Far Cry 5 im Test: Anforderungen, Benchmarks und Gameplay des Open World-Shooters

      Far Cry 5 im Test: Anforderungen, Benchmarks und Gameplay des Open World-Shooters

      Nachdem ihr bei Far Cry Primal einen Abstecher in die Steinzeit gemacht habt, ändert sich das Setting bei Far Cry 5 wieder und es verschlägt euch ins fiktive Hope County in Montana. Ein verrückter Priester hat eine Sekte gegründet und rekrutiert die ansässige Bevölkerung mehr oder weniger freiwillig. Als kleiner Hilfssheriff kommt ihr natürlich gerade recht, um dem Irren und seiner fanatischen Gefolgschaft Einhalt zu gebieten. Wir haben den Titel gespielt und die radikale Sekte mit allen Mitteln der Kriegskunst „bekehrt“.

      Der Open World-Shooter ist seit dem 27. März 2018 offiziell für PC, PS4 und Xbox One erhältlich. Im Uplay-Store bekommt ihr ist die Standard-Version für 59,99 €. Außerdem gibt es noch eine Deluxe-Edition für 69,99 €, eine Gold-Edition für 89,99 € und diverse Sammler-Editionen bis zum Collector´s Case für 169,99 €. Diese enthält dafür dann das Deluxe Paket, den Season Pass, eine Weltkarte, den Soundtrack, das Steelbook und einen 45 cm großen Hirschschädel aus Kunstharz. Ob ihr das braucht, müsst ihr selbst entscheiden. Die meisten Sammler-Editionen sind jedoch schon ausverkauft.

      Bei Far Cry 5 verschlägt es euch ins gebirgige Montana

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      Im Season Pass sind übrigens drei Addons und ein Far Cry 3-Remake enthalten, das Deluxe Paket gewährt euch einen Vorabzugang zu verschiedenen Ausrüstungsgegenständen, Fahrzeugen, Waffen und Verbrauchsgütern, darunter das Großwildjäger-, Pilotenass- oder Chaos-Paket. Eine genaue Übersicht findet ihr hier unter dem Reiter „Vergleichen“. Bevor ihr ins Abenteuer starten könnt, solltet ihr euch über die Hardware-Anforderungen im Klaren sein.

      Full HD und sehr hohe Details auch auf Mittelklasse-Systemen

      Um Far Cry 5 mit einer Auflösung von 1280×720 Pixeln und niedrigen Details spielen zu können, solltet ihr laut Ubisoft zumindest einen Intel Core i5-2400 oder AMD FX-6300 in Verbindung mit einer GeForce GTX 670 oder AMD R9 270 und 8 GB RAM euer Eigen nennen. Für Full HD und hohe Details wird mindestens ein Intel Core i7-4770 oder AMD Ryzen 5 1600 und eine GeForce GTX 970 oder AMD R9 290X und 8 GB RAM fällig. Nachfolgend sind die verschiedenen Anforderungen noch mal in einer Tabelle zusammengefasst.

      Übersicht der Anforderungen von Far Cry 5
      Preset 1280*720 Pixel, niedrige Details (minimale Anforderungen) 1920*1080 Pixel, hohe Details, 60 FPS (empfohlene Anforderungen) 3840*2160 Pixel, hohe Details, 30 FPS 3840*2160 Pixel, hohe /sehr hohe Details, 60 FPS
      CPU Core i5-2400 / AMD FX 6300 Core i7-4770 / AMD Ryzen 1600 Core i7-6700 / AMD Ryzen 1600X Core i7-6700K / AMD Ryzen 1700X
      GPU GeForce GTX 670 / AMD R9 270 (2 GB VRAM) GeForce GTX 970 / AMD R9 290X (4 GB VRAM) GeForce GTX 1070 / AMD RX Vega 56 (8 GB VRAM) GeForce GTX 1080 SLI / AMD RX Vega 56 CFX (8 GB VRAM)
      RAM 8 GB 8 GB 16 GB 16 GB
      BS Windows 7 SP1 / 8.1 / 10 (64 Bit) Windows 7 SP1 / 8.1 / 10 (64 Bit) Windows 10 (64 Bit) Windows 10 (64 Bit)

      Alle Anforderungen findet ihr außerdem hier unter dem Reiter „Systemanforderungen“. Wir haben den internen Benchmark von Far Cry 5 außerdem auf unterschiedlichen Systemen in Full HD, WQHD und 4K getestet. Die passenden Systeme zum Zocken findet ihr natürlich bei uns im Shop.

      Auch mit Mittelklasse-Systemen ist der Titel noch mit sehr hohen Details in Full HD spielbar

      Auf allen Systemen lief der Benchmark von Far Cry 5 problemlos. Unser NBB Intel Testrechner 1 liegt dabei hinsichtlich der Grafikkarte genau in den empfohlenen Anforderungen, was sich auch in den erreichten FPS widerspiegelt. Mit durchschnittlich 69 bzw. 64 Bildern pro Sekunde ist der Titel in Full HD mit hohen und sehr hohen Details gut spielbar. Selbst in WQHD erreicht ihr mit den Mittelklasse-Grafikkarten GeForce GTX 970 oder der Radeon RX 580 im OMEN by HP 880 in Verbindung mit der entsprechenden CPU noch akzeptable Bildraten über 45 FPS.

      Für 4K sollte es mindestens eine GeForce GTX 1080 sein

      Gaming-Enthusiasten, die Far Cry 5 in 4K mit hohen oder sehr hohen Details genießen wollen, sollten schon mindestens eine GTX 1080 besitzen. Interessant: War die RX Vega 64 in WQHD noch langsamer als die GTX 1080, ändert sich das Blatt in 4K, wo die RX Vega 64 leicht höhere FPS als die GTX 1080 erzielt. Begründet wird dies wohl dadurch, dass die schnelle AMD GPU bei Full HD durch den Ryzen 1700 limitiert wird. Schnellster Test-PC unserer Redaktion bleibt aktuell aber der MSI Infinite X dank der brachialen Leistung seiner GTX 1080 Ti. Er erreicht bei einer Auflösung von 3820*2160 Pixeln und maximalen Details noch durchschnittlich 53 FPS.

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      Eine Sekte für Hinterwäldler

      Doch worum geht es bei Far Cry 5 überhaupt? Manchmal kommen gelangweilte Leute im dünn besiedelten Hinterland auf komische Ideen. So gründet der Priester Joseph Seed bei Far Cry 5 im fiktiven Hope County in Montana eine Sekte namens „Eden´s Gate“ und beschließt, sich fortan nur noch angemessen als „Vater“ zu bezeichnen. Er glaubt an den drohenden Zusammenbruch der Zivilisation und sieht sich selbst als Auserwählten, um die Menschen im gebirgigen „Outback“ Amerikas vor diesem Kollaps zu schützen.

      Wie es mit Sekten so ist, entwickeln sich mit der Zeit nicht ganz zu Unrecht merkwürdige Gerüchte um deren Rituale und Prinzipien, anstatt sich jedoch mit dem Vernaschen von Nachgeburten zufrieden zu geben, zwingt der Vater die Bewohner von Hope County notfalls auch unter Anwendung von nicht ganz jugendfreien Methoden, seiner Sekte beizutreten. Wer sich weigert, wird mit einem verfrühten Ableben belohnt.

      Augen zu und durch! (Rekrutierung gone wrong)

      Dies führt natürlich dazu, dass die Mitglieder von „Eden´s Gate“ mit den Bürgern von Hope County immer mehr aneinander geraten und die ruhige Landschaft von dem Krach der Schnellfeuergewehre erfüllt wird. Hier kommt der Protagonist ins Spiel. Als ambitionierter Hilfssheriff und Mitglied der Widerstandsgruppe seid ihr dafür verantwortlich, den Sektenanführer dingfest zu machen.

      In der Einführungsmission befindet ihr euch mit eurem Einsatzteam bereits auf dem Weg zum Vater, um den gefeierten Irren während einer Predigt direkt vor seinen fanatischen Gefolgsleuten zu verhaften. Mit dem Helikopter geht es direkt zum Vorplatz seiner Kirche. Nach dem Ausstieg schlendert ihr und das Team angespannt durch das Sektenlager, wobei an jeder Ecke eine bewaffeneter Hillbilly, im Spiel als Peggy bezeichnet, seine Augen auf euch richtet.

      Nachdem ihr dem (mich an Bradley Cooper erinnernden) oberkörperfreien und üppig tätowierten Vater die Handschellen angelegt und ihn zum Helikopter abgeführt habt, fangen die Landeier natürlich an zu rebellieren und sich fanatisch an den Helikopter zu hängen. Wie es so kommen muss, stürzt dieser einen Augenblick später ab, der Vater ist unversehrt und überlässt euch seinen treuen Anhängern. Ihr seid auf euch allein gestellt und rettet euch unbewaffnet in den Wald, erkundet die Umgebung und sammelt etwas Ausrüstung. Das lief natürlich (wie zu erwarten war) komplett schief.

      Far Cry bleibt Far Cry

      Nachdem ihr die vielen gescripteten Zwischensequensen aus der Einführungsmission gesehen und die Flucht vor den Peggies überstanden habt, könnt ihr in einem sehr einfach gehaltenen Editor euer Erscheinungsbild festlegen. Wirklich wahrnehmen werdet ihr euren Charakter jedoch nur in der Sterbe-Sequenz. Euer Retter Dutch, der zufälligerweise wie bei Fallout in einem Bunker wohnt, führt euch anschließend ins Spielgeschehen ein und erklärt euch die einzelnen Missionstypen.

      Viele Anpassungen könnt ihr am Charakter leider nicht vornehmen

      Danach könnt ihr in bester Far Cry-Manier Stück für Stück das Territorium der Sekte zerschlagen. Viele Entscheidungsmöglichkeiten, die sich auf die Story auswirken, gibt es in der ersten Mission zwar nicht, viel zu tun gibt es in der großen offenen Welt allerdings schon: Sektenlager erobern, Gefangene retten, Begleiter rekrutieren, Sektenbesitz zerstören, Anführer erledigen und alle sonstigen Missionen erfüllen.

      Die Missionstypen im Überblick

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      Viel Action, nicht so viel Inhalt

      Nach dem atmosphärisch guten Einstieg wirkt die große Spielwelt allerdings etwas hell und freundlich, was durch lässige Rockmusik und witzige Waffenbeschreibungen noch unterstützt wird. Abseits der Zwischensequenzen fehlt bei den Missionen zudem erzählerische Tiefe und Anspruch. Personen retten, Dörfer befreien, Schalter umlegen, Schreine zerstören – das macht zwar Spaß, wirkt auf Dauer jedoch etwas monoton. Zudem stellt sich dem Spieler auch die Frage, was eigentlich das genaue Ziel der Sekte ist, außer die Bevölkerung zu rekrutieren und den Vater anzuhimmeln.

      Die Action kommt jedenfalls nicht zu kurz: Hübsche Explosionen, ausgiebiges Geballer und andauernde Drive-by-Shootings sorgen für reichlich seichte Unterhaltung. Die klonartig wiederkehrenden und teilweise (vielleicht auch absichtlich) „verwirrt“ wirkenden Peggies veranlassen den Spieler auch dazu, alle 100 Meter anzuhalten und die Straße zu räumen. In der großen Spielwelt, in der man mitunter lange unterwegs ist, kann das teilweise nervig werden. Um diese Gefechte schneller zu beenden, könnt ihr neben KI-Begleitern auch einen Hund und einen Bären „anheuern“ – beide stürzen sich wohlerzogen auf die Gegner und helfen euch ungemein bei den Kämpfen. Neben den animalischen Helfern könnt ihr Far Cry 5 zudem auch kooperativ bestreiten.

      Deutlich wird ebenso, dass es anscheinend viel mehr Entwicklungszeit benötigt, um eine riesige Spielwelt adäquat zu füllen. Wenn am Straßenrand ständig Geiseln aus den Fängen der Sektenmitglieder befreit werden „müssen“, dann wirkt es, als wäre für mehr Abwechslung beim Missionsdesign einfach keine Zeit mehr gewesen. Wobei es im Gegensatz dazu auch viele Missionen zu bewältigen gibt und ihr euch die Zeit zu Land, Wasser und in der Luft oder auch beim Angeln vertreiben könnt.

      Neben einem großen Fuhrpark stellt Ubisoft auch ein Skill- und Crafting-System zur Verfügung. Vieles dreht sich hier um das schnelle Geld, mit dem sich allerdings nur Skins für Waffen und Fahrzeuge kaufen lassen. Wer hier schon die Mikrotransaktionen am Horizont wahrnimmt, liegt natürlich goldrichtig. Mit sogenannten Silberbarren könnt ihr die Skins alternativ zur Ingame-Währung erwerben. Da es sich glücklicherweise nur um kosmetische Aufwertungen handelt, ist der Shop mehr oder weniger vernachlässigbar.

      Die Grafik kann sich sehen lassen

      Wir haben das Spiel auf dem MSI Infinite X gezockt. Mit der potenten Hardware macht das Spiel bei 2560*1440 Pixeln und Ultra-Details eine sehr schöne Figur. Lichteffekte, Nebel und auch die schönen Waldlandschaften in den Rocky Mountains sind sehr ansehnlich. Die Animationen des Protagonisten beim Sprung ins Wasser oder dem Klettern auf einen Sendemast sind auch gut gelungen, die Bewegungen der Gegner und Teammitglieder wirken jedoch teilweise etwas hölzern. Zudem nimmt das Detaillevel (Level of Detail) weiter entfernter Gegenstände relativ schnell ab, die hohe Weitsicht sorgt jedoch trotzdem für sehr schöne Landschaftsdarstellungen.

      Far Cry 5 greift übrigens auf eine überarbeitete Version der Dunia-2-Engine zurück, die schon aus früheren Far Cry-Titeln bekannt ist. Das Team war sogar zwei Wochen vor Ort in Montana, um einen Eindruck von der Landschaft zu bekommen und diese realitätsnah für das Spiel nachbilden zu können.

      Im Dunkeln ist gut munkeln

      Neben den Missionen auf der riesigen Karte könnt ihr eurer Kreativität außerdem noch mit Far Cry Arcade freien Lauf lassen. Schon am ersten Tag waren zahlreiche selbstgebastelte Karten im Netz verfügbar, die auch nach der Kampagne noch für Spielspaß sorgen sollen. Ihr könnt hier auch auf Inhalte aus vorherigen Teilen zurückgreifen, was allerdings auch dafür spricht, dass der Titel eng an die Technologie der Vorgänger angelehnt ist.

      Fazit

      Far Cry 5 ist ein solider Open World-Shooter. Der Einstieg ins Spiel ist durchaus atmosphärisch, allerdings birgt eine große Spielwelt immer die Gefahr der überschaubaren „Spannung pro Quadratmeter“. Mit dem Aufbau des Widerstands gibt es zumindest sehr viel zu tun: Geiseln befreien, Sektenbesitz zerstören oder Lager einnehmen. Jedoch wiederholen sich manche Nebenmissionen teilweise stark und machen das Gameplay etwas monoton.

      Bunkerbesitzer Dutch unterstützt euch via Funkgerät

      Spielerisch fühlt sich Far Cry 5 dadurch wahrnehmbar nach den Vorgängern an. Zwar gibt es einige sinnvolle Neuerungen wie einen Koop-Modus, KI-Begleiter, das Skillsystem oder auch den umfangreichen Fuhrpark, allerdings überrascht das Gesamtkonzept bedingt durch das recyclte Missionsdesign abgesehen vom neuen Gewand kaum. Spaß macht der Sandbox-Titel dank massenweise Action, fulminanten Explosionen, dieser gewissen Freiheit und zahlreichen Aufgaben allerdings trotzdem.

      Grafisch ist der Far Cry 5 über jeden Zweifel erhaben: ansehnliche Sonnenaufgänge im Wald, detaillierte Vegetation, hübsche Gewässer und eine generell schöne Landschaft. Die Animationen der NPCs wirken allerdings etwas steif, außerdem wurden die Peggies gefühlt zu häufig mit dem gleichen ungewaschenen und bärtigen Erscheinungsbild ausgestattet.

      Da möchte man glatt Urlaub machen: das fiktive Hope County

      Die überarbeitete und optimierte Engine läuft auch auf älteren oder Mittelklasse-Systemen sehr rund, hier haben die Entwickler ganze Arbeit geleistet. Zudem bietet das Menü sehr viele Einstellungsmöglichkeiten und Presets, mit denen Spieler die Grafik sehr gut an ihr Setup anpassen können.

      Wer mit den Vorgänger bereits seinen Spaß hatte oder auf der Suche nach einem eingängigen Open World-Shooter in neuer Umgebung für zwischendurch ist, der kann bei Far Cry 5 jedenfalls getrost zugreifen. Die Anderen sollten vielleicht eher zu den günstigeren Vorgängern greifen oder auf den ersten Sale warten.

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      Veröffentlicht von

      Die Leidenschaft fürs Zocken wurde bereits in den frühen 90ern mit Bubble Bobble am Sega Master System II geweckt. Spielt mittlerweile hauptsächlich am PC und hätte gerne viel mehr Zeit, um sich seinem ständig wachsenden Pile of Shame zu widmen.

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