gespeichert werden. Ein Was?! Ja, genau. Heutzutage laufen in vielen Spielen essenzielle Berechnungen über Floating Point Operations (Gleitkommaoperationen), doch der Game Boy hat eben keine Hardware dafür. Um dieses Problem zu beheben, legt man ihm quasi einen ultimativen Spickzettel für die Lösungen der Berechnungen direkt in den externen Arbeitsspeicher. Ziemlich genial.

      Modern Vintage Gamer Tomb Raider Game Boy Advance Port

      via Modern Vintage Gamer/XProger

      Der interne Arbeitsspeicher wurde hingegen für das schnelle Abrufen von Musik und anderer wichtiger mathematischer Berechnungen genutzt. Viel wird bei der Portierung über sogenannte Look-Up-Table (also quasi Spickzettel) gelöst, um weitere Limitierungen des guten alten Game Boys zu umgehen. Derzeit enthält OpenLara nur drei Level des Originalspiels, aber XProger ist wohl zuversichtlich das gesamte Spiel in Zukunft portieren zu können.

      So viel Genialität rief dann auch den Lead Programmer von Tomb Raider, Paul Douglas, auf den Plan:

      OpenLara XProger Paul Douglas Twitter Tomb Raider Game Boy Advance Port

      Im unterhaltsamen (englischsprachigen) Video von Modern Vintage Gamer könnt ihr euch einen Eindruck von OpenLara in Bewegung verschaffen. Hier kommt ihr zu XProgers Projekt auf GitHub.


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      Was haltet ihr von solch verrückten Portierungen? Lasst es uns im Kommentarbereich wissen.

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      via: XProger auf GitHub, Modern Vintage Gamer auf YouTube, minime auf YouTube, Paul Douglas auf Twitter, XProger auf Twitter

       

      Veröffentlicht von

      Großer Film- und Serien-Fan, der von Antonioni bis Tarkowski (fast) alles gesehen hat, was Kino und Fernsehen hergeben. Durch Super Nintendo und PS1 fand er Mitte der 90er seine Leidenschaft für PC- und Konsolenspiele. Zockt mittlerweile vornehmlich am selbstgebauten Gaming-PC und gelegentlich auch auf der PlayStation.

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