Formovie THEATER im Test – Wer braucht da noch einen Fernseher…

Formovie THEATER im Test – Wer braucht da noch einen Fernseher…

Fernseher werden größer und größer und wer noch mehr Diagonale will, greift am ehesten zum Beamer. Die sind oft groß, müssen weit weg stehen und sehen auch nicht unbedingt gut aus. Mit Laser-Ultrakurzdistanz-Beamern soll sich das ändern. So wie mit dem Formovie THEATER, einem 4K HDR Dolby Vision und Dolby Atmos Laser „TV“.

Das „TV“ im Namen ist in Anführungszeichen, da es zwar als Laser TV vermarktet wird, technisch aber ein Beamer ist. Auf nur wenige Zentimeter Abstand zur Wand oder Leinwand sind damit Diagonalen von bis zu 150 Zoll möglich. Dank ALDP 4.0 Technik, 4K Auflösung und Dolby Vision soll das Bild dabei aber auch mit aktuellen Fernsehern mithalten können. Ob das auch auf OLED zutrifft? In der Front ist zudem auch direkt ein Bowers&Wilkins Lautsprechersystem untergebracht, man braucht theoretisch also nicht mal ein separates Audio-System. Eine kleine Anmerkung noch vorweg zu den Fotos im Beitrag: Da Projektion und Kamera sich nicht so gut vertragen, gibt es Regenbogeneffekte und Farbverfälschungen – die treten aber nur in den Fotos auf, nicht bei normaler Nutzung. Generell ist es sehr schwierig, die Bildqualität in Fotos zu dokumentieren.

Mit 2800 ANSI-Lumen maximaler Helligkeit sollte er zudem auch in hellen Räumen nutzbar sein, auch wenn das bei Beamern ja generell nicht so eine gute Idee ist. Softwareseitig verzichtet man auf eine eigene Lösung und setzt auf Android TV 11.0. Zu guter Letzt verspricht er noch über 100% Abdeckung des Rec.2020 Farbraumes. Anschlussseitig gibt es dann 3x HDMI 2.1, einmal davon mit eARC Support, 2x USB 2.0 Type A und je einmal Analog Audio Out (3,5mm Klinke), S/PDIF und Ethernet. VRR wird laut dem Datenblatt zwar nicht unterstützt, dafür ist ALLM (Automatic Low Latency Mode) an Bord. Dazu gibt es noch MEMC (Motion Estimation, Motion Correction), von dem ich persönlich kein Fan bin. Hier aber gleich die gute Nachricht: All die berühmt-berüchtigten „Bildverbesserungen“ sind per Default deaktiviert, zumindest bei meinem Testgerät waren sie es.

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Der Lieferumfang ist schnell abgehakt: Neben dem Beamer selbst sind noch Fernbedienung und Stromkabel dabei, das wars. HDMI-Kabel oder ähnliches sind nicht dabei. Das reicht aber auch, Kabel hat man ja in der Regel bereits, wenn man denn überhaupt welche braucht. Wer keine Konsole oder ähnliches verbinden will, kann einfach das integrierte Android TV nutzen und auf externe Zuspieler ganz verzichten. Und wer eine oder mehrere Konsolen hat, hat die Kabel dafür in der Regel auch bereits. Die Fernbedienung ist dann auch nichts Besonderes und erinnert an jene, die bei FireTV und Co. dabei sind. Als Besonderheit gibt es eine große YouTube-Taste und eine Taste, um in die Beamer-Einstellungen zu kommen. Sie setzt zudem auf Bluetooth, muss also nicht auf den Beamer gerichtet werden. Kleine Randnotiz, für diejenigen unter Euch die wie ich lieber Akkus als Batterien nutzen: Die mag die Fernbedienung gar nicht und hat bei mir daher kaum und wenn dann unzuverlässig funktioniert. Batterien waren übrigens keine dabei, daran hätte man bei einem Gerät dieser Preisklasse schon denken können.

Aufbau und Inbetriebnahme sind dann auch ziemlich einfach, obwohl der Formovie THEATER keine automatische Trapezkorrektur hat. Da es ein eher stationärer Projektor ist, lässt sich das verschmerzen, da sie nur einmal zur Ersteinrichtung ausgeführt werden muss. Der Fokus lässt sich dann noch manuell nachjustieren, in meinem Fall war das aber nicht nötig. Danach nur noch kurz Android TV einrichten und fertig. Bei meinem Testgerät gab es auch direkt noch ein Update des Systems.

Die Software ist wie erwähnt Android TV in Version 11.0, damit werden im Grunde alle gängigen Streamingdienste unterstützt und dann auch noch nahezu alle nicht ganz so gängigen. Die Versorgung mit Apps ist also kein Problem, auch die Steuerung via Google Assistant nicht. HDMI-CEC wird ebenfalls unterstützt und so lassen sich angeschlossene Geräte direkt über die Fernbedienung mit steuern. Mein FireTV sowie die Lautstärke des angeschlossenen AV-Receivers ließen sich damit problemlos steuern.

Das Einstellungsmenü des Formovie THEATER selbst ist auch recht übersichtlich und man findet sich schnell zurecht. Auch aus einer Serie oder Film heraus lässt sich so noch schnell etwas ändern, selbst Fokus und Trapezkorrektur sind direkt erreichbar.

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Ansonsten ist es eben Android TV und funktioniert dementsprechend. Google Assistant und Chromecast sind direkt integriert, die meisten Funktionen können also auch einfach via Smartphone oder Sprache gesteuert werden. Der einzige kleine Negativpunkt ist die Lautstärkeregelung. Versucht man die Lautstärke um mehrere Schritte anzupassen, springt sie gerne mal über das Ziel hinaus und statt um 3, erhöht man die Lautstärke dann um 8 oder mehr Schritte. Man gewöhnt sich dran und regelt dann eben langsamer, schön ist es dennoch nicht. Der Bootvorgang dauert auch etwas länger als ich es gewohnt bin. Dann ist zwar das Bild da, aber das Menü reagiert die ersten 15 bis 20 Sekunden eher träge. Danach gibt es dann allerdings keine Probleme mehr.

Zur Ausrichtung gibt es an der Front auch noch zwei Stellrädchen, über die die Füße an der Front eingestellt werden können. Dadurch lässt sich das Bild noch etwas feiner ausrichten. Auf der rechten Seite sitzt dann daneben noch ein Mute-Schalter für das integrierte Mikrofon, falls man keine Sprachassistenten nutzt oder es einfach temporär deaktivieren will.

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Bildqualität

Kommen wir daher jetzt zum wichtigsten: Der Bildqualität. Wie eingangs schon erwähnt ist der Formovie THEATER hell genug, um selbst tagsüber ohne Verdunkelung noch alles erkennen zu können. Getestet habe ich aber natürlich vor allem im dunklen Wohnzimmer. Bei heller Umgebung ist das Bild nämlich recht ausgewaschen und der Kontrast leidet stark. Das liegt nicht an Formovie, sondern an der Technik an sich.

Einmal im Verdunkelten Raum sieht das Ergebnis gleich ganz anders aus. Laut Marketing-Material soll der Kontrast bei bis zu 3000:1 liegen und rein vom subjektiven Eindruck ist der Kontrast auch wirklich gut. Mehr zu Messwerten etc. aber etwas später, erstmal zu meinem Eindruck. Der ist nämlich wirklich gut – Das Bild ist sehr scharf auch auf kurzer Distanz und Farben sehen richtig gut aus. Gerade HDR Inhalte wirken sehr lebhaft und Kontrastreich. Auch im direkten Vergleich mit aktuellen (Mini)-LED Fernsehern muss er sich auf keinen Fall verstecken – eher im Gegenteil.

Das einzige Mal, dass ich mich etwas wunderte, war während des Films „1917“ – der in SDR ausgebrannte Himmel war in HDR noch sichtbar, allerdings waren die Farbtöne sehr unrealistisch und wirkten stark verfälscht. Ob das am Film selbst, der Übertragung oder dem Formovie THEATER liegt kann ich leider nicht beurteilen.

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Davon ab konnte ich keine Probleme erkennen und das Bild war kurzum richtig gut und kaum von einem OLED zu unterscheiden. Im direkten Vergleich gewinnt OLED nur noch durch den deutlich geringeren Schwarzwert, denn das wirkt im Fall des Formovie THEATER nicht so pitch-Black wie bei OLED. Hierfür kann es neben der Projektion an sich aber auch noch weitere Gründe geben. Weiße Wände sorgen so für Reflexionen und hellen das Bild auf, was zu einem helleren Schwarzwert führt. In einem für Beamer vorbereiteten Raum dürfte das Ergebnis also noch mal besser sein als in meinem Test.

Dank der von Werk an deaktivierten „Bildverbesserungen“ gab es keinen Soap-Opera-Effekt und das Bild wirkt angenehm natürlich. Gerade der „Film“ Modus gefällt mir richtig gut für alle Arten von Content. Der Gaming-Modus aktiviert dann die diversen Bildverbesserungen wie ALLM und MEMC. Beim Gaming mit der Xbox hat es mich nicht weiter gestört, für andere Inhalte eignet es sich aber eher weniger und auch Farben und Kontrast leiden darunter. Am Ende blieb er bei mir daher einfach im Film-Modus, was auch bei Titeln wie Forza Horizon nicht weiter gestört hat.

Alles in allem ist die Bildqualität richtig gut und macht einfach Spaß – auch wenn die 80 Zoll in meinem Fall schon fast ein wenig zu groß sind. Aber auch nur fast 😉 .

Abschließend zum Bild auch noch kurz ein paar Messwerte, denn die können sich auf jeden Fall sehen lassen: Der wichtige sRGB Farbraum wird zu 100 Prozent abgedeckt, Adobe RGB noch zu 97 Prozent und der Filmstandard DCI-P3 zu 99 Prozent. Damit eignet sich das Bild theoretisch sogar für Farbkritische Arbeiten, auch wenn ich davon eher absehen würde. Optimalwerte erreicht er nur in völlig dunkler Umgebung und arbeiten auf mindestens 80 Zoll ist vielleicht auch nicht optimal.

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Sound

In der Front sitzen dann noch Lautsprecher. Dabei setzt man auf Bowers&Wilkins Speaker, was für ordentlichen Klang sorgen soll. Die Dolby Atmos-Zertifizierung unterstreicht das noch einmal. Klanglich ist das Setup auch durchaus gut und in kleinen Räumen reicht es aus. Dialoge sind klar verständlich und es kommt sogar ein wenig räumlicher Klang zur Geltung. In großen Räumen, für die der Formovie THEATER auch am ehesten gedacht ist, dürfte dem System dann aber schnell die Puste ausgehen. Was zudem fehlt ist Tiefe, eine Option für einen externen Subwoofer wäre daher nicht verkehrt. Alternativ kann der Ton aber auch via Klinke, TOSLINK oder HDMI eARC an einen externen Receiver ausgegeben werden.

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Im Alltag

Wie immer ein kurzer Absatz über Quirks und Besonderheiten, die mir so aufgefallen sind im Alltag. Für mich ein wenig störend war der hohe Kontrast samt hoher Helligkeit bei Untertiteln. Die stechen so sehr aus dem Bild heraus, dass sie in dunklen Szenen stören können. Auch ist mir eine Art Regenbogeneffekt aufgefallen, wenn der Kontrast zwischen Untertiteln und Bild sehr groß war. Das passierte nicht immer und auch nicht dauerhaft, aber es ist mir eben aufgefallen.

Dann ist da noch der Lüfter. Jeder Beamer hat einen, so auch der Formovie THEATER Laser TV. Der stört aber nicht wirklich und bleibt immer im Hintergrund. Selbst in sehr leisen Passagen bleibt nicht mehr als ein minimales Rauschen – wenn man nah genug dran sitzt. Auf einen Sitzabstand von 3 Metern hört man ihn dann gar nicht mehr. Und viel näher will man auch gar nicht dran sitzen bei mindestens 80 Zoll Diagonale.

Was dann noch wichtig ist: Eine wirklich glatte Leinwand. Während man bei einem klassischen Beamer mit leichten Unebenheiten davonkommt, klappt das hier nicht. Jede leichte Falte, jeder Knick oder andere Unebenheit fällt durch den steilen Projektionswinkel auf und das sollte man definitiv bedenken, wenn man einen solchen Laser TV wie den Formovie THEATER anschaffen möchte. Die Fotos am Anfang des Beitrags geben hier einen guten Eindruck von dem, was ich meine. Eine vernünftige Rahmenleinwand liegt dann schnell bei mehreren hundert Euro, gerade in der nötigen Größe für die bis zu 150 Zoll des Formovie THEATER.

Ziemlich nützlich ist dann noch der Infrarotsensor, der erkennt, ob eine Person zu nah an der Linse ist. Dann wird das Bild automatisch gedimmt und ein Warnhinweis angezeigt, um Augenschäden zu vermeiden. Gerade während dem Ausrichten der Leinwand und Projektor selbst war das sehr praktisch, weil ich doch hin und wieder fast in die Linse geguckt hätte. Und gerade wer Kinder hat dürfte sich darüber freuen, denn in den meisten Fällen dürfte der Projektor genau in der richtigen Höhe stehen, damit Kinder direkt reingucken könnten.

Ein paar Dinge, die ich nicht testen konnte: Die Lebensdauer des Leuchtmittels ist mit 22.000 Stunden angegeben, das ließ sich auf die kurze Testdauer natürlich nicht überprüfen. Theoretisch, bei etwa 4 Stunden täglicher Nutzung, sollte das Leuchtmittel demnach 13 Jahre lang durchhalten. Eine Sache die Fernseher dem Formovie Theater voraus haben: Man muss keine Linse von Staub befreien. Nach gut 2 Wochen Nutzung fielen uns nämlich dunklere Flecken im Bild auf, die wir uns erst nicht erklären konnten. Sie stellten sich dann einfach als Staub heraus, einmal die Linse gereinigt war das Bild dann wieder in Ordnung. Daran sollte man also hin und wieder denken.

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Fazit

Kommen wir zum Abschluss. Ich muss ehrlich sagen, dass ich ziemlich überwältigt bin von der Bildqualität. Beamer kenne ich sonst eher als etwas blass und wenn man ein vernünftiges Bild wollte muss gleich ein komplettes Heimkino zum Preis eines Mittelklasse-Autos her. Die Beamer allein kosteten dann gerne schon mal einen gut ausgestatteten Golf.

Das ändert sich gerade und der Formovie THEATER ist ein perfektes Beispiel dafür. Natürlich ist auch der alles andere als ein Schnäppchen, aber gerade im Vergleich mit extrem großen Fernsehern wie LGs Monster-OLED mit über 90 Zoll ist er dann mit seinen 3600 Euro gar nicht mehr so teuer. Zudem lässt sich, wenn es der Raum hergibt, eine Diagonale von 150 Zoll abdecken – versucht das mal mit einem Fernseher. On top gibt es dann ein hervorragendes Bild mit knackigen Farben, tollem Kontrast, HDR und Dolby Vision Support, gepaart mit dezentem Design dass nahezu überall rein passt.

Meine einzigen Kritikpunkte sind der nicht perfekte Schwarzwert – was auch ein Stück weit an der Umgebung liegt – und AndroidTV 11.0 als Betriebssystem. Letzteres ist eher eine persönliche Präferenz denn eine echte Kritik. So ein Beamer kommt aber mit Einschränkungen, die normale Fernseher nicht so sehr betreffen. Ein abgedunkelter Raum mit Reflexionsarmen Wänden ist mehr oder weniger Pflicht für optimale Ergebnisse und der nötige Sitzabstand um 150 Zoll wirklich genießen zu können darf nicht unterschätzt werden.

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