Feedback zur Microsoft Touch Maus II

Vor einiger Zeit riefen wir zum Test der Microsoft Touch Maus auf. Mittlerweile ist einiges an Berichten bei mir eingetrudelt, hier eine weitere Zusammenfassung der Meinungen – heute von Marco, einem unserer Tester.

Ich möchte in meinem Test weniger die technischen Details aufzählen, da diese in jedem Bericht im Netz zu finden sind. Vielmehr möchte ich auf die Touch-Features und die ergonomischen Aspekte eingehen, die gerade bei dieser Maus ausschlaggebend sind.

Verarbeitung und Verpackung des Produktes sind einwandfrei, und die Einrichtung mit Windows 7 klappte gewohnt reibungslos.

Die Maus selbst bringt durch die zwei Mignonzellen, die zum Betrieb notwendig sind, einiges an Gewicht mit und drückt ca. doppelt so viel auf die Waage wie meine alte Kabelmaus. Das ist auch bitter nötig, denn durch die relativ flache Ausführung der Maustasten wäre sonst relativ wenig Führungswiderstand vorhanden, welcher für eine präzise Steuerung aber unabdingbar ist.

Das ist auch einer der größten Kritikpunkte. Durch diese flache Ausführung, habe ich als Mensch mit großen Händen ständig das Gefühl, dass mir die Maus durch die Finger gleitet. Selbst nach vier Wochen habe ich mich daran noch nicht gewöhnt, und nach einem 8-Stunden Tag im Büro ist die Ermüdungserscheinung in meiner rechten Hand immer noch spürbar. Dies mag aber auch an den Touch-Gesten liegen, welche mit angezogenen Fingern über dem Mausrücken ausgeführt werden und die Finger somit eine etwas unnatürliche Haltung annehmen. Das Ausführen der Gesten selbst funktioniert nach einiger Eingewöhnung recht gut, ist aber nicht ganz so konfigurierbar wie ich es mir gewünscht hätte. So lassen sich zwar einzelne Gesten deaktivieren, aber nicht umkonfigurieren.

Die Ausführung der rechten und linken Maustaste ist ebenfalls gewöhnungsbedürftig, da beide Tasten aus einem Guss und nicht separat ausgeführt sind. Das führte für mich nicht immer zum gewünschten Ergebnis, da man relativ viel Gefühl benötigt, um die gewünschte Maustaste zu erwischen. Nach einigen Wochen mit der Maus hat sich dieses Verhalten aber etwas gebessert und es gelingt mir nun Mausklicks präzise auszuführen. Dasselbe kann ich vom Scrollverhalten allerdings nicht behaupten. So scrollt die Maus unterschiedlich schnell in verschiedenen Applikationen, und das präzise Ansteuern gewünschter Elemente ist nur mit sehr viel Fingerspitzengefühl möglich.

Auf der Plusseite ist das Scrollverhalten nicht linear, somit lässt sich das Ende einer langen Liste mit nur einer schnellen Geste erreichen, was ich durchaus als angenehm empfinde, im Vergleich zum klassischen Scrollrad. Somit wären wir auch schon am für mich größten Kritikpunkt, das Fehlen der mittleren Maustaste.

Habe ich mir doch angewöhnt Tabs, Dokumente usw. mit der mittleren Taste, beziehungsweise mit Klick auf das Scrollrad, zu schließen. Diese Funktionalität vermisse ich schmerzlich, mag allerdings jedoch eine persönliche Präferenz und abhängig von den eigenen Arbeitsabläufen sein.

Als sehr praktisch erachte ich aber die Daumengesten, welche es mir ermöglichen z.B. im Browser mit einem Wisch nach rechts oder links zur vorherigen bzw. zur folgenden Seite zu wechseln. Das funktioniert für mich schnell und natürlich.

Mit einem Wisch zweier Finger nach oben respektive unten lassen sich Fenster minimieren bzw. maximieren, eine praktische Funktion wie ich finde. Funktioniert aber nur mit dem aktiven Fenster, hier würde ich mir wünschen, dass dieses mit dem derzeitigen Fenster unter der Maus funktioniert und ich nicht erst umständlich das gewünschte Fenster mit einem Klick aktiveren muss. Das gleiche Verhalten gilt übrigens auch für das Scrollen, das mag zwar dem Standard entsprechen und sich mit einer normalen Maus genau so verhalten. Da hier aber weniger geklickt und mehr berührt wird, würde das Ganze einen flüssigeren Arbeitsablauf ermöglichen und wesentlich besser zu der Maus passen.

Nach 4 Wochen mit der Maus bin ich noch nicht ganz überzeugt, was auch daran liegen mag, dass ich ein sehr haptischer Mensch bin und mir sauber definierte Druckpunkte und Knöpfe immer noch lieber sind, als Berührungssteuerungen, die in der Regel immer noch das Auge benötigen. Ebenfalls sollte eine recht lange Eingewöhnungsphase eingeplant werden, da die Maus im Vergleich zur klassischen eine gravierend andere Bedienung erfordert. Experimentierfreudigen Menschen kann ich das Gerät empfehlen, empfindliche Maus-Benutzer sollten eventuell erst einmal probefühlen.

Microsoft Touch Maus schwarz
Microsoft Touch Maus weiss 

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1 Kommentar auf "Feedback zur Microsoft Touch Maus II"

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Gast

Das Problem mit der rechten Maustaste hatte ich damals auch schon bei meiner Magic Mouse und jetzt auch wieder mit der Microsoft Touch. Das Geheimnis ist, den linken Finger anzuheben, denn dann wird lediglich der rechte Finger registriert und der Mausklick wird dann zu einem Rechtsklick. Befindet sich noch der linke Finger auf der Maus hat der logischerweise Priorität, so dass ein Linksklick ausgeführt wird, sonst müsste ich ja für einen Linksklick immer den rechten Finger anheben. Vielleicht hilft das ja ein wenig, nach einiger Eingewöhnungszeit geht das bei mir ganz gut von der Hand und passiert schon völlig automatisch.

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